Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 184470 times)

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2160 am: 09.09.2020 16:40 »
Warum bedürften sie überhaupt der Vertretung?

Weil es komfortabler ist, sich Dritter zu bedienen, anstelle von eigener Arbeit.
Weiterhin ermöglicht ein Zusammenschluss Mehrerer eine bessere Verhandlungsposition.

Eben, wozu dann der Vergleich? Zu den Parteien gibt es greifbare Alternativen. Welche gibt es aktuell bei den Tarifverhandlungen für die "Überdurchschnittlichen" , wer vertritt die?

Warum bedürften sie überhaupt der Vertretung?

Weil viele davon ausgehen, dass eine Verhandlung im Kollektiv für die Mehrheit der Beschäftigten machtvoller erscheint als eine Individualverhandlung.

Ich denke auch, dass es in den höheren Entgeltgruppen viele gute Verhandler gibt, die ein deutliches Plus zum Kollektiv aushandeln würden, aber auch einen guten Anteil an Menschen, die einfach nur Ihre Arbeit verrichten wollen und von Verhandlungen verschon bleiben wollen. Der Ansatz von Gewerkschaften und daraus abgeleitete Aufgabe ist es dort dann, eine Verteilgerechtigkeit zu erzielen.
Das ist doch Gewerkschaftsfolklore. Welche „viele“ sollten das sein? Und warum sollten jene, die nicht unterdurchschnittlich sind, derlei annehmen? Und wer hätte Interesse an Verteilungs“gerechtigkeit“? Was wäre das überhaupt?

Schokobon

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2161 am: 09.09.2020 16:43 »
Angesichts einiger Führungskräfte, die man regelmäßig im öffentlichen Dienst querbeet durch alle Behörden und verteilt über alle Ebenen antrifft halte ich diesen "Verlust durch Komfort" für den Einzelnen für die erheblich erträglichere Variante im Vergleich zu einem ggfls. individuellen fiktiven Verhandlungsergebnis.


ITFrau

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2162 am: 09.09.2020 17:01 »
Nus mal so am Rande

2018 Beschäftige ohne Pflege, Sonstige und Azubis
E1-E8  ca. 1.333.000
E9a-E15 ca. 1.234.000
So ungleich sind die 2 Gruppen nicht, nur organisiert sind eindeutig die unteren Lohngruppen besser.
Bauernschläue?

Verdi hat doch da gedanklich ein Problem. Auf der einen Seite werden für die unteren Einkommen immer diese Sockelbeträge gefordert, weil ja 1% oder 2% von "wenig" nicht viel ist. Damit da unten auch spürbare Erhöhungen sind. Auf der anderen Seite wundert sich Verdi warum die höheren Einkommensgruppen nicht vertreten sind. Ich sag mal so 1% ist in den höheren Gruppen schon viel.... Kurzum bei den Tarifverhandlungen wird für ordentlich Lohnplus bei den kleinen Einkommengruppen gesort und bei den Mitgliedbeiträgen werden die oberen Einkommensgruppen "geschröpft".

Thiesi

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« Antwort #2163 am: 09.09.2020 19:15 »
Verdi hat doch da gedanklich ein Problem. Auf der einen Seite werden für die unteren Einkommen immer diese Sockelbeträge gefordert, weil ja 1% oder 2% von "wenig" nicht viel ist. Damit da unten auch spürbare Erhöhungen sind. Auf der anderen Seite wundert sich Verdi warum die höheren Einkommensgruppen nicht vertreten sind. Ich sag mal so 1% ist in den höheren Gruppen schon viel.... Kurzum bei den Tarifverhandlungen wird für ordentlich Lohnplus bei den kleinen Einkommengruppen gesort und bei den Mitgliedbeiträgen werden die oberen Einkommensgruppen "geschröpft".

"Viel" ist ein Prozent des Einkommens sicher nicht. Ganz im Gegenteil: Ein Prozent ist sehr wenig. Aber zumindest ich kann von einem Prozent meines Einkommens zwei- bis dreimal gut essen gehen, was subjektiv eine bessere Investition darstellt, als eine Organisation dafür zu bezahlen, eine Kürzung meiner JSZ auszuhandeln. Das bekäme ich nämlich - im Gegensatz zur Zubereitung zweier bis dreier exzellenter Mahlzeiten - auch ganz alleine hin.
« Last Edit: 09.09.2020 19:23 von Thiesi »
"We're with you all the way, mostly"

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2164 am: 09.09.2020 19:26 »
Dabei hatte ich kurzzeitig gehofft das das Tarifeinheitsgesetzt Verdi den Todesstoß im öD verpasst. Es hätte ja nur eine andere Gewerkschaft mit besseren Forderungen dafür sorgen müssen das ihr mehr AN beitreten als Verdi sowieso nicht hat und schwupps hätte Verdi nicht an den Verhandlungstisch gedurft. Was für eine Welle der Gewerkschaflichen aktivität möglich gewesen wäre....

Warum gründen Sie keine Gewerkschaft und stellen bessere Forderungen als verdi auf ? Und schnell werden ja dann einige hunderttausend Mitglieder zusammen kommen, die verdi den Rücken gekehrt haben. Und schon sitzen Sie am Verhandlungstisch.

Spid

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« Antwort #2165 am: 09.09.2020 19:30 »
Oder man läßt die Gewerkschaften einfach denen, die ihrer bedürfen: den Unterdurchschnittlichen, die sie brauchen, um durchschnittliche Erhöhungen zu erhalten, und jene, denen Solidaritätsgeschwaller die Birne weich gemacht hat.

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2166 am: 09.09.2020 19:35 »
"Viel" ist ein Prozent des Einkommens sicher nicht. Ganz im Gegenteil: Ein Prozent ist sehr wenig. Aber zumindest ich kann von einem Prozent meines Einkommens zwei- bis dreimal gut essen gehen, was subjektiv eine bessere Investition darstellt, als eine Organisation dafür zu bezahlen, eine Kürzung meiner JSZ auszuhandeln. Das bekäme ich nämlich - im Gegensatz zur Zubereitung zweier bis dreier exzellenter Mahlzeiten - auch ganz alleine hin.

Das haben Sie  doch auch ganz alleine hinbekommen, weil Sie "freier" AN sind und Ihren Arbeitsvertrag selbständig mit Ihrem AG aushandeln. Warum machen Sie dann die Gewerkschaften für Ihre schlechte Verhandlung verantwortlich ?

Spid

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« Antwort #2167 am: 09.09.2020 19:41 »
Wo hätte er das getan? Er hat lediglich den geringen Wert gewerkschaftlichen Handelns anschaulich dargestellt.

Warumdendas

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« Antwort #2168 am: 09.09.2020 19:59 »
Eben, wozu dann der Vergleich? Zu den Parteien gibt es greifbare Alternativen. Welche gibt es aktuell bei den Tarifverhandlungen für die "Überdurchschnittlichen" , wer vertritt die?
Der Marburger Bund 8)

MrRossi

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2169 am: 10.09.2020 07:46 »
Würde die Gewerkschaft sich glaubhaft für meine Belange einsetzen, so würde ich beitreten, aber ich höre immer nur etwas von Leuten mit einer Ausbildung. Fach- und Führungskräfte werden nicht adressiert sondern sogar noch geschröpft (bspw. geringere Erhöhungen und JSZ).
Nein, sollte sie nicht. Sie soll sich für die Belange der Mitglieder einsetzen die sie finanzieren.

Pakart

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2170 am: 10.09.2020 07:54 »
Würde die Gewerkschaft sich glaubhaft für meine Belange einsetzen, so würde ich beitreten, aber ich höre immer nur etwas von Leuten mit einer Ausbildung. Fach- und Führungskräfte werden nicht adressiert sondern sogar noch geschröpft (bspw. geringere Erhöhungen und JSZ).
Nein, sollte sie nicht. Sie soll sich für die Belange der Mitglieder einsetzen die sie finanzieren.

Wobei bei dieser Ansicht auch wieder die Frage stellt, ob dann eine Stimmengewichtung 1 Mitglied = 1 Stimme angemessen ist, oder ob bei Abstellen auf Finanzierung dann nicht im Meinungsbildungsprozess über den Finanzierungsanteil eine Gewichtung der Stimmen der richtige weg wäre.

Ramirez

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2171 am: 10.09.2020 08:04 »
So schlimm kann das alles nicht sein wenn der ALG2 Satz so stark wie nie steigt. Genauso wie bei der Rente. Also wenn dort so getan wird als ob nichts wäre warum denn bei der Tarifrunde?
Kennen Sie einen Arbeitslosen oder Rentner der gekündigt hat, weil der Satz zu niedrig war, und zu einer anderen Renten/Arbeitslosenversicherung gewechselt ist?

Arbeitnehmer kenne ich dagegen schon.

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2172 am: 10.09.2020 09:09 »
Also besteht ja auch keine Notwendigkeit, die Sätze zu steigern.

Pakart

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2173 am: 10.09.2020 09:18 »
So schlimm kann das alles nicht sein wenn der ALG2 Satz so stark wie nie steigt. Genauso wie bei der Rente. Also wenn dort so getan wird als ob nichts wäre warum denn bei der Tarifrunde?
Kennen Sie einen Arbeitslosen oder Rentner der gekündigt hat, weil der Satz zu niedrig war, und zu einer anderen Renten/Arbeitslosenversicherung gewechselt ist?

Arbeitnehmer kenne ich dagegen schon.

In einigen berufsständischen Versorgungswerken ist es übrigens tatsächlich Möglich seinen Beitrag nach oben hin anzupassen.

Avatvila

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2174 am: 10.09.2020 15:18 »
Oh ha, laut neuer Steuerschätzung fällt das Steueraufkommen in 2021 um 20 Mrd. geringer als bisher erwartet aus. Leute, macht euch auf eine Minusrunde gefasst. Im Boom gab's schon ein zu geringes Plus, jetzt kommt's knüppelhart.