Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 370963 times)

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3720 am: 24.10.2020 23:20 »
Ist hier doch das Forum öffentlicher Dienst, daher glaube ich schon, dass das Gros der Mitglieder hier im öffentlichen Dienst arbeitet. Demnächst bist du für mich eher die Ausnahme hier.

Linke wie Rechte ist übrigens für mich das gleiche Level, unterste Schublade

Du hast Dich aber nicht zum öD eingelassen, sondern zum TVÖD. Dir ist schon klar, daß in den KAV zahllose AG Mitglied sind, die nicht zum öD gehören und die somit tarifgebunden sind - und längst nicht alle Gemeinden Mitglied in einem KAV sind und somit jene, die es nicht sind, zwar öD sind, aber nicht tarifgebunden? Und daß nur diejenigen AN „im TVÖD“ sind, also unmittelbar von seinem Geltungsbereich erfaßt werden, die selbst tarifgebunden sind und bei einem tarifgebundenen AG beschäftigt sind? Und das soll das Gros der Mitglieder dieses Forums sein?

Links und rechts sind beides übrigens völlig legitime politische Denkrichtungen - denen angesichts des Umstandes, daß die Mitte angesichts der Eindimensionalität des Links-Rechts-Schemas ein Punkt ist, die weit überwiegende Zahl der Menschen in der einen oder der anderen Richtung angehören wird.

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3721 am: 24.10.2020 23:24 »

Gründet eine TVöCockpit, dann kann man nochmal drüber reden...

... warum gründen Sie diese TVöCockpit nicht ?

JahrhundertwerkTVÖD

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3722 am: 24.10.2020 23:46 »
Eine IT und Ingenieur Gewerkschaft als Abspaltung zum TVÖD.
Ich wäre dabei.

Die Verwaltungselite kann ja bei Verdi bleiben.

AndreasG

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3723 am: 25.10.2020 00:14 »
Warum sollte ich als Informatiker mit Hochschulabschluss Verdi beitreten wenn diese meine Interessen nicht vertreten?

Da müsste ich doch mit dem Klammerbeutel gepudert sein.

Einer IT Gewerkschaft würde ich sofort beitreten und die wäre auch sofort in der Lage Druck auszuüben auch wenn nur 25% der ITler im ÖD beitreten würden.

Masterofdesaster

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3724 am: 25.10.2020 01:08 »
Mich würde mal interessieren, wer von denen, die es hier so viel besser wissen und mit der Performance der Verdi nicht einverstanden sind, überhaupt Mitglied ist...

Warum sollte jemand mit einer zweistelligen EG Mitglied von Verdi werden? Verdi vertritt doch nur die Drohnen. Nie wird für Techniker, Informatiker, Ingenieure, Führungskräfte etwas gefordert. Immer nur „bescheidene“ Sockelbeträge und Kürzungen für die oberen EGs. Auch wenn es nicht mittelbar damit zu tun hat: jemand mit einer A13 hat fast das gleiche Netto wie jemand mit einer E15, sodass der obere Tarifbereich vollkommen unattraktiv ist, wenn keine Verbeamtung möglich ist auf der Stelle. Hinzu kommt die mangelnde Differenzierung. E12 bis E14 ist ja fast das gleiche. Interessiert diese kack Gewerkschaft einen S****. Hauptsache der Müllwerker bekommt seine 7-8%. Ist doch egal ob das Bauamt noch einen Ingenieur findet oder die Digitalisierung nie kommt, weil der Informatiker in der freien Wirtschaft 30% mehr bekommt.

30%?  ;D :D ;) Du meinst wohl 50% - MINDESTENS!!!

narf

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3725 am: 25.10.2020 06:34 »
Eine IT und Ingenieur Gewerkschaft als Abspaltung zum TVÖD.
Ich wäre dabei.

Die Verwaltungselite kann ja bei Verdi bleiben.

Mit welchem Zweck? Da die GDL bei der Bahn zu erfolgreich war, hat der Gesetzgeber vor rund 5 Jahren ein Gesetzt zur Tarifeinheit erlassen. Nun darf pro Unternehmen nur noch ein Tarifvertrag Anwendung finden.
Alternative: du hast in deinem Betrieb mehr Mitglieder in deinem VerIT als Verdi. Dann bist du der neue Verhandlungspartner.

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3726 am: 25.10.2020 06:42 »
Inwiefern wäre Verdi der Maßstab? Es gibt genügend Betriebe, in denen der dbb dominant ist. Und auch genügend Betriebe, in denen ein Mitglied genügt, um die dominante Gewerkschaft zu sein...

Schreinersepp

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3727 am: 25.10.2020 07:39 »
Bin Mitglied weil ich glaube dass das ziemlich nach hinten los geht wenn alle austreten.

Was ich der Gewerkschaft bei dieser Tarifverhandlung aber sehr übel nehme ist, dass monatelang einen riesen Geschiss um die Umfrage zur Arbeitszeitverkürzung gemacht wurde und die Ergebnisse dann ignoriert wurden.

Die bisherigen Abschlüsse haben mich weniger aufgeregt als das undemokratische Verhalten.

Dem kann ich zu 100% zustimmen.
Ich bin dennoch/daher am überlegen, auszutreten. Wer hier so ein brim borium um das Thema Arbeitszeit veranstaltet, mit den bekannten Rückmeldungen, um dann in den Tarifverhandlungen dies komplett zu ignorieren, hat das Thema verfehlt und vertritt auch nicht die Interessen einer größeren Anzahl an Mitgliedern (w/m/d).

KollegeBR

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« Antwort #3728 am: 25.10.2020 07:43 »
Wer glaubt, mit einer Sorte Mensch, für die Kollegen in niedrigeren Endgeltgruppen „Drohnen“ sind oder die ihre Bedeutung und Wichtigkeit maßlos überschätzen, erfolgreich eine (Sparten-)Gewerkschaft gründen und betreiben zu können, kommt entweder nicht von dieser Welt, oder hat die Lebenserfahrung eines Teenagers...

Das wäre kein Solidarverein, sondern eine Wolfsgrube

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3729 am: 25.10.2020 07:53 »
Wer glaubt, Solidarität würde ihm etwas nutzen, befindet sich bereits in einer Position der Schwäche - oder sitzt einem Irrglauben auf.

Dienstbeflissen

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3730 am: 25.10.2020 07:54 »
AFD und Bayern München beeinflusst nicht direkt unser Gehalt bzw. unseren Alltag, somit Mitgliedschaft unnötig. Regierung nicht möglich, daher auch unpassender Vergleich.
Wenn +EG9a proportional gleich bei Verdi vertreten wäre, gäbe es vermutlich diese hier so oftmals angefeindeten Mindestbeträge nicht. Euer Problem, wenn obere Riege nicht wirklich bei Verdi vertreten ist. Verdi vertritt nunmal seine Mitglieder und das sind eben die untereren Gruppen. Aber Hauptsache immer viel mimimimi hier
Verdi beeinflußt auch nicht meinen Alltag oder mein Gehalt. Und bloß, weil Dir eine Regierungsmitgliedschaft unmöglich ist, solltest Du das nicht verallgemeinern. Warum sollte man einer Organisation beitreten, die nicht die eigenen Interessen vertritt? Wirst Du jetzt NPD-Mitglied, um die weniger verfassungsfeindlich zu machen?

Wenn Du AT analog BX Bund bezahlt wirst beinflusst doch das Tariferegbnis mittelbar dein Gehalt, weil es mutmaßlich auf die Beamten übertragen wird => Verdi hat Einfluss auf dein Gehalt..

KollegeBR

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« Antwort #3731 am: 25.10.2020 07:58 »
Wieso sollte jemand, der klar bei Verstand ist, Mitglied bei Verdi sein? Weil man mit seinen Beiträgen gerne Steineschmeißerfahrten zum G8-Gipfel finanziert? Und seit wann müßte man Mitglied in etwas sein, um es zu kritisieren? Muß man, um die AfD, die Bundesregierung oder den FC Bayern München zu kritisieren, Mitglied der AfD, der Bundesregierung oder des FC Bayern München sein?

Das Recht, eine Organisation, der man nicht angehört, zu kritisieren, hatte ich doch gar nicht in Frage gestellt. Es wäre aber trotzdem schön zu wissen, wer von den Küchentischstrategen hier überhaupt Mitglied ist.

Und warum sollte man bei klarem Verstand Mitglied der verdi sein?

Aus rationalen Gründen.

Dieses linke Getue, die Fahrten zu Anti-G8-Demos, die verdi-Protestbanner vor Parteitagen demokratischer Parteien, die Gendersternchen usw. nehme ich als Mitglied mit libertärer und teilweise auch rechter Grundeinstellung mit geballter Faust hin, da die Alternative rational betrachtet wirtschaftlich schlechter wäre.

Spid

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« Antwort #3732 am: 25.10.2020 08:01 »
AFD und Bayern München beeinflusst nicht direkt unser Gehalt bzw. unseren Alltag, somit Mitgliedschaft unnötig. Regierung nicht möglich, daher auch unpassender Vergleich.
Wenn +EG9a proportional gleich bei Verdi vertreten wäre, gäbe es vermutlich diese hier so oftmals angefeindeten Mindestbeträge nicht. Euer Problem, wenn obere Riege nicht wirklich bei Verdi vertreten ist. Verdi vertritt nunmal seine Mitglieder und das sind eben die untereren Gruppen. Aber Hauptsache immer viel mimimimi hier
Verdi beeinflußt auch nicht meinen Alltag oder mein Gehalt. Und bloß, weil Dir eine Regierungsmitgliedschaft unmöglich ist, solltest Du das nicht verallgemeinern. Warum sollte man einer Organisation beitreten, die nicht die eigenen Interessen vertritt? Wirst Du jetzt NPD-Mitglied, um die weniger verfassungsfeindlich zu machen?

Wenn Du AT analog BX Bund bezahlt wirst beinflusst doch das Tariferegbnis mittelbar dein Gehalt, weil es mutmaßlich auf die Beamten übertragen wird => Verdi hat Einfluss auf dein Gehalt..
Über die Besoldung entscheidet der Besoldungsgesetzgeber, hier also der Bundestag. Weder verhandelt Verdi mit dem Bundestag noch wäre jener insgesamt oder gar seine einzelnen Abgeordneten an irgendein Verhandlungsergebnis gebunden. Der Bundestag könnte alles mögliche beschließen. Die Gewissensentscheidung der Mehrheit der Abgeordneten beeinflusst mein Gehalt, ob Verdi mal wieder peinliche Aktionen betreibt oder nicht, ist hingegen völlig egal.

Pseudonym

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« Antwort #3733 am: 25.10.2020 08:02 »
Eben im Radio: Einigung in Sicht. Ab 10 Uhr trifft man sich und will heute finale Einigung erzielen. Na da bin ich gespannt.

Mein Tipp: 3,5% auf 36 Monate, mind. 150 Euro. Sonst nichts.

KollegeBR

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« Antwort #3734 am: 25.10.2020 08:03 »
Wer glaubt, Solidarität würde ihm etwas nutzen, befindet sich bereits in einer Position der Schwäche - oder sitzt einem Irrglauben auf.

Dann befinden sich Gewerkschaftsmitglieder mit den Mitgliedern der Arbeitsgeberverbände ja in guter Gesellschaft.

Auch aus einer starken Position heraus kann es Sinn ergeben, sich mit anderen Starken zu vereinen; schlichtweg zum Zwecke der Maximierung des eigenen Vorteils; siehe Monopole oder Trusts...