Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 173585 times)

Otto1

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #45 am: 10.06.2020 16:07 »
Und weil es so schön dazu passt:

„Eine mögliche Erklärung für den erhöhten Krankenstand: Die zahlreichen unbesetzten Stellen. „Auffällig ist, dass die hohen Krankenstände – zum Beispiel im Bundesamt für Güterverkehr – mit der großen Anzahl an unbesetzten Stellen korrespondieren“, sagt Kindler.

Aus einer anderen Aufstellung des Ministeriums, die Business Insider ebenfalls vorliegt, geht hervor, dass inklusive der nachgelagerten Behörden 3.522 Stellen unbesetzt sind. Allein bei der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt sind es 1.623 Stellen, beim Bundesamt für Güterverkehr sind es rund 650.

Kindler sagt: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen hier oftmals ein Vielfaches der Arbeit erledigen, weil viele Stellen noch immer nicht besetzt sind.“ Bleibe das über längere Zeit so, seien viele Krankheitstage vorprogrammiert.

Problem droht sich weiter zu verschärfen
Zudem steht zu befürchten, dass das Problem sich weiter verschärft. Bis 2030 werden 6.623 Mitarbeiter im Verkehrsministerium und den nachgeordneten Behörden in den Ruhestand gehen, nicht mitgerechnet sind mögliche Todesfälle, Jobwechsel oder ein früherer Renteneintritt. Bei der GDWS werden rund die Hälfte der Stelleninhaber, rund 3.314 Beschäftigte, bis 2030 in Rente gehen. Bei der BAG sind es 565 Personen. Gewerkschaften und Interessenverbände warnen seit Jahren vor einer überalterten Beamtenstruktur.

„Es ist unerlässlich, dass offene Stellen besetzt werden, um die Arbeitsbelastung für die vorhanden Beamten nicht zu groß werden zu lassen“, sagt Rita Bering im Gespräch mit Business Insider. Bering ist Vorsitzende des Verbands der Beschäftigten der obersten und oberen Bundesbehörden (VBOB), der auch Ministeriumsmitarbeiter vertritt. Sie ergänzt: „Angesichts der Altersstruktur in den Ministerien ist es besonders wichtig, dafür zu sorgen, dass junge Mitarbeiter nachkommen.““

https://www.businessinsider.de/politik/deutschland/427-632-krankheitstage-im-verkehrsministerium-warum-beamte-haeufiger-ausfallen-als-der-deutsche-durchschnitt-und-sich-das-problem-zu-verschlimmern-droht/


alfaromeofahrer

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #46 am: 10.06.2020 18:38 »
Wenn also offensichtlich im Bereich des Bundes und der nachgeordneten Behörden Stellen massiv nicht besetzt werden können, und andererseits im Bereich der Kommunen entscheidende Budgets fehlen, ist langfristig eine unterschiedliche Entwicklung von TVöD-Bund und -VKA zu erwarten? Was meint ihr?

Otto1

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #47 am: 10.06.2020 19:35 »
Das wäre aber zum Nachteil der Mitarbeiter der Kommunen. Dann wäre man ganz schnell bei der Reihenfolge Bund > Länder > Kommunen, sodass die Basis ausblutet...wer kann wechselt dann nämlich nach oben.

Kat

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #48 am: 11.06.2020 07:01 »

Nennen Sie mir doch einmal ein Beispiel für überbordende Bürokratie, die abgeschafft gehört.

Mein eigener Aufgabenbereich, Unterhaltsvorschuss. Komplett abschaffen. Wird in Großstädten zu 80 oder 90 Prozent mit SGB II verrechnet.

Etc. pp

Wieso wird das in Großstädten nur zu 80-90 Prozent verrechnet und auf dem Land 100 Prozent? Wann wurde das SGB II dahingehend geändert?

Egon12

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #49 am: 11.06.2020 09:27 »
Die Probleme in der WSV sind bekannt und werden nicht abgestellt, das liegt aber auch an den beteiligten Personen und nicht zwangsläufig am Tarifvertrag.

Ansonsten, ja! mehr Geld (mindestens Inflationsanpassung) > mehr Personal > weniger Wochenarbeitszeit

BAT

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #50 am: 11.06.2020 09:29 »

Wieso wird das in Großstädten nur zu 80-90 Prozent verrechnet und auf dem Land 100 Prozent? Wann wurde das SGB II dahingehend geändert?

???

Ich meinte damit den Umstand, ob der Alleinerziehende in Hartz IV ist oder nicht. Das sind in Großstädten höhere Quoten als auf dem Land. Bei uns auf dem Land sind durchaus 30 Prozent nicht in Hartz IV und haben von dieser Leistung auch wirklich etwas.

Nur 70 Prozent unserer UVG - Bezieher bekommen den Unterhaltsvorschuss demnach bei Hartz IV angerechnet.

Aber dennoch, das Gesetz kann vollständig gestrichen werden.

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #51 am: 11.06.2020 09:45 »

Wieso wird das in Großstädten nur zu 80-90 Prozent verrechnet und auf dem Land 100 Prozent? Wann wurde das SGB II dahingehend geändert?

???

Ich meinte damit den Umstand, ob der Alleinerziehende in Hartz IV ist oder nicht. Das sind in Großstädten höhere Quoten als auf dem Land. Bei uns auf dem Land sind durchaus 30 Prozent nicht in Hartz IV und haben von dieser Leistung auch wirklich etwas.

Nur 70 Prozent unserer UVG - Bezieher bekommen den Unterhaltsvorschuss demnach bei Hartz IV angerechnet.

Aber dennoch, das Gesetz kann vollständig gestrichen werden.
Ist es nicht so, dass theoretisch der säumige nichtzahlende Elternteil diese Zahlungen zahlen müßte?
Und der Staat theoretisch es von ihm einfordern könnte?

(alles natürlich im Konjunktiv)

BAT

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #52 am: 11.06.2020 10:30 »

Ist es nicht so, dass theoretisch der säumige nichtzahlende Elternteil diese Zahlungen zahlen müßte?
Und der Staat theoretisch es von ihm einfordern könnte?

(alles natürlich im Konjunktiv)

Eine Refinanzierung findet sowohl beim UVG als auch beim SGB II statt. Insofern verbleibt es hier beim Status Quo, jedoch würde nur eine Behörde tätig werden. Jetzt bekommt der Unterhaltspflichtige ein "doppeltes" Heranziehungsverfahren in Bezug auf den Mindestunterhalt.

Bürokratie halt, garniert mit dem üblichen Bürokratismus.

superbraz

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #53 am: 11.06.2020 10:35 »

Nennen Sie mir doch einmal ein Beispiel für überbordende Bürokratie, die abgeschafft gehört.

Mein eigener Aufgabenbereich, Unterhaltsvorschuss. Komplett abschaffen. Wird in Großstädten zu 80 oder 90 Prozent mit SGB II verrechnet.


Etc. pp

unterhaltsvorschuss umbenennen zu unterhalt, auf ein level mit dem mindestunterhalt bringen.
jedes kind = gleich viel wert
anspruch genau so lange, wie normaler unterhalt.
das wär ein schritt, der auch die abläufe vereinfachen würde.

das gesamte steuersystem könnte man reformieren...jeder prozentual der gleiche satz.
aber dann sind die MA der finanzämter arbeitslos.

BAT

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« Antwort #54 am: 11.06.2020 10:41 »


unterhaltsvorschuss umbenennen zu unterhalt, auf ein level mit dem mindestunterhalt bringen.
jedes kind = gleich viel wert
anspruch genau so lange, wie normaler unterhalt.
das wär ein schritt, der auch die abläufe vereinfachen würde.


Zahlung in Höhe Mindestunterhalt wäre ein guter Ansatz. Zahlung wie normaler Unterhalt wird zu umständlich. Wir müssen aber nun wirklich nicht alles pampern, haben ehe zu viel an Umverteilung. Daher Abschaffung, ebenso wie Grundrente, Mütterrente, Baukindergeld, Elterngeld, etc...

Ersatzweise ein anständiges Kindergeld von 300 oder 400 €.

superbraz

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« Antwort #55 am: 11.06.2020 11:10 »


unterhaltsvorschuss umbenennen zu unterhalt, auf ein level mit dem mindestunterhalt bringen.
jedes kind = gleich viel wert
anspruch genau so lange, wie normaler unterhalt.
das wär ein schritt, der auch die abläufe vereinfachen würde.


Zahlung in Höhe Mindestunterhalt wäre ein guter Ansatz. Zahlung wie normaler Unterhalt wird zu umständlich. Wir müssen aber nun wirklich nicht alles pampern, haben ehe zu viel an Umverteilung. Daher Abschaffung, ebenso wie Grundrente, Mütterrente, Baukindergeld, Elterngeld, etc...

Ersatzweise ein anständiges Kindergeld von 300 oder 400 €.

ist auch ein guter ansatz...
hab aber privat den fall...kindsvater zahlt nicht > vorschuss...kindsvater zahlt > betrag höher.
ist das kind also weniger wert, wenn das geld aus einer anderen quelle kommt?

würde auch die ganzen tabellen abschaffen...ein kind ist X € unterhalt wert, punkt.
egal wer wieviel verdient, egal das wievielte kind es ist.

BAT

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« Antwort #56 am: 11.06.2020 11:16 »

ist auch ein guter ansatz...
hab aber privat den fall...kindsvater zahlt nicht > vorschuss...kindsvater zahlt > betrag höher.
ist das kind also weniger wert, wenn das geld aus einer anderen quelle kommt?


Nein, das Kind behält immer den vollen Unterhaltsanspruch nach BGB. Nur ist der staatliche Vorschuss geringer als dieser Unterhaltsanspruch, daher müsste der übersteigende Anteil privatrechtlich durchgesetzt werden, solange der Leistungsberechtigte nicht im SGB II ist.

Die Tabellen haben weder Gesetzes- noch Verordnungscharakter, wenn jene aus Düsseldorf gemeint sind ;)

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #57 am: 11.06.2020 12:36 »
das gesamte steuersystem könnte man reformieren...jeder prozentual der gleiche satz.
aber dann sind die MA der finanzämter arbeitslos.
Dann würde kaum weniger Arbeit in den Ämtern anfallen.

Die Arbeit fällt da doch an, weil es so was wie "Luxus" steuer gibt (unterschiedliche UStsätze),
also nur noch einen Steuersatz auf alles egal ob Brot oder Porsche.
(na da jammern dann wieder die Brotesser )

Die Arbeit fällt da doch an, weil jeder Hans wurscht seine individuelle Belastung steuerlich geltend mache will.
Also kein steuerliche Geltendmachung von Fahrtkosten
(oh da jammern dann die Pendler ... )

...

superbraz

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« Antwort #58 am: 11.06.2020 13:17 »
das gesamte steuersystem könnte man reformieren...jeder prozentual der gleiche satz.
aber dann sind die MA der finanzämter arbeitslos.
Dann würde kaum weniger Arbeit in den Ämtern anfallen.

Die Arbeit fällt da doch an, weil es so was wie "Luxus" steuer gibt (unterschiedliche UStsätze),
also nur noch einen Steuersatz auf alles egal ob Brot oder Porsche.
(na da jammern dann wieder die Brotesser )

Die Arbeit fällt da doch an, weil jeder Hans wurscht seine individuelle Belastung steuerlich geltend mache will.
Also kein steuerliche Geltendmachung von Fahrtkosten
(oh da jammern dann die Pendler ... )

...

das würde ja dann alles wegfallen!
nix geltend machen, nix steuerrecht...jeder Betrag X Abzug für Steuer vom Brutto und fertig.
hat aber vermutlich wirtschaftliche Nachteile und es würde weniger Unternehmer / Investoren geben...Kreislauf.
Wird sich auch nichts ändern, in der Richtung.

2strong

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« Antwort #59 am: 11.06.2020 15:37 »
Zudem steht zu befürchten, dass das Problem sich weiter verschärft. Bis 2030 werden 6.623 Mitarbeiter im Verkehrsministerium und den nachgeordneten Behörden in den Ruhestand gehen, nicht mitgerechnet sind mögliche Todesfälle, Jobwechsel oder ein früherer Renteneintritt.
Ist das bei 25.000 Beschäftigten und unterstellter 40-jährigen Berufstätigkeit nicht eine eher übliche "Abgängerquote"?