Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion

Begonnen von Admin, 06.06.2020 20:50

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Schokobon

Finde LOB eine gute Sache. Wenn sie denn vernünftig umgesetzt wird.
Das erfordert aber fähiges Führungspersonal.
Und das kriegt man bei den Entgelttabellen nicht einfach.
Wo wir wieder bei den merklichen Erhöhungen an den richtigen Stellen in den Entgelttabellen wären.

Warumdendas

Zitat von: daseinsvorsorge in 03.07.2020 12:11
Zitat von: Schokobon in 03.07.2020 11:57
Kommt halt auf die Modalitäten an.
Überwiegen wird die Gießkanne angewandt (nicht verifizierte Aussage).
Für Leistungsträger EG 11 der identische Betrag wie langzeiterkrankte EG 6.
Läuft!

LOB war und bleibt ausdrücklich Lieblingsthema der Arbeitgeber - keine Chance auf Abschaffung

Warum denn eigentlich? Welche Vorteile sieht der AG darin die Arbeitszeit seiner Führungskräfte in immer wiederkehrenden LOB Gespräche zu binden und dann die Prämien mit der Gießkanne zu verteilen?

Zitat von: Schokobon in 03.07.2020 12:15
Finde LOB eine gute Sache. Wenn sie denn vernünftig umgesetzt wird.
Das erfordert aber fähiges Führungspersonal.
Und das kriegt man bei den Entgelttabellen nicht einfach.
Wo wir wieder bei den merklichen Erhöhungen an den richtigen Stellen in den Entgelttabellen wären.


Es liegt nicht ausschließlich an den Fähigkeiten des Führungspersonals sondern auch an den Aufgaben der Abteilung.

GenerationY

Zitat von: Schokobon in 03.07.2020 11:36
Verstehe was du meinst - da hilft nur ein AG-Wechsel. Nicht jede Behörde ist so widerlich altbacken aufgestellt.

Nein danke, nicht nötig. Ich kann mich schon durchsetzen!

Ich denke das ganze schon etwas größer und gesamtgesellschaftlich. Und da bin ich der festen Überzeugung dass wir geringere Arbeitszeiten brauchen. Und der öD muss da voran gehen um nicht bei der Personalgewinnung komplett angehängt zu werden. Und die Gewerkschaften müssen an der Durchsetzung arbeiten um nicht völlig bedeutungslos zu werden.

Spid

Sie werden auch zukünftig dieselbe Bedeutung habe wie derzeit: man bedarf ihrer, um überhaupt Tarifverträge schließen zu können.

BATKFMaui

Zitat von: Warumdendas in 03.07.2020 09:55
Zitat von: Spid in 02.07.2020 14:19
Wer im Gefängnis sitzt, kann zumindest außerhalb des Gefängnisses üblicherweise keine Straftaten begehen. Genau deshalb sperrt man sie ein - und für die Bestrafung. Kriminalitätsbekämpfung ist alternativlos.

Könnte eine Mauer um alle soziale Brennpunkte nicht auch hilfreich sein?

Wie in vielen Ländern, nur umgedreht. Da schotten sich die Nicht-Assis ab! Aber im Ernst: Die rapid zunehmende emotionale und soziale Verwahrlosung bestimmer Bevölkerungsgruppen wird das größte Problem unserer Zeit werden. Bisher wird es als "Rassismus" und "Räächts" abgestraft; doch auch Menschen mit ideoloisch verschlossenen Augen werden angegriffen.

BATKFMaui

Zitat von: Kat in 03.07.2020 10:57
Zitat von: Schreinersepp in 03.07.2020 10:18
Zitat von: Kat in 03.07.2020 10:05
Zitat von: Schreinersepp in 03.07.2020 09:54

Genau so sehe ich das auch. Wäre jetzt, da ja angeblich gespart werden muss, ein genialer Zeitpunkt dieses Thema anzugehen. Die Angestellten (m/w/d) gingen nicht leer aus und die Arbeitgeber hätten keine finanzielle Mehrbelastung. Ich weiß, manche Angestellten kommen mit dem Einkommen nicht aus und benötigen daher eigentlich eine monetäre Erhöhung und manche kommen, warum auch immer, jetzt schon ihrer Arbeit in 39 Stunden nicht hinterher.
Aber: Immer noch besser als eine Nullrunde...  ;) und es gibt bestimmt einen größeren Anteil an AN die tatsächlich eine bessere Work-Life-Balance vor einer Entgelterhöhung bevorzugen würden (wie ich z. B.  ;D)

Wieso hätte der Arbeitgeber keine Mehrbelastung, wenn er mehr Leute einstellen muß, um die Arbeit zu schaffen? Weniger Stunden arbeiten heißt ja , daß Arbeit liegenbleibt.

Ich weiß dass hier manche anderer Meinung sind, aber ich kenne so gut wie keine Bereich die "überlastet" sind. Manche verbringen mehr Zeit in der Cafeteria und auf dem Flur als im Büro, prüfen erledigte arbeiten 3 mal nach, spielen wichtige und unaufschiebbare Spiele auf dem Smartphone u. s. w.  um dann am Tagesende sagen zu können: Habe ich heute wieder gearbeitet und so viel ist liegen geblieben...

Gibt mit Sicherheit auch Bereiche die eine Ausnahme sind, aber das sind meiner Meinung nach die wenigsten.

Ich kenne einige, vor allem im Sozialbereich, also Jugendamt, Jobcenter, Asyl usw. Bei uns gab es gerade eine Überprüfung durch eine externe Firma, die hat zu den aktuellen Bedingungen schon festgestellt,daß es zu wenig Personal gibt.

Meine Betrachtung: Die Zahl der Antragsteller ( Sozialbereich; Jugendamt; Einwanderung, ..) steigt stetig und unbegrenzt! Analysen und daraus zielführende Entwicklung von Prävention ist poltisch nicht korrekt. Somit: Fortführung!

Thiesi

Zitat von: NordNordOst in 03.07.2020 11:43Denke in der aktuellen Situation wäre das einfach für alle Beteiligten die beste Lösung.

Mir ist weder klar, was die aktuelle Situation in irgendeiner Weise besonders machen sollte bezüglich der Gehälter im ÖD, noch warum das die beste Lösung sein sollte. Wie schon vorher erwähnt: Geschäftsinhaber, Restaurantbesitzer, Vermieter, Prostituierte etc. wollen allesamt Geld von mir sehen für die von ihnen erbrachten Dienstleistungen, für ihre Waren, für die Wohnung. Wenn ich künftig eine Stunde weniger arbeiten muss pro Woche, kann ich mir davon nicht mal einen einzigen Döner mehr kaufen - sogar im ganzen Monat nicht. Vermutlich würde es nicht mal für einen Döner mehr pro Jahr reichen, aber ich bin kein Mathematiker. Und ich bezweifele auch stark, dass sich mein Vermieter bei der nächsten Mieterhöhung damit zufrieden gibt, dass ich ihm sage, dass ich mich jetzt noch eine Stunde mehr pro Woche in seiner Wohnung aufhalte.

Da hierzulande die Corona-Mehrbelastungen im Haushalt durch Neuverschuldung ausgeglichen werden, sehe ich auch nicht, inwiefern der AG nicht das Geld haben sollte, um höhere Gehälter zu zahlen, da ja zuvor Geld da war. Ansonsten muss der AG halt mit Abwanderung der AN rechnen.
"We're with you all the way, mostly"

GenerationY

#742
Zitat von: Thiesi in 03.07.2020 12:48
Zitat von: NordNordOst in 03.07.2020 11:43Denke in der aktuellen Situation wäre das einfach für alle Beteiligten die beste Lösung.

Mir ist weder klar, was die aktuelle Situation in irgendeiner Weise besonders machen sollte bezüglich der Gehälter im ÖD, noch warum das die beste Lösung sein sollte. Wie schon vorher erwähnt: Geschäftsinhaber, Restaurantbesitzer, Vermieter, Prostituierte etc. wollen allesamt Geld von mir sehen für die von ihnen erbrachten Dienstleistungen, für ihre Waren, für die Wohnung. Wenn ich künftig eine Stunde weniger arbeiten muss pro Woche, kann ich mir davon nicht mal einen einzigen Döner mehr kaufen - sogar im ganzen Monat nicht. Vermutlich würde es nicht mal für einen Döner mehr pro Jahr reichen, aber ich bin kein Mathematiker. Und ich bezweifele auch stark, dass sich mein Vermieter bei der nächsten Mieterhöhung damit zufrieden gibt, dass ich ihm sage, dass ich mich jetzt noch eine Stunde mehr pro Woche in seiner Wohnung aufhalte.

Da hierzulande die Corona-Mehrbelastungen im Haushalt durch Neuverschuldung ausgeglichen werden, sehe ich auch nicht, inwiefern der AG nicht das Geld haben sollte, um höhere Gehälter zu zahlen, da ja zuvor Geld da war. Ansonsten muss der AG halt mit Abwanderung der AN rechnen.

An dieser Stelle haben wir einfach eine komplett unterschiedliche Sichtweise: in meiner Wahrnehmung mangelt es den Mitarbeitern im öffentlichen Dienst nämlich weder an bezahlbaren Wohnungen, Dönern, oder sonst irgendeinem für Geld zu erwerbenden Konsumgut. Es mangelt dagegen sehr an einer vernünftigen Work-Life-Balance.

Auch glaube ich dass die jungen guten Leute zukünftig eher abwandern weil woanders bessere Arbeitsbedingungen geboten werden und nicht aufgrund von zu geringen Gehältern.

Spid

In meiner Wahrnehmung mangelt es an einer hinreichenden Spreizung der Entgelttabelle, die derzeit zu den wohl bestbezahltesten Gemüseputzern, Garderobenaufsichten und Postwagenschubsern führt. Denen fehlt tatsächlich kein Geld - und ob deren Work-Life-Balance haben oder nicht, ist egal, da sie jederzeit ersetzbar sind. Auch die Verwaltungstätigkeiten, die auf einer Berufsausbildung aufbauen, sind gut genug bezahlt. Ab E10 wird das Entgelt im Vergleich dann eher lächerlich - und Entgelte, die man gut als Witz in der Kneipe erzählen kann, können nur dann mit Work-Life-Balance punkten, wenn die noch gegeben ist, wenn man zwei davon macht.

Otto1

Mein größter Wunsch wäre, dass neben den anderen besuchten Fachkräften die technischen Bereiche gestärkt werden, da hier bereits ein großer Mangel herrscht und in Zukunft noch ein viel größerer Mangel herrschen wird. Gemäß des McKinsey Hochschulreports 2020 werden bis 2023 693.000 Technologie-Spezialisten in Deutschland gesucht.  :-X

https://www.hochschulbildungsreport2020.de/download/file/fid/163

Macht man nichts in diesem Bereich läuft man im Zuge des demographischen Wandels genauso wie beispielsweise im Bereich der Alten- und Krankenpflege im öffentlichen Dienst in eine Katastrophe hinein. Deswegen muss man in den nächsten Jahren dringend handeln. Einem Ingenieur, Informatiker, Krankenpfleger, was auch immer für eine gesuchte Fachkraft, muss ich als Arbeitgeber nichts von Arbeitsplatzsicherheit erzählen. Das beeindruckt vielleicht jemanden der den ganzen Tag nur Karteikarten zählt und sich ansonsten über seine E6-8 freut.

Warumdendas

Zitat von: Spid in 03.07.2020 13:27
In meiner Wahrnehmung mangelt es an einer hinreichenden Spreizung der Entgelttabelle, die derzeit zu den wohl bestbezahltesten Gemüseputzern, Garderobenaufsichten und Postwagenschubsern führt. Denen fehlt tatsächlich kein Geld - und ob deren Work-Life-Balance haben oder nicht, ist egal, da sie jederzeit ersetzbar sind. Auch die Verwaltungstätigkeiten, die auf einer Berufsausbildung aufbauen, sind gut genug bezahlt. Ab E10 wird das Entgelt im Vergleich dann eher lächerlich - und Entgelte, die man gut als Witz in der Kneipe erzählen kann, können nur dann mit Work-Life-Balance punkten, wenn die noch gegeben ist, wenn man zwei davon macht.

Gemüseputzer und Postwagenschubser in dem Sinne gibt es nicht mehr die Aufgaben sind im laufe der Jahrzehnte doch deutlich komplexer geworden. Weiterführend müsstest du die TB´s ab E 10 als Arschplattsitzer bezeichnen.
Ich gebe dir allerdings recht, dass Küchenhilfen in E2 ab Stufe 2 im Vergleich zur fW gut dastehen ab Stufe 5 sind sie besser bezahlt als mancher Koch in der Gastronomie.

WasDennNun

Zitat von: Otto1 in 03.07.2020 13:34
Macht man nichts in diesem Bereich läuft man im Zuge des demographischen Wandels genauso wie beispielsweise im Bereich der Alten- und Krankenpflege im öffentlichen Dienst in eine Katastrophe hinein. Deswegen muss man in den nächsten Jahren dringend handeln.
Unter anderem in dem man dafür sorgt, das Fachkräfte aus anderen Ländern hier bei uns arbeiten wollen.
Aus eigener Kraft schaffen wir das eh nicht mehr, da hilft es ja auch nichts, dass jeder halb Depp das Abi geschenkte bekommt.
ZitatEinem Ingenieur, Informatiker, Krankenpfleger, was auch immer für eine gesuchte Fachkraft, muss ich als Arbeitgeber nichts von Arbeitsplatzsicherheit erzählen. Das beeindruckt vielleicht jemanden der den ganzen Tag nur Karteikarten zählt und sich ansonsten über seine E6-8 freut.
So sieht es aus. Und in der Pflege wird ja schon kräftig im Ausland angeworben.
zum Glück werden durch den Brexit da ja einige Arbeitskräfte frei und siedeln nach Europa um.

Warumdendas

Zitat von: WasDennNun in 03.07.2020 14:36
Zitat von: Otto1 in 03.07.2020 13:34
Macht man nichts in diesem Bereich läuft man im Zuge des demographischen Wandels genauso wie beispielsweise im Bereich der Alten- und Krankenpflege im öffentlichen Dienst in eine Katastrophe hinein. Deswegen muss man in den nächsten Jahren dringend handeln.
Unter anderem in dem man dafür sorgt, das Fachkräfte aus anderen Ländern hier bei uns arbeiten wollen.
Aus eigener Kraft schaffen wir das eh nicht mehr, da hilft es ja auch nichts, dass jeder halb Depp das Abi geschenkte bekommt.
ZitatEinem Ingenieur, Informatiker, Krankenpfleger, was auch immer für eine gesuchte Fachkraft, muss ich als Arbeitgeber nichts von Arbeitsplatzsicherheit erzählen. Das beeindruckt vielleicht jemanden der den ganzen Tag nur Karteikarten zählt und sich ansonsten über seine E6-8 freut.
So sieht es aus. Und in der Pflege wird ja schon kräftig im Ausland angeworben.
zum Glück werden durch den Brexit da ja einige Arbeitskräfte frei und siedeln nach Europa um.

Der Abiturient, ob Depp oder nicht, hat keine Ambitionen Alten oder Krankenpflege zu erlernen. Er geht in die BWL um das Heim zu leiten.
Vorteilhaft wird in Zukunft das Fremdsprachtalent dieser Leitungen sein um mit den Mitarbeitern kommunizieren zu können.   

WasDennNun

#748
Zitat von: Spid in 03.07.2020 13:27Ab E10 wird das Entgelt im Vergleich dann eher lächerlich - und Entgelte, die man gut als Witz in der Kneipe erzählen kann, können nur dann mit Work-Life-Balance punkten, wenn die noch gegeben ist, wenn man zwei davon macht.
Zwei was? Witze?

Also meine Work-Life-Balance kompensiert meine niedriges öD Salär.(edit)
Aber ich habe halt auch vorher genug verdient, so dass Geld inzwischen nicht mehr das entscheidende Kriterium ist.
Wir können gute ITler nur durch unseren Aufgaben und dem Arbeitsumfeld an uns binden.
(Und natürlich unter Ausnutzung der gesamten tariflichen Bandbreite, unterhalb eines Entgelts in höher Stufe vier fängt hier keine an)

Spid

Zitat von: Warumdendas in 03.07.2020 14:35
Zitat von: Spid in 03.07.2020 13:27
In meiner Wahrnehmung mangelt es an einer hinreichenden Spreizung der Entgelttabelle, die derzeit zu den wohl bestbezahltesten Gemüseputzern, Garderobenaufsichten und Postwagenschubsern führt. Denen fehlt tatsächlich kein Geld - und ob deren Work-Life-Balance haben oder nicht, ist egal, da sie jederzeit ersetzbar sind. Auch die Verwaltungstätigkeiten, die auf einer Berufsausbildung aufbauen, sind gut genug bezahlt. Ab E10 wird das Entgelt im Vergleich dann eher lächerlich - und Entgelte, die man gut als Witz in der Kneipe erzählen kann, können nur dann mit Work-Life-Balance punkten, wenn die noch gegeben ist, wenn man zwei davon macht.

Gemüseputzer und Postwagenschubser in dem Sinne gibt es nicht mehr die Aufgaben sind im laufe der Jahrzehnte doch deutlich komplexer geworden. Weiterführend müsstest du die TB´s ab E 10 als Arschplattsitzer bezeichnen.
Ich gebe dir allerdings recht, dass Küchenhilfen in E2 ab Stufe 2 im Vergleich zur fW gut dastehen ab Stufe 5 sind sie besser bezahlt als mancher Koch in der Gastronomie.

Beide Tätigkeitsbilder gibt es noch. Eines davon ist von den TVP genanntes Tätigkeitsbeispiel für E1. Zudem muß ich Sauerstoff metabolisieren, Nährstoffe und Wasser aufnehmen und defäkieren - alles andere ist optional. Ich müßte also nicht verfahren, wie von Dir beschrieben - zumal mich das ja als Crétin outen.