Tarifrunde TVöD 2025 - Diskussion IV - Tarifeinigung

Begonnen von Admin, 06.04.2025 12:30

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Umlauf

Zitat von: Cortex21682 in 13.05.2025 07:14
schade, hätte mit einer höheren Beteiligung der Mitglieder gerechnet. Mir wäre ein Erzwingungsstreik lieber gewesen. Nicht weil dann viel mehr rauskommt, aber um den Arbeitgebern zu zeigen wo Schluss ist mit Lustig. Diese allgemeine Hinhaltetaktik der Arbeitgeber wird ja echt zum Standard... Naja leider ist es nun wie es ist. Wünsch euch trotzdem ne halbwegs schöne Woche ...

Wer soll des den Streik durchführen. Das Streikgeld wird auf Dauer das fehlende Gehalt nicht ersetzen können. Die VKA hätte einem Abbau der Streikasse genüßlich mit angesehen.  Einfach mal den großen Erzwingungsstreik 1992 ansehen. Da haben die AG der Gewerkschaften voll erreicht. Das wirkte sehr lange nach.

PeterSch

Zitat von: Umlauf in 13.05.2025 07:45
Zitat von: Cortex21682 in 13.05.2025 07:14
schade, hätte mit einer höheren Beteiligung der Mitglieder gerechnet. Mir wäre ein Erzwingungsstreik lieber gewesen. Nicht weil dann viel mehr rauskommt, aber um den Arbeitgebern zu zeigen wo Schluss ist mit Lustig. Diese allgemeine Hinhaltetaktik der Arbeitgeber wird ja echt zum Standard... Naja leider ist es nun wie es ist. Wünsch euch trotzdem ne halbwegs schöne Woche ...

Wer soll des den Streik durchführen. Das Streikgeld wird auf Dauer das fehlende Gehalt nicht ersetzen können. Die VKA hätte einem Abbau der Streikasse genüßlich mit angesehen.  Einfach mal den großen Erzwingungsstreik 1992 ansehen. Da haben die AG der Gewerkschaften voll erreicht. Das wirkte sehr lange nach.

Naja, in 1992 war es schon etwas anders. Da hatten die Arbeitgeber den Schlichterspruch abgelehnt und durch den 11tägigen Streik wurde dann das Schlichtungsergebnis (in etwa) angenommen. Da hatte die ÖTV 9,5 % gefordert und 5,4 % für ein Jahr herausgeholt. (1991 hatte es schon einmal 6 % mehr gegeben) Vor allem hat den Arbeitnehmern das Ergebnis aber nicht "geschmeckt" und über 55 % haben das Ergebnis abgelehnt. Mind. 50 % Zustimmung wären seinerzeit erforderlich gewesen. Die Gewerkschaftsspitze hat sich einfach über das Abstimmungsergebnis hinweggesetzt. Danach hats eine Kündigungswelle bei den Gewerkschaftsmitgliedern gegeben. Wulf-Mathies geriet daraufhin schwer unter Druck. Nachdem es dann 1993 3 % und 1994 nur 2 % gegeben hatte, ist sie 94 zurückgetreten.

Eigentlich ist der öffentliche Dienst viel zu zahm bzw. zu brav. Aber das sieht man ja schon hier im Forum. Statt zusammenzuhalten, wird viel zu sehr auf den eigenen Vorteil geschaut. Gemeinsam ist man aber nur stark. 

BAT

Wenn bei mehreren Umfragen unter allen Beschäftigten Arbeitszeitverkürzungen, Optionsmodelle, mehr Urlaub, etc. eine überwältigenden Mehrheit bekommen und Verdi etwas ganz Anderes fordert, liegt der fehlende Zusammenhalt nicht bei den Beschäftigten.

PeterSch

Zitat von: BAT in 13.05.2025 08:56
Wenn bei mehreren Umfragen unter allen Beschäftigten Arbeitszeitverkürzungen, Optionsmodelle, mehr Urlaub, etc. eine überwältigenden Mehrheit bekommen und Verdi etwas ganz Anderes fordert, liegt der fehlende Zusammenhalt nicht bei den Beschäftigten.

Ich will ja gerne zugeben, dass der Forderungskatalog von Verdi diesmal ziemlich umfangreich und ggfs. dadurch auch unübersichtlich war. Allerdings bestand er m.E. im Wesentlichen aus der Umfrage (es hat nämlich nur eine gegeben). Natürlich ist das auch das Problem, dass Verdi im öD viele unterschiedliche Arbeitsbereiche umfasst und somit unter einen Hut kriegen muss. Fakt ist aber auch, dass der Egoismus der Einzelnen immer mehr wächst. Das sieht man hier im Forum sehr deutlich.

troubleshooting

Zitat von: BAT in 13.05.2025 08:56
Wenn bei mehreren Umfragen unter allen Beschäftigten Arbeitszeitverkürzungen, Optionsmodelle, mehr Urlaub, etc. eine überwältigenden Mehrheit bekommen und Verdi etwas ganz Anderes fordert, liegt der fehlende Zusammenhalt nicht bei den Beschäftigten.

Da bin ich voll bei Dir.
Mit der Richtung der Forderung liegt verdi halt voll auf Parteilinie. Ist sicher nicht Zufall, dass mit Werneke als Vorsitzender und Behle als Stellvertreterin 2/3 aus Vorsitz+Stellvertretung SPD Mitglieder sind!

Wenn man gemeinsam stark sein will, muss man halt auch für alle etwas tun. Wer ein wenig in die jüngere Geschichte schaut, wird feststellen, dass Abkanzelung der gerne verächtlich sogenannten "Bildungselite" und pure Konzentration auf die Arbeiter nicht unbedingt erfolgsversprechend war.

Marcel2502

Was ist denn Jetzt mit der möglichen Freiwilligen Erhöhung der Wochenarbeitszeit? Ist das endlich rausgeflogen , oder hat man bei der Einigung daran festgehalten . Irgendwie taucht das nirgendwo mehr auf bei der Zusammenfassung der Einigung

PeterSch

Zitat von: Marcel2502 in 13.05.2025 09:33
Was ist denn Jetzt mit der möglichen Freiwilligen Erhöhung der Wochenarbeitszeit? Ist das endlich rausgeflogen , oder hat man bei der Einigung daran festgehalten . Irgendwie taucht das nirgendwo mehr auf bei der Zusammenfassung der Einigung

Natürlich ist das noch drin.

BAT

Zitat von: PeterSch in 13.05.2025 09:25

Ich will ja gerne zugeben, dass der Forderungskatalog von Verdi diesmal ziemlich umfangreich und ggfs. dadurch auch unübersichtlich war. Allerdings bestand er m.E. im Wesentlichen aus der Umfrage (es hat nämlich nur eine gegeben). Natürlich ist das auch das Problem, dass Verdi im öD viele unterschiedliche Arbeitsbereiche umfasst und somit unter einen Hut kriegen muss. Fakt ist aber auch, dass der Egoismus der Einzelnen immer mehr wächst. Das sieht man hier im Forum sehr deutlich.

Es hat bei der vorherigen Tarifrunde eine Umfrage mit ähnlichem Ergebnis gegeben, welche auch völlig ignoriert wurde. Soziale und demokratische Ansprüche sind bei linksgerichteten Personen/ Vereinigung öfters rudimentär ausgeprägt.

Marcel2502

Mmh ok . In dem Flugblatt zur Tarifeinigung bzw. in der offiziellen Verdipressemitteilung steht nämlich nichts mehr davon .

UNameIT

Zitat von: BAT in 13.05.2025 08:56
Wenn bei mehreren Umfragen unter allen Beschäftigten Arbeitszeitverkürzungen, Optionsmodelle, mehr Urlaub, etc. eine überwältigenden Mehrheit bekommen und Verdi etwas ganz Anderes fordert, liegt der fehlende Zusammenhalt nicht bei den Beschäftigten.

Volle Zustimmung und wenn dann ein Teil der möglichen Mitglieder immer ins Minus verhandelt werden (im Vergleich zu den anderen), weil man angeblich ja eh schon genug hat, dann kann man sich auch nicht wundern, dass von der Seite nichts an Solidarität und Zusammenarbeit kommt.

Bestes Beispiel, warum ist meine Mehrarbeit weniger Wert als die Mehrarbeit von den unteren Es?

Feivel

Zitat von: UNameIT in 13.05.2025 10:07
Zitat von: BAT in 13.05.2025 08:56
Wenn bei mehreren Umfragen unter allen Beschäftigten Arbeitszeitverkürzungen, Optionsmodelle, mehr Urlaub, etc. eine überwältigenden Mehrheit bekommen und Verdi etwas ganz Anderes fordert, liegt der fehlende Zusammenhalt nicht bei den Beschäftigten.

Volle Zustimmung und wenn dann ein Teil der möglichen Mitglieder immer ins Minus verhandelt werden (im Vergleich zu den anderen), weil man angeblich ja eh schon genug hat, dann kann man sich auch nicht wundern, dass von der Seite nichts an Solidarität und Zusammenarbeit kommt.

Bestes Beispiel, warum ist meine Mehrarbeit weniger Wert als die Mehrarbeit von den unteren Es?

Tja, mir wurde gesagt, solange ich nicht Mitglied bin, solle ich doch mit dem zufrieden sein, was die Ergebnisse hergeben.
Auf die Aussage meinerseits, dass ich über einen Beitritt nachdenken würde, sofern es sich für mich A) lohne und B) ich zumindest das Gefühl von (mindestens) Gleichbehandlung und Wertschätzung erfahre, wurde versucht, das zu relativieren.

Die Mehrarbeit ist auch von mir ein gern genommener Punkt. Allgemein verstehe ich nicht, wieso überhaupt unterschieden werden muss. Zahle x% für alle Gruppen und fertig. Wenn man den Betrag der Mehrarbeit im Vergleich EG9b und EG9c betrachtet, finde ich es schon befremdlich.

KlammeKassen

Zitat von: Cortex21682 in 13.05.2025 07:20
meinst du die Auszahlung? Denke die wird ende des Monats schon aufn Konto sein inkl. Rückzahlung. Sobald die Abrechnung um den 20. da ist wird man es ja schon sehen, denke ich

Dürfte ziemlich individuell sein.
Unsere Abrechnung kommt immer schon um den 15.-18.; Änderungen können nur berücksichtigt werden, wenn sie bis 10. bekannt sind (beispielsweise Fahrtkosten o. ä.), ansonsten tauchen sie erst im Folgemonat auf.

Daher wird es bei uns auf jeden Fall Juni.

Aber die Abläufe sind überall etwas anders.

Schade, dass es nicht rückwirkend ab Januar gibt

KlammeKassen

Zitat von: Feivel in 13.05.2025 10:23
Zitat von: UNameIT in 13.05.2025 10:07
Zitat von: BAT in 13.05.2025 08:56
Wenn bei mehreren Umfragen unter allen Beschäftigten Arbeitszeitverkürzungen, Optionsmodelle, mehr Urlaub, etc. eine überwältigenden Mehrheit bekommen und Verdi etwas ganz Anderes fordert, liegt der fehlende Zusammenhalt nicht bei den Beschäftigten.

Volle Zustimmung und wenn dann ein Teil der möglichen Mitglieder immer ins Minus verhandelt werden (im Vergleich zu den anderen), weil man angeblich ja eh schon genug hat, dann kann man sich auch nicht wundern, dass von der Seite nichts an Solidarität und Zusammenarbeit kommt.

Bestes Beispiel, warum ist meine Mehrarbeit weniger Wert als die Mehrarbeit von den unteren Es?

Tja, mir wurde gesagt, solange ich nicht Mitglied bin, solle ich doch mit dem zufrieden sein, was die Ergebnisse hergeben.
Auf die Aussage meinerseits, dass ich über einen Beitritt nachdenken würde, sofern es sich für mich A) lohne und B) ich zumindest das Gefühl von (mindestens) Gleichbehandlung und Wertschätzung erfahre, wurde versucht, das zu relativieren.

Die Mehrarbeit ist auch von mir ein gern genommener Punkt. Allgemein verstehe ich nicht, wieso überhaupt unterschieden werden muss. Zahle x% für alle Gruppen und fertig. Wenn man den Betrag der Mehrarbeit im Vergleich EG9b und EG9c betrachtet, finde ich es schon befremdlich.

Vielleicht lauten die Forderungen für 2027 dann ja: "Für EG1-8/9a 6 %, für EG9a/9b bis EG15 eine Nullrunde, so dass die 5 % erreicht werden können."

fischsuppe

Zitat von: BAT in 13.05.2025 08:56
Wenn bei mehreren Umfragen unter allen Beschäftigten Arbeitszeitverkürzungen, Optionsmodelle, mehr Urlaub, etc. eine überwältigenden Mehrheit bekommen und Verdi etwas ganz Anderes fordert, liegt der fehlende Zusammenhalt nicht bei den Beschäftigten.

Hä? Das wurde doch gefordert. Und es gibt (für mich überraschend) nun einen Tag mehr Urlaub sowie ein Optionsmodell entweder Erhöhung der JSZ oder zusätzliche freie Tage. Bis auf die Verkürzung der Wochenarveitszeit sind das doch genau die Sachen.

Landkreis 0815

Und ich bleibe dabei, 3% ab 01.04. ist ein Witz... gönne es allen Rentnern aber hier 3,74 % im Vergleich sind das Mindeste, was wir hätten erhalten sollen.
Wenn ich noch gestiegene Krankenkassen-, Pflegeversicherungsbeiträge und Inflation hinzurechne, kommt wenig bis nichts als Plus beim Arbeitnehmer an.
Und dann schaue ich mir Freunde, die mit mir studiert haben aber in der freien Wirtschaft (Tarif Chemie) bei mir in der Stadt in vergleichbaren oder sogar niedrigeren Positionen an, die haben zwischen 800.- - 1.500,- € netto monatlich mehr und das ist kein Witz oder Job in der Automobilindustrie.

Und dann wundert sich das Personalamt, weshalb wir keine qualifizierten Bewerbungen mehr bekommen.
Ach und zur guten Ordnung gehört auch, trotz überdurchschnittlicher Regel- und Anlassbeurteilungen werden Stufenlaufzeitverkürzungen bei uns grundsätzlich nicht vorgenommen.
Da kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Sorry aber musste jetzt mal raus.