Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion

Begonnen von Admin, 06.06.2020 20:50

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Lars73

Zitat von: Wasserkopp in 22.10.2020 09:02
Dafür wäre ich auch. Wenn die Interessenlagen zwischen VKA und Bund immer weiter auseinander laufen, wäre es doch ein Fehler weiterhin einheitliche Abschlüsse anzustreben.

Der Abschluss enthält regelmäßig Elemente die nur VKA oder nur Bund betreffen. Das ist auch im Rahmen eines "einheitlichen" Abschlusses möglich.
Da es sowieso getrennte Entgelttabellen und Regelungen zur Jahressonderzahlung, LOB etc. sind, könnte der Bund ohne Probleme etwas drauflegen.
Der Bund hat in einigen der letzten Abschlüsse zusätzliche Elemente vereinbart. Wobei es dem Bund auch vergleichsweise leicht fällt über tarifliche Regelungen hinauszugehen.

Otto1

Zitat von: Doppelgänger in 22.10.2020 08:47
Glaubt ihr an eine Einigung bis Morgen Nachmittag?

Wg. der Corona-Situation denke ich nicht, dass die Gewerkschaften an einer weiteren -vielen nicht vermittelbaren- Eskalation interessiert sind.

Von mir aus Streik bis zur dritten Welle.

Philipp

Wenn ein Generalstreik das öffentliche Leben für ein paar Tage lahmlegt hätten wir sicherlich einen positiven Effekt bei den Corona-Zahlen.

Zitat von: Alien1973 in 22.10.2020 08:20
Hab da mal eine ganz andere Frage:

Wir haben ein Rundschreiben vom AG bekommen in dem sinngemäß steht, dass wenn ein Arbeitswilliger durch Arbeitskampfmaßnahmen (Streiks) daran gehindert wird seiner Arbeit nach zu gehen (z.B. Streikposten oder ähnliches) er keinen Anspruch auf Arbeitsentgelt hat.

Ist das so korrekt? Bezug genommen wird sich auf allgemeine Hinweise des KAV Bayern in Bezug auf die Auswirkungen bei einer Beteiligung bei Arbeitskampfmaßnahmen. Nur nochmal, wenn ich gar nicht mitmachen will kann mir trotzdem das Entgelt gestrichen werden?

Afaik ist es so: Wer streikt arbeitet nicht und wer nicht arbeitet bekommt keinen Lohn. Wer in der Gewerkschaft organisiert ist, bekommt Streikgeld von der Gewerkschaft als Ersatz für den entfallenen Lohn - wer nicht in der Gewerkschaft ist bekommt einfach nichts.
Insofern tut man als Nicht-Mitglied gut daran zumindest auf der Arbeit zu erscheinen, auch wenn man mangels fehlender Zuarbeit durch streikende Kollegen effektiv nichts leisten kann. Die Gewerkschaftler rufen gerne mal Dinge wie "Streikbrecher" oder versuchen Eingänge zu blockieren, aber das hatte ich auch schon mal beim letzten Arbeitskampf - da hatte man mich körperlich bedrängt als ich ins Gebäude wollte. Da ich die streikenden Personen nicht persönlich kannte und auch beruflich nicht mit ihnen zusammenarbeiten musste, habe ich mit der Polizei gedroht falls sie mich weiterhin körperlich angehen - dann konnte ich problemlos "passieren".

Spid

Man kann auch einfach die Gewalt anwenden, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff auf ein geschütztes Rechtsgut abzuwehren.

Generalstreik? Inwiefern wäre zu erwarten, daß sich großflächig alle AN anderer Branchen mit den Beschäftigten des öD solidarisieren und die Arbeit für einen besseren Abschluss im TVÖD niederlegen?

gerzeb

Zitat von: Doppelgänger in 22.10.2020 08:47
Glaubt ihr an eine Einigung bis Morgen Nachmittag?

Wg. der Corona-Situation denke ich nicht, dass die Gewerkschaften an einer weiteren -vielen nicht vermittelbaren- Eskalation interessiert sind.

Es ist doch immer das gleiche. 1. Runde nichts- Streik. 2. Runde Angebot unterirdisch- Streik. 3. Runde Einigung. Das ganze Theater, meiner Meinung nach von vornherein inszeniert, kann man sich sparen, da es in der 3. Verhandlungsrunde eine Einigung geben wird, so auch dieses mal. Ich tippe auf 1,x % pro Jahr bei einer Laufzeit von 30 Monaten.

Zitat von: LeKai in 22.10.2020 08:31
https://www.sueddeutsche.de/politik/tarifrunde-oeffentlicher-dienst-ulrich-maedge-1.5085183

Manchmal kann man sich nur an den Kopf fassen... Und das ist nicht mal auf die Aussagen von Herrn Mädge bezogen. In erster Reihe stehen, Forderungen stellen, aber nicht mal das korrekt schreiben können, was man eigentlich fordert  :o

MrRossi

Man sollte nicht vergessen dass durch die Erhöhung im März diesen Jahres schon ein Corona Beitrag geleistet wurde (bei mir unter 1% Erhöhung), wenn man weitere Erhöhungen erst im nächsten Jahr avisiert......

Spid

,,Corona Beitrag"? Warum sollte man so etwas leisten? Und wer würde das fordern? Oder ist das sowas wie das ,,Notopfer Berlin"?

MrRossi

Zitat von: Spid in 22.10.2020 11:48
,,Corona Beitrag"? Warum sollte man so etwas leisten? Und wer würde das fordern? Oder ist das sowas wie das ,,Notopfer Berlin"?
OK "Corona Beitrag", ich glaub jeder weiß was ich sinngemäß meine. Das muss  nicht weiter diskutiert werden.
Der Abschluß 2018 für 2020 war dann sozusagen eine blinde Wette "in ein jetzt tatsächlich eingetretenes, in der Vergangenheit undefiniertes Ereignis" (Corona-Krise) die aufgegangen ist. 

Bastel

Zitat von: MrRossi in 22.10.2020 12:09
Zitat von: Spid in 22.10.2020 11:48
,,Corona Beitrag"? Warum sollte man so etwas leisten? Und wer würde das fordern? Oder ist das sowas wie das ,,Notopfer Berlin"?
OK "Corona Beitrag", ich glaub jeder weiß was ich sinngemäß meine. Das muss  nicht weiter diskutiert werden.
Der Abschluß 2018 für 2020 war dann sozusagen eine blinde Wette "in ein jetzt tatsächlich eingetretenes, in der Vergangenheit undefiniertes Ereignis" (Corona-Krise) die aufgegangen ist.

Blinde Wette? Wie hätte die den verloren gehen können? So wie es aktuell ausschaut, gibt es für 2020 sowieso keine Erhöhung mehr...

MrRossi

Die Wette wurde 2018 gemacht

Otto1

Naja, zur Stärkung der Moral trägt die VKA jedenfalls nicht bei.

Pakart

Das war aus meiner Sicht keine Wette, sondern halt ein kleiner Rest, um schönere Zahlen zu haben und noch ein bisschen was für das halbe Jahr vor der neuen Tarifrunde zu haben.

Ansonsten war 2019 für auch eine Wette? Sind dann zukünftige Tariferhöhungen nicht immer eine Wette bzw. die Tarifverhandlungen an sich?

Emmi87

Also mit 2 % Prozent pro Jahr ( angestrebte Inflation ) ab dem 01.10.2020 und nicht 01.03.2021 könnte ich leben. Zur Not auch 1,5% ab dem 01.10.2020. Ich könnte wetten es bleibt bei 1,5 % pro Jahr ab dem 01.10.2020. Und dafür keine Einmalzahlung.

LeKai

Zitat von: Emmi87 in 22.10.2020 12:53
Also mit 2 % Prozent pro Jahr ( angestrebte Inflation ) ab dem 01.10.2020 und nicht 01.03.2021 könnte ich leben. Zur Not auch 1,5% ab dem 01.10.2020. Ich könnte wetten es bleibt bei 1,5 % pro Jahr ab dem 01.10.2020. Und dafür keine Einmalzahlung.

Alles unter der angenommenen Inflation von 2% ist eine Enttäuschung.



Philipp

Zitat von: Bastel in 22.10.2020 12:12
Blinde Wette? Wie hätte die den verloren gehen können? So wie es aktuell ausschaut, gibt es für 2020 sowieso keine Erhöhung mehr...

Wieso? Der kommende Tarifabschluss gilt afaik ab 01.09.2020 - also rückwirkend.


Grundsätzlich bin ich mit dem Angebot des VKA einverstanden, wenn die Jahressonderzahlung zusätzlich auf 100% angehoben wird für alle Entgeltgruppen für die Dauer der gesamten Laufzeit. Das ist planbar - dafür kann man das Jahr über Rücklagen schaffen.