Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion II

Begonnen von Rowhin, 16.01.2026 17:02

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Faunus

ZitatWenn du meine Sachverhaltsschilderung als Loblieder empfindest, dann ist mein Leben eine Arie.

Und ich frage mich langsam warum ein promovierter Akademiker mit E12 wegen einer Zulage hier hausieren geht? Das Schwadronieren geht einfach nur noch auf die Nerven (Das schrieb ich schon Mal!)

Fakten:
Unsere promovierten Akademiker über 45 sind in E14 od. E15. Unsere Frischlinge aus Master-Studiengängen werden in E12/1 eingestellt. Wir haben aber auch Nicht-Akademiker in E10 bis E12 und nu?

Sind wir alle zu dumm zum Verhandeln, weil wir keine Zulagen haben bzw. nur die Entgeltgruppenzulage aushandelbar ist?
Ich denke nicht! Uns kann die Eingruppierung nicht gestrichen werden, aber diese 16.5-Zulage sehr wohl!




Faunus

Zitat von: Rowhin in Heute um 08:39Kann ich so bestätigen. Hab ein bisschen Einblick bei uns in die entsprechenden Abteilungen, und da ist von E8 bis E15 tatsächlich alles dabei (natürlich nicht in derselben Anzahl).

Das ist nicht nur bei den Informatikern, sondern allgemein so, z.B. Chemiker (keine geschützte Bezeichnung - wie beim Informatiker) und geht vom Chemikanten über den Chemie-Ingenieur bis zum promovierten/berufenen Chemiker.

MoinMoin

Zitat von: Ingenieur007 in Heute um 10:03Hilft uns nicht weiter. Bis diese Zulage durch ist sind bei uns die Kollegen längst weg. Mehrmals passiert. Und neue kommen erst nicht wenn sie diese schlechte Tabelle mit JSZ sehen. Und dann? Diese Zulagen mögen bei euch funktionieren. Vielfach ist das nicht der Fall.
Richtig, aber wie gesagt, habe ich den Eindruck, dass die Gewerkschaften dieses Problem bewusst ignorieren und die AG es in der Breite ebenfalls.
Ich bin in der seltenen und glücklichen Lage, dass ich inzwischen eine Führung habe, die es verstanden hat und das tarifmögliche mitmacht.
In der Breite ist und bleibt es allerdings ein Trauerspiel. Und man kann jeden nur raten sich outsourcen zu lassen  8)

ignaz

Zitat von: MoinMoin in Heute um 08:31ja meine 94T finde ich durchaus gut bezahlt und wenn ich dann noch das Einkommen meiner Gatitin, die Mieteinnahmen  dazu zähle, dann ...Nun, ich weiß nicht, ab welchem Haushaltseinkommen du von gut bezahlt redest, aber wenn man im oberen Zehntel ist, dann muss man schon Rolex und Ferrari als Lebensinhalt haben, damit man damit nicht klarkommt, ich muss nur eineml im Monat tanken und das Auto habe ich hauch schon Dekaden.
Sei es drum.
Natürlich habe ich früher 6stellig verdient. Aber wenn die Kids von der Payroll sind, dann bleibt irgendwann sehr viel am Monatsende über, obwohl man nirgends darbt und man fängt auch an den Fokus im Leben zu verschieben. Und ich habe mich halt irgendwann für diesen Weg entschieden und verzichte auf das höhere Einkommen und habe eine andere Lebensqualität. Bist wahrscheinlich noch zu jung um das nachzuvollziehen.Ich bin bei Null gestartet. Das Erbe meines Vaters musste ich ausschlagen, weil es nur Schulden waren. Und meine Mutter hat auch nichts, die ist in der Grundsicherung (und ich musste für sie früher zahlen).
Meine Gattin hat vom Großvater 80T geerbt, aber da hatte wir schon unser Eigenheim und haben das Erbe in die etwas gehobenere Ausstattung und energetische Sanierung gesteckt.
Insofern: Alles selbst erarbeitet.Wie dargestellt, meine Realität ist es ohne Starthilfe klar zukommen. Wenn du meine Sachverhaltsschilderung als Loblieder empfindest, dann ist mein Leben eine Arie.
Aber wenn du mir Dinge unterstellst, dann schildere ich halt die Dinge wie sie sind.Wie gesagt, das entzieht sich vielleicht deinem Vorstellungsvermögen, aber einen Job den man in 7 Min mit dem Radel erreicht, der einen sehr viele Freiheiten (inhaltlich und was die Zeitverteilung angeht) lässt, in einem tollen Team und das ganze mit sinnstiftenden Aufgaben.....
Warum soll ich nach noch mehr Geld jappsen und weniger zufrieden durchs Leben gehen?
Meine Kinder wissen, dass sie unter Umständen nichts erben werden, deren Anschubfinanzierung steht/ist durch.
Wenn ich ein Loblied auf mich singen sollte, dann das, dass ich die richtigen Entscheidungen getroffen habe.
Sowohl bei Kauf der den Häusern (das erste mit knapp 7% Zinssatz), als auch bei meinem beruflichen Weg.

Und das ich gute Mitarbeiter in den öD gezogen habe!
Und zwar durch die Überzeugungsarbeit die ich bei den B-besoldetet machen musste, damit die kapieren, was geht. Von nix kommt auch bei uns nix.
Und jetzt sorge ich dafür, dass die MA im VG auch förderliche Zeiten etc. einfordern, damit wir sie ihnen auch geben können.
Klar, beim Hausmeister kann ich nicht viel ausrichtet, aber die werden auch so besser bezahlt als draussen und sind sehr zufrieden.Du hast dein Leben selbst in der Hand. Geh raus und komm am Lebensabend wieder zurück, so war mein Weg. Nach der Promotion in die pW ackern  und Geld scheffeln, jetzt drei Gänge runter schalten, das Leben genießen und trtzdem tolle Arbeit machen können (für weniger, aber nicht wenig Geld)Bin halt 24/7 nebenbei am arbeiten, kann daher in den Mikropausen mich hier vergnügen und habe mich mit den Randbedingungen des Systems beschäftigt, was mich halt dazu befähigt, den Menschen zu helfen, s.o.

Für dein Frust habe ich Verständnis, aber höre bitte mit irgendwelchen unterschwelligen Unterstellungen auf und nimm deine Karriere selbst in die Hand. Die Gewerkschaften werden dich da nicht unterstützen.

Meine dienstliche Tätigkeit und das Privatleben ermöglichen mir leider keine solch ausführlichen Anmerkungen zu jeder Einzelaussage.

Danke für deinen Einsatz im ÖD und vor allem auch hier im Forum, denn ohne dich wären hier 10000 umfangreiche informative Posts weniger zu lesen.


PS:Deine Annahme zu " meinem Frust" ist nur deine Annahme.
Ich habe für mich selbst auch ein sehr gutes WorkLifeBalance zu Gehalt Paket nachverhandelt. Dennoch kann das nicht der Standardweg sein, den alle Mitarbeiter gehen müssen, um eine leistungsgerechte Entlohnung zu erhalten.


Solange man Nichtleistung im ÖD nicht sanktioniert und Leistungsträger selbst jeden Euro nachverhandeln müssen, um ein leistungsgerechtes Entgelt zu erhalten, läuft etwas schief.

Zum generellen Frust:
Das wir im ÖD mit dem TV-L nun mal den schlechtesten gestellt sind, sollte auch Dir bewusst sein. Entsprechend sind ca. 1,1 Millionen der Mitarbeiter im TV-L (außer Hessen) von einem guten Tarifergebnis abhängig. Die ganzen Nebenvorteile des TVÖD (1 Tag mehr Urlaub ab 2027, JSZ, stufgl. Höhergrupp...) sind nur das Sahnehäubchen. Wenn dieser Abschluss nicht wenigstens im Entgelt zum TVÖD zeitversetzt aufschließen kann, dann gute Nacht.

Wenn wir alle nicht nur an uns selbst denken würden und ein wenig mehr für die Gemeinschaft wäre auch schon vielen geholfen.





ignaz

Zitat von: Ingenieur007 in Heute um 10:03Hilft uns nicht weiter. Bis diese Zulage durch ist sind bei uns die Kollegen längst weg. Mehrmals passiert. Und neue kommen erst nicht wenn sie diese schlechte Tabelle mit JSZ sehen. Und dann? Diese Zulagen mögen bei euch funktionieren. Vielfach ist das nicht der Fall.

Genau das was du beschreibst ist in meiner Laufbahn über mehrere Dienststellen jedes Mal passiert - MA fühlt sich berechtigt nicht leistungsgerecht entlohnt, Antrag auf Fachkräftezulage oder vorzeitigem Stufenaufstieg - abgelehnt oder teilw. jahrelang unbearbeitete Anträge - Mitarbeiter wird künstlich hingehalten -> Frust steigt -> auf Wiedersehen oder Dienst nach Vorschrift bis DZE.


MoinMoin

Zitat von: ignaz in Heute um 11:27Solange man Nichtleistung im ÖD nicht sanktioniert und Leistungsträger selbst jeden Euro nachverhandeln müssen, um ein leistungsgerechtes Entgelt zu erhalten, läuft etwas schief.
Da bin ich voll bei dir.
Das zeigt, dass das Problem die Führungskräfte und die Kernhaltung des AGs sind.
ZitatWenn wir alle nicht nur an uns selbst denken würden und ein wenig mehr für die Gemeinschaft wäre auch schon vielen geholfen.
Deswegen kämpfe ich für eine breite Verbesserung in meinem Umfeld und sorge für eine leistungsgerechtere Bezahlung 8und nicht jeder hat mehr Geld verdient, deswegen ist die Gießkanne nicht mein Freund), betreibe Aufklärungsarbeit bei Entscheidungsträger und gehe in meiner Freizeit zu den Demos/Streiks


MoinMoin

Zitat von: Faunus in Heute um 11:06Und ich frage mich langsam warum ein promovierter Akademiker mit E12 wegen einer Zulage hier hausieren geht? Das Schwadronieren geht einfach nur noch auf die Nerven (Das schrieb ich schon Mal!)
Ganz einfach, weil ich es kann.
Wie kommst du darauf, dass ich nur die e12 bekomme?
Und ich gehe damit den Menschen solange auf die Nerven, wie sie rumheulen und mir auf die Nerven damit gehen, dass die Gewerkschaft blöd und an allem Schuld ist und sie nichts an ihrer Situation ändern, sondern die Schuld bei anderen suchen.
ZitatFakten:
Unsere promovierten Akademiker über 45 sind in E14 od. E15. Unsere Frischlinge aus Master-Studiengängen werden in E12/1 eingestellt. Wir haben aber auch Nicht-Akademiker in E10 bis E12 und nu?
Ja, so ists auch bei uns an vielen Positionen. Und nu?
Mit den Unterschied, dass einige Frischlinge ne Zulage bekommen, da sie nicht in 2 oder 3 eingestellt werden können. Was sagste nun?
Und warum ist das so: /Loblied Loblied/ Weil der Schaden der Nichtbesetzung bezifferbar gemacht wurde.
ZitatSind wir alle zu dumm zum Verhandeln, weil wir keine Zulagen haben bzw. nur die Entgeltgruppenzulage aushandelbar ist?
Was hat es mit Dummheit zu tun, wenn man keine Zulage bekommt? Nichts.
Eher was mit Faulheit oder Trägheit oder Fehleinschätzung.
Denn entweder seit ihr nicht in der Position eine Zulage durch zubekommen, da kein Bedarf daran besteht euch zu halten und ihr seit dann zu träge euch einen anderen Ag zu suchen und damit ist dann der AG der schlaue, weil ihr bleibt und nichts extra kostet. Und/Oder der AG ist zu dumm, dass er den Schaden (Motivation, Fehlbesetzung/Nichtbesetzung) den er damit anrichtet nicht erkennt. Er also auf euch scheißt.
ZitatIch denke nicht! Uns kann die Eingruppierung nicht gestrichen werden, aber diese 16.5-Zulage sehr wohl!
Die Eingruppierung ist nicht verhandelbar, die auszuübenden Tätigkeiten durchaus, wenn sie da sind.
Du verzichtest also auf die Zulage, weil sie gestrichen werden kann.
Sehr intelligente Einwand.

Ich nehme sie on top mit, weil ich dem AG offenbar es wert bin.
Wenn ich es nicht mehr wert bin, kann er es streichen, dann muss ich die Kröte schlucken und erkennen, dass ich raus bin und dann entweder gehen oder bleiben und mich anstrengen, dass er seine Meinung ändert.


Und natürlich ist das Kernproblem, dass bei der Mehrzahl der AGs, die Entscheider für den Schaden der entsteht nicht verantwortlich gemacht werden.
Und da müsstet ihr bei euch im Laden mal ansetzten.

Ingenieur007

Zitat von: MoinMoin in Heute um 11:54Da bin ich voll bei dir.
Das zeigt, dass das Problem die Führungskräfte und die Kernhaltung des AGs sind.Deswegen kämpfe ich für eine breite Verbesserung in meinem Umfeld und sorge für eine leistungsgerechtere Bezahlung 8und nicht jeder hat mehr Geld verdient, deswegen ist die Gießkanne nicht mein Freund), betreibe Aufklärungsarbeit bei Entscheidungsträger und gehe in meiner Freizeit zu den Demos/Streiks



Das ist schön. Aber mit über 10.000 Beiträgen, oft zur Zulagen-Thematik kann man darüber nachdenken wie oft die Platte noch aufgelegt wird. Die Tarifverhandlungen als Kern dieser Diskussion bringt es jedenfalls weniger weiter. Hier braucht es effektive Verbesserungen. Auch bei den höheren EG und der JSZ.

DiVO

Zitat von: ignaz in Heute um 11:33Genau das was du beschreibst ist in meiner Laufbahn über mehrere Dienststellen jedes Mal passiert - MA fühlt sich berechtigt nicht leistungsgerecht entlohnt, Antrag auf Fachkräftezulage oder vorzeitigem Stufenaufstieg - abgelehnt oder teilw. jahrelang unbearbeitete Anträge - Mitarbeiter wird künstlich hingehalten -> Frust steigt -> auf Wiedersehen oder Dienst nach Vorschrift bis DZE.


Was genau ist an den beiden Varianten jetzt schlecht? Wenn jemand mit seiner Situation unzufrieden ist, dann ist doch toll für denjenigen, dass er seine Komfortzone verlässt und sich weiterentwickelt.

Dienst nach Vorschrift ist irgendwie nur negativ behaftet, wenn es um die Arbeitnehmer geht. Da wird einseitig mehr Einsatz erwartet oder manche glauben, dass sie diesen Einsatz bringen müssten. Aber wozu? Im Arbeitsvertrag sind doch die beidseitigen Pflichten klar aufgeführt.

Ich habe noch nie einen Aufschrei gehört, dass ein AG jeden Monat zum gleichen Tag das vertraglich vereinbarte Gehalt zahlt und nicht mal eine Woche früher 500 Euro mehr. Oder das der AG einem Mitarbeiter zusätzlich fünf bezahlte Urlaubstage gewährt.

Genau das Gegenteil ist doch der Fall: Der AG erfüllt exakt seine Pflichten.

Warum sollte ich als Arbeitnehmer etwas anderes tun?

MoinMoin

Zitat von: Ingenieur007 in Heute um 12:14Das ist schön. Aber mit über 10.000 Beiträgen, oft zur Zulagen-Thematik kann man darüber nachdenken wie oft die Platte noch aufgelegt wird. Die Tarifverhandlungen als Kern dieser Diskussion bringt es jedenfalls weniger weiter. Hier braucht es effektive Verbesserungen. Auch bei den höheren EG und der JSZ.
Die Platte wird solange aufgelegt, wie es nötig ist.
und während der eine nur gefrustet lamentiert, habe ich zumindest in meinem Dunstkreis was bewirken können. Und nu?

Wir benötigen mehr Freiheiten bei den Zulage, damit ein fähiger AG eben die Steuerung des Personals verbessern kann.

Und klar brauchen wir einen Abschluss, der uns nicht vom Bund/Kommune abhängt.

Und der JSZ Weg der dort gegangen wird ist ein kleiner Hoffnungsschimmer, das da mal der AG aufgewacht ist und oben mehr tarifliche machen will.
Die Gewerkschaften scheißen doch auf die oberen EGs.

Faunus

Zitat von: Ingenieur007 in Heute um 12:14Das ist schön. Aber mit über 10.000 Beiträgen, oft zur Zulagen-Thematik kann man darüber nachdenken wie oft die Platte noch aufgelegt wird. Die Tarifverhandlungen als Kern dieser Diskussion bringt es jedenfalls weniger weiter. Hier braucht es effektive Verbesserungen. Auch bei den höheren EG und der JSZ.

Naja, ich war gestern beim Streiktag an den Hochschulen anwesend. Wenn man die Streikwilligen nach den Entgeltgruppen einteilte, waren es "gefühlte" 75% mit einer Bezahlung bis E5, dann so 20 % bis E8, und 4,9% bis E9 und den Rest kannst Du auf E10-E15 verteilen.


Ingenieur007

Am Rande gefragt: Woher nimmt man die Zeit für 10.000 Beiträge? Ansonsten haben wir die Botschaft mit den Zulagen hinreichend vernommen meine ich. Die würde auch jeder gerne nehmen. Es wäre daher zielführend, diese Erkenntnisse den Ministerien in ähnlicher Prägnanz zu präsentieren.

Zum Thema selbst zurück: Es gilt Verbesserungen im TV-L zu erreichen. Auch in der Breite angesichts der Entwicklung der Tabelle im Vergleich mit der Benchmark TVöD. Vor allem bei höheren EG einschließlich JSZ. Was angesichts der Miniforderung von 7 % ein strategisch schwieriger Akt ist. Als Mitglied höherer EG bei den Gewerkschaften ist das Ganze jedenfalls cringe oder lost...

Ingenieur007

Zitat von: Faunus in Heute um 12:28Naja, ich war gestern beim Streiktag an den Hochschulen anwesend. Wenn man die Streikwilligen nach den Entgeltgruppen einteilte, waren es "gefühlte" 75% mit einer Bezahlung bis E5, dann so 20 % bis E8, und 4,9% bis E9 und den Rest kannst Du auf E10-E15 verteilen.



Und der Rest  von 4,9 % ist dann keine Beachtung in TV-L Verhandlungen wert? Im übrigen sind gerade diese Positionen oft besonders gebunden durch Vorlesungen, Labore, Exkursionen, IT. Und daher möglicherweise doch weniger flexibel wenn ein solcher kurzfristiger Aufruf kommt.

Faunus

Zitat von: Ingenieur007 in Heute um 12:33Und der Rest  von 4,9 % ist dann keine Beachtung in TV-L Verhandlungen wert? Im übrigen sind gerade diese Positionen oft besonders gebunden durch Vorlesungen, Labore, Exkursionen, IT. Und daher möglicherweise doch weniger flexibel wenn ein solcher kurzfristiger Aufruf kommt.

(75+20+4,9)% = 99,9&
100% - 99,9% = Rest = 0,1%  ;)

Rowhin

Zitat von: Faunus in Heute um 12:28Naja, ich war gestern beim Streiktag an den Hochschulen anwesend. Wenn man die Streikwilligen nach den Entgeltgruppen einteilte, waren es "gefühlte" 75% mit einer Bezahlung bis E5, dann so 20 % bis E8, und 4,9% bis E9 und den Rest kannst Du auf E10-E15 verteilen.

Es kommen halt primär die Gewerkschaftsmitglieder, die den Streik ausgeglichen bekommen, und nicht diejenigen, die sich von der Gewerkschaft nicht vertreten fühlen, eher keine Mitglieder sind und daher auch keinen Ausgleich bekommen. That being said: ich war bei uns auch anwesend, obwohl die letzten Punkte auf mich zutreffen. Die zahlenmäßig meisten E13+ler an den Unis sind zudem die Wissenschaftler, und die streiken ja sowieso so gut wie nie mit.

Da sind wir also zum drölften Mal am Punkt, an dem gleich wieder die zirkuläre Diskussion a la "tretet doch zahlenmäßig hoch ein, dann tut die Gewerkschaft auch was für euch" vs. "tut mal was für uns, dann treten wir auch ein" losgeht.

 
Zitat von: Ingenieur007 in Heute um 12:29Am Rande gefragt: Woher nimmt man die Zeit für 10.000 Beiträge?

Nur mal so am Rande sei angemerkt, dass es das Forum auch schon ein Weilchen gibt. Man kann also durchaus auf eine ganze Zahl an Posts kommen, wenn man schon etwas dabei ist. Ich bin es auch etwas leid, wenn den viel Postenden hier ständig insinuiert wird, sie würden Arbeitszeitbetrug begehen. Die Diskussion bringt uns an der Stelle kaum weiter.

Es stimmt ja auch, dass die Optionen der Zulagen bekannter werden müssen, und auch konsequenter verfolgt bzw. genutzt werden müssen. Da hilft es durchaus, wenn man diese immer wieder um die Ohren gehauen bekommt, sofern dies konstruktiv geschieht, durch Beispiele, wo/wie es funktioniert hat, und nicht durch "ihr seid alle blöde, wenn es bei euch nicht klappt". Wenn ich immer wieder höre, 16.5 gibts eh nicht, versuche ich es gar nicht erst. Wenn ich dagegen weiß, dass es anderswo funktioniert, versuche ich es vielleicht dochmal. Und vielleicht geht ja irgendwo, irgendwann mal bei einem Entscheider ein Lichtlein an "hm, wenn die das ständig beantragen, ist da vllt auch was notwendig". Die Hoffnung kann man ja haben.

Und das ändert ja nichts daran, dass wir trotzdem ein gutes Tarifergebnis brauchen, um nicht den Anschluss zu verlieren, weil die Leute sonst gar nicht erst in den TV-L kommen. Manchmal habe ich hier das Gefühl, manche verstehen die Botschaft als "ihr braucht keine Entgelterhöhung oder sonstige Tarifergebnisse, ihr könnt doch 16.5 beantragen!". Aber das sagt doch keiner.