Besoldungsrunde 2025-2028 Nordrhein-Westfalen

Begonnen von Admin, 14.02.2026 19:57

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Schneewitchen

Das fiktive Partnereinkommen wird, da bin ich mir sicher, vom BVerfG gekippt.

Ich hoffe nur, dass das nicht 10 Jahre dauert.

Wenn das passiert, dann rollt der Rubel.....😁

Robertbob

Zitat von: Schneewitchen in Gestern um 12:02Das fiktive Partnereinkommen wird, da bin ich mir sicher, vom BVerfG gekippt.


Aber du weißt schon, vor Gericht und auf hoher See, ist man in Gottes Hand.

Schneewitchen

Zitat von: Robertbob in Gestern um 13:13Aber du weißt schon, vor Gericht und auf hoher See, ist man in Gottes Hand.

Ja, schon! Bei dem Thema bin ich mir dennoch ziemlich sicher!

Andernfalls sind wir unserem Dh langfristig so etwas von ausgeliefert. ...😬

Robertbob

Da bin ich ganz bei dir. Mit dem Wissen von heute und nach Jahrzehnten im Staatsdienst, kann ich nur sagen, Augen auf bei der Berufswahl. Apropos sicheres Einkommen. Ein sicheres Einkommen haben übrigens auch Bürgergeldempfänger.

BeamterNRW

Zitat von: Reisinger850 in Gestern um 10:01Ich wähle zB hauptsächlich danach, was mir finanziell am meisten bringt.

Das ist m.E. ein grundsätzliches Problem. Es gibt m.E. mehr bei einer Wahl zu bedenken, als nur finanzielle Vorteile. Ich schrieb es mal an anderer Stelle: Grundsätzlich habe ich Verständnis dafür, dass man die Besoldung nicht massiv anheben kann und wird. Wir -als Land, als Gesellschaft, als Demokratie- stehen mittlerweile mit dem Rücken an der Wand. Lieber verzichte ich (persönlich) auf eine große Besoldungserhöhung (und akzeptiere eine moderate Erhöhung), als dass es noch mehr Spaltung und Abneigung gehen das Berufsbeamtentum gibt. Ich würde es sogar beführtworten, wenn die Gewerkschaften einen öffentlichwirksamen Kompromiss schließen, á la: "Normalerweise müsste Besoldung um x% steigen, wir akzeptieren jedoch 0,5x um einen Beitrag zu leisten", ggf. gekoppelt mit einer Erhöhung der WAZ auf 42h. Natürlich befristet. Die Befristung wird dann aber (wie in der Vergangenheit auch) nie aufgehoben werden. Wieso wäre ich dazu bereit? Ganz einfach, weil wir es als Land brauchen. Wor brauchen mal positive Nachrichten, auch -oder gerade- vom gehassten Berufsbeamtentum. Langfristig halte ich dies für den besseren Weg. Wem bringt es denn etwas, wenn wir nen paar Euro mehr haben, dafür aber im Land nichts besser wird? Wie erwähnt, ist meine persönliche Ansicht und stark vereinfacht dargestellt. Kann und darf man ja für sich komplett anders bewerten. Wenn ich mir die Zukunft malen könnte, dann würde das Berufsbeamtentum an Ansehen gewinnen, die Anzahl an Beamte stark reduziert werden und auf die wirklich hoheitlichen Aufgaben beschränkt werden. Dann würde es dieses ganze Dilemma nicht geben und man könnte ohne wenn und aber verfassungskonform bezahlen. Bei der Anzahl an Beamten ist dies z.Z. schlicht nicht machbar.

Im übrigen: Selbst wenn CDU, Grüne oder SPD mir die Besoldung auf 1 Million Euro anheben würden, selbst dann würde ich die nicht (mehr) wählen. Was mit dem Sondervermögen so gelaufen ist, hat mein Vertrauen in diese Partein nachhaltig beschädigt.

guzmaro

Hoffe ihr habt ihr und die Grundgehälter steigen kräftig und die heftigen Familien Zuschläge sinken .

NRW ist deutschlandweit ganz vorne mit 3,4,5 Kinder.  Wirklich übertrieben

Schneewitchen

Zitat von: BeamterNRW in Gestern um 21:15Das ist m.E. ein grundsätzliches Problem. Es gibt m.E. mehr bei einer Wahl zu bedenken, als nur finanzielle Vorteile. Ich schrieb es mal an anderer Stelle: Grundsätzlich habe ich Verständnis dafür, dass man die Besoldung nicht massiv anheben kann und wird. Wir -als Land, als Gesellschaft, als Demokratie- stehen mittlerweile mit dem Rücken an der Wand. Lieber verzichte ich (persönlich) auf eine große Besoldungserhöhung (und akzeptiere eine moderate Erhöhung), als dass es noch mehr Spaltung und Abneigung gehen das Berufsbeamtentum gibt. Ich würde es sogar beführtworten, wenn die Gewerkschaften einen öffentlichwirksamen Kompromiss schließen, á la: "Normalerweise müsste Besoldung um x% steigen, wir akzeptieren jedoch 0,5x um einen Beitrag zu leisten", ggf. gekoppelt mit einer Erhöhung der WAZ auf 42h. Natürlich befristet. Die Befristung wird dann aber (wie in der Vergangenheit auch) nie aufgehoben werden. Wieso wäre ich dazu bereit? Ganz einfach, weil wir es als Land brauchen. Wor brauchen mal positive Nachrichten, auch -oder gerade- vom gehassten Berufsbeamtentum. Langfristig halte ich dies für den besseren Weg. Wem bringt es denn etwas, wenn wir nen paar Euro mehr haben, dafür aber im Land nichts besser wird? Wie erwähnt, ist meine persönliche Ansicht und stark vereinfacht dargestellt. Kann und darf man ja für sich komplett anders bewerten. Wenn ich mir die Zukunft malen könnte, dann würde das Berufsbeamtentum an Ansehen gewinnen, die Anzahl an Beamte stark reduziert werden und auf die wirklich hoheitlichen Aufgaben beschränkt werden. Dann würde es dieses ganze Dilemma nicht geben und man könnte ohne wenn und aber verfassungskonform bezahlen. Bei der Anzahl an Beamten ist dies z.Z. schlicht nicht machbar.

Im übrigen: Selbst wenn CDU, Grüne oder SPD mir die Besoldung auf 1 Million Euro anheben würden, selbst dann würde ich die nicht (mehr) wählen. Was mit dem Sondervermögen so gelaufen ist, hat mein Vertrauen in diese Partein nachhaltig beschädigt.

Sorry, 36 Dienstjahren und Erfahrung mit drei Dienstherren lassen mich da eine andere Haltung einnehmen. Meine DH waren alle immer gut im Nehmen, nie im Geben. Fairness fand sich immer in Hochglanzbroschüren, nie im wahren Verwaltungsleben. Sonderopfer in den verschiedensten Ausprägungen wurden immer  verordnet und führten über die Jahre zu einer massiven Unterbesoldung. Wenn es das BVerfG nicht geben würde, dann wäre es jetzt schon schlimmer und auf unsere Kosten würden weiter Sparorgien initiiert.

Nein, es gibt keinen Grund, die DH jetzt zu schonen. In all der Zeit, die ich als aktiver Beamter tätig bin, gab es nicht einen Zeitraum, wo die Haushalte mal nicht auf Kante liefen. Die guten Zeiten gibt es im Haushaltsrecht nicht, schon gar nicht, wenn es um Verbesserungen für Beamte und Tarifkräfte geht.
Bei den höheren Grundsteuern, bei dem Anstieg staatlicher Gebühren  und Abgaben kommt mir auch kein Bürgermeister entgegen. Die Rechnungen wollen bezahlt werden. Ich fahre fast 100 km bis zu meiner Dienststelle, die nur durch die Entscheidung meines Dienstherren jetzt so weit weg von meinem Wohnort liegt. Ich müsse flexibel sein, hat man mir gesagt. Meine Spritkosten sind immens gestiegen. Das ist zumutbar, hat man mir gesagt.
Nein, ich will so viel von der über Jahre vorenthaltenn Besoldung, wie es nur möglich ist. Ich habe keinen Grund zu einem Entgegenkommen.

Und der Ruf des Berufsbeamtentums ist ohnehin schon immer wenig erbaulich gewesen. Selbst wenn wir unsere Jobs ehrenamtlich machen würden, würden sich noch Mitmenschen finden, die sich über uns und unsere Privilegien aufregen.

Wenn wir uns hier aktuell vernünftig und kooperativ zeigen würden, wenn wir, mit dem Blick auf das Gemeinwohl, unsere berechtigten Forderungen auf ein Minimum beschränken würden, würdest Du dann Dankbarkeit von Deinem Dh und der Bevölkerung erwarten?

Dein DH würde das Angebot ganz selbstverständlich annehmen und Dir bei nächster Gelegenheit zeigen, wie vergesslich er sein kann.

Angenommen, man würde sich auf eine symbolische Erhöhung um ein weiteres Prozent (1%!) einigen. Was glaubst Du wohl, wie die Reaktion in der Öffentlichkeit ausfällt?

3,36% in 2026, 2% per 01.03.27 und noch einmal 1% in 2028. Und dann bekommen wir noch einmal in 2027 ein weiteres Prozent zusätzlich? Das wird dann als Skandal ausgeschlachtet. Man wird wieder von den gierigen Beamten lesen können usw..

Anders gesagt: Jede Erhöhung, wirklich jede, wird unseren Ruf und unser Ansehen in der Öffentlichkeit weiter beschädigen.

Ich möchte leistungsgerecht und entsprechend der verfassungsmäßigen Regeln besoldet werden. Nicht mehr, allerdings auch nicht weniger. Ich halte wenig davon, wenn Politiker auf meinem Rücken und dem meiner Familie Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen betreiben, um das Geld an anderen Stellen mit vollen Händen rauszuwerfen.

BeamterNRW

Zitat von: Schneewitchen in Gestern um 23:40Sorry, 36 Dienstjahren und Erfahrung mit drei Dienstherren lassen mich da eine andere Haltung einnehmen. Meine DH waren alle immer gut im Nehmen, nie im Geben. Fairness fand sich immer in Hochglanzbroschüren, nie im wahren Verwaltungsleben. Sonderopfer in den verschiedensten Ausprägungen wurden immer  verordnet und führten über die Jahre zu einer massiven Unterbesoldung. Wenn es das BVerfG nicht geben würde, dann wäre es jetzt schon schlimmer und auf unsere Kosten würden weiter Sparorgien initiiert.

Nein, es gibt keinen Grund, die DH jetzt zu schonen. In all der Zeit, die ich als aktiver Beamter tätig bin, gab es nicht einen Zeitraum, wo die Haushalte mal nicht auf Kante liefen. Die guten Zeiten gibt es im Haushaltsrecht nicht, schon gar nicht, wenn es um Verbesserungen für Beamte und Tarifkräfte geht.
Bei den höheren Grundsteuern, bei dem Anstieg staatlicher Gebühren  und Abgaben kommt mir auch kein Bürgermeister entgegen. Die Rechnungen wollen bezahlt werden. Ich fahre fast 100 km bis zu meiner Dienststelle, die nur durch die Entscheidung meines Dienstherren jetzt so weit weg von meinem Wohnort liegt. Ich müsse flexibel sein, hat man mir gesagt. Meine Spritkosten sind immens gestiegen. Das ist zumutbar, hat man mir gesagt.
Nein, ich will so viel von der über Jahre vorenthaltenn Besoldung, wie es nur möglich ist. Ich habe keinen Grund zu einem Entgegenkommen.

Und der Ruf des Berufsbeamtentums ist ohnehin schon immer wenig erbaulich gewesen. Selbst wenn wir unsere Jobs ehrenamtlich machen würden, würden sich noch Mitmenschen finden, die sich über uns und unsere Privilegien aufregen.

Wenn wir uns hier aktuell vernünftig und kooperativ zeigen würden, wenn wir, mit dem Blick auf das Gemeinwohl, unsere berechtigten Forderungen auf ein Minimum beschränken würden, würdest Du dann Dankbarkeit von Deinem Dh und der Bevölkerung erwarten?

Dein DH würde das Angebot ganz selbstverständlich annehmen und Dir bei nächster Gelegenheit zeigen, wie vergesslich er sein kann.

Angenommen, man würde sich auf eine symbolische Erhöhung um ein weiteres Prozent (1%!) einigen. Was glaubst Du wohl, wie die Reaktion in der Öffentlichkeit ausfällt?

3,36% in 2026, 2% per 01.03.27 und noch einmal 1% in 2028. Und dann bekommen wir noch einmal in 2027 ein weiteres Prozent zusätzlich? Das wird dann als Skandal ausgeschlachtet. Man wird wieder von den gierigen Beamten lesen können usw..

Anders gesagt: Jede Erhöhung, wirklich jede, wird unseren Ruf und unser Ansehen in der Öffentlichkeit weiter beschädigen.

Ich möchte leistungsgerecht und entsprechend der verfassungsmäßigen Regeln besoldet werden. Nicht mehr, allerdings auch nicht weniger. Ich halte wenig davon, wenn Politiker auf meinem Rücken und dem meiner Familie Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen betreiben, um das Geld an anderen Stellen mit vollen Händen rauszuwerfen.

Ich sagte es bereits, man kann und darf das anders bewerten. Ich will auch niemanden "missionieren". Trotz allem glaube ich, dass das Gesamtbild deutlich komplexer ist, als man es in seiner eigenen Gruppe gerade möchte. Es ist legitim, dass man das beste rausholen will. Ich würde auch nicht "nein" zu mehr Geld sagen. Trotz allem ist es eine Frage des Preises. Geld was in die Besoldung fließt, fehlt an anderer Stelle. Jetzt habe ich sicherlich nicht diese Dienstzeit hinter mir, so wie du. Ich bin eher ein "Newcomer", wenn man das nach 7 Jahren so nennen mag. Rein monetär kann ich auch nicht klagen, da lässt es sich meine o.g. Position sicherlich auch leichter vertreten. Ich halte trotzdem wenig davon, das Maximum herausholen zu wollen, einfach weil die Gegenpartei Jahrzehnte lang keine Wertschätzung geliefert hat. Das hat ein bisschen was von "Auge um Auge". Ich denke, dass schadet am Ende allen. Kann man aber ebenfalls anders sehen. Ich stimme zu, dass die Besoldung so ausgestaltet sein muss, wie es das Verfassungsgericht vorgibt. Schaut man zum Bund, dann scheint man hier ja durchaus einen akzeptablen Weg eingeschlagen zu haben. "Ja, aber Partnereinkommen...". Ja, ist richtig. Ist doof, wirkt unfair. Bis das BVerfG hier aber nicht entschieden hat, ist das erlaubt bzw. nicht verboten.

Persönlich mag ich Doppelmoral nicht, bzw. nur bis zu einem gewissen Grad. Ich habe bisher bei zwei Dienstherren gearbeitet, immer waren alle am stöhnen, wie schlecht doch die Bezahlung sein. Aber, und das gehört zur Wahrheit dazu, macht man sich im Amt auch nicht komplett kapput, Kaffeepausen sind auch noch drin, Möglichkeiten die Familie und den Beruf zu Vereinen sind ebenfalls vorhanden. Will es nicht pauschalisieren, mag auch bei euch anders sein. Ich kann nur berichten, was ich bisher z.T. gesehen hab. Das Klischee des faulen Beamten ist überspitzt, aber eben auch nicht komplett ungerechtfertigt. Ich finde ein gutes Beispiel ist auch dieses Forum. Ich lese hier in den Abendstunden, in meiner Freizeit. Wenn ich mir die Zeitstempel so ansehe, dann wird der Großteil der Beiträge zur üblichen Dienstzeit geschrieben. Will hier diesbezüglich keine Vermutungen anstellen, aber aufgefallen ist es mir schon. Worauf ich eigentlich hinaus möchte: Wenn man alles -nicht nur das monetäre- in die Waagschale wirft, stehen wir dann nicht vielleicht doch ganz gut da ? Ich meine diese Frage ganz ernst. Einfach, weil ich nur meine Lebenssituation beurteilen kann und z.T. die meiner (ehemaligen) Kollegen und einigen Freunden.

Schneewitchen

Zitat von: BeamterNRW in Heute um 00:26Ich sagte es bereits, man kann und darf das anders bewerten. Ich will auch niemanden "missionieren". Trotz allem glaube ich, dass das Gesamtbild deutlich komplexer ist, als man es in seiner eigenen Gruppe gerade möchte. Es ist legitim, dass man das beste rausholen will. Ich würde auch nicht "nein" zu mehr Geld sagen. Trotz allem ist es eine Frage des Preises. Geld was in die Besoldung fließt, fehlt an anderer Stelle. Jetzt habe ich sicherlich nicht diese Dienstzeit hinter mir, so wie du. Ich bin eher ein "Newcomer", wenn man das nach 7 Jahren so nennen mag. Rein monetär kann ich auch nicht klagen, da lässt es sich meine o.g. Position sicherlich auch leichter vertreten. Ich halte trotzdem wenig davon, das Maximum herausholen zu wollen, einfach weil die Gegenpartei Jahrzehnte lang keine Wertschätzung geliefert hat. Das hat ein bisschen was von "Auge um Auge". Ich denke, dass schadet am Ende allen. Kann man aber ebenfalls anders sehen. Ich stimme zu, dass die Besoldung so ausgestaltet sein muss, wie es das Verfassungsgericht vorgibt. Schaut man zum Bund, dann scheint man hier ja durchaus einen akzeptablen Weg eingeschlagen zu haben. "Ja, aber Partnereinkommen...". Ja, ist richtig. Ist doof, wirkt unfair. Bis das BVerfG hier aber nicht entschieden hat, ist das erlaubt bzw. nicht verboten.

Persönlich mag ich Doppelmoral nicht, bzw. nur bis zu einem gewissen Grad. Ich habe bisher bei zwei Dienstherren gearbeitet, immer waren alle am stöhnen, wie schlecht doch die Bezahlung sein. Aber, und das gehört zur Wahrheit dazu, macht man sich im Amt auch nicht komplett kapput, Kaffeepausen sind auch noch drin, Möglichkeiten die Familie und den Beruf zu Vereinen sind ebenfalls vorhanden. Will es nicht pauschalisieren, mag auch bei euch anders sein. Ich kann nur berichten, was ich bisher z.T. gesehen hab. Das Klischee des faulen Beamten ist überspitzt, aber eben auch nicht komplett ungerechtfertigt. Ich finde ein gutes Beispiel ist auch dieses Forum. Ich lese hier in den Abendstunden, in meiner Freizeit. Wenn ich mir die Zeitstempel so ansehe, dann wird der Großteil der Beiträge zur üblichen Dienstzeit geschrieben. Will hier diesbezüglich keine Vermutungen anstellen, aber aufgefallen ist es mir schon. Worauf ich eigentlich hinaus möchte: Wenn man alles -nicht nur das monetäre- in die Waagschale wirft, stehen wir dann nicht vielleicht doch ganz gut da ? Ich meine diese Frage ganz ernst. Einfach, weil ich nur meine Lebenssituation beurteilen kann und z.T. die meiner (ehemaligen) Kollegen und einigen Freunden.

Auch wenn ich eben eine grundlegend andere Position eingenommen habe, so möchte ich Dir doch sagen, dass ich Deine Haltung zur Sache absolut verstehen und akzeptieren kann🙂! Ich bin halt von vielen negativen Erfahrungen geprägt, die mich sehr unnachgiebig werden lassen.

Ich bin seinerzeit von der Wirtschaft in den öD gewechselt. Tatsächlich ist es so, dass es in mancherlei Hinsicht im öD etwas entspannter abläuft. Ich habe seinerzeit im öD den gleichen Job gemacht wie zuvor bei meinem letzten Arbeitgeber. Den Unterschied beim Stressfaktor habe ich schon gemerkt.

Das Gesamtpaket muss jeder für sich bewerten. Trotz der ganzen negativen Erlebnisse, habe ich den Weg in den öD nie wirklich bereut. Die Bezahlung bzw. deren Entwicklung, war hierbei aber sicher kein Positivfaktor.

Aus den o.g. Gründen bestehe ich auf die Wiederherstellung der aA. Für 2026 werde ich erneut Widerspruch einlegen, da ich dem Dispens nicht traue. Abhängig von dem, was da jetzt kommt, werde ich auch entscheiden, ob ich erstmalig Klage führen werde.

Ich bin wenig kompromissbereit. Das ist aber meine eigene Haltung zu der Sache. Ich will auch niemanden missionieren. So muss jeder für sich entscheiden, wie er mit der Thematik umgehen möchte.

Letztendlich wird es ohnehin zunächst mal zu einer von oben verordneten Kompromisslösung kommen.......




Rheini

@BeamterNRW

Hm.

Wieso ist aus deiner Sicht etwas erlaubt, bis es das BVerfG verboten hat? Stelle ich mir schwierig vor.

Und bzgl. deiner Moralkeule, fallen mir immer nur zwei Dinge ein.

1. Mein DH und ich haben ein gegenseitiges Dienst- und Treueverhältnis und ich beachte dies und ich erwarte von meinem DH genau dasselbe und aufs Geld bezogen erwarte ich daher nur genauso viel, wie mir zusteht. Nicht einen Cent mehr, aber auch keinen Cent weniger.

2. Aussage von einem Wirtschaftsboss nachdem der Dieselskandal aufgeflogen ist und er gefragt wurde, ob er seinen Kunden nicht entgegenkommen will (nicht wörtlich zitiert): Moral hat hier keinen Platz, es geht nur nach Recht und Gesetz.

Ansonsten finde ich deinen Vorwurf von was genau? Dienstzeitbetrug oder was, ziemlich deplaziert. Wenn Du so etwas befürchtest und Beweise hast, weißt Du sicher wie man es angeht. Hier viele unter einen Verdacht zu stellen, geht für mich moralisch gar nicht.

Und ich weise ich auf die Möglichkeit hin, die das BVerfG ausdrücklich im Urteil vom Sept. 25 als Prüfungsschritt ob die Besoldung ausnahmsweise niedriger sein darf als berechnet, ausdrücklich benannt hat. Eine Besoldung ist dann nicht zu niedrig bzw. darf unterschritten werden, wenn zeitgleich allen anderen auch Einschnitte zugemutet werden (auch kein Zitat, dafür bitte selber im Beschluss nachlesen).

Und zuletzt hat jeder die Möglichkeit mit seinen Bezügen das zu machen, was er möchte. Es gibt z. B. Möglichkeiten zu spenden und auch dem Staat Geld zu überweisen.

Schneewitchen

@BeamterNRW

Einige kleine Passagen Deines Beitrages (#862)möchte ich dann doch nicht unkommentiert lassen. Das ist mir bei meiner letzten Rückantwort gestern etwas zu sehr in den Hintergrund geraten bzw. durchgegangen:

1. "Das Klischee des faulen Beamten ist überspitzt, aber eben auch nicht komplett ungerechtfertigt": Das ist schon eine seltsame Form von Objektivität. Besser gesagt, es hört sich ziemlich objektiv an, wenn ein Beamter eine solche Aussage tätigt. Ich kenne beide Seiten. Ich habe in der sog. Freien Wirtschaft Lagerarbeiter hinter irgendwelchen Kisten hervorgezogen, weil die dort ihr Vormittagsnickerchen gehalten haben. Ich habe Bürosachbearbeiter erlebt, die während der Arbeitszeit online einer Nebentätigkeit nachgegangen sind oder Mitarbeiter, die geklaut haben wie die Raben. Das habe ich in der freien Wirtschaft erlebt, die uns doch angeblich so ein Vorbild sein soll, weil dort effizient, zielgerichtet und mit niemals endender Power das Bruttosozialprodukt gesteigert wird🤣😅😂!
Ich habe im Dienst Kollegen kennen und schätzen gelernt, die das mit der "vollen Hingabe" sehr ernst genommen haben. Ich habe erlebt, wie sich Kollegen geradezu kaputt geschuftet haben. Ich habe einen Suizidversuch miterlebt, weil die betreffende Mitarbeiterin einfach nicht mehr konnte und aber auch nicht "nein" zu sagen wagte. Bei drei Kollegen habe ich den vorzeitigen Abgang erleben müssen, weil sie im Dienst die Interessen der Öffentlichkeit verteidigt haben und dafür von "Kunden" tödlich verletzt wurden. Ich selber habe schon heikle Situationen erlebt und meine Familie wurde ernsthaft bedroht, weil ich das öffentliche Interesse, Recht und Ordnung nicht als beliebigen Maßstab meines Verwaltungshandelns betrachtet habe.
Selbstverständlich gibt es auch in unseren Reihen auch die weniger engagierten Kollegen, auch regelrecht faule Kollegen, die das System ganz gut auszunutzen wissen. So ist das eben. Jeder Personaler weiß, das es in einer Belegschaft mit "n" Mitarbeitern eine kleine Spitze von Leistungsträgern gibt, so wie es eine kleine Gruppe von Low-Performern gibt. Die Masse der Mitarbeiter dazwischen, macht (vereinfacht gesagt) ihre Arbeit, wogegen nichts zu sagen ist.
Dieses Modell trifft, nach meiner Erfahrung, eigentlich immer ganz gut zu. Und jetzt kommt es: Das bezieht sich aber auch auf die Personalkörper in der freien Wirtschaft.
Hier jetzt so zu tun, als würden wir uns als im öD auf der Insel der Glückseligen befinden, wo Faulheit zum akzeptierten Standard gehört und aktiv gelebt wird, dass ist m.E. unangemessen und im Kern der Botschaft vielen fleißigen Kollegen gegenüber ungerecht.

2."Wenn ich mir die Zeitstempel so ansehe, dann wird der Großteil der Beiträge zur üblichen Dienstzeit geschrieben"- Puh, das ist eine Aussage bzw, Schlussfolgerung, die ich so nicht bringen würde. Vor 30 Jahren hätte man so eine Schlussfolgerung vielleicht noch ziehen können. Im Jahre 2026 wird die Sache schon schwierig. Es gibt so viele denkbare Möglichkeiten, weshalb hier jemand z.B. um 11 Uhr am Vormittag einen Post absetzt. Schneewitchen z.B. hat keine festen Dienstzeiten und taucht hier daher durchaus zu allen Tageszeiten auf. Dann gibt es da noch Tausend andere, nachvollziehbare Gründe, weshalb hier zu den üblichen Bürozeiten geschrieben wird. Daraus den Schluss zu ziehen, den Du offenbar gezogen hast, würde ich mir daher verkneifen.

Und, um noch auf den Schluss Deines Beitrages kurz einzugehen: Ja, zweifelsohne ist es so, dass es uns doch Recht gut geht, insbesondere im Vergleich zu Mitarbeitern der freien Wirtschaft. Aber auch hier muss man differenzieren. Im Vergleich mit einem Mitarbeiter bei VW kommt man sicher zu einem anderen Ergebnis als bei einem Vergleich mit einem Büroangestellten beim DPD. Aber ja, uns geht es nicht schlecht ( was immer das für jeden Einzelnen heißen mag). Das ist für mich aber kein Grund dafür, dass ich auch nur ein Jota von den Ansprüchen aufgebe, die ich nach Recht und Gesetz habe. Niemand, auch nicht die vielgerühmten hocheffizienten Mitarbeiter der freien Wirtschaft tun das. Nicht einmal die Vorstände großer Aktiengesellschaften bringen so viel Großmut auf, selbst wenn die Zahlen eines Wirtschaftsjahres millionenschweren Bonuszahlen eigentlich nicht rechtfertigen.

In Bayern hat die bayrische Regierung beschlossen, dass den Beamten die Tarifübertragung erst ab Oktober gewährt werden wird. Gleichzeitig genehmigt sich der bayrische Landtag aber eine nette Diätenerhöhung ab 07/2026. Diese Denke, die ist nicht nur in Bayern vertreten. Solchen Leuten gegenüber sollen wir Zugeständnisse machen?

Deine diesbezügliche Haltung in allen Ehren, aber  wie ich schon schrieb, würde Dir/uns ein freiwilliger Verzicht, egal in welcher Ausprägung, niemand danken!

Fazit: Leben und leben lassen. Jede Medaille hat ihre zwei Seiten! Alle Klischees haben einen wahren Kern. Allerdings liegt die Wahrheit in der Regel irgendwo in der Mitte.

Und final: Kein Verzicht auf begründete Ansprüche!


AR76

Zitat von: Robertbob in Gestern um 13:13Aber du weißt schon, vor Gericht und auf hoher See, ist man in Gottes Hand.
Da hast du recht - aber da das BVerfG ja gesagt hat, dass der Beamte im Alleinverdiener Modell seine Familie ernähren können muss mit seiner Besoldung, wird ein fiktives Partnereinkommen gegen diese Vorgabe verstoßen. Das ist auch den Politikern klar, Dienstherr ist das falsche Wort. Aber sie spielen auf Zeit und auf das es wenige Nachzahlungen gibt.

Robertbob

Jetzt auf berechtigte Ansprüche zu verzichten, würde alles untergraben was Gerichte in den letzten Jahren als fehlerhaft ausgearbeitet haben und noch ausarbeiten werden. Auch die Richter vorm BVERFG würden sich verwundert die Augen reiben.

Rheini

#868
Ich finde es immer noch unfassbar, wie manche die Moralkeule herausholen und Gruppen, hier die Beamten, ein schlechtes Gewissen einreden wollen und unterschwellig mit dem Dienstrecht drohen.

Ich bin dann bereit mich moralisch zu verhalten, wenn die Gesellschaft sich insgesamt einigt, Moral als Leitbild zu verwenden. Dann könnte sich alle moralisch verhalten und z. B. alle Kinderanteile in der Besoldung die in den letzten Jahren zu niedrig bemessen waren unabhängig von einem WS / Klage, nachzahlen, um dieses Geld in die Bildung zu investieren.

Und mir fallen da viele weitere Themenfelder ein. Bis dies aber kommt, kann ich nur meine kleine Welt retten ....


Schneewitchen

Zitat von: Robertbob in Heute um 08:59Jetzt auf berechtigte Ansprüche zu verzichten, würde alles untergraben was Gerichte in den letzten Jahren als fehlerhaft ausgearbeitet haben und noch ausarbeiten werden. Auch die Richter vorm BVERFG würden sich verwundert die Augen reiben.

Korrekt! Sehe ich auch so! Und nochmals: Mir fällt keine Berufsgruppe ein, auch nicht die Gruppe der Politiker, die grundsätzlich so uneigennützig auf zustehende Entgelte verzichten würde. Warum sollte das bei uns anders sein?

Wir sind nicht der haushaltstechnischen Rettungsanker einer verkorksten Haushalts- und Finanzpolitik.