Autor Thema: Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung  (Read 337193 times)

Schokobon

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1815 am: 04.02.2020 13:57 »
Naja dann habt ihr ja genug Plätze, ist nicht überall so.
Wohl wahr.
Versagen der zuständigen Stellen.
Die Bedeutung von Zugangsvoraussetzungen zur Betreuungseinrichtung steigt mit sinkender Kostenbeteiligung der Eltern.

Wir sind gesellschaftlich auf Nachwuchs angewiesen und wollen aber auch, dass möglichst beide Eltern arbeiten gehen (was diese auch selbst wollen).
Bestimmt politisches Thema und auch kein Thema der Tarifverhandlungen - dazu noch rein subjektive Wahrnehmung - aber ich möchte auch mal loswerden: Ich kenne keine einzige Frau mit Kindern, die nicht lieber zu Hause bleiben würde oder wenn schon arbeiten, dann vielleicht 10 h/Woche.
Ich kenne auch Frauen, die gerne und viel arbeiten - diese haben aber keine Kinder.

Dieses Frauenbild, dass politisch propagiert wird - um das Gesetze, Einrichtungen, ja ganze Berufszweige drumherum gebaut werden um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen und in das Milliarden Euro gepumpt werden - habe ich im echten Leben noch nie gesehen.

Chrille1507

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1816 am: 04.02.2020 14:05 »
Ich kenne keine einzige Frau mit Kindern, die nicht lieber zu Hause bleiben würde oder wenn schon arbeiten, dann vielleicht 10 h/Woche.
Ich kenne auch Frauen, die gerne und viel arbeiten - diese haben aber keine Kinder.

Dieses Frauenbild, dass politisch propagiert wird - um das Gesetze, Einrichtungen, ja ganze Berufszweige drumherum gebaut werden um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen und in das Milliarden Euro gepumpt werden - habe ich im echten Leben noch nie gesehen.

Klingt für mich wie ein Betrag aus dem Jahre 1950  ;D

Also das ist natürlich auch je nach Region durchaus noch so aber ich zum Beispiel kenne keine Konstellation, wo es so wie gelebt wird.

RsQ

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1817 am: 04.02.2020 14:11 »
Es gibt hier im im Thread so viele Nebenthemen und -aspekte, die alle für sich spannend zu diskutieren sind.

Aber vielleicht gibt's ja einen Weg, diese jeweils auszulagern? Die Diskussionen führen ja doch meist sehr weit weg vom eigentlichen Thema ...

Phineas

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1818 am: 04.02.2020 14:38 »
Bestimmt politisches Thema und auch kein Thema der Tarifverhandlungen - dazu noch rein subjektive Wahrnehmung - aber ich möchte auch mal loswerden: Ich kenne keine einzige Frau mit Kindern, die nicht lieber zu Hause bleiben würde oder wenn schon arbeiten, dann vielleicht 10 h/Woche.
Ich kenne auch Frauen, die gerne und viel arbeiten - diese haben aber keine Kinder.

Dieses Frauenbild, dass politisch propagiert wird - um das Gesetze, Einrichtungen, ja ganze Berufszweige drumherum gebaut werden um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen und in das Milliarden Euro gepumpt werden - habe ich im echten Leben noch nie gesehen.

Jup, kein Thema der Tarifverhandlungen, wie ich eingangs bereits schrieb. Ich behalte es mir trotzdem vor, auf direkte Antworten zu reagieren.

Ich sehe nicht, wo die Feststellung, dass Kinderbetreuung eine gesellschaftliche Erfordernis ist und die meisten Elternpaare berufstätig sind und dass selbiges auch von der Gesellschaft so gewollt ist, eine rein subjektive Wahrnehmung ist. Das belegst du durch deinen Nachsatz doch entsprechend.

Davon abgesehen, sehe ich in meinem Umfeld überwiegend Frauen, die gerne Kinder haben möchten und sich diesen auch gerne die ersten 1-3 Jahre voll widmen möchten, bzw. maximal mit verkürzter AZ. Die danach aber auch gerne wieder voll in den Beruf einsteigen möchten, weil sie zu Hause mit Kindererziehung alleine unterfordert sind. Mithin werden die Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf hier rege in Anspruch genommen. Im Übrigen auch von unseren Männern. Der Bedarf ist also da.

Ich will natürlich nicht deine eigenen Erfahrungen wegdiskutieren. Sie zeigen ja nur, wie vielfältig hier die Bedürfnisse sind. Will man als AG seine Mitarbeiter nicht verlieren, wenn der Storch kommt, muss man Angebote schaffen.

was_guckst_du

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1819 am: 04.02.2020 14:40 »
ok,zurück zum Thema:

...ich wünsche mir, dass alle, die hier so vehement ihre persönlichen Wünsche äussern und vor allem erwarten, das die Gewerkschaften diese doch mal endlich berücksichtigen und auch durchsetzen sollen, in eine der Gewerkschaften eintreten, um dort für eine mehrheitliche Berücksichtigung der hier geäusserten Wünsche zu sorgen... ;D

...ach, nee...soweit geht die Liebe ja nun doch nicht...da muss man ja Beiträge zahlen...das sollen mal lieber die Anderen machen...ich maule hier besser umsonst (im wahrsten Sinne des Wortes) weiter... ::) ::)
Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung. Meistens sind sie ernster Natur, manchmal aber auch nicht. Bei einer obskuren Einzelfallpersönlichkeit antworte ich auch aus therapeutischen Gründen

Otto1

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1820 am: 04.02.2020 14:44 »
Es gibt hier im im Thread so viele Nebenthemen und -aspekte, die alle für sich spannend zu diskutieren sind.

Aber vielleicht gibt's ja einen Weg, diese jeweils auszulagern? Die Diskussionen führen ja doch meist sehr weit weg vom eigentlichen Thema ...

Dann ergänze ich mal die Zusammenfassung:

Laufzeit 12 Monate
Lineare Erhöhung in Höhe von 3%
Arbeitszeit: 39 Wochenstunden
echtes 13. Monatsgehalt
Option der monatlichen Auszahlung des 13. Monatsgehalts
echte stufengleiche Höhergruppierung
Entgeltgruppe 16
keine Entgeltgruppen 1 und 2
Strukturelle Verbesserung der Entgeltgruppen E9-16
Anpassung der Entgeltordnung u. a. im Bereich der Mangelberufe
Verringerung der Stufenlaufzeiten oder Reduzierung der Stufenanzahl
keine Unterscheidung der Tarifgebiete West und Ost
Betriebskindergarten und Spa-Bereich

DiVO

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1821 am: 04.02.2020 14:52 »
Wieso braucht es hierfür eine flächendeckene Finanzierung des Ausbildungsganges? Es kann jeder frei wählen was er lernen oder studieren möchte. Habe auch noch nicht gehört, dass es in anderen "Mangelberufen" ähnliche Forderungen gibt. Ich fände es absurd, wenn es heute heißen würde: Lehramtsstudiengänge in den Naturwissenschaften und Theologen, die Pfarrer werden möchten, sollen künftig ihr Studium komplett finanziert bekommen.

Zunächst einmal handelt es sich um eine Ausbildung und nicht um ein Studium. Insofern hinkt der Vergleich schon einmal. Zumal insbesondere Naturwissenschaftler später für ihr Studium auch idR mit einem erklecklichen Auskommen belohnt werden. Warum es trotzdem zu wenige MINT-Absolventen gibt, kann ich nur vermuten.

Und letzten Endes sind Erzieher, bzw. Kindergärten eine zentrale gesellschaftliche Säule. Wir sind gesellschaftlich auf Nachwuchs angewiesen und wollen aber auch, dass möglichst beide Eltern arbeiten gehen (was diese auch selbst wollen). Dazu braucht es nun einmal Kinderbetreuung oder wie willst du diesen Umstand sonst lösen? Wenn nun zu wenig Erzieher vorhanden sind, kann diese nicht mehr gewährleistet werden und man macht sich Gedanken, wie mehr Menschen in diesen Beruf gelockt werden können.

Lange Rede kurzer Sinn: Wenn man der Auffassung ist, dass unsere Gesellschaft auf eine flächendeckende Kinderbetreuung angewiesen ist, dann braucht es Lösungen um diese auch zu gewährleisten. Dann stößt man relativ schnell auf die Ausbildungsbedingungen und kann vermuten, dass die Entscheidung für diesen Beruf leichter fällt, wenn es dafür auch in der Ausbildung ein Gehalt gibt. Das wäre zumindest pragmatisch.

Wenn einem Erzieher aber so wichtig sind wie Theologen, dann erkennt man eben keinen Bedarf.

Erzieher werden bei uns, wenn sie als Fachkraft im Anstellungsschlüssel eingesetzt werden, in E8 eingestellt. Wenn sie die Leitungsfunktion in ihrer Einrichtung übernehmen haben sie derzeit die Möglichkeit, je nach Größe der Einrichtung, bis E12 zu kommen. Dieses Einstiegsgehalt, die Aufstiegsmöglichkeiten ohne Weiterbildungen wie ALII und eine Quasi-Jobgarantie halte ich für Anreiz genug die Ausbildung in Teilen selbst zu finanzieren.

In Bayern sind ja die drei der fünf Jahre mit dem größten Praxisteil bereits eh bezahlt. Die übrigen beiden Jahre sind rein schulisch und werden von der Person selbst getragen.

Kaffeetassensucher

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1822 am: 04.02.2020 15:28 »
Bestimmt politisches Thema und auch kein Thema der Tarifverhandlungen - dazu noch rein subjektive Wahrnehmung - aber ich möchte auch mal loswerden: Ich kenne keine einzige Frau mit Kindern, die nicht lieber zu Hause bleiben würde oder wenn schon arbeiten, dann vielleicht 10 h/Woche.
Ich kenne auch Frauen, die gerne und viel arbeiten - diese haben aber keine Kinder.

Dann kennst du aber meine Mutter nicht. Inzwischen in Rente, aber sie hat immer gearbeitet, weil sie es so wollte. Außer in der Zeit von Mutterschutz und Erziehungsurlaub (so hieß das damals, glaube ich, noch), was, da wir drei Kinder zeitlich recht nah beieinander waren, insgesamt auch kein so extrem langer Zeitraum war. Die meiste Zeit über hat sie Vollzeit gearbeitet, erst die letzten ca. 10 Jahre dann in einer 4-Tage-Woche.

Ist auch subjektiv und noch subjektiver ist wahrscheinlich, dass ich eigentlich nur Frauen kenne, die arbeiten wollen, auch mit Kind, auch Vollzeit oder zumindest mehr als 10 Stunden pro Woche. Dennoch ist klar zu sehen, dass der Bedarf nun mal da ist.

Um den Bogen zum Thema zurück zu bekommen: Eine Ausbildung zum Erzieher zu machen, bei der ich auch noch blechen müsste, wäre für mich ein klares K.O.-Kriterium, diesen Beruf zu lernen. Man muss fast schon sagen "leider" für andere offenbar nicht. Dann wäre die Schmerzgrenze für die AG schneller erreicht und sie würden eher Geld in die Hand nehmen und diese Ausbildung eben auch vergüten, statt sich darauf zu verlassen, dass ihnen die zukünftigen Erzieher und Erzieherinnen freudig mit dem Geld wedelnd entgegenspringen.

Kaffeetassensucher

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1823 am: 04.02.2020 15:31 »
Es gibt hier im im Thread so viele Nebenthemen und -aspekte, die alle für sich spannend zu diskutieren sind.

Aber vielleicht gibt's ja einen Weg, diese jeweils auszulagern? Die Diskussionen führen ja doch meist sehr weit weg vom eigentlichen Thema ...

Dann ergänze ich mal die Zusammenfassung:

Laufzeit 12 Monate
Lineare Erhöhung in Höhe von 3%
Arbeitszeit: 39 Wochenstunden
echtes 13. Monatsgehalt
Option der monatlichen Auszahlung des 13. Monatsgehalts
echte stufengleiche Höhergruppierung
Entgeltgruppe 16
keine Entgeltgruppen 1 und 2
Strukturelle Verbesserung der Entgeltgruppen E9-16
Anpassung der Entgeltordnung u. a. im Bereich der Mangelberufe
Verringerung der Stufenlaufzeiten oder Reduzierung der Stufenanzahl
keine Unterscheidung der Tarifgebiete West und Ost
Betriebskindergarten und Spa-Bereich

Ich ergänze noch:

Wahlmöglichkeit zwischen Reduzierung der Arbeitszeit und Entgelterhöhung

Phineas

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1824 am: 04.02.2020 16:12 »
Erzieher werden bei uns, wenn sie als Fachkraft im Anstellungsschlüssel eingesetzt werden, in E8 eingestellt. Wenn sie die Leitungsfunktion in ihrer Einrichtung übernehmen haben sie derzeit die Möglichkeit, je nach Größe der Einrichtung, bis E12 zu kommen. Dieses Einstiegsgehalt, die Aufstiegsmöglichkeiten ohne Weiterbildungen wie ALII und eine Quasi-Jobgarantie halte ich für Anreiz genug die Ausbildung in Teilen selbst zu finanzieren.

In Bayern sind ja die drei der fünf Jahre mit dem größten Praxisteil bereits eh bezahlt. Die übrigen beiden Jahre sind rein schulisch und werden von der Person selbst getragen.

E8 in SuE wohl gemerkt. Ganz ehrlich: Das ist kein schlechtes Gehalt unter den gegebenen Bedingungen und aus meiner Sicht auch nicht das entscheidende Problem. Wir müssen nun aber nicht so tun, als sei das ein besonders starker Anreiz, eine 5 Jahre andauernde Ausbildung weitestgehend selbst zu finanzieren und insbesondere mehr Männer in den Beruf zu kriegen. Das Problem hat doch schon unsere Familienministerin erkannt und wenn es bereits an dieser Stelle angekommen ist... nunja.

Ich schließe die Diskussion für mich mit dem Wunsch, das bayrische Entlohnungsmodell auf alle Bundesländer anzuwenden.

ok,zurück zum Thema:

...ich wünsche mir, dass alle, die hier so vehement ihre persönlichen Wünsche äussern und vor allem erwarten, das die Gewerkschaften diese doch mal endlich berücksichtigen und auch durchsetzen sollen, in eine der Gewerkschaften eintreten, um dort für eine mehrheitliche Berücksichtigung der hier geäusserten Wünsche zu sorgen... ;D

...ach, nee...soweit geht die Liebe ja nun doch nicht...da muss man ja Beiträge zahlen...das sollen mal lieber die Anderen machen...ich maule hier besser umsonst (im wahrsten Sinne des Wortes) weiter... ::) ::)

Die Gewerkschaften haben in den zurückliegenden Jahren nicht gerade Werbung für einen Beitritt meinerseits gemacht. Es kommt nichts Substantielles rum und man erkauft sich moderate Lohnerhöhungen mit Verschlechterungen in anderen Bereichen. Die Bedürfnisse der Bereiche ab E10 werden dabei auch noch von AG-Seite besser vertreten.

Aber gerne, wenn die verdi dieses Mal ein besseres Ergebnis mit weniger Folklore erreicht, überdenke ich noch einmal, ob ich wieder eintrete. Wenn ich aber weiterhin das Gefühl habe, dass man sich bei den "harten Nachtverhandlungen" eigentlich nur ein wenig mediales Tamtam bei Schampus im Pool hinter verschlossenen Türen genehmigt, bleibt es bei meiner Nicht-Mitgliedschaft.

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1825 am: 04.02.2020 16:27 »
Haben wir dann bei den Informatikern dann nicht ein Henne-Ei-Problem? Keine Informatiker, keine Digitalisierung, keine Digitalisierung, keine Informatiker.
Sehe ich nicht so:
Keine eigenen Informatiker, Digitalisierung wird durch externe Fremdfirmen gesteuert.

Wird dann evtl. teurerer und man lässt sich vielleicht mal ein X für nen U verkaufen.
oder besser gesagt: Keine Kompetenz in den eigenen Reihen, Abhängigkeit von externen Beratern.

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1826 am: 04.02.2020 16:35 »
Zur Digitalisierung gehört schon etwas mehr, als - überspitzt ausgedrückt - ein automatisierter Dienstreiseantrag. Ich spreche da eher  von flexibler Arbeit in Ort und Zeit, von schlankeren Entscheidungswegen, eigenverantwortlicherer Arbeit und einer Unternehmenskultur die dieses agilere Arbeiten auch unterstützt. Das sind alles Dinge, die ich ohne Informatiker auf den Weg bringen kann.
Richtig, Informatik ist im öD nur ein schlichter Dienstleister (ich verstehe mich zumindest als solchen).
Natürlich gehört zur Digitalisierung eine Transformation der Arbeitsweisen. Mit eAkten und und der Erfassung strukturierter, elektronisch verarbeitbaren Information ist ja nur das Fundament gelegt.
Und disloziertes Arbeiten etc. ist ja nur dann effektiv möglich wenn dieses Fundament steht.
Allerdings geht es nicht ohne MSc Informatiker da hin zu kommen, insbesondere innerhalb der entsprechenden Gremien. Denn wenn ich erlebe, wie ernsthaft von Entscheidern gesagt wird:
Da schicken wir ein PDF per Email und dann ist es doch digital.....

Schokobon

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1827 am: 04.02.2020 16:50 »
Dennoch ist klar zu sehen, dass der Bedarf nun mal da ist.
Das sehe ich auch so.

Ich sehe viele (junge) Mütter den ganzen Tag durch die Stadt hetzen zwischen Wohnung - KITA - Arbeit - KITA - Wohnung - Einkaufen - Kinderbetreuung am Abend - abends komatös ins Bett fallen. Der Tag ist bis zur letzten Minute durchgeplant und da darf dann auch gar nichts schiefgehen.

Diejenigen Frauen, die ich davon persönlich kenne, sagen, sie geben sich das alles nur wegen dem Geld.
Und nicht wegen der Arbeit an sich (Stichworte: Verwirklichung, Spaß, Entwicklung, Horizont, Kompetenzen, Berufung...siehe politisch/gesellschaftliches Frauenbild). Ist aber auch klar: Wer verwirklicht sich bitte im EMA beim Personalausweis ausstellen? Wer verwirklicht sich beim Bäcker am Brötchen verkaufen? Wer fühlt sich zu kaufmännischen Bürotätigkeiten "berufen"? Welche Frau sagt ernsthaft: Ich gebe meine Kinder lieber in fremde Hände (KITA) und bezahle das teuer nur um die damit gewonnene Zeit auf irgendeiner Arbeit zu verbringen?
Wenn sie könnten würden sie die Arbeitszeit drastisch herunterfahren oder ganz kündigen und sich anderen Dingen widmen, bis das Thema Arbeit wieder interessant wird (z.B. wenn die Kinder soweit selbständig sind, Schulalter etc.)

Das ist die Realität, die ich wahrgenommen habe.
Ausnahmen gibt es sicher, kenne aber keine.
Wir haben viele Frauen in Führungspositionen: Die haben alle keine Kinder.

Aber ja, ein Arbeitgeber muss auf diese Entwicklung reagieren und entsprechenden Handlungsspielraum haben, um auch diese Arbeitnehmer zu halten, falls er dies möchte.

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1828 am: 04.02.2020 16:59 »
Das ist die Realität, die ich wahrgenommen habe.
Die habe ich auch schon wahrgenommen.
Zitat
Ausnahmen gibt es sicher, kenne aber keine.
Wir haben viele Frauen in Führungspositionen: Die haben alle keine Kinder.
Ups? Na, denk mal nach....welche Führungsfrau hat sieben Kinder...Röschen?
unabhängig von dieser Ausnahme:
Meine wahrgenommene Realität beinhalten zu viele Frauen, die wesentlich mehr als 10h  nach einem Jahr arbeiten.
Und dieses nicht aus Geldnot, sondern weil sie wollten und Bock drauf haben. Und gestresster als die zuhause gebliebene kommen sie mir auch nicht vor.
In meinem Umfeld kann ich da nicht von Ausnahmen reden.

Aber ist auch nur subjektiv.

Otto1

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1829 am: 04.02.2020 17:08 »
Haben wir dann bei den Informatikern dann nicht ein Henne-Ei-Problem? Keine Informatiker, keine Digitalisierung, keine Digitalisierung, keine Informatiker.
Sehe ich nicht so:
Keine eigenen Informatiker, Digitalisierung wird durch externe Fremdfirmen gesteuert.

Wird dann evtl. teurerer und man lässt sich vielleicht mal ein X für nen U verkaufen.
oder besser gesagt: Keine Kompetenz in den eigenen Reihen, Abhängigkeit von externen Beratern.

Kenn ich auch aus meinem Bereich... Schlimm wenn die Leute in Rente gehen und man externes Know-how einkaufen muss, weil man es nun selbst nicht mehr kann...
« Last Edit: 04.02.2020 17:18 von Otto1 »