Autor Thema: Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung  (Read 612982 times)

BAT

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4365 am: 23.05.2020 11:05 »

Wer hat denn jetzt die Trennung der Kinder von den Eltern verlangt?

Es war deine Argumention, daß die von der Wirtschaft sehr gewünschte Rekrutierung der Arbeiterreserve zum Mitnahmeeffekt der Steuererhöhung aber halt auch der Entfremdung Eltern/ Kind beitragt. Das ist nicht sozial, sondern Kapitalwirtschaft in Reinkultur.

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4366 am: 23.05.2020 11:58 »
Wer eine psychische Erkrankung hat, wird therapiert und medikamentös eingestellt.

Ja- aber ist denn ihr Antrag auf entsprechende Behandlung noch immer nicht bearbeitet/bewilligt worden ? Hat Ihre private KV da etwa eine Versorgungslücke oder sind sich die Ärzte immer noch nicht einig, um welche Erkrankung es sich bei Ihnen im F-Bereich des ICD X handelt ?

Wenn Sie mal wieder mit Ministerpräsidenten im Gespräch sind- vielleicht können Sie ja den einen oder anderen auf ihre missliche Lage ansprechen. Und wenn gar nichts mehr geht; Wohlfahrtsverbände können da auch weiterhelfen.






Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4367 am: 23.05.2020 12:06 »
Das ist ganz putzig, aber niemand nimmt Leute ernst, die plenken.

Brownyy

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4368 am: 23.05.2020 12:19 »
Meinungen brauchen Raum. Da stören Satzzeichen.

Novus

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4369 am: 23.05.2020 22:32 »

Wer hat denn jetzt die Trennung der Kinder von den Eltern verlangt?
Es war deine Argumention, daß die von der Wirtschaft sehr gewünschte Rekrutierung der Arbeiterreserve zum Mitnahmeeffekt der Steuererhöhung aber halt auch der Entfremdung Eltern/ Kind beitragt. Das ist nicht sozial, sondern Kapitalwirtschaft in Reinkultur.

Nein, ganz sicher nicht. Meine Argumentation dient der Darstellung eines Synergiepotenzials zwischen Wirtschaft und "Sozialgedöns" wobei ich kein Freund von verbeamteten Sozialarbeitern -siehe failed state Berlin- bin, sondern das nüchtern und wissenschaftlich betrachten möchte. "Sozialgedöns" sollte immer einen Mehrwert für die Gesellschaft haben und keinesfalls einem Selbstzweck dienen.


Wer eine psychische Erkrankung hat, wird therapiert und medikamentös eingestellt.

Das ist eine sehr simple Sicht und findet in der Realität keinerlei Anwendung. Alle psychischen Erkrankungen aus dem Formenkreis der autisitischen Störungen, psychotischen Problematiken oder Schizophrenen Erkrankungen brauchen zu 99,9% "Sozialgedöns" um ins Arbeitsleben und die Gesellschaft zurück zu finden.

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4370 am: 23.05.2020 22:42 »
Die Realität ist so simpel - wer so nicht funktioniert, tut es auch durch Sozialgedöns nicht, sondern bleibt in Maßnahmen, Beruflichen Trainingszentren oder sonstigen kostspieligen und unproduktiven Einrichtungen hängen und findet eben nicht ins Arbeitsleben zurück, sondern lediglich in eine unproduktive, sich selbst erhaltende Sozialgedönsblase - also viel Geld für Sozialgedöns, um weiteres Sozialgedöns anzuleiern, bis jemand ein Einsehen hat und Rente bewilligt. Also Sozialgedöns weg, Rente gleich bewilligen und Geld sparen.

Otto1

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4371 am: 23.05.2020 22:46 »
Menschlichkeit? Nur mal so... manche Sache gehören sich halt einfach...

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4372 am: 23.05.2020 22:53 »
Was gehört sich?

Novus

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4373 am: 23.05.2020 23:04 »
Die Realität ist so simpel - wer so nicht funktioniert, tut es auch durch Sozialgedöns nicht, sondern bleibt in Maßnahmen, Beruflichen Trainingszentren oder sonstigen kostspieligen und unproduktiven Einrichtungen hängen und findet eben nicht ins Arbeitsleben zurück, sondern lediglich in eine unproduktive, sich selbst erhaltende Sozialgedönsblase - also viel Geld für Sozialgedöns, um weiteres Sozialgedöns anzuleiern, bis jemand ein Einsehen hat und Rente bewilligt. Also Sozialgedöns weg, Rente gleich bewilligen und Geld sparen.

Das entspricht nicht den Tatsachen, seit 20 Jahren begleite ich nun Menschen mit eben solchen Erkrankungen, gehöre zwar nicht zum "Sozialgedöns", weise das aber an und von 70 Patienten gehen 63 einer geregelten Arbeit nach. Vom Staatssekretär über den Ingenieur bis zum gehobenen Management eines DAX - Konzerns ist da alles dabei. Manche verdienen ein vielfaches meiner bescheidenen Alimentation und wären ohne "Sozialgedöns" jetzt eben solche angesprochenen Fälle einer Frühverrentung oder dauerhaft Arbeitsunfähig.
Die Welt ist nie einfach, wer glaubt das sie einfach ist eröffnet damit mehr Rückschlüsse auf sein eigenes Denkvermögen als auf die Welt selbst.
Dazu gibt es sogar eine zeitlich nahe eine Studie, reliabel und valide - ich such sie Morgen raus :D Heute = zu spät!

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4374 am: 24.05.2020 09:10 »
Oh, dann bin ich gespannt auf diese Studie, denn bisherige Erkenntnisse zeigten, daß es genau zwei Gruppen gibt: die, die medikamentös eingestellt nach kurzer Therapiezeit funktionieren, und jene, die es nicht tun. Bei ersteren gibt es keine Erkenntnisse, die eine signifikante Steigerung der Rückkehrquote in den ersten Arbeitsmarkt durch zusätzliches Sozialgedöns belegten, letztere kommen eh nicht in den ersten Arbeitsmarkt. Ich hätte nicht gedacht, daß man eine Doppelblindstudie an Menschen ersterer Gruppe durchführt, um eine solche Signifikanz zu belegen, denn alles andere wäre ja herrlich unaussagekräftig.

BAT

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4375 am: 24.05.2020 10:07 »

Nein, ganz sicher nicht. Meine Argumentation dient der Darstellung eines Synergiepotenzials zwischen Wirtschaft und "Sozialgedöns" wobei ich kein Freund von verbeamteten Sozialarbeitern -siehe failed state Berlin- bin, sondern das nüchtern und wissenschaftlich betrachten möchte. "Sozialgedöns" sollte immer einen Mehrwert für die Gesellschaft haben und keinesfalls einem Selbstzweck dienen.


Eine Darstellung zwischen Wirtschaft und Sozialgedöns, wo das Eine gar kein Sozialgedöns ist? Sortiere dich erst mal in aller Ruhe. Und dann überleg noch mal, was du so schreibst.

BAT

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4376 am: 24.05.2020 10:12 »

Das entspricht nicht den Tatsachen, seit 20 Jahren begleite ich nun Menschen mit eben solchen Erkrankungen, gehöre zwar nicht zum "Sozialgedöns", weise das aber an und von 70 Patienten gehen 63 einer geregelten Arbeit nach. Vom Staatssekretär über den Ingenieur bis zum gehobenen Management eines DAX - Konzerns ist da alles dabei. Manche verdienen ein vielfaches meiner bescheidenen Alimentation und wären ohne "Sozialgedöns" jetzt eben solche angesprochenen Fälle einer Frühverrentung oder dauerhaft Arbeitsunfähig.
Die Welt ist nie einfach, wer glaubt das sie einfach ist eröffnet damit mehr Rückschlüsse auf sein eigenes Denkvermögen als auf die Welt selbst.
Dazu gibt es sogar eine zeitlich nahe eine Studie, reliabel und valide - ich such sie Morgen raus :D Heute = zu spät!

Gibt es belastbare Daten, die zeigen, daß die Zuführung zum Arbeitsmarkt in der Fläche eine soziale Angelegenheit ist? Oder ist es vielmehr eine wirtschaftliche? Letzterem würde ich klar zustimmen. Bin aber andererseits aus der praktischen Erfahrung der Auffassung, daß mindestens die Hälfte der verstetigten Hartzer vom SGB II in das SGB XII überführt werden sollten.

Ich sehe immer noch nicht die soziale Komponente in deiner Argumentation.

Zugegeben hat Vieles von Spid kritisierten Sozialgedöns wichtige soziale Auswirkungen, aber oft eher für den Absender, nicht für den Adressaten.

Novus

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« Antwort #4377 am: 24.05.2020 12:47 »

Nein, ganz sicher nicht. Meine Argumentation dient der Darstellung eines Synergiepotenzials zwischen Wirtschaft und "Sozialgedöns" wobei ich kein Freund von verbeamteten Sozialarbeitern -siehe failed state Berlin- bin, sondern das nüchtern und wissenschaftlich betrachten möchte. "Sozialgedöns" sollte immer einen Mehrwert für die Gesellschaft haben und keinesfalls einem Selbstzweck dienen.


Eine Darstellung zwischen Wirtschaft und Sozialgedöns, wo das Eine gar kein Sozialgedöns ist? Sortiere dich erst mal in aller Ruhe. Und dann überleg noch mal, was du so schreibst.

Ich habe stets "überlegt" was ich schrieb und kann in meiner Argumentation auch Rückwirkend keine Fehler finden.
Ja, ich unterscheide zwischen med. -pädiatrischer Ausrichtung und Sozialpädiatrie ebenso wie zwischen Psychiatrie und Psychotherapie. Beides basiert auf humanmedizinischer Wissenschaft, enthällt im jeweils zweiten Fall aber größere Anteile von Sozialwissenschaftlichen Aspekten. Und wirkt nachweislich.

Ebenso ist zwischen Resozialisierung, Integration, Inklusion und Rehabilitation zu unterscheiden - 3 davon basieren zur Hälfte mehr auf Sozialwissenschaftlichen Thesen, eine größtenteils auf medizinischen Grundlagen.

Gerade in der der modernen Medizin sind die Übergänge fließend: Ein Beispiel:
In der Anfangsphase einer Diabetes Typ II sind die Chancen, gerade bei jüngeren Patienten, außerordentlich gut durch Ernährungs- und Verhaltensumstellungen soweit eine Besserung zu erreichen, dass die Patienten ohne zugabe von Insulinpräparaten ein relativ normales leben führen. Dies verhindert oder vermindert Spätfolgen und erhöht die Lebenserwartung. Auch Krankheitstage und Arbeitsunfähigkeiten oder Berufsunfähigkeit können so vermieden werden.
Diese Verhaltens- und Ernährungsänderungen werden durch Mediziner initiiert aber durch "Sozialgedöns" erst verfestigt; je Jünger der Patient desto mehr muss auch sein direktes Milieu mitverändert werden. Das macht aber kein Mediziner, sondern sogenannte "Rehabilitationspädagogen" - Heilpädagogen oder besonders geschulte Sozialarbeiter / Ernährungsberater.
Wird die Diabetes Typ II so eingestellt und behandelt, entstehen dem Staat weit weniger Kosten als bei einem Insulinpflichtigen Diabetiker mit entsprechenden Spätfolgen der Arbeitsunfähig wird.

Unsere Server werden gerade gewartet - ich kann erst Morgen wieder auf die Studien zugreifen, aber ich habe es nicht vergessen.
« Last Edit: 24.05.2020 12:59 von Novus »

Novus

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4378 am: 24.05.2020 13:08 »

Gibt es belastbare Daten, die zeigen, daß die Zuführung zum Arbeitsmarkt in der Fläche eine soziale Angelegenheit ist? Oder ist es vielmehr eine wirtschaftliche? Letzterem würde ich klar zustimmen. Bin aber andererseits aus der praktischen Erfahrung der Auffassung, daß mindestens die Hälfte der verstetigten Hartzer vom SGB II in das SGB XII überführt werden sollten.

Ich sehe immer noch nicht die soziale Komponente in deiner Argumentation.

Zugegeben hat Vieles von Spid kritisierten Sozialgedöns wichtige soziale Auswirkungen, aber oft eher für den Absender, nicht für den Adressaten.

Es geht hier aber um Tätigkeitsfelder welche den Sozialwissenschaften zugeordnet sind oder ihnen "entspringen" um nicht mehr oder weniger ging es mir - auch um die Abgrenzung zwischen Sozialwissenschaften und Genderwissenschaften, denn wärend das eine alle Grundlagen und Vorgaben einer Wissenschaft im eigentlichen Sinne erfüllt, tut es letzteres nicht.

In vielen Fällen dienen die Sozialwissenschaften in Reinkultur dem flexieblen Kapitalismus - und damit der Marktwitschaft, z.B. in der Marktforschung oder Marktanalysen im Bereich der Milieustudien -dann gibts keine soziale Komponente, diese war wie oben gesagt, nie Inhalt meiner Argumentation-
Hier ist das schön beschrieben: https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-3056-5/die-inklusionsluege/

Meine Kernaussage unverklausuliert: "Sozialgedöns" ist eine Wissenschaft, und kann in vielen Fällen der kapitalistischen Marktordnung hilfreich zur Seite stehen, Gelder sparen und den Steuerzahler nicht nur entlasten sondern richtig eingesetzt auch fiskalische Einnahmen generieren.
Und Sozialwissenschaften mit Genderforschung gleichzusetzen ist Mumpitz.

BAT

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« Antwort #4379 am: 24.05.2020 14:52 »
Novus, du schwenkst jetzt lustig von einem Teilbereich in den nächsten Teilbereich. Zunächst propagierst Du die volle Mobilisierung der Arbeiterreserve zur Steigerung der Steuereinahmen. Nochmals, was ist daran sozial?

Dann schwenkst du in Bereich - so denke ich - SGB V?

Hier gibt es nur eine gesellschaftliche Solidarität und zwar das Absehen von einer Kopfpauschale mit der Folge einer sozialen Entlastung der "schwächeren" Versicherten. Die Folgen auf der anderen Seite haben mit sozial zunächst nichts zu tun, andernfalls wäre bei der Therapie eine Sozialauswahl zu treffen.

Ich habe zudem große Bedenken, daß die Inklusion keine soziale Leistung ist, sondern ein flächendeckendes Downgrade der betroffenen Gruppen.

Der Ursprungsgedanke ist jedoch hier, ähnlich wie Genderwissenschaften, eine innere Beklemmtheit von Ungerechtigkeit und mangelnder Gleichberechtigung - was auch hier mehr über den Absender als den Adressaten aussagt.

Das hat aber alles nun nix mit unserem Tarif zu tun. Ich hoffe weiter auf eine Absenkung der Wochenarbeitszeit - hilfweise auch der Mindesturlaubszeit im Anteil - damit sich diese Aspekte der wissenschaftliche optimalen Sachlage insofern nähern.