Autor Thema: Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung  (Read 529086 times)

BAT

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4380 am: 24.05.2020 14:52 »
Novus, du schwenkst jetzt lustig von einem Teilbereich in den nächsten Teilbereich. Zunächst propagierst Du die volle Mobilisierung der Arbeiterreserve zur Steigerung der Steuereinahmen. Nochmals, was ist daran sozial?

Dann schwenkst du in Bereich - so denke ich - SGB V?

Hier gibt es nur eine gesellschaftliche Solidarität und zwar das Absehen von einer Kopfpauschale mit der Folge einer sozialen Entlastung der "schwächeren" Versicherten. Die Folgen auf der anderen Seite haben mit sozial zunächst nichts zu tun, andernfalls wäre bei der Therapie eine Sozialauswahl zu treffen.

Ich habe zudem große Bedenken, daß die Inklusion keine soziale Leistung ist, sondern ein flächendeckendes Downgrade der betroffenen Gruppen.

Der Ursprungsgedanke ist jedoch hier, ähnlich wie Genderwissenschaften, eine innere Beklemmtheit von Ungerechtigkeit und mangelnder Gleichberechtigung - was auch hier mehr über den Absender als den Adressaten aussagt.

Das hat aber alles nun nix mit unserem Tarif zu tun. Ich hoffe weiter auf eine Absenkung der Wochenarbeitszeit - hilfweise auch der Mindesturlaubszeit im Anteil - damit sich diese Aspekte der wissenschaftliche optimalen Sachlage insofern nähern.


Novus

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4381 am: 24.05.2020 19:36 »
Novus, du schwenkst jetzt lustig von einem Teilbereich in den nächsten Teilbereich. Zunächst propagierst Du die volle Mobilisierung der Arbeiterreserve zur Steigerung der Steuereinahmen. Nochmals, was ist daran sozial?

Nichts - aber die Grundlagen zur durchführung einer solchen "Aktion" (die ich nicht verlangt habe, dass ist ein Missverständnis deinerseits) wären die Sozialwissenschaften - und um die ging es, nicht daran was an Sozialwissenschaften Sozial sein soll.

Bitte lies die Diskussion von Anfang an, nicht nur teilbereiche, so ist kein Gespräch möglich.

Dann schwenkst du in Bereich - so denke ich - SGB V?

Und SGB VII sowie teile des BGB etc. ; das kann fast endlos fortgesetzt werden.

Hier gibt es nur eine gesellschaftliche Solidarität und zwar das Absehen von einer Kopfpauschale mit der Folge einer sozialen Entlastung der "schwächeren" Versicherten. Die Folgen auf der anderen Seite haben mit sozial zunächst nichts zu tun, andernfalls wäre bei der Therapie eine Sozialauswahl zu treffen.

Absolut zutreffend, habe ich nie anders verlautbaren lassen.

Ich habe zudem große Bedenken, daß die Inklusion keine soziale Leistung ist, sondern ein flächendeckendes Downgrade der betroffenen Gruppen.

Eine Meinung, nicht die meine, aber Bestandsfähig wenn gut untermauert. Möglich aber unerheblich für meinen Argumentationsansatz.

Der Ursprungsgedanke ist jedoch hier, ähnlich wie Genderwissenschaften, eine innere Beklemmtheit von Ungerechtigkeit und mangelnder Gleichberechtigung - was auch hier mehr über den Absender als den Adressaten aussagt.

Möglich- deshalb ist die Inklusionspädagogik auch nicht unumstritten innerhalb der Sozialwissenschaften, aber dennoch kann sie die Grundlagen einer Wissenschaft vorweisen, was die Genderforschung nicht kann.

Das hat aber alles nun nix mit unserem Tarif zu tun. Ich hoffe weiter auf eine Absenkung der Wochenarbeitszeit - hilfweise auch der Mindesturlaubszeit im Anteil - damit sich diese Aspekte der wissenschaftliche optimalen Sachlage insofern nähern.

Ich befürchte da fast eine Nullrunde für die Beschäftigten wegen der Kosten der Coronakrise

MrRossi

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4382 am: 25.05.2020 07:53 »
Stellt euch vor bei Porsche oder einer anderen großen Klitsche wäre die jährliche Erfolgsprämie so gestaffelt, dass die Putzfrau 100% erhält aber je höher die EG, desto weniger bekommt man.

Bsp. Porsche Erfolgsprämie 2018: 9700 für jeden der 25000 tariflichen Mitarbeiter: die Putzfrau 9700, der Facharbeiter 6000 und die Führungskraft 3500. Da würden sich aber auch alle Nicht-Porsche-Mitarbeiter fragen, was das für eine seltsame Regelung ist.

Und die IGM hat ja standardmäßig roundabout 13,25 Monatsgehälter: die Putzfrau erhält 13,25, der Facharbeiter 12,75 und die Führungskraft 12,35. Auch hier wären Fragezeichen nicht überraschend.

Nur mal als Vergleich. Und der ist nicht nur auf IGM übertragbar

Dein Vergleich hinkt, da es eine feste Basis hat. Die Basis hier aber variabel ist und mit der Lohngruppe ansteigt.
Hier sind 80% von niedriger EG meistens eben weniger wie 60 % von höherer EG.

RsQ

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4383 am: 25.05.2020 08:34 »
Bsp. Porsche Erfolgsprämie 2018: 9700 für jeden der 25000 tariflichen Mitarbeiter: die Putzfrau 9700, der Facharbeiter 6000 und die Führungskraft 3500. Da würden sich aber auch alle Nicht-Porsche-Mitarbeiter fragen, was das für eine seltsame Regelung ist.

Die "Kräfteverhältnisse" verschieben sich dabei aber doch nur marginal, oder? Was bekommt die Putzfrau bei Porche (sofern nicht längst an Sub-Subunternehmer ausgelagert) - 2.000 €/Monat? Und die Führungskraft? 20.000 €/Monat? Diese breiten Unterschiede - aufs Jahr gesehen - reißt doch keine Einmalprämie derart raus, dass sich der Privilegierte wünscht, lieber am unteren Ende der Einkommenskette zu stehen ...

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4384 am: 25.05.2020 08:57 »
Warum sollte eine Verzerrung des Entgeltgefüges überhaupt hinnehmbar sein? Und übertragen auf den TVÖD: Warum sollte man eine ohnehin völlig unzureichende Spreizung noch zusätzlich dämpfen?

MrRossi

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4385 am: 25.05.2020 10:23 »
Warum sollte eine Verzerrung des Entgeltgefüges überhaupt hinnehmbar sein? Und übertragen auf den TVÖD: Warum sollte man eine ohnehin völlig unzureichende Spreizung noch zusätzlich dämpfen?

Bisher kam der ÖD mit der Spreizung zurecht, dass sie jetzt völlig unzureichend sein soll halte ich für ein Gerücht.
Und: In anderen Tarifverträgen ist die Spreizung um wieviel unterschiedlicher?


Spid

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« Antwort #4386 am: 25.05.2020 10:24 »
Ich teile bereits die Prämisse, der öD käme mit der bisherigen Spreizung zurecht, nicht.

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4387 am: 25.05.2020 10:31 »
Bisher kam der ÖD mit der Spreizung zurecht, dass sie jetzt völlig unzureichend sein soll halte ich für ein Gerücht.
Und: In anderen Tarifverträgen ist die Spreizung um wieviel unterschiedlicher?
Woran ist das erkennbar?
Gute Fachkräfte bekommt man nicht mit dieser Spreizung nur selten eingestellt, die winken ab.
Minderwertige werden dann leider zu oft eingestellt, mit dem bekannten Ergebnissen.

MrRossi

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4388 am: 25.05.2020 10:41 »
Was ich nicht zwanghaft an der Spreizung festmachen kann.

Spid

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« Antwort #4389 am: 25.05.2020 10:50 »
Nein, aber zwangsweise.

Organisator

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« Antwort #4390 am: 25.05.2020 10:57 »
Nein, aber zwangsweise.

Nicht unbedingt. Das Entgelt ist ein wichtiger Faktor für die Personalgewinnung, aber nicht der einzige. Ein angenehmes Arbeitsumfeld und eine sinnstiftende Aufgabe ist für viele mindestens ebenso wichtig.

Spid

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« Antwort #4391 am: 25.05.2020 11:02 »
Wer eine "sinnstiftende Aufgabe" sucht, ist eh nicht zu gebrauchen. Zum Glück ergibt sich solcher Ausschuß häufig direkt aus dem Anschreiben, so daß man darauf keine Zeit verschwenden braucht. Ein "angenehmes Arbeitsumfeld" ist höchst subjektiv - und einer Regelung unzugänglich.

Organisator

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4392 am: 25.05.2020 11:11 »
Wer eine "sinnstiftende Aufgabe" sucht, ist eh nicht zu gebrauchen. Zum Glück ergibt sich solcher Ausschuß häufig direkt aus dem Anschreiben, so daß man darauf keine Zeit verschwenden braucht. Ein "angenehmes Arbeitsumfeld" ist höchst subjektiv - und einer Regelung unzugänglich.

Sinnstiftende Aufgaben sorgen für mehr und längere Motivation als ein bestimmtes Entgelt. Das hat schon Ford erkannt und mit Job-enlargement, -enrichment und -rotation dem Bore-out entgegengewirkt.

Und was als angenehm empfunden wird lässt sich durchaus empririsch erheben und somit einer Regelung zugänglich machen. Gedanken zum Anspruch auf Home-Office sind mittlerweile bis zum Gesetzgeber durchgedrungen, um nur ein Beispiel zu nennen.

Aber eine unterschiedliche Meinung zu dem Thema ist gar nicht verkehrt, die Vielfalt der Arbeitnehmer auch bei den Arbeitgebern abzubilden hat durchaus Sinn.

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4393 am: 25.05.2020 11:18 »
Sinnstiftende Aufgaben sorgen für mehr Engagement und Motivation bei AN, die derlei bedürfen - und auf die verzichte ich gerne.

Empirisch läßt sich eben nicht allgemein erheben, was individuell als angenehm empfunden würde. Das wäre ein ökologischer Fehlschluß. Du kannst es durch Befragung jedes Einzelnen individuell ermitteln und für diesen dann ein angenehmes Arbeitsumfeld schaffen oder durch Befragung einer hinreichend großen Zufallsstichprobe ermitteln, was die Mehrzahl der zu untersuchenden Population als angenehm empfände und dies umsetzen, was aber im jeweiligen Einzelfall eben auch - wegen der hohen Subjektivität - einfach furchtbar daneben liegen kann. Es gibt bspw. AN, für die ist Home Office ein Graus.

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4394 am: 25.05.2020 11:34 »
Womit kann man denn dann im öffentlichen Dienst noch seine Arbeitsplätze bewerben, wenn schon das Entgelt bescheiden ist und nun auch noch die Sinnhaftigkeit entfällt?