Autor Thema: Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung  (Read 87287 times)

Kaffeetassensucher

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #750 am: 19.12.2019 14:08 »
Wie genau dies am gerechtesten für den Großteil aller durchführbar ist, müssten dann die Tarifvertragsparteien ausbaldowern, dafür sind sie ja schließlich auch da.
Ich wüsste nicht das die Gewerkschaften für den innerbetrieblichen Ablauf einer Organisation da sind.  :o

Oh, okay, nein, in den innerbetrieblichen Ablauf hineinzugehen meinte ich damit nicht, das war missverständlich ausgedrückt, entschuldige bitte. Ging mir eher darum, wie viele Stunden weniger die einen und wie viele Prozente Entgelt mehr die anderen erhalten können bzw. würden.

Bei vergleichbaren Abschlüssen in jüngster Vergangenheit die so eine Wahlmöglichkeit gebracht haben, war soweit ich das sehen kann, jedes mal die verkürzte Arbeitszeit "rechnerisch" besser als die Prozente.

Es wird hier also (sofern überhaupt) sicherlich kein Ergebnis kommen, bei dem man weniger Zeit und Prozente rechnerisch gleichsetzen kann.
[/quote]

Dachte ich mir schon, dass beides nicht 1:1 gegenseitig übersetzt werden kann. Wenn es kommt (woran ich ebenfalls noch zweifle) wäre es dann aber eben an den Tarifvertragsparteien, einen bestmöglichen Kompromiss zu finden.


Es wird hier also (sofern überhaupt) sicherlich kein Ergebnis kommen, bei dem man weniger Zeit und Prozente rechnerisch gleichsetzen kann.
Wäre ja Lustig wenn man 2% Lohnerhöhung in 2% Stundenverkürzung umrechnet, ist es halt knapp eine 1h weniger arbeiten in der Woche.

Klingt tatsächlich nicht viel. Bei 3 oder 4 % Lohnerhöhung sähe das aber evtl. wiederum anders aus. Und eine Stunde weniger pro Woche wäre jetzt auch nicht so schlecht, dann müsste ich zumindest Montag bis Donnerstag weniger Gleitzeitstunden aufbauen, um freitags früher nach Hause zu können.

DiVO

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #751 am: 19.12.2019 14:17 »
Ich verstehe das System der Wochenarbeitszeit nicht. Im Endeffekt wird man hier nicht für eine vollbrachte Arbeitsleistung, sondern ganz platt ausgedrückt für Anwesenheit bezahlt. In den Wochen, in denen wenig los ist, füllen die Sachbearbeiter hier ihre Tage mit Kaffeeklatsch, Tee trinken, Deko umstellen usw. aus, damit sie auf ihre Sollarbeitszeit oder ein kleines Plus kommen und in den Wochen mit viel Arbeit bauen sie natürlich ein Plus. Ich persönlich bin für Vertrauensarbeitszeit. Wenn ein Sachbearbeiter A die gleiche Arbeit wie Sachbearbeiter B in einer halben Stunde weniger pro Tag vollbringt, soll er aus meiner Sicht auch früher heim gehen ohne ein Minus zu haben.

Irgendwo hier in diesem Forum habe ich mal folgenden Spruch gelesen: Also manche bei uns hier im Amt, die bestimmen ihren Stundenlohn quasi selbst, indem sie ihr Arbeitstempo entsprechend gedrosselt haben.

Fragmon

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #752 am: 19.12.2019 15:13 »
Ich verstehe das System der Wochenarbeitszeit nicht. Im Endeffekt wird man hier nicht für eine vollbrachte Arbeitsleistung, sondern ganz platt ausgedrückt für Anwesenheit bezahlt. In den Wochen, in denen wenig los ist, füllen die Sachbearbeiter hier ihre Tage mit Kaffeeklatsch, Tee trinken, Deko umstellen usw. aus, damit sie auf ihre Sollarbeitszeit oder ein kleines Plus kommen und in den Wochen mit viel Arbeit bauen sie natürlich ein Plus. Ich persönlich bin für Vertrauensarbeitszeit. Wenn ein Sachbearbeiter A die gleiche Arbeit wie Sachbearbeiter B in einer halben Stunde weniger pro Tag vollbringt, soll er aus meiner Sicht auch früher heim gehen ohne ein Minus zu haben.

Irgendwo hier in diesem Forum habe ich mal folgenden Spruch gelesen: Also manche bei uns hier im Amt, die bestimmen ihren Stundenlohn quasi selbst, indem sie ihr Arbeitstempo entsprechend gedrosselt haben.

Das Problem besteht aber durch fehlende Leistungsanreize. Im Zweifel bekommt der TOP perfomer mehr Aufgaben übertragen und zwingt ihn so zur Arbeit, während der lowi eher gehen kann da er nur wenig Aufgaben bekommt. Trotzdem erhalten beide im öD das gleiche Entgelt. Leistungselemente und Lob werden eh nach Gießkanne bezahlt. Ohne benchmarking ist so etwas nur schwer umzusetzen.

Kryne

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #753 am: 19.12.2019 16:15 »
Es wird hier also (sofern überhaupt) sicherlich kein Ergebnis kommen, bei dem man weniger Zeit und Prozente rechnerisch gleichsetzen kann.
Wäre ja Lustig wenn man 2% Lohnerhöhung in 2% Stundenverkürzung umrechnet, ist es halt knapp eine 1h weniger arbeiten in der Woche.

Und die Microsoft "Studie" würde ich nicht als solche bezeichnen, einen einmonatigen Test und als Vergleich eine Vorjahr.... und ein Produktivitätsbegriff der Unklar ist.  Natürlich steigert sich die Produktivität, wenn man 20% Strom und Heizung spart, weil man zu macht. Oder wenn man Meetings per Viedo und nicht mit Reisen macht und auf 30min begrenzt, anstelle den Kaffeklatsch da mit einzubeziehen.
Hat aber alles nichts mit der Reduktion zu tun, sondern sind ja nur Orga
Ist BILD Zeitungs gerassel, mehr mEn mehr nicht und eignet sich nicht als Aussage.

Kann dir nur sagen was halt bisherige Ergebnisse solcher Abschlüsse waren. Du kannst ja selbst mal recherchieren. Ich habe da die Vermutung, dass man von AG Seite aus vielleicht sogar die Stundenreduktion Schmackhafter machen möchte, um Geld zu sparen und die Arbeit wird am Ende so oder so erledigt.

Ingenieure bei der DB (Netz?) (oder DB Infrastruktur irgendwas, bin mir grad net sicher) können jedes Jahr aufs neue wählen, ob sie für das kommende Jahr 2 Stunden weniger Arbeiten wollen pro Woche, 3% mehr Geld möchten oder 5 Tage mehr Urlaub.


Ich habe natürlich auch nur die Schlagzeile gelesen im Microsoft Fall. Aber nach dem Experiment folgte eine genaue Auswertung der Ergebnisse und diese kann man nicht wegdiskutieren. Wenn du aber mal auf Google nach wissenschaftlichen Papern usw. suchst, dann findest du auch einiges dazu. Vieles halt auf Englisch, aber alles mit augenscheinlich ähnlichen Ergebnissen.


WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #754 am: 19.12.2019 16:34 »
Kann dir nur sagen was halt bisherige Ergebnisse solcher Abschlüsse waren. Du kannst ja selbst mal recherchieren. Ich habe da die Vermutung, dass man von AG Seite aus vielleicht sogar die Stundenreduktion Schmackhafter machen möchte, um Geld zu sparen und die Arbeit wird am Ende so oder so erledigt.
Im Kern wäre es für den AG natürlich günstiger, da er in 90% der Fälle eben genau das machen wird: Weniger Stunden dafür gleiche Anzahl Personen und gleiche Leitung einfordern (oder automatisch erhalten).

Bei der MS Studie finde ich die 40% Steigerung sehr "nett" errechnen.
Aber gleichwohl denke ich auch, dass dieser Effekt da ist, sieht man ja oftmals bei TZ, die in 4-6h das gleiche wuppen wie die 8h Kräfte und man ja schon einige Berichte darüber gelesene hat. Aber idR eben eine Steigerung der Leistung der MA durch Reduktion der täglichen Arbeitszeit nicht durch die Einführung einer 4Tage Woche .

nichts_tun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #755 am: 19.12.2019 17:43 »
Immer bedenken, dieses Optionsmodell ist eigentlich die zweite Wahl, nachdem es versäumt wurde, sich auf gleichem Niveau mit Premium-Tarifverträgen in der Metall- oder Chemieindustrie zu halten, also z. B. eine 35-Stunden-Woche mit 13., vielleicht auch 14. Jahresgehalt zu haben.

Das halte ich für das Minimum für gute Tarifverträge.

Meine Vermutung geht in die Richtung, dass eine einheitlich Arbeitszeit - vielleicht 38h/Woche oder 38,5h/Woche- bei schrittweiser Anpassung im Osten seitens der AG favorisiert, um die genannten Schwierigkeiten, die ein Wahlrecht beinhaltet, zu umgehen.

Davon ab, haben wir gerade im Sozialbereich flächendeckend 150 % Belastung. Ob das dann 160 % wäre, macht für jene, die unter dem Arbeitsdruck noch nicht erkrankt sind, nicht mehr viel aus.
Neue Kräfte sind schwer zu bekommen, auch weil es keinen guten Tarifvertrag im öD gibt.

Was kann der Tarifvertrag für eure Mehrbelastung? Im Regelfall bezahlt der öD im "Sozialbereich", ich denke hier an die S-Entgeltgruppen, nicht schlecht.

BAT

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #756 am: 19.12.2019 17:52 »
Sozialverwaltung nenne ich das dann mal.

Mit ging es da nur darum, daß hier eine Arbeitsverdichtung befürchtet wird und ich entgegnen wollte, daß es bei Vielen nichts mehr zu verdichten gibt.

Bastel

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #757 am: 19.12.2019 19:08 »
Sozialverwaltung nenne ich das dann mal.

Mit ging es da nur darum, daß hier eine Arbeitsverdichtung befürchtet wird und ich entgegnen wollte, daß es bei Vielen nichts mehr zu verdichten gibt.

Dann wird halt weniger Energie in Sozialgedöns gesteckt...

BAT

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« Antwort #758 am: 19.12.2019 19:47 »


Dann wird halt weniger Energie in Sozialgedöns gesteckt...

Ich spreche von Pflichtaufgaben.

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #759 am: 20.12.2019 06:26 »


Dann wird halt weniger Energie in Sozialgedöns gesteckt...

Ich spreche von Pflichtaufgaben.
Wessen Pflichtaufgaben?
Ein Mitarbeiter hat nur begrenzte Pflichtaufgaben, wenn der AG für seine Pflichtaufgaben zu wenig HR stellt, dann ist es sein Problem und die Mitarbeiter sollten der Öffentlichkeit stecken, dass die da ihren Pflichtaufgaben bewußt nicht nachkommen.

was_guckst_du

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #760 am: 20.12.2019 08:30 »
Holla, die Waldfee...da ist man mal zwei Tage nicht im Büro und verpasst doch glatt die "Jahresendrallye" :D :D :D

..plötzlich taucht "DerMagellan" aus der Versenkung auf und man hat das Gefühl, dieser habe einige Male zu oft die Welt umsegelt, weil dessen Hirn sich offensichtlich - den physikalischen Trägheitsgesetzen folgend - einfach weiterdreht und daher leicht wirre Aussagern produziert...

...dazu passt das Zitat von Elke Büdenbender (Ehefrau des Bundepräsidenten), das ich heute in der Zeitung las: "Alles, was das Strafgesetzbuch nicht unter Strafe stellt, kann man in unserem Land sagen. Man muss aber damit leben, dass andere eine andere Meinung haben"...

...besonders mit dem zweiten Satz dieser Aussage, haben offensichtlich heute viele ihre Probleme...

Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung. Meistens sind sie ernster Natur, manchmal aber auch nicht. Bei einer obskuren Einzelfallpersönlichkeit antworte ich auch aus therapeutischen Gründen

BAT

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #761 am: 20.12.2019 09:04 »

Wessen Pflichtaufgaben?
Ein Mitarbeiter hat nur begrenzte Pflichtaufgaben, wenn der AG für seine Pflichtaufgaben zu wenig HR stellt, dann ist es sein Problem und die Mitarbeiter sollten der Öffentlichkeit stecken, dass die da ihren Pflichtaufgaben bewußt nicht nachkommen.

Du kannst nicht im Ansatz verständig lesen und verstehen, habe ich den Eindruck.

schnitzelesser

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #762 am: 23.12.2019 20:24 »
Ich würde mir übrigens wünschen, dass die arbeitnehmerseitigen Kündigungsfristen an die Fristen im Gesetz angepasst werden. Wie soll man mit zwei bis sieben Monaten Kündigungsfrist zum Quartalsende vernünftig den Arbeitgeber wechseln? Das ist wie Knast.

WasDennNun

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« Antwort #763 am: 24.12.2019 07:34 »
Ich würde mir übrigens wünschen, dass die arbeitnehmerseitigen Kündigungsfristen an die Fristen im Gesetz angepasst werden. Wie soll man mit zwei bis sieben Monaten Kündigungsfrist zum Quartalsende vernünftig den Arbeitgeber wechseln? Das ist wie Knast.
Wie meinen?
Du willst also zweierlei Kündigungsfristen eine die für den AN gilt und eine die nur für den AG gilt?! oder willst du einen grundsätzliche Reduktion der Kündigungsfristen auf 6 Wochen für AG und AN?

Und nichts für ungut, aber ich kenne genug Menschen, die haben auch bei einer Kündigungsfrist von 6 Monaten es geschafft dem "Knast" zu entkommen.
Mal einvernehmlich mal mit Ausbruch.

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #764 am: 24.12.2019 07:41 »

Wessen Pflichtaufgaben?
Ein Mitarbeiter hat nur begrenzte Pflichtaufgaben, wenn der AG für seine Pflichtaufgaben zu wenig HR stellt, dann ist es sein Problem und die Mitarbeiter sollten der Öffentlichkeit stecken, dass die da ihren Pflichtaufgaben bewußt nicht nachkommen.

Du kannst nicht im Ansatz verständig lesen und verstehen, habe ich den Eindruck.
Stimmt. Deswegen habe ich ja eine Frage gestellt. Also kläre mich bitte auf.....

Andererseits,

kann ich dafür verständig denken und sinnvoll handeln und da mangelt es andererseits bei einigen manchmal.