Autor Thema: Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung  (Read 76717 times)

MalZu

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #825 am: 30.12.2019 15:09 »
Ich wünsche mir eine einfachere Tabelle die nicht mehr auf Absitzen ausgelegt ist. 1 Jahr Verweildauer in jeder Stufe wäre mehr als genug. Es geht dabei ja nicht um Zugewinn an Erfahrung und Leistungsfähigkeit,  sondern um Vorenthaltung des vollen Lohn (= Endstufe).
Oder 3 Stufen automatisch nach Verweildauer und die folgenden 3 Stufen nur bei überdurchschnittlicher Leistung und anlassbezogen ohne jeglichen Automatismus.
Das sich z.B. E4 und E8 oder E9 und E14 oder E10 und E15 überschneiden ist für mich nicht nachvollziehbar. Maximal sollte sich die Endstufe einer EG mit der 1. Stufe der direkt nachfolgenden EG überschneiden.

Es sollte auch daran gearbeitet werden wieder eine ordentliche Spreitzung zwischen den EGs herzustellen. E15 ist schlicht viel zu niedrig.


Sehr treffend formuliert! Vielen Dank!

MalZu

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #826 am: 30.12.2019 15:28 »
Aus der Kollegenschaft wird seit Jahrzehnten der Wunsch nach tariflich fixierter Beteiligung des Dienstgebers an unseren immensen Fort - und  Weiterbildungskosten ( FB und WP) zur Umsetzung gefordert. FB / WB und  externe Supervision ( SV)  sind unabdingbare Pfeiler der Qualität der heilkundlichen Berufsausübung zum Wohle der Inanspruchnehmenden. So investieren wir versteuerte Nettobezüge in FB / WB / SV zur Aufrechterhaltung unserer Tätigkeiten.
Meine Frage an die Spezialisten unter uns: Könnte die Aufnahme dieser Forderung nach "Beteiligung durch die AG " realisiert werden?
Vielen Dank!

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #827 am: 30.12.2019 16:11 »
Wenn der AG Fort- /Weiterbildung möchte/erwartet, zahlt er es auch - ansonsten läßt man es als abhängig Beschäftigter einfach sein. Wenn man dann irgendwann die Blutegel ansetzt oder einen Aderlass vornimmt, das aber irgendwie nicht mehr State of the Art ist, ist das ein reines AG-Problem.

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #828 am: 30.12.2019 17:46 »
Sprünge von 4 bis 12 % reichen natürlich nicht.
Horizontal wohlgemerkt, reicht das auch nicht? Nur durch aussitzen 12% (ohne Änderung der Tätigkeiten) mehr bekommen ist nicht ausreichend? ok auch ne Einstellung...

Zitat
Da ich in Stufe 6 bin, habe ich natürlich da meinen konzentrierten Blick drauf, und wenn ich hier die höheren Beträge sehe, halte ich das für etwas arg schräg (wegen AII kommen für mich viele E-Gruppen in Frage). Das Plus bei HG in

9a: 651 €
9b: 290 €
9c: 186 €
10: 196 €
11: 497 €

ist schon keinesfalls als linear zu sehen.
Warum sollte das linear sein, der "Mehrwert" für den AG,  die du schaffst innerhalb einer höheren EG ist ja auch  nicht linear. Bzw. die Erhöhung der Tätigkeiten sind nicht linear.
und wenn du dir anguckst was der Sprung E12 auf E13 bringt. Dann kannst du dir nur die Augen reiben.
Aber das eine ist für eine Berufsgruppe der Einstieg (E13), das andere eher Ende Gelände.
Zitat
Bei mir kündigt sich gerade ein kleiner Streit mit dem AG an, warum ich mich nicht auf E10 bewerbe. Mein Einwand: lohnt sich nicht. AG: wir haben aber in den AII investiert. Ich: dann zahlt Zulage oder Sonderurlaub.
Das ist ja auch ok, dir ist die offensichtlich die (vermeintlich) höhere Belastung in der höheren EG nicht das höhere Entgelt wert.
Andere sehen nur das Geld.
Andere sehen darin keine Mehrbelastung (im Gegenteil, evtl. sogar eine Entlastung, weil attraktivere Stelle)
Das muss ja jeder individuell mit sich und dann mit seinen AG aushandeln.

JahrhundertwerkTVÖD

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #829 am: 30.12.2019 18:43 »
Erfahrungsgemäß interessiert sich die Gewerkschaft nicht für die Probleme in den oberen Regionen.
Dort befindet sich nicht ihre Hauptklientel.
Die Steigerungen in den unteren und mittleren EGs wurden durch Reduzierungen in den höheren EGs eingekauft und die Masse  war zufrieden.
Wenn interessiert es dass Fachkräfte, Ingenieure und Führungskräfte praktisch nicht mehr zu finden sind?
Hier wird sich auch künftig nichts ändern, falls Verdi seine Tarifpolitik nicht drastisch ändert?
Die Einkommensunterschiede sind mittlerweile extrem.
Da könnten gleich 20% Forderungen gestellt werden. Dies wird nie umsetzbar sein.
Es ist eher wahrscheinlicher dass weitere Kürzungen anstehen um nun das Digitalpacket zu erhalten.
Wie früher halt beim Wechsel zum TVÖD.

Ganz klare Forderungen:
JSZ für alle auf 100%
Mindestens 5 % bis EG9
Mindestens 15% ab EG9

BAT

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #830 am: 30.12.2019 20:17 »

Das ist ja auch ok, dir ist die offensichtlich die (vermeintlich) höhere Belastung in der höheren EG nicht das höhere Entgelt wert.
Andere sehen nur das Geld.
Andere sehen darin keine Mehrbelastung (im Gegenteil, evtl. sogar eine Entlastung, weil attraktivere Stelle)
Das muss ja jeder individuell mit sich und dann mit seinen AG aushandeln.

Also da ich von den Stufen nichts halt, ist mir auch die horizontale Entwicklung suspekt bzw. ich halte diese teils extreme Gehaltszuwächse durch Absitzen für Unfug (zumal ich diese dämliche 9-jährige Laufzeit hatte, da erzähl mir nichts mit großen Zuwächsen).

Und natürlich: wenn ich linear fordere sind hiervon auch entsprechende Abänderungen bei den Tätigkeitsmerkmalen gefordert, sonst wäre es ja inkonsistent.

Na ja, und bei uns kommen ab E10/A11 mindestens die Bereitschaft von ein, teils zwei Bereitschaftsdiensten bzw. Beteiligung beim Katastrophenschutz hinzu - und das für 70 € netto? Geschissen.

Aber sicher, da hat der Tarif jetzt nichts mehr mit zu tun. Dennoch: eine vernünftige Tabelle wäre schön, aber mit der Genese des TVÖD und meiner Restlaufzeit von 20 Jahren brauche ich wohl nicht mehr zu hoffen.

armerknecht

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #831 am: 30.12.2019 21:29 »
Mindestens 5 % bis EG9
Mindestens 15% ab EG9

Ich glaub der Raumpfleger würde es gerne andersrum haben.

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #832 am: 30.12.2019 21:45 »
Der Raumpfleger ist aber eine jederzeit ersetzbare Drohne ohne nennenswertes Qualifikationserfordernis.

MalZu

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #833 am: 30.12.2019 22:56 »
Wenn der AG Fort- /Weiterbildung möchte/erwartet, zahlt er es auch - ansonsten läßt man es als abhängig Beschäftigter einfach sein. Wenn man dann irgendwann die Blutegel ansetzt oder einen Aderlass vornimmt, das aber irgendwie nicht mehr State of the Art ist, ist das ein reines AG-Problem.


... oder ein reines Problem der Patientin; des Patienten!
Grüße!

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #834 am: 30.12.2019 23:14 »

Das ist ja auch ok, dir ist die offensichtlich die (vermeintlich) höhere Belastung in der höheren EG nicht das höhere Entgelt wert.
Andere sehen nur das Geld.
Andere sehen darin keine Mehrbelastung (im Gegenteil, evtl. sogar eine Entlastung, weil attraktivere Stelle)
Das muss ja jeder individuell mit sich und dann mit seinen AG aushandeln.

Also da ich von den Stufen nichts halt, ist mir auch die horizontale Entwicklung suspekt bzw. ich halte diese teils extreme Gehaltszuwächse durch Absitzen für Unfug .
Da bin ich voll bei dir!
Zitat
Und natürlich: wenn ich linear fordere sind hiervon auch entsprechende Abänderungen bei den Tätigkeitsmerkmalen gefordert, sonst wäre es ja inkonsistent.
Tja, da bin ich überfordert. Hast Du da Vorschläge? Über alle Berufszweige die da über den krummen Kamm geschoren werden? Insbesondere, da ich eh denke, dass das ortsspezifisch und individueller geregelt gehört, aber das passt nicht zur Gewerkschaftsideologie.
Zitat
Na ja, und bei uns kommen ab E10/A11 mindestens die Bereitschaft von ein, teils zwei Bereitschaftsdiensten bzw. Beteiligung beim Katastrophenschutz hinzu - und das für 70 € netto? Geschissen.
Ups außertariflich  8)
Und wenn das zum Gesamtpaket gehört, dann umso mehr geschissen drauf.
Zitat
Aber sicher, da hat der Tarif jetzt nichts mehr mit zu tun. Dennoch: eine vernünftige Tabelle wäre schön, aber mit der Genese des TVÖD und meiner Restlaufzeit von 20 Jahren brauche ich wohl nicht mehr zu hoffen.
Ich habe auch beruflich mit irrationalen gewachsenen Strukturen zu tun.
Und das im Technik Bereich. Also von dajer ....

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #835 am: 30.12.2019 23:16 »
JSZ für alle auf 100%
Mindestens 5 % bis EG9
Mindestens 15% ab EG9
Ersteres würde mir als starter reichen, der Rest dann via Öffnung für Zulagen in dem Bereich.
Dann kann der AG handeln wo er es Braucht

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #836 am: 31.12.2019 05:22 »
Wenn der AG Fort- /Weiterbildung möchte/erwartet, zahlt er es auch - ansonsten läßt man es als abhängig Beschäftigter einfach sein. Wenn man dann irgendwann die Blutegel ansetzt oder einen Aderlass vornimmt, das aber irgendwie nicht mehr State of the Art ist, ist das ein reines AG-Problem.


... oder ein reines Problem der Patientin; des Patienten!
Grüße!

Die Probleme der Kunden sind die Probleme des AG. Man sollte sie sich nicht zu eigen machen.

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #837 am: 31.12.2019 05:25 »
Zitat
Na ja, und bei uns kommen ab E10/A11 mindestens die Bereitschaft von ein, teils zwei Bereitschaftsdiensten bzw. Beteiligung beim Katastrophenschutz hinzu - und das für 70 € netto? Geschissen.
Ups außertariflich  8)
Und wenn das zum Gesamtpaket gehört, dann umso mehr geschissen drauf.

Warum sollte E10 außertariflich sein?

JahrhundertwerkTVÖD

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #838 am: 31.12.2019 11:22 »
Er meinte die Zulagen als außertariflich, nicht die E10.
M.E. regelt der Tarif die Vergütung von Bereitschaftszeiten und Rufbereitschaften.

Es gibt allerdings auch folgende Konstellationen.
Die Gemeinde hat z.B. Rufbereitschaften in der Wasserversorgung, Bauhof, Kläranlage, Hausmeister usw.
Diese sind, wie bereits erwähnt, im Tarifvertrag geregelt und werden vergütet.
Nun gibt es allerdings auch noch  gerade im technischen Bereich, Vorgesetzte welche im Bedarfsfall vom Bereitschaftsdienst angerufen werden z.B. bei grösseren Problemen oder wenn weitere Entscheidungen benötigt werden. Diese sind nicht in der regulären Rufbereitschaft und der Tarifvertrag sieht diese Konstellation auch nicht vor. Es ist nicht planbar, wann diese angerufen und benötigt werden.
Wird nun eine Person  als Background, von 3, 4 oder 5 Rufbereitschaften angerufen summiert sich einiges.


Spid

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« Antwort #839 am: 31.12.2019 11:32 »
Von Zulagen war nicht die Rede.

Natürlich ist die beschriebene Konstellation tariflich geregelt: wenn der AN erreichbar sein soll und ggfs. seine Arbeit - die auch im Treffen einer Entscheidung bestehen kann - aufnehmen soll, muß der AG Rufbereitschaft anordnen und entsprechend vergüten, ansonsten besteht keine Verpflichtung dazu.