Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung

Begonnen von armerknecht, 08.10.2019 07:42

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Kryne

Ich frage mich wo alle sind denen es ja angeblich so schlecht geht ? Ich kenne persönlich niemanden der jetzt auf der Straße sitzt.

Wer seinen Job verliert, wird doch in Deutschland großzügig aufgefangen. Man muss ja nur mal über den großen Teich schauen und gucken was dort los ist jetzt. Ich sehe da bei uns überhaupt kein Problem.

Für die ganzen Schmarotzer die hier jeden Monat aus Steuermitteln Geld kassieren, ob mit oder ohne Corona Krise, ist doch auch immer genug Geld da. Wieso sollen jetzt die systemrelevanten Angestellten des öffentlichen  Dienstes verzichten ?

Kat

Zitat von: RsQ in 19.04.2020 17:08
Zitat von: Otto1 in 19.04.2020 16:33
Es wird doch mittlerweile von der größten Wirtschaftskrise überhaupt gesprochen

Das könnte bzw. wird sich auch auf die Tarifverhandlungen auswirken. Natürlich werden die AG mit null Prozent da rein gehen. Und auch in der Öffentlichkeit könnte es schwer zu vermitteln sein, dass Hunderttausende (wenn nicht gar Millionen) um ihre Existenz bangen, aber das aus Steuermitteln per se existenzgesicherte Personal der öD gern noch mehr hätte. Vielleicht wären 1-2 Jahre Dankbarkeit für einen sicheren Arbeitsplatz ja auch mal eine gute Ausgangsbasis.

sicheren Arbeitsplatz? Dir ist bekannt, daß der öD die Branche mit den meisten befristeten Verträgen ist?

Kaiser80

Zitat von: Kryne in 20.04.2020 08:04
Ich frage mich wo alle sind denen es ja angeblich so schlecht geht ? Ich kenne persönlich niemanden der jetzt auf der Straße sitzt.

Wer seinen Job verliert, wird doch in Deutschland großzügig aufgefangen. Man muss ja nur mal über den großen Teich schauen und gucken was dort los ist jetzt. Ich sehe da bei uns überhaupt kein Problem.

Für die ganzen Schmarotzer die hier jeden Monat aus Steuermitteln Geld kassieren, ob mit oder ohne Corona Krise, ist doch auch immer genug Geld da. Wieso sollen jetzt die systemrelevanten Angestellten des öffentlichen  Dienstes verzichten ?
Teile deinen Post nicht vollumfänglich, da ich in der Tat einige kenne die hart betroffen sind. Allerdings von einem vergleichsweise hohen Status quo aus betroffen. Vergleiche mit denen auf der anderen Seite des Teiches...nein Danke!

Ansonsten ist die abschließende Frage vollkommen zutreffend! Ohne den Großteil von "uns" ÖD, so verschieden wie er sein mag, sähe es verdammt düster aus.

Organisator

Zitat von: Kryne in 20.04.2020 08:04
Ich frage mich wo alle sind denen es ja angeblich so schlecht geht ? Ich kenne persönlich niemanden der jetzt auf der Straße sitzt.

Wer seinen Job verliert, wird doch in Deutschland großzügig aufgefangen. Man muss ja nur mal über den großen Teich schauen und gucken was dort los ist jetzt. Ich sehe da bei uns überhaupt kein Problem.

Wenn Du aufgrund von Kurzarbeit von 1.200,-- € netto nun nur noch 720,-- € netto hast tuts weh. Arg weh. Natürlich nicht so schlimm wie in den USA, aber unverschuldet und daher nicht ohne weiteres aus eigener Kraft änderbar.

Insoweit ists auch hier das Problem, dass kleine Gehälter durch KurzAG so reduziert werden, dass es existenzbedrohlich wird. Wer statt 4.000,-- € netto nur noch 2.400,-- € hat wirds leichter verkraften können.

Infa

Wer sowieso mit 1200 Euro überleben muss dem geht es eh nicht gut und die soziale Hängematte ist doch groß.

Im großen und ganzen wird natürlich das Kurzarbeitergeld ausgeschöpft und das auch von Millionen € Unternehmen aber die Anträge nach Leistungen nach dem SGB II sind doch fast so wie immer. Der große "run" ist bisher ausgeblieben und wird wohl auch nicht kommen.

Kryne

Zitat von: Organisator in 20.04.2020 08:23
Zitat von: Kryne in 20.04.2020 08:04
Ich frage mich wo alle sind denen es ja angeblich so schlecht geht ? Ich kenne persönlich niemanden der jetzt auf der Straße sitzt.

Wer seinen Job verliert, wird doch in Deutschland großzügig aufgefangen. Man muss ja nur mal über den großen Teich schauen und gucken was dort los ist jetzt. Ich sehe da bei uns überhaupt kein Problem.

Wenn Du aufgrund von Kurzarbeit von 1.200,-- € netto nun nur noch 720,-- € netto hast tuts weh. Arg weh. Natürlich nicht so schlimm wie in den USA, aber unverschuldet und daher nicht ohne weiteres aus eigener Kraft änderbar.

Insoweit ists auch hier das Problem, dass kleine Gehälter durch KurzAG so reduziert werden, dass es existenzbedrohlich wird. Wer statt 4.000,-- € netto nur noch 2.400,-- € hat wirds leichter verkraften können.

Also ich kenne in meinem Umfeld zwei Leute die in Kurzarbeit sind. Beide bekommen die 60/67% auf 80% aufgestockt.

Klar die müssen jetzt mal kürzer treten und können sich weniger "Luxus" leisten, aber existenzbedrohend ist es nicht. Und die haben auch bei weitem keine 4000€ netto normal.

Wer wirklich hart getroffen wird, kann ja sogar seine Miete aussetzen aktuell.

Und kann jemand der unter eine gewisse Einkommensschwelle rutscht nicht sogar auch Wohngeld beantragen für die Zeit der Kurzarbeit oder geht das nicht weil die Kurzarbeit nur temporär ist ? Da kenne ich mich nicht genau mit aus.

Klar ist das jetzt für einige mal etwas bitter, aber verhungern tut bei uns niemand und es wird auch keiner seine Wohnung verlieren, wenn er sich nicht völlig bescheuert anstellt.


heike2106

Wo steht das, dass der Arbeitsplatz sicher ist?

Auf dem Papier ist die Arbeitsplatzsicherheit doch genauso hoch, wie jeder x-beliebige Arbeitsplatz in der PW auch.

RsQ

Zitat von: heike2106 in 20.04.2020 08:54
Wo steht das, dass der Arbeitsplatz sicher ist?

Auf dem Papier ist die Arbeitsplatzsicherheit doch genauso hoch, wie jeder x-beliebige Arbeitsplatz in der PW auch.

Auf dem Papier, ja. Aber solange noch die Maßgabe/gelebte Praxis gilt, dass es im öD keine betriebsbedingten Kündigungen gibt, ist die Sicherheit schon eine deutlich höhere als in der PW (von denen, die arbeitsrechtlich die Unkündbarkeit auch als Angestellte schon erreicht haben, mal ganz abgesehen).

Die erwähnten befristeten Verträge kommen natürlich dazu. Aber auch hier werden viele MA des öD in ihrem Umfeld bald sehen, dass es Kolleginnen und Kollegen (deren Verträge jetzt eben nicht verlängert werden) unmittelbar trifft. Das steigert die Wertschätzung für die eigene Position dann vielleicht doch ein wenig.

Spid

Eine solche Maßgabe oder gelebte Praxis gibt es flächendeckend nicht - und die tarifliche ordentliche Unkündbarkeit ist keine Spezialität des öD.

heike2106

Zitat von: RsQ in 20.04.2020 10:00
Zitat von: heike2106 in 20.04.2020 08:54
Wo steht das, dass der Arbeitsplatz sicher ist?

Auf dem Papier ist die Arbeitsplatzsicherheit doch genauso hoch, wie jeder x-beliebige Arbeitsplatz in der PW auch.

Auf dem Papier, ja. Aber solange noch die Maßgabe/gelebte Praxis gilt, dass es im öD keine betriebsbedingten Kündigungen gibt, ist die Sicherheit schon eine deutlich höhere als in der PW (von denen, die arbeitsrechtlich die Unkündbarkeit auch als Angestellte schon erreicht haben, mal ganz abgesehen).

Die erwähnten befristeten Verträge kommen natürlich dazu. Aber auch hier werden viele MA des öD in ihrem Umfeld bald sehen, dass es Kolleginnen und Kollegen (deren Verträge jetzt eben nicht verlängert werden) unmittelbar trifft. Das steigert die Wertschätzung für die eigene Position dann vielleicht doch ein wenig.


Das ist wie, als würden sie dir verschwörerisch zuzwinkern, während sie dir sagen, das dein Arbeitsplatz sicher ist und du weniger Gehalt dafür akzeptieren sollst.

Solange es keinen festgeschriebenen Kündigungsschutz gibt, darf es auch nie Argumentationsgrund in den Verhandlungen sein.

WasDennNun

Zitat von: RsQ in 20.04.2020 10:00
Auf dem Papier, ja. Aber solange noch die Maßgabe/gelebte Praxis gilt, dass es im öD keine betriebsbedingten Kündigungen gibt,
hihi der war gut. In welchem Wattebausch lebst du denn.
Also ich habe schon diverse Wäschereien in Kliniken, Kantinen etc. im öD gesehen, die eine betriebsbedingte Kündigung erfahren haben.

Einige Kernaufgaben im öD (z.b. Verwaltung ist da sicherlich nicht von betroffen)
Auch ITler wurden durchaus mal gekündigt (weil outsourcing)....

Was natürlich stimmt Dinge die durch die strikte Tarifbindung von Vorteil sind: Man muss z.B. nicht in den Zwangsurlaub, weil man kann dich nicht zwingen.
In meinem Freundeskreis passiert das ständig. "Freiwillig", weil, wenn man den "angeordneten" Urlaub nicht nimmt, dann sieht die nächste Gehaltserhöhung evtl. schlechter aus.

Philipp

Gibt es denn überhaupt schon irgendeine Form der Rückmeldung von verdi, was man dieses Jahr als Forderung formulieren möchte? Oder spielen wir hier "Wunschkonzert" nur so?

Zum Vergleich Gehälter: Klar kann man nicht immer mithalten - ich habe häufiger schon gehört "selbst in der höchsten Stufe verdiene ich in der von Ihnen vorgeschlagenen EG weniger als jetzt", aber was soll man machen.
Soviel Differenz kann man auch mit Tariferhöhungen nicht auffangen.
Die Erhöhung ersetzt keinen Sprung in der EG und nach Stufe 6 ist nun mal Ende.

Kryne

Zitat von: Philipp in 20.04.2020 11:38


Zum Vergleich Gehälter: Klar kann man nicht immer mithalten - ich habe häufiger schon gehört "selbst in der höchsten Stufe verdiene ich in der von Ihnen vorgeschlagenen EG weniger als jetzt", aber was soll man machen.
Soviel Differenz kann man auch mit Tariferhöhungen nicht auffangen.
Die Erhöhung ersetzt keinen Sprung in der EG und nach Stufe 6 ist nun mal Ende.

Deshalb bedarf es meiner Meinung nach einer Anpassung der EGO im technischen Bereich. Ich weiß das sehen manche anders, aber im Endeffekt ist es so.

Kommen dann auf einmal alle Ingenieure und Informatiker angerannt und wollen in den ÖD ? Sicher nicht.

Wäre es ein Anfang und auch gerecht den aktuellen Bestand marktgerecht zu bezahlen ? Vielleicht.


Bastel

Zitat von: Philipp in 20.04.2020 11:38
Gibt es denn überhaupt schon irgendeine Form der Rückmeldung von verdi, was man dieses Jahr als Forderung formulieren möchte? Oder spielen wir hier "Wunschkonzert" nur so?

Aktuell deutet viel auf eine verkürzte Wochenarbeitszeit hin.

Kat

Zitat von: Bastel in 20.04.2020 11:43
Zitat von: Philipp in 20.04.2020 11:38
Gibt es denn überhaupt schon irgendeine Form der Rückmeldung von verdi, was man dieses Jahr als Forderung formulieren möchte? Oder spielen wir hier "Wunschkonzert" nur so?

Aktuell deutet viel auf eine verkürzte Wochenarbeitszeit hin.

Kann man das nachlesen? Wollen die noch mehr Überstunden produzieren?