Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 184480 times)

Kaiser80

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1215 am: 19.08.2020 16:03 »
Zu dem ersten Teil deiner Antwort „zwingt eigentlich einer Frau...“ möchte ich nichts schreiben, das klingt hart und unfair.
Die „unfairen Bedingungen“ sind nicht von mir, dass kannst du zb in einer Veröffentlichung von Ver.di NRW nachlesen, die aufgrund vieler Erfahrungen, und nicht aus Jux und Dollerei, sogar von manipulierten Bewerbungsprofilen „um es passend“ zu machen ist dort die Sprache. Aber eben auch, dass bei internen Besetzungen Frauen das Nachsehen haben, weil sie erst garnicht angesprochen werden. Usw. Sorry, hab ich etwa ein neues und hier unbekanntes Thema aufgemacht? Die Fakten stammen doch nicht von mir, warum darf man das hier nicht ansprechen?
Also im ersten Teil meiner Antwort habe ich ganz bewusst "die Frau" mit Bezug auf Berufsgruppen im ÖD geschrieben. Ich würde dich bitten soetwas korrekt zu zitieren. Meine Ausführungen waren nämlich alles andere als hart und unfair; wenn du es so verstanden hast, dann irrst du.
Die Ver.di veröffentlichung werde ich mir nicht ansehen. Und selbsverständlich ist dieses Thema nicht neu/unbekannt und natürlich darfst du das ansprechen. Ich finde die Diskussion ja durchaus interessant. Aber dass deckt sich absolut nicht mit meinen Erfahrungen im öD oder denen befreundeter/bekannter PR.

Organisator

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1216 am: 19.08.2020 16:16 »
Das ist nachvollziehbar, aber denkst du wirklich, dass diese Personengruppe über ein merklich höheres Einkommen verfügen wird unter den aktuellen Bedingungen? Deshalb denke ich, wenn, dann jetzt.
Du meinst also, wenn schon keine Gehaltssteigerung dann wenigstens Arbeitszeitverkürzung?
Aus meiner Sicht sollten die Arbeitnehmer Forderungen stellen und nicht schon von Anfang an die Arbeitgeberpostion einnehmen. Sonst könnte man sich die Verhandlungen sparen.

Und davon abgesehen, von Betreuung, insbesondere älterer Angehöriger kann doch jeder von heute auf morgen betroffen sein. Gerade angesichts des Pflegenotstandes kann man sich dann doch über flexible Möglichkeiten freuen, zb auch Homeoffice, wenn möglich.

In diesen Fällen gibt es bereits einen Rechtsanspruch auf Teilzeit, so dass dieser besondere Fall bereits abgedeckt ist, ohne dass es alle Arbeitnehmer negativ betrifft.

Homeoffice halte ich allenfalls für eine nicht so gute Forderung, da sie für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen vorteilhaft ist. Einführen sollte man das auf jeden Fall, nur nicht als Forderung für Tarifverhandlungen.

Juwel

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1217 am: 19.08.2020 16:24 »
Du solltest Deine eigene emotionale Fixiertheit nicht auf andere projizieren - und Gerechtigkeits-, Solidaritäts- und Gleichstellungsgeblubber nicht mit Argumenten oder Fakten. Bring solche und es wird sich damit auseinandergesetzt.

Ich bin gerne zu einer sachlichen Diskussion bereit, Spid oder BAT oder wie auch immer. Ich habe die Vorteile einer Arbeitszeitverkürzung detailliert für eine sehr große und bisher über die Maßen benachteiligte Beschäftigungsgruppe genannt; die Vorteile überwiegen jedoch noch darüber hinaus, wie geschrieben (mehr ging beim besten Willen nicht zwecks Lesbarkeit). Von dir kommt leider nur so, sorry, pauschales Gemaule und darüberhinaus sehr persönliche Angriffe bis zur üblen Beleidigung.

Also, wenn sachliche Diskussionen möglich sind, und du bist doch fachlich sehr kompetent, schreib mir einfach, an welcher Stelle ich falsche Daten oder Aussagen genannt habe. Ich bin zur Korrektur bereit, aber da bisher kein Gegenbeweis kam (außer, das private Probleme des AN den Arbeitgeber nichts angehen - Himmel, wozu das breite Gerede über Vereinbarkeit von Beruf und Familie?) sage ich weiter: die Verkürzung hat nunmal unter den aktuellen Bedingungen die besseren und nachhaltigeren Aussichten und Vorteile für alle, aber insbesondere endlich für die von mir genannte Beschäftigungsgruppe - Stück für Stück (Entgelt, Karriereaussichten weg. allgemein verkürzter Arbeitszeit, bessere Altersvorsorge, etc, ich wiederhole mich).
Nebenbei: Irgendwie ging es im alten Forum sachlicher und freundlicher zu; ich beobachte seit einiger Zeit sehr persönliche Angriffe und Abdriftungen, und habe erst überlegt, ob ich hier überhaupt zu einem seit langer Zeit sehr intensiv diskutierten Thema etwas schreiben kann, weil vermutlich schon alleine notwendige Begriffe wie „Frauen“ und „solidarisch„ denken auf Empfindlichkeiten stoßen, und richtig...sehr traurig.

Es fehlt bereits am Beleg einer Benachteiligung. Solidarität, Gerechtigkeit und Gleichstellung sind Gefühlchen und Buzzwords, keine Argumente. Davon hast Du bislang kein einziges gebraucht. Mithin fehlt es an der Basis einer sachlichen Diskussion, denn Du hast von Anfang an lediglich emotionalisiert.

„Es fehlt bereits am Beleg einer Benachteiligung“

Man kann natürlich alle Veröffentlichungen, angefangen mit den bundesministeriellen, über die gewerkschaftlichen bis hin zu den vielen Zeitungsartikeln (zb in Die Zeit, Süddeutsche etc.) und Veröffentlichungen von Vereinen komplett ignorieren. Und vielleicht sogar negieren, das ist Demokratie - aber auch eine Frage des Charakters.

Ich lass diesen Satz jetzt einfach mal so als Mahnmal stehen.


Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1218 am: 19.08.2020 16:29 »
Dieser Satz ist kein Mahnmal, er macht alle Deine Vorbringungen zu emotionalisierten Rumgeweine - und das muß schlicht niemanden interessieren - zumal Du an einer rationalen Auseinandersetzung nicht interessiert bist, weil sie unweigerlich zu der Erkenntnis führt, daß die strukturelle Ursache für die gefühlte Benachteiligung schlicht die Frauen selbst sind.

Juwel

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1219 am: 19.08.2020 16:36 »

Äh, ich bin seit 30 Jahren im öD und die Wochenarbeitszeit wurde nie angegangen, außer das sie mal vor 20 oder 25 Jahren von 38,2 auf 39 Stunden erhöht wurde. Was war vor 10 Jahren?
[/quote]

Die Antwort mit Fakten fehlt weiterhin ;)
[/quote]
Nach über einem Jahrzehnt sollte endlich wieder energisch die Wochenarbeitszeit angegangen werden.

Äh, ich bin seit 30 Jahren im öD und die Wochenarbeitszeit wurde nie angegangen, außer das sie mal vor 20 oder 25 Jahren von 38,2 auf 39 Stunden erhöht wurde. Was war vor 10 Jahren?

Die Antwort mit Fakten fehlt weiterhin ;)

Schon längst direkt beantwortet...

FGL

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1220 am: 19.08.2020 16:43 »
Man kann natürlich alle Veröffentlichungen, angefangen mit den bundesministeriellen, über die gewerkschaftlichen bis hin zu den vielen Zeitungsartikeln (zb in Die Zeit, Süddeutsche etc.) und Veröffentlichungen von Vereinen komplett ignorieren.
Da die Methodik ein ums andere Mal so aussieht, dass ein Ist-Vergleich der Geschlechter vorgenommen und jede zu Ungunsten der Frauen ausfallende Abweichung auf "Benachteiligung" zurückgeführt wird, sind solche Publikationen für gewöhnlich für die Tonne.

Juwel

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1221 am: 19.08.2020 16:46 »
Dieser Satz ist kein Mahnmal, er macht alle Deine Vorbringungen zu emotionalisierten Rumgeweine - und das muß schlicht niemanden interessieren - zumal Du an einer rationalen Auseinandersetzung nicht interessiert bist, weil sie unweigerlich zu der Erkenntnis führt, daß die strukturelle Ursache für die gefühlte Benachteiligung schlicht die Frauen selbst sind.

Doch.

Und da bislang kein einziges Gegenargument kam, das mit dem, dass private Problemen des AN den AG nichts angehen, ignoriere ich einfach mal aus arbeits(- und beamtenrechtlicher) Sicht.

Ich sehe einfach nur ein Gestrüpp an Worten aus Widerstand, evtl Neid, Machtkampf, Besitzansprüchen, Ignorieren und Negieren.
Aber vlt wächst darunter ja doch so etwas wie Erkenntnis und Bewusstsein.

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1222 am: 19.08.2020 16:49 »
Für ein Gegenargument bedarf es zunächst eines Arguments - ein solches fehlt von Dir bislang völlig. Das emotionalisierte Vorbringen von Buzzwords hilft Dir vielleicht in Deinem Frauengruppen-Safe Space-Gewerkschaftssumpf, aber weder im echten Läßt noch hier.

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« Antwort #1223 am: 19.08.2020 16:55 »
Für ein Gegenargument bedarf es zunächst eines Arguments - ein solches fehlt von Dir bislang völlig. Das emotionalisierte Vorbringen von Buzzwords hilft Dir vielleicht in Deinem Frauengruppen-Safe Space-Gewerkschaftssumpf, aber weder im echten Läßt noch hier.

Ich bin echt über dein Autocorrect erstaunt. Frauengruppen-Safe Space-Gewerkschaftssumpf geht durch, Leben jedoch nicht  ;D ;D ;D

The Witch

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1224 am: 19.08.2020 16:58 »
Man kann natürlich alle Veröffentlichungen, angefangen mit den bundesministeriellen, über die gewerkschaftlichen bis hin zu den vielen Zeitungsartikeln (zb in Die Zeit, Süddeutsche etc.) und Veröffentlichungen von Vereinen komplett ignorieren.

Sorry, aber diese Veröffentlichungen, die du da anführst, enthalten so gut wie nie harte, nachprüfbare Belege, sondern i. A. gefühlte Ursachenforschung à la "Frauen können ja gar nicht anders als ...".

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1225 am: 19.08.2020 17:03 »
Für ein Gegenargument bedarf es zunächst eines Arguments - ein solches fehlt von Dir bislang völlig. Das emotionalisierte Vorbringen von Buzzwords hilft Dir vielleicht in Deinem Frauengruppen-Safe Space-Gewerkschaftssumpf, aber weder im echten Läßt noch hier.

Ich bin echt über dein Autocorrect erstaunt. Frauengruppen-Safe Space-Gewerkschaftssumpf geht durch, Leben jedoch nicht  ;D ;D ;D

Muß ich wohl häufiger verwendet haben... ;D

Juwel

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1226 am: 19.08.2020 17:18 »
Ok, ich halte bis hierhin fest:
Frauen werden nicht im öD benachteiligt, es fehlt an Belegen hierfür.

Frauen stellen zwar die größte Beschäftigungsgruppe, aber sind unterrepräsentiert in Führungspositionen und zumeist in Teilzeit, weil sie es so wünschen, oder mit dem Partner vereinbaren, auch sogar, wenn noch so sehr eine Führungsposition angeboten wird.

Sie setzen sich zu kritisch mit „Bewerbungskriterien“ auseinander.

Schade, dass keine Antworten zu Betreuung Kinder/Angehörige parat waren. Aber das trifft offenbar immer nur die Anderen.

Interessant - vor 50 Jahren vielleicht.

Spid

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« Antwort #1227 am: 19.08.2020 17:20 »
Na bitte, Du hast es kapiert.

Otto1

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1228 am: 19.08.2020 17:33 »
Ist dabei eigentlich schon was zählbares rausgekommen?  :-X

Verdi: Mach mit! Online-Forderungsdiskussion vom 06. Juli bis 17. August 2020...

FGL

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« Antwort #1229 am: 19.08.2020 17:34 »
Frauen stellen zwar die größte Beschäftigungsgruppe, aber sind unterrepräsentiert in Führungspositionen und zumeist in Teilzeit, weil sie es so wünschen, oder mit dem Partner vereinbaren, auch sogar, wenn noch so sehr eine Führungsposition angeboten wird.
Soweit der Ist-Zustand. Wer als Erklärung eine aktive Benachteiligung anbietet, muss mehr liefern, als den reinen Ist-Zustand zu skizzieren.

Schade, dass keine Antworten zu Betreuung Kinder/Angehörige parat waren. Aber das trifft offenbar immer nur die Anderen.
Zum Kinderkriegen gehören immer zwei. Es steht Frauen frei, sich einen Partner zu erwählen, der die Betreuung der Kinder oder Angehörigen übernimmt. Tun sie für gewöhnlich nicht. Die Partner nehmen die Rollenverteilung noch immer zumeist "klassisch" vor. Worin liegt also die Benachteiligung, wenn der Ist-Zustand die Folge persönlicher Lebensentscheidungen ist?