Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 196854 times)

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1350 am: 24.08.2020 16:23 »
Ich bin in der DDR geboren, aber ab dem 2. Lebensjahr in der BRD aufgewachsen!
Ost und West sind Relikte aus der Vergangenheit und nichts mit dem ich irgendwas verbinde.
Generation Z, die jetzigen Berufseinsteiger, können noch viel weniger etwas damit anfangen.
Gleicher Staat, gleiche Aufgabengebiete, gleiches Gehalt und gleiche Arbeitszeit! Was gibt es da zu diskutieren?

Es handelt sich um tausende unterschiedlicher AG, regionale Differenzierungen sind in den meisten Flächentarifverträgen enthalten. Ausgangspunkt ist das hier und jetzt, was also rechtfertigt eine überproportionale Erhöhung im Beitrittsgebiet?

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1351 am: 24.08.2020 16:52 »
Was sich hier einige raus nehmen...womit die Ossis die gleiche Wochenarbeitszeit verdient haben...
Fragen wir doch mal anders rum, womit wurde sich den mehr JS und weniger Wochenarbeit in West-Deutschland verdient?

Produktivität höher? Das stufe ich solange als Witz ( schlechter ) ein bis ich dazu einen Beweis sehe.
Die berüchtigte Arroganz ist hier schon bewiesen.
Packen wir die Std Ost ab morgen auf die andere Seite für 30 Jahre und gut.

Wie das verdient wird? Mit solchen Aussagen!

Was genau soll denn jetzt eine überproportionale Erhöhung des Entgelts im Beitrittsgebiet rechtfertigen?
Die gleiche mit dem es die Gegenseite 30 Jahre lang schon hat.

Welche Gegenseite? Im Tarifgebiet West gab es keine überproportionale Erhöhung. Also, was rechtfertiget eine überproportionale Erhöhung des Entgelts im Beitrittsgebiet?

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1352 am: 24.08.2020 16:53 »

Gleicher Staat, gleiche Aufgabengebiete, gleiches Gehalt und gleiche Arbeitszeit! Was gibt es da zu diskutieren?

Also zurück zur sog. DDR?

Ein TVöD für alle, der keine Mauer aufrecht erhält, die es seit 30 Jahren nicht mehr gibt und an die sich bald keiner mehr erinnert, der noch nicht in Rente ist.

Sehe ich auch so. Meine Söhne treten wohl ca. 2035 in den Arbeitsmarkt ein. Will man denen dann erzählen, dass es vor 45 Jahren eine Mauer gab und sie deswegen „West“ erhalten? Dann hätten die von Spid geliebten kommunistischen Kräfte ganze Arbeit geleistet und die Bürger in den betroffenen Ländern hätten mit Recht etwas zu meckern.

Und was soll jetzt eine überproportionale Erhöhung des Entgelts im Beitrittsgebiet rechtfertigen?

Bastel

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1353 am: 24.08.2020 16:54 »
Die Metallindustrie differenziert ebenso nach Bundesländern. Wo ist das Problem?

Organisator

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1354 am: 24.08.2020 16:56 »
Ausgangspunkt ist das hier und jetzt, was also rechtfertigt eine überproportionale Erhöhung im Beitrittsgebiet?

Im hier und jetzt gibt es aus meiner Sicht keine wirtschaftliche Begründung für die von dir beschriebene Erhöhung. Genauso gibt es aber auch keine wirtschaftliche Begründung, für eine Ungleichbehandlung einer so großen Region.
Wollte man regionale Differenzierungen bedarfs es mehr als nur zwei Gebiete deutschlandweit.

Zumal man dann auch noch als postiven Nebeneffekt die (tariflich unbeachtliche) gefühlte Mauer in den Köpfen weiter abreißen könnte.

Bastel

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1355 am: 24.08.2020 17:00 »
Was für ein Unfug in Bezug auf BRD vs. DDR. Diesen Unterscheid gibt es ja schon ewig und bezieht sich auf die im westlichen Reichsgebiet verbreiteten katholischen Gebiete und den protestantischen Rest des Landes. Diesen Unterschied gab es immer schon, ein Grenzverlauf in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts in etwa dieser Grenze ist nur ein Zufall der Geschichte, aber sicher kein Wirkmechanismus in Bezug auf die unterschiedlichen Mentalitäten zwischen alten und neuen Bundesländern.

Die BRD ist mit der Wiedervereinigung - wie seinerzeit befürchtet - linker und ungläubiger geworden. Die guten Werte der alten BRD werden nie wieder erreicht werden.
.

 ;D ;D ;D

Das ist doch mal ganz feine Satire!

+ 1 dafür :)


Man hat vom Staat noch nie so viele Leistungen wie heute bekommen. Die ganzen kommunistischen Länder dürften ein feuchtes Höschen bei dem Gedanken an unsere Sozialleistungen bekommen

Fitch

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1356 am: 24.08.2020 18:14 »
Wegen mir muss nix angeglichen werden.

Hier im Osten bekomme ich vielmehr für mein Geld.

Ganz weit vorne Immobilien.

Wenn das Gehalt angehlichen wird, werden früher oder später auch die Lebenshaltungskosten steigen.

Mir geht es mit meiner Lohngruppe hier in MV wesentlich besser, finanziell, als wenn ich in München oder NRW wohnen und arbeiten müsste.

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1357 am: 24.08.2020 19:03 »
Ausgangspunkt ist das hier und jetzt, was also rechtfertigt eine überproportionale Erhöhung im Beitrittsgebiet?

Im hier und jetzt gibt es aus meiner Sicht keine wirtschaftliche Begründung für die von dir beschriebene Erhöhung. Genauso gibt es aber auch keine wirtschaftliche Begründung, für eine Ungleichbehandlung einer so großen Region.
Wollte man regionale Differenzierungen bedarfs es mehr als nur zwei Gebiete deutschlandweit.

Zumal man dann auch noch als postiven Nebeneffekt die (tariflich unbeachtliche) gefühlte Mauer in den Köpfen weiter abreißen könnte.

Neben dem Umstand, daß Ungleichbehandlung der Normalfall ist, bedarf es für den Status quo keine Rechtfertigung, da er gegeben ist. Da es keine Rechtfertigung für eine überproportionale Erhöhung im Beitrittsgebiet gibt, ist sie zu verwerfen.

Fitch

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1358 am: 24.08.2020 19:38 »
Mal andersrum gefragt,


Warum finden die Wessis es denn unfair, wenn die Ossis im Lohn angeglichen werden?

Spid

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« Antwort #1359 am: 24.08.2020 19:41 »
Wer hätte irgendwelchen Unfug wie „unfair“ eingebracht? Es geht um eine überproportionale Steigerung der Entgelte im Beitrittsgebiet, für die bislang jedwede Rechtfertigung fehlt.

cyrix42

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« Antwort #1360 am: 24.08.2020 19:57 »
[...] bedarf es für den Status quo keine Rechtfertigung, da er gegeben ist.

"Erfahrung heißt gar nichts. - Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen."
Kurt Tucholsky (1890-1935)

BitSchubser

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« Antwort #1361 am: 24.08.2020 19:59 »
Neben dem Umstand, daß Ungleichbehandlung der Normalfall ist, bedarf es für den Status quo keine Rechtfertigung, da er gegeben ist. Da es keine Rechtfertigung für eine überproportionale Erhöhung im Beitrittsgebiet gibt, ist sie zu verwerfen.

Oder anders gesagt: "Weil´s so is." --> Die wertloseste aller Begründungen.

Wer hätte irgendwelchen Unfug wie „unfair“ eingebracht? Es geht um eine überproportionale Steigerung der Entgelte im Beitrittsgebiet, für die bislang jedwede Rechtfertigung fehlt.

Genaus fehlt jedwede rechtfertigung einer Ungleichbehandlung.

Solange immer noch hart zwischen Ost und West unterschieden wird, wird die Grenze im kopf bleiben. Und die muss weg. Und wenn nicht der ÖD damit anfängt, wer sonst. Die Verwaltung im Westen ist genauso ineffizient wie im Osten.

Und solange wird es auch auf beiden Seiten Geistig minderbemittelte geben.
Im Osten: "Die blöden arroganten Wessies!"
im Westen: "Die dummen Ossies!"
 

Spid

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« Antwort #1362 am: 24.08.2020 20:07 »
[...] bedarf es für den Status quo keine Rechtfertigung, da er gegeben ist.

"Erfahrung heißt gar nichts. - Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen."
Kurt Tucholsky (1890-1935)

Ich habe mich zu Erfahrung nicht eingelassen, nur zur gegebenen Realität.

cyrix42

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« Antwort #1363 am: 24.08.2020 20:08 »
Und ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass sich auch ein Status Quo natürlich jederzeit hinterfragen lassen muss. "Das machen wir schon immer so" ist keine sinnvolle Begründung für einen Zustand...

Spid

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« Antwort #1364 am: 24.08.2020 20:14 »
Neben dem Umstand, daß Ungleichbehandlung der Normalfall ist, bedarf es für den Status quo keine Rechtfertigung, da er gegeben ist. Da es keine Rechtfertigung für eine überproportionale Erhöhung im Beitrittsgebiet gibt, ist sie zu verwerfen.

Oder anders gesagt: "Weil´s so is." --> Die wertloseste aller Begründungen.

Wer hätte irgendwelchen Unfug wie „unfair“ eingebracht? Es geht um eine überproportionale Steigerung der Entgelte im Beitrittsgebiet, für die bislang jedwede Rechtfertigung fehlt.

Genaus fehlt jedwede rechtfertigung einer Ungleichbehandlung.

Solange immer noch hart zwischen Ost und West unterschieden wird, wird die Grenze im kopf bleiben. Und die muss weg. Und wenn nicht der ÖD damit anfängt, wer sonst. Die Verwaltung im Westen ist genauso ineffizient wie im Osten.

Und solange wird es auch auf beiden Seiten Geistig minderbemittelte geben.
Im Osten: "Die blöden arroganten Wessies!"
im Westen: "Die dummen Ossies!"

Realität bedarf keiner Begründung, sie ist gegeben - oder besteht Zweifel daran, daß die derzeitige Situation so ist, wie sie ist, egal wie man das begründet? Mithin ist der Status quo gegeben, im Raum steht eine überproportionale Erhöhung der Entgelte im Beitrittsgebiet, die der Rechtfertigung bedarf - und bislang nicht erfahren hat. Weder teile ich die Prämisse, daß die genannte Grenze im Kopf weg müsse, noch sehe ich das als Aufgabe der Tarifparteien des TVÖD VKA - denn um die und nicht um den öD geht es. Ich würde es aber auch nicht als Aufgabe des öD sehen, wenn es um diesen ginge.