Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 382433 times)

Kaiser80

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1620 am: 28.08.2020 12:24 »
Hier eine Grenze zu ziehen wäre Aufgabe der TVP.

Aber eine Idee könnte sein, sich an den Corona-Verordnungen zu orientieren. Da wurde irgendwo mal geregelt welche Berufsgruppen z.B. Notbetreuung der Kinder bekommen konnten (da "systemrelevant").
Dazu gehörten z.B. die medizinischen Bereiche. Aber auch Ordnungsämter (Verfolgung der Corona-OWIs) usw.

Ließe sich mit demselben Sinngehalt wie die allgemeinen Stufenregelungen gestalten.

Aber ist nicht ganz leicht, das stimmt.

Aber deswegen gar nicht erst zu fordern? Naja!
Ich persönlich tu mir mit diesem Prämiengedanken echt schwer. Ich bin Buchhalter(!!) in der Ver-/Entsorgung, als systemrelevant anerkannt, hab Wochenend- und Spätdienste im Ordungsamt geschoben... Hab einfach innerlich nicht das Gefühl jetzt x€ als Anerkennung dfür bekommen zu müssen. Is aber subjektiv

Warumdendas

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1621 am: 28.08.2020 12:29 »
... Wenn es natürlich garkein Plus oder ein 1,X gibt und das für mehr als ein Jahr, dann würde ich ggf. wirklich mir langsam eine Stelle in der PW suchen.

Wohl dem, der sich einfach in die PW verabschieden kann. Aber sind wir doch ehrlich, leider haben ja nicht alle die Möglichkeit dies zu tun, wenn Sie im Vertrauen auf gute Arbeitsbedingungen und gute Bezahlung vor Jahr(zehnt)en aufs falsche Pferd (öD) gesetzt haben und nun einer Tätigkeit nachgehen, die es faktisch in der PW gar nicht gibt. Die übrigen Berufsgruppen stimmt ja ohnehin bereits mit den Füßen ab und das kann ich absolut nachvollziehen.

Aber die bescheidenen Forderungen der Gewerkschaften machen auch mir wirklich Sorgen was die Zukunftsfähikeit des öD angeht, zumal dieser aus meiner Sicht bereits heute in vielen Teilen - wenn überhaupt - nur eingeschränkt funktionsfähig ist.

Es kommt halt immer darauf an, in welchem Bereich man im öD tätig ist. Und wenn man als Quereinsteiger aus der PW kommt und dann die Sicherheit des öD hat, dann weiß man das zu Coronazeiten zu schätzen, wenn das Gehalt normal weiterläuft und man nicht von Kurzarbeit bedroht ist oder einer Kündigung.
Da ist dann die jetzige Tarifverhandlung eher untergeordnet. Zumal, wenn man schon beim Einstieg gut verhandelt hat  ;)

Wenn es für ein Jahr wäre, würde ich natürlich nichts unternehmen, aber wenn die jetzt wirklich 4 Jahre raushauen als Nullnummer, von Einschnitten ganz zu schweigen. Das würde mich bestimmt über den positiven öD anders denken lassen.

Bei den Tarifverhandlungen 2018 waren es 6 % für 1 Jahr gefordert. Geeinigt hatte man sich auf ca. 10 % insgesamt bei 2,5 Jahren.

TVöD VKA (Kommunen) und TVöD Bund
 Entgelterhöhung in 3 Stufen.
 Individuelle Erhöhungsbeträge pro Entgeltgruppe und -stufe:
◦ 01.03.2018: mindestens 2,85% (64,44 €), durchschnittlich 3,19%, höchstens 5,70%
◦ 01.04.2019: mindestens 2,81% (71,00 €), durchschnittlich 3,09%, höchstens 5,39%
◦ 01.03.2020: mindestens 0,96% (22,78 €), durchschnittlich 1,06%, höchstens 1,81%


• Einmalzahlung in den Entgeltgruppen E 1 bis E 6: 250 € zum 01.03.2018

• Einführung einer neuen Entgeltgruppe 9c im Bereich des Bundes

• TVöD SuE (Sozial- und Erziehungsdienst)
 Entgelterhöhung in 3 Stufen:
◦ 01.03.2018: ca. +3,11% (42,5% des Gesamterhöhungsbetrages von 7,32%)
◦ 01.04.2019: ca. +3,02% (42,5% des Gesamterhöhungsbetrages von 7,32%)
◦ 01.03.2020: ca. +1,03% (15,0% des Gesamterhöhungsbetrages von 7,32%)
größere Entgelterhöhungen in allen Stufen 1 sowie S2/2
 Einmalzahlung von 250 € für S 2, S 3 und S 4 zum 01.03.2018

• TVöD P (Pflege)
 Entgelterhöhung in 3 Stufen:
◦ 01.03.2018: ca. +2,90% (39,2% des Gesamterhöhungsbetrages von 7,40%)
◦ 01.03.2019: ca. +3,29% (45,8% des Gesamterhöhungsbetrages von 7,40%)
◦ 01.03.2020: ca. +1,04% (15,0% des Gesamterhöhungsbetrages von 7,40%)
größere Entgelterhöhungen in Teilen der P 5 und P 6
 Einmalzahlung von 250 € für P 5 und P 6 zum 01.03.2018

3. Auszubildende
•pauschale Entgelterhöhung in 2 Stufen:
◦ 01.03.2018: +50 €
◦ 01.03.2019: +50 €

Aus welchen Zahlen hat du 10% summiert?

Britta2

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1622 am: 28.08.2020 13:03 »
Aus meiner Erfahrung kann ich nur jedem dazu raten den ÖD zu verlassen. Jeder mit einer guten Ausbildung wird in der PW gerne genommen. Bei uns in der Region werden Ingenieure, Techniker, IT und auch Verwaltungsfachkrafte gesucht. Jedes gut aufgestellte Unternehmen weiß das in naher Zukunft viele Mitarbeiter gehen und denken jetzt bereits an die Zukunft. Das lächerliche Gerede von der Jobsicherheit im ÖD ist der letzte Strohhalm an dem die AG des ÖD sich noch halten. Sonst haben sie ja nichts mehr zu bieten und werden auch die nächsten Jahre nichts bieten wie wir jetzt wissen. Jeder weitere Tag im ÖD ist vergeudet und kostet sie viel Geld. Denn zum Eintritt in den Ruhestand wird anhand Ihrer geleisteten Zahlung Ihr Renteanspruch errechnet. Spätestens dann dankt Ihnen niemand das Sie jahrelang im ÖD zu wenig verdient haben.

Stimmt nicht. staatliche Rente plus VBL ergibt ungefähr eine Summe wie die einer Beamtenpension. Und das allermeiste der VBL Einzahlung übernimmt das Land. Quasi dicke Zusatzrente für lau. Das gibts so in der PW nicht.

Nicht zu vergessen die zusätzliche Kohle, die man per VL kassieren kann.
Mit den unverändert monatlichen €6 bei uns fühlt man sich fast wie ein Millionär bei Auszahlung später. 

Warumdendas

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1623 am: 28.08.2020 13:09 »
Aus meiner Erfahrung kann ich nur jedem dazu raten den ÖD zu verlassen. Jeder mit einer guten Ausbildung wird in der PW gerne genommen. Bei uns in der Region werden Ingenieure, Techniker, IT und auch Verwaltungsfachkrafte gesucht. Jedes gut aufgestellte Unternehmen weiß das in naher Zukunft viele Mitarbeiter gehen und denken jetzt bereits an die Zukunft. Das lächerliche Gerede von der Jobsicherheit im ÖD ist der letzte Strohhalm an dem die AG des ÖD sich noch halten. Sonst haben sie ja nichts mehr zu bieten und werden auch die nächsten Jahre nichts bieten wie wir jetzt wissen. Jeder weitere Tag im ÖD ist vergeudet und kostet sie viel Geld. Denn zum Eintritt in den Ruhestand wird anhand Ihrer geleisteten Zahlung Ihr Renteanspruch errechnet. Spätestens dann dankt Ihnen niemand das Sie jahrelang im ÖD zu wenig verdient haben.

Stimmt nicht. staatliche Rente plus VBL ergibt ungefähr eine Summe wie die einer Beamtenpension. Und das allermeiste der VBL Einzahlung übernimmt das Land. Quasi dicke Zusatzrente für lau. Das gibts so in der PW nicht.

Nicht zu vergessen die zusätzliche Kohle, die man per VL kassieren kann.
Mit den unverändert monatlichen €6 bei uns fühlt man sich fast wie ein Millionär bei Auszahlung später.

Sei nicht so bescheiden, es sind doch 6,65 €... 8)

öfföff

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1624 am: 28.08.2020 13:13 »
Was wäre eigentlich, im Falle dass irgendwann doch mal eine optionale Arbeitszeitverkürzung tariflich ausgehandelt wird, bei Angestellten die schon reduziert arbeitne? Zb. auf einer der häufigen 80% Modell?

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1625 am: 28.08.2020 13:20 »
Das kommtganz darauf an: wenn sie einen von-Hundert-Satz des Arbeitszeitumfangs Vollzeitbeschäftigter vereinbart haben, sinkt die Arbeitszeit, wenn sie eine bestimmte Stundenzahl vereinbart haben, steigt das Entgelt.

Warumdendas

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« Antwort #1626 am: 28.08.2020 13:21 »
genau

Warumdendas

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1627 am: 28.08.2020 13:23 »
Es sei denn der vereinbarte Stundensatz ist höher als der tariflich ausgehandelte. Dann steigt das Entgelt bei sinkender Stundenanzahl.

Spid

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« Antwort #1628 am: 28.08.2020 13:54 »
Nein.

Warumdendas

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« Antwort #1629 am: 28.08.2020 13:58 »
Nein?

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1630 am: 28.08.2020 14:05 »
Nein. Ausgangspunkt ist ja jemand, der bereits eine TZ-Vereinbarung getroffen hat.

Warumdendas

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« Antwort #1631 am: 28.08.2020 14:07 »
Wie ist das Folge Szenario wenn ein TB 37 Std. vereinbart hat und die tarifliche Arbeitszeit nur noch 35 Std. beträgt?

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1632 am: 28.08.2020 14:14 »
Es entstehen zuschlagspflichtige Überstunden.

Otto1

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1633 am: 28.08.2020 20:14 »
Es gab und gibt aktuell noch Bereiche, die wegen Corona zählbaren erheblichen Mehraufwand und Anstrengungen leisten müssen während andere Bereiche des ö.D. nahezu zum Stillstand kamen und immer noch sind.
Wieso kann eine Gewerkschaft für die gebeutelten Bereiche keine Corona-Prämie fordern?

Ja, die Prämie bekommen dann eben nicht alle 2,3 Mio Beschäftigten.
Ist das für irgendjemanden ein Problem?

Wer sagt eigentlich der Tarifabschluss muss sich an dem
orientieren was während Corona passiert ist? Kann man sich auch mal mit sinnvollen Regelungen befassen? Eine vernünftige lineare Erhöhung für alle macht Sinn, aber ich erwarte von Gewerkschaften auch, dass man für die Berufsgruppen die besonders profitieren könnten auch versucht was rauszuholen. Pflegepersonal fehlt? Bessere Eingruppierung! Bauingenieure fehlen? Bessere Eingruppierung! etc.

Immer nur diese +-3% jedes Jahr machen den öD nicht mehr attraktiv! Damit kann man in den wichtigen Bereichen nicht mehr gegen die private Wirtschaft anstinken. Es muss sich mal etwas maßgebliches ändern. Eine geringere Arbeitszeit von 35h zusätzlich zu einem Abschluss wäre mal was. Das würde die Attraktivität sofort steigern.

Otto1

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1634 am: 28.08.2020 21:48 »
Nein.

Die Prämie an sich sollte meiner Meinung nach tatsächlich nur denjenigen zukommen die eine über das normale Maß hinausgehende Arbeitsbelastung und oder Infektionsgefährdung hatten.

Es ist schwierig einen Gerechten Weg zu finden um das zusätzliche Risiko abzuschätzen. Am einfachsten ist es die Infektionsgefährdung für med. Personal zu benennen. Allerdings ist diese auch ohne Corona immer gegeben und dieser Personengruppe bekannt bevor sie sich für ihren Beruf entschieden haben. Versteht das nicht falsch, ich will die erbrachte Leistung nicht klein machen sondern, ganz im Gegenteil, meine Wertschätzung gegenüber der Einsatzbereitschaft aussprechen die jederzeit abgerufen wird.
Trotz allem gibt es auch hier mehr Menschen die keinen direkten Kontakt mit Covid19 Patienten hatten.
Wenn wir uns die Pflege anschauen wird hier immer körperlich unter Zeitdruck gearbeitet mit einem hohen Maß an Verantwortung gegenüber den ihnen anvertrauten Menschen.
Vergütet wird es mit rd. 3500,- € nach entsprechendem erreichen der Stufen. In Privaten Häusern kann es auch mal, bei noch höherer Arbeitsdichte, ein Tausender weniger sein.
Dagegen steht der Sachbearbeiter beim Arbeitsamt der schnell mal 4000,- € und mehr hat. Mein Mitleid jenen Gegenüber ist gering. Sie haben tatsächlich über mehrere Monate ihren Job machen müssen und wollen jetzt eine Prämie? Warum?
Ich bin dafür denen die viel Leisen auch viel zu bezahlen und wenn dafür extra verhandelt werden muss ist das gut. Ideal ist es wenn neben monetären Erhöhungen auch der Pflegeschlüssel verbessert wird.
Jeder von uns der Mal Pflege benötigt wird davon profitieren. 
Und bitte kommt mir jetzt nicht mit Gehaltsvergleichen. Ich habe ca. und Durchschnittswerte genommen. Die Kernaussage ist das in der Pflege zu geringe Gehälter und zu hohe Arbeitsdichte herrscht.

Sehe ich anders.

In der Pflege sind Stellen offen, die mit den aktuellen Rahmenbedingungen nicht besetzt werden können. Der Druck ist aufgrund der vorherschenden Demographie enorm. Dementsprechend müssen die Gehälter, der Pflegeschlüssel, die Arbeitszeiten und der Urlaub angepasst werden. Gerechtigkeit ist da zweitrangig. In 30 Jahren sieht das dann nach überwinden der demographischen Situation wieder anders aus.

Selbiges gilt für den SB im "Amt" der für 4k arbeitet.