Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 184657 times)

Warumdendas

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1620 am: 28.08.2020 12:09 »
Außerdem gibt es im öffentlichen Dienst die Möglichkeit, die Regelungen für Beamte (13 h/d inkl. Pause) auf die Arbeitnehmer zu übertragen und so mehr als 10 Stunden am Tag zu arbeiten.

Nur dann, wenn auf das Arbeitsverhältnis kein Tarifvertrag anwendet, der die Arbeitszeit regelt - und dann auch nur bei der Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben.

...oder im Katastrophenfall, hat mir mal ein Mitglied aus dem BR mitgeteilt. Dann aber auch max. 12 Std.   

RisikoNRW

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1621 am: 28.08.2020 12:09 »
Ist das für irgendjemanden ein Problem?

Nein, überhaupt nicht. Aber wo genau ziehst du die Grenze? Da gibt es Angestellte, die hast du nicht im Geringsten auf dem Schirm und die fallen dann mit Sicherheit durchs Raster.

Kaiser80

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1622 am: 28.08.2020 12:12 »
Ideal ist es wenn neben monetären Erhöhungen auch der Pflegeschlüssel verbessert wird.
Jeder von uns der Mal Pflege benötigt wird davon profitieren. 

Wenn es monetäre Verbesserungn gönne ich ja grds. jedem.
Da aber Der Personalschlüssel auf Landesebene geregelt ist gibt es ja schon Unterschiede innerhalb der Bundesländer. Zudem bestimmt die Belegungsquote der Einrichtung und die Verteilung der Pflegegrade die tatsächliche Personalsituation-> More Money für's Personal wird zu weniger Personal führen...

Warumdendas

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1623 am: 28.08.2020 12:14 »
Daher mein Ansatz...

Spid

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« Antwort #1624 am: 28.08.2020 12:15 »
Außerdem gibt es im öffentlichen Dienst die Möglichkeit, die Regelungen für Beamte (13 h/d inkl. Pause) auf die Arbeitnehmer zu übertragen und so mehr als 10 Stunden am Tag zu arbeiten.

Nur dann, wenn auf das Arbeitsverhältnis kein Tarifvertrag anwendet, der die Arbeitszeit regelt - und dann auch nur bei der Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben.

...oder im Katastrophenfall, hat mir mal ein Mitglied aus dem BR mitgeteilt. Dann aber auch max. 12 Std.

Wenn ein BR besteht, ist der Anwendungsbereich des §19 ArbZG nicht eröffnet.

Schokobon

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1625 am: 28.08.2020 12:17 »
Hier eine Grenze zu ziehen wäre Aufgabe der TVP.

Aber eine Idee könnte sein, sich an den Corona-Verordnungen zu orientieren. Da wurde irgendwo mal geregelt welche Berufsgruppen z.B. Notbetreuung der Kinder bekommen konnten (da "systemrelevant").
Dazu gehörten z.B. die medizinischen Bereiche. Aber auch Ordnungsämter (Verfolgung der Corona-OWIs) usw.

Ließe sich mit demselben Sinngehalt wie die allgemeinen Stufenregelungen gestalten.

Aber ist nicht ganz leicht, das stimmt.

Aber deswegen gar nicht erst zu fordern? Naja!


Kaiser80

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« Antwort #1626 am: 28.08.2020 12:17 »
Versteh schon, aber welcher Politiker möchte denn aktuell die Mehrkosten in der PV verkaufen? Ich würde aus reinem Machterhalt auch mal die Füße stillhalten.

Alfi

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« Antwort #1627 am: 28.08.2020 12:19 »
... Wenn es natürlich garkein Plus oder ein 1,X gibt und das für mehr als ein Jahr, dann würde ich ggf. wirklich mir langsam eine Stelle in der PW suchen.

Wohl dem, der sich einfach in die PW verabschieden kann. Aber sind wir doch ehrlich, leider haben ja nicht alle die Möglichkeit dies zu tun, wenn Sie im Vertrauen auf gute Arbeitsbedingungen und gute Bezahlung vor Jahr(zehnt)en aufs falsche Pferd (öD) gesetzt haben und nun einer Tätigkeit nachgehen, die es faktisch in der PW gar nicht gibt. Die übrigen Berufsgruppen stimmt ja ohnehin bereits mit den Füßen ab und das kann ich absolut nachvollziehen.

Aber die bescheidenen Forderungen der Gewerkschaften machen auch mir wirklich Sorgen was die Zukunftsfähikeit des öD angeht, zumal dieser aus meiner Sicht bereits heute in vielen Teilen - wenn überhaupt - nur eingeschränkt funktionsfähig ist.

Es kommt halt immer darauf an, in welchem Bereich man im öD tätig ist. Und wenn man als Quereinsteiger aus der PW kommt und dann die Sicherheit des öD hat, dann weiß man das zu Coronazeiten zu schätzen, wenn das Gehalt normal weiterläuft und man nicht von Kurzarbeit bedroht ist oder einer Kündigung.
Da ist dann die jetzige Tarifverhandlung eher untergeordnet. Zumal, wenn man schon beim Einstieg gut verhandelt hat  ;)

Wenn es für ein Jahr wäre, würde ich natürlich nichts unternehmen, aber wenn die jetzt wirklich 4 Jahre raushauen als Nullnummer, von Einschnitten ganz zu schweigen. Das würde mich bestimmt über den positiven öD anders denken lassen.

Bei den Tarifverhandlungen 2018 waren es 6 % für 1 Jahr gefordert. Geeinigt hatte man sich auf ca. 10 % insgesamt bei 2,5 Jahren.

Kaiser80

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« Antwort #1628 am: 28.08.2020 12:24 »
Hier eine Grenze zu ziehen wäre Aufgabe der TVP.

Aber eine Idee könnte sein, sich an den Corona-Verordnungen zu orientieren. Da wurde irgendwo mal geregelt welche Berufsgruppen z.B. Notbetreuung der Kinder bekommen konnten (da "systemrelevant").
Dazu gehörten z.B. die medizinischen Bereiche. Aber auch Ordnungsämter (Verfolgung der Corona-OWIs) usw.

Ließe sich mit demselben Sinngehalt wie die allgemeinen Stufenregelungen gestalten.

Aber ist nicht ganz leicht, das stimmt.

Aber deswegen gar nicht erst zu fordern? Naja!
Ich persönlich tu mir mit diesem Prämiengedanken echt schwer. Ich bin Buchhalter(!!) in der Ver-/Entsorgung, als systemrelevant anerkannt, hab Wochenend- und Spätdienste im Ordungsamt geschoben... Hab einfach innerlich nicht das Gefühl jetzt x€ als Anerkennung dfür bekommen zu müssen. Is aber subjektiv

Warumdendas

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1629 am: 28.08.2020 12:29 »
... Wenn es natürlich garkein Plus oder ein 1,X gibt und das für mehr als ein Jahr, dann würde ich ggf. wirklich mir langsam eine Stelle in der PW suchen.

Wohl dem, der sich einfach in die PW verabschieden kann. Aber sind wir doch ehrlich, leider haben ja nicht alle die Möglichkeit dies zu tun, wenn Sie im Vertrauen auf gute Arbeitsbedingungen und gute Bezahlung vor Jahr(zehnt)en aufs falsche Pferd (öD) gesetzt haben und nun einer Tätigkeit nachgehen, die es faktisch in der PW gar nicht gibt. Die übrigen Berufsgruppen stimmt ja ohnehin bereits mit den Füßen ab und das kann ich absolut nachvollziehen.

Aber die bescheidenen Forderungen der Gewerkschaften machen auch mir wirklich Sorgen was die Zukunftsfähikeit des öD angeht, zumal dieser aus meiner Sicht bereits heute in vielen Teilen - wenn überhaupt - nur eingeschränkt funktionsfähig ist.

Es kommt halt immer darauf an, in welchem Bereich man im öD tätig ist. Und wenn man als Quereinsteiger aus der PW kommt und dann die Sicherheit des öD hat, dann weiß man das zu Coronazeiten zu schätzen, wenn das Gehalt normal weiterläuft und man nicht von Kurzarbeit bedroht ist oder einer Kündigung.
Da ist dann die jetzige Tarifverhandlung eher untergeordnet. Zumal, wenn man schon beim Einstieg gut verhandelt hat  ;)

Wenn es für ein Jahr wäre, würde ich natürlich nichts unternehmen, aber wenn die jetzt wirklich 4 Jahre raushauen als Nullnummer, von Einschnitten ganz zu schweigen. Das würde mich bestimmt über den positiven öD anders denken lassen.

Bei den Tarifverhandlungen 2018 waren es 6 % für 1 Jahr gefordert. Geeinigt hatte man sich auf ca. 10 % insgesamt bei 2,5 Jahren.

TVöD VKA (Kommunen) und TVöD Bund
 Entgelterhöhung in 3 Stufen.
 Individuelle Erhöhungsbeträge pro Entgeltgruppe und -stufe:
◦ 01.03.2018: mindestens 2,85% (64,44 €), durchschnittlich 3,19%, höchstens 5,70%
◦ 01.04.2019: mindestens 2,81% (71,00 €), durchschnittlich 3,09%, höchstens 5,39%
◦ 01.03.2020: mindestens 0,96% (22,78 €), durchschnittlich 1,06%, höchstens 1,81%


• Einmalzahlung in den Entgeltgruppen E 1 bis E 6: 250 € zum 01.03.2018

• Einführung einer neuen Entgeltgruppe 9c im Bereich des Bundes

• TVöD SuE (Sozial- und Erziehungsdienst)
 Entgelterhöhung in 3 Stufen:
◦ 01.03.2018: ca. +3,11% (42,5% des Gesamterhöhungsbetrages von 7,32%)
◦ 01.04.2019: ca. +3,02% (42,5% des Gesamterhöhungsbetrages von 7,32%)
◦ 01.03.2020: ca. +1,03% (15,0% des Gesamterhöhungsbetrages von 7,32%)
größere Entgelterhöhungen in allen Stufen 1 sowie S2/2
 Einmalzahlung von 250 € für S 2, S 3 und S 4 zum 01.03.2018

• TVöD P (Pflege)
 Entgelterhöhung in 3 Stufen:
◦ 01.03.2018: ca. +2,90% (39,2% des Gesamterhöhungsbetrages von 7,40%)
◦ 01.03.2019: ca. +3,29% (45,8% des Gesamterhöhungsbetrages von 7,40%)
◦ 01.03.2020: ca. +1,04% (15,0% des Gesamterhöhungsbetrages von 7,40%)
größere Entgelterhöhungen in Teilen der P 5 und P 6
 Einmalzahlung von 250 € für P 5 und P 6 zum 01.03.2018

3. Auszubildende
•pauschale Entgelterhöhung in 2 Stufen:
◦ 01.03.2018: +50 €
◦ 01.03.2019: +50 €

Aus welchen Zahlen hat du 10% summiert?

Britta2

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1630 am: 28.08.2020 13:03 »
Aus meiner Erfahrung kann ich nur jedem dazu raten den ÖD zu verlassen. Jeder mit einer guten Ausbildung wird in der PW gerne genommen. Bei uns in der Region werden Ingenieure, Techniker, IT und auch Verwaltungsfachkrafte gesucht. Jedes gut aufgestellte Unternehmen weiß das in naher Zukunft viele Mitarbeiter gehen und denken jetzt bereits an die Zukunft. Das lächerliche Gerede von der Jobsicherheit im ÖD ist der letzte Strohhalm an dem die AG des ÖD sich noch halten. Sonst haben sie ja nichts mehr zu bieten und werden auch die nächsten Jahre nichts bieten wie wir jetzt wissen. Jeder weitere Tag im ÖD ist vergeudet und kostet sie viel Geld. Denn zum Eintritt in den Ruhestand wird anhand Ihrer geleisteten Zahlung Ihr Renteanspruch errechnet. Spätestens dann dankt Ihnen niemand das Sie jahrelang im ÖD zu wenig verdient haben.

Stimmt nicht. staatliche Rente plus VBL ergibt ungefähr eine Summe wie die einer Beamtenpension. Und das allermeiste der VBL Einzahlung übernimmt das Land. Quasi dicke Zusatzrente für lau. Das gibts so in der PW nicht.

Nicht zu vergessen die zusätzliche Kohle, die man per VL kassieren kann.
Mit den unverändert monatlichen €6 bei uns fühlt man sich fast wie ein Millionär bei Auszahlung später. 

Warumdendas

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1631 am: 28.08.2020 13:09 »
Aus meiner Erfahrung kann ich nur jedem dazu raten den ÖD zu verlassen. Jeder mit einer guten Ausbildung wird in der PW gerne genommen. Bei uns in der Region werden Ingenieure, Techniker, IT und auch Verwaltungsfachkrafte gesucht. Jedes gut aufgestellte Unternehmen weiß das in naher Zukunft viele Mitarbeiter gehen und denken jetzt bereits an die Zukunft. Das lächerliche Gerede von der Jobsicherheit im ÖD ist der letzte Strohhalm an dem die AG des ÖD sich noch halten. Sonst haben sie ja nichts mehr zu bieten und werden auch die nächsten Jahre nichts bieten wie wir jetzt wissen. Jeder weitere Tag im ÖD ist vergeudet und kostet sie viel Geld. Denn zum Eintritt in den Ruhestand wird anhand Ihrer geleisteten Zahlung Ihr Renteanspruch errechnet. Spätestens dann dankt Ihnen niemand das Sie jahrelang im ÖD zu wenig verdient haben.

Stimmt nicht. staatliche Rente plus VBL ergibt ungefähr eine Summe wie die einer Beamtenpension. Und das allermeiste der VBL Einzahlung übernimmt das Land. Quasi dicke Zusatzrente für lau. Das gibts so in der PW nicht.

Nicht zu vergessen die zusätzliche Kohle, die man per VL kassieren kann.
Mit den unverändert monatlichen €6 bei uns fühlt man sich fast wie ein Millionär bei Auszahlung später.

Sei nicht so bescheiden, es sind doch 6,65 €... 8)

öfföff

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1632 am: 28.08.2020 13:13 »
Was wäre eigentlich, im Falle dass irgendwann doch mal eine optionale Arbeitszeitverkürzung tariflich ausgehandelt wird, bei Angestellten die schon reduziert arbeitne? Zb. auf einer der häufigen 80% Modell?

Spid

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« Antwort #1633 am: 28.08.2020 13:20 »
Das kommtganz darauf an: wenn sie einen von-Hundert-Satz des Arbeitszeitumfangs Vollzeitbeschäftigter vereinbart haben, sinkt die Arbeitszeit, wenn sie eine bestimmte Stundenzahl vereinbart haben, steigt das Entgelt.

Warumdendas

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« Antwort #1634 am: 28.08.2020 13:21 »
genau