Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 383606 times)

Otto1

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #180 am: 19.06.2020 11:21 »
Ist schon mal jemand auf die Idee gekommen, dass die AG abgesehen von Corona mit dem Rücken zur Wand stehen?

Die Belegschaft ist überaltert.
Es gehen demnächst viele in Rente.
Die Aufgabenerledigung ist zum Teil jetzt schon nur schwierig möglich.
Die Digitalisierung wurde bisher auf gut deutsch verka***.
Es kommen immer neue Aufgaben und Gesetze hinzu. Bspw. die Ganztagsgrundschule. Dafür brauchen wir Investitionen in die Infrastruktur, Personal etc.

Die AGs müssen gezwungenermaßen viele neue Leute vor allem in den oberen EGs einstellen. Das ist aber nicht möglich bei einer solchen Tarifpolitik! Vor allem jüngere Menschen lassen sich sowas nicht gefallen. Was soll sich der 50-65 jährige aufregen? Der 25-45 jährige zeigt denen jedoch den Vogel, denn in der Wirtschaft ist man heiß begehrt, da dort auch die entsprechenden Alterskohorten in Rente gehen.

Die Behörden müssen ihre Probleme angehen, aber das geht nur wenn auch ausreichend qualifiziertes Personal in den Behörden sitzt!

Daher muss es nun endlich mal Vorwärts gehen (auch im Interesse der AG)!

Insider2

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #181 am: 19.06.2020 11:22 »
Ist wohl nicht so gut wie die von Keith Richards oder von Herr Iacocca, aber sicher besser als jene von Rudolf Schenker.  ;)

Gefährlich jedoch, daß ich nicht wenige Stimmen kenne, die wegen der Vorzüge des Shutdowns eine zweite Welle fast herbei wünschen (Entschleunigung, Freizeit, buckelige Verwandtschaft nicht da, Spekulationsgewinne, Gewinne durch stornierte Reisen, etc.). :o

Kaiser80 würde dich jetzt fragen ob diese Aussagen valide sind  :D

Insider2

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #182 am: 19.06.2020 11:26 »

Ja, alles etwas subjektiv. Und valide Daten sind hier auch schwer zu erheben denke ich.
Also wie vermutet, unbeachtliche Gefühlchen...

Sag ich ja....getroffene Hunde die bellen!

Gegenfrage: welcher Arbeitgeber macht sich denn die Arbeit valide Daten zu ermitteln? Gerade vor dem Risiko, dass ggf. festgestellt wird, dass der Wasserkopf doch teilweise entbehrlich ist und Stellen wegfallen?
Nö, gar nicht. Ich hatte 6 halbe Tage bezahlte Freistellung/Sonderurlaub im März wg. Kinderbetreuung. Wetter war i.ü. Scheiße...
Ansonsten habe ich neben meiner Arbeitsvertraglich geschuldeten Leistung an den WE bis Mitte Mai (freiwillig) im Ordnungsamt "Streife" gemacht. Unsere HVB mit B-Besoldung und unser BO ebenso und auch viele andere Kollegen. Bei  uns gibt's noch was wie gelebte Solidarität.

Natürlich haben wir Daten wer warum ggf bezahlt freigestellt war. Was soll das mit dem von dir benannten Risiko zu tun haben?

Dann spreche dir meine herzlichsten Glückwünsche aus, dass das bei euch so ist. Anscheinend eine kleine Kommune. Beachte aber dann bitte dabei, dass dein Blick auf die Sache ja anscheinend auch sehr eingeschränkt stattfindet und nicht die große Bandbreite abdeckt. Trotzdem bleibe ich dabei - und nicht valide - dass es in anderen Institutionen weitaus anders aussieht. Deswegen auch die Aussage mit dem Wasserkopf.

Lio1896

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« Antwort #183 am: 19.06.2020 11:32 »
@Insider2 es ist doch schön wenn man die Möglichkeit hat sich nebenbei als Corona Hilfssheriff zu etablieren. Maske auf, Abstand halten, määäp :D

Wie schön das Leben doch in den 50 Mitarbeiter Behörden sein muss :o

Schmitti

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #184 am: 19.06.2020 11:36 »
Wenn es um den Wettbewerb der verrücktesten Auslegungen und Missachtungen arbeitsrechtlicher Vorschriften geht, sind aber nach meiner Ansicht die kleineren Kommunen ganz, ganz weit vorne dabei.

Lio1896

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« Antwort #185 am: 19.06.2020 11:44 »
@ Schmitti  durch etwaige Berichte aus meinem Freundeskreis sagen, dass es in kleineren Behörden alles sehr locker während der Corona Phase gehanhabt wurde.

"Angebliche Risikopatienten" sind pauschal zu Hause geblieben ohne Urlaubsantrag, Überstundenabbau etc., MA wurden ohne technische Gerätschaften "ins Homeoffice" geschickt, Datenschutzrechtliche Bestimmungen wie Akten zu Hause abarbeiten etc. wurden mal komplett über Bord geworfen.

Aber ist halt so, hätte ich wahrscheinlich auch in vollen Zügen genossen  :P

Insider2

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #186 am: 19.06.2020 11:48 »
@ Schmitti  durch etwaige Berichte aus meinem Freundeskreis sagen, dass es in kleineren Behörden alles sehr locker während der Corona Phase gehanhabt wurde.

"Angebliche Risikopatienten" sind pauschal zu Hause geblieben ohne Urlaubsantrag, Überstundenabbau etc., MA wurden ohne technische Gerätschaften "ins Homeoffice" geschickt, Datenschutzrechtliche Bestimmungen wie Akten zu Hause abarbeiten etc. wurden mal komplett über Bord geworfen.

Aber ist halt so, hätte ich wahrscheinlich auch in vollen Zügen genossen  :P

Genau, so siehts/sah es nämlich aus!

Kühlschrank

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« Antwort #187 am: 19.06.2020 11:51 »
Ist schon mal jemand auf die Idee gekommen, dass die AG abgesehen von Corona mit dem Rücken zur Wand stehen?

Die Belegschaft ist überaltert.
Es gehen demnächst viele in Rente.
Die Aufgabenerledigung ist zum Teil jetzt schon nur schwierig möglich.
Die Digitalisierung wurde bisher auf gut deutsch verka***.
Es kommen immer neue Aufgaben und Gesetze hinzu. Bspw. die Ganztagsgrundschule. Dafür brauchen wir Investitionen in die Infrastruktur, Personal etc.

Die AGs müssen gezwungenermaßen viele neue Leute vor allem in den oberen EGs einstellen. Das ist aber nicht möglich bei einer solchen Tarifpolitik! Vor allem jüngere Menschen lassen sich sowas nicht gefallen. Was soll sich der 50-65 jährige aufregen? Der 25-45 jährige zeigt denen jedoch den Vogel, denn in der Wirtschaft ist man heiß begehrt, da dort auch die entsprechenden Alterskohorten in Rente gehen.

Die Behörden müssen ihre Probleme angehen, aber das geht nur wenn auch ausreichend qualifiziertes Personal in den Behörden sitzt!

Daher muss es nun endlich mal Vorwärts gehen (auch im Interesse der AG)!

Die Probleme sind (hoffentlich) auch den AG bekannt. Aus AN-Sicht kann ich deinen Ausführungen nur beipflichten. Das ist aber genau das was die Damen und Herren der Behördenleitungen nie hören  und schon garnicht etwas zu Änderungen beitragen möchten. Hinzu kommt, dass die "Hobby-Politiker" in den polit. Gremien jegliche Personalaufstockung blockieren. Eine deutliche Erhöhung der Zahlen in den Entgelttabellen ist dann gut und schön, solange aber das Bewusstsein über Personalmangel von sich geschoben wird, werden wir kein neues Personal einstellen bzw. zusätzliches. Auch die konkrete Personalsituation, auch im Hinblick auf Personalmangel durch Rente/Pension, von einer entsprechenden Stelle feststellen zu lassen, wird nicht durchgeführt.

DiVO

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #188 am: 19.06.2020 12:28 »
Welche grundlegenden Änderungen denn?

Eine grundlegende Änderung wäre die Anpassung der Entgelttabellen an die lokale Kaufkraft.
Tätigkeitsmerkmale und eine Entgelttabelle, die bundesweit gelten soll aber die regionalen Unterschiede - die enorm sind - nicht berücksichtigt ist grundlegend Schwachsinn.


Aha. Und wie darf ich mir diese Anpassung an die lokale Kaufkraft vorstellen? An welche lokale Kraufkraft? Die des Arbeitsorts, die des Wohnorts, ein Mix aus beidem?


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« Antwort #189 am: 19.06.2020 12:28 »
Allerdings macht die Argumentation im Kontext von Corona sehr viele Sorgen. Ja, gerade im Krankenhaus / Pflegebereich wurde geackert ohne Ende.

Haben die alten Leute durch Corona den mehr ins Bett gemacht? Oder warum musste man im Pflegebereich überdurchschnittlich ackern? Als ob die Welt halber untergegangen wäre...


Und in Krankenhäusern gab es zeitweise Kurzarbeit, da geplante OPs ja nicht gemacht wurden, um Betten frei zu halten. Also war nichts zu tun.

Wer von euch arbeitet im Pflegebereich? Hat jemand von euch auf einer Intensivstation gearbeitet auf der Menschen gestorben sind denen ihr nicht helfen konntet?
Es gibt sicherlich gravierende Unterschiede in der Quantität der beruflichen Auswirkungen auf den Einzelnen, auch im Pflegebereich.
Kurzarbeit wurde meines Wissens nur bei Privaten Kliniken gemacht. Das war eine Gute Gelegenheit doppelt zu kassieren. 1. durch freigehaltene Betten und 2. Einsparung der in diesem Bereich eingesetzten MA.

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #190 am: 19.06.2020 12:31 »
Sterbende Menschen sind tariflich unbeachtlich. Entsprechende Verweise dienen nur der unnötigen Emotionalisierung.

Romsen

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #191 am: 19.06.2020 12:40 »
Allerdings macht die Argumentation im Kontext von Corona sehr viele Sorgen. Ja, gerade im Krankenhaus / Pflegebereich wurde geackert ohne Ende.

Haben die alten Leute durch Corona den mehr ins Bett gemacht? Oder warum musste man im Pflegebereich überdurchschnittlich ackern? Als ob die Welt halber untergegangen wäre...


Und in Krankenhäusern gab es zeitweise Kurzarbeit, da geplante OPs ja nicht gemacht wurden, um Betten frei zu halten. Also war nichts zu tun.

Wer von euch arbeitet im Pflegebereich? Hat jemand von euch auf einer Intensivstation gearbeitet auf der Menschen gestorben sind denen ihr nicht helfen konntet?
Es gibt sicherlich gravierende Unterschiede in der Quantität der beruflichen Auswirkungen auf den Einzelnen, auch im Pflegebereich.
Kurzarbeit wurde meines Wissens nur bei Privaten Kliniken gemacht. Das war eine Gute Gelegenheit doppelt zu kassieren. 1. durch freigehaltene Betten und 2. Einsparung der in diesem Bereich eingesetzten MA.
Zunächst einmal ist das sterben bzw. das schlechtere behandlungsoutcome durch Personalmangel bzw. inadäquatem Personalschlüssel ein AG Problem und sollte weder von Ärztlicher noch von Pflegerischer Seite aus, auf sich genommen werden (mache ich auch nicht).

Und ja, dieses Phänomen der Kurzarbeit im Krankenhaus kenne ich nur aus Privat geführten Häusern. Sollte sich das Personal weiter rationalisieren bzw. mehr Druck aufladen, da es auf AG Sicht heißt " Wir haben Verluste gemacht, sind diese selber Schuld".

Allein die Freihaltepauschalen für leerstehende Betten übertrafen vielfach die Erlöse, welche mit belegten Betten zustande gekommen wären.

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« Antwort #192 am: 19.06.2020 12:52 »
Sterbende Menschen sind tariflich unbeachtlich. Entsprechende Verweise dienen nur der unnötigen Emotionalisierung.

Ich denke in diesem Unterforum sind Diskussionen gefragt. Sind diese nicht bisweilen emotional? Des Weiteren gibt es hier sehr viele tariflich unbeachtliche Anregungen.

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #193 am: 19.06.2020 13:01 »
Ich diskutiere ohne emotionale Regung. Die Emotionalisierung von Diskussionen ist eher etwas, was Frauen oder Menschen mit der schweren psychischen Störung, die umgangssprachlich als „woke“ bezeichnet wird, tun.

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« Antwort #194 am: 19.06.2020 13:06 »
Ich möchte nicht provozieren aber in welchem Teil meiner Aussage hast du einen Bezug zu dir herausgelesen?