Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 184931 times)

Gemeindefuzzi

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1905 am: 03.09.2020 10:13 »
Bei uns wird nichts ausgehandelt. Wer aushandeln will, fliegt aus dem Bewerberstapel. Eingestellt wird vorsorglich auch nur mit "Befristung 1-2 Jahren, danach Option Entfristung". Oh Wunder, entweder kriecht man nach den 2 Jahren zu Kreuze und dankt, weil man nochmal 2 Jahre Befristung "geschenkt" bekommt oder darf gehen und die Stelle wird mit neuer Tätigkeitsbeschreibung wieder befristet ausgeschrieben. Ostbewerber.

So ist das mit dem freien (Arbeits)markt!
Wir bekommen hier bis zur E6 nur noch die Verwaltungsstellen besetzt und mir Befristung brauchen wir gar nicht anzukommen.
Im Arbeiterbereich ist es noch schlimmer, da ist ab E5 schon Schluss.
Oberhalb der genannten EG ist es sehr schwierig und es sind eher Glückstreffer.
So haben wir im letzten Jahr einen jungen Beamten (Oberinspektor) bekommen, weil seine Frau hier wohnt.

Und der Bewerberpool setzt sich meist aus "Sonderschulabbrechern, Alkoholkranken oder Alibibewerbern zusammen, die von der ARGE "gezwungen" werden....

Wenn bei Euch noch befristet werden kann, ist bei Euch die (AG) Welt noch in Ordnung!



TV-Ler

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1906 am: 03.09.2020 10:14 »
Verdi nimmt doch 1% des Gehalts. Somit könnten die AG den freien AN sogar 1% weniger anbieten, ohne daß sich ein Beitritt lohnte, denn der Verdi-Beitrag wird ja aus dem Netto gezahlt und 1% weniger Brutto ist angesichts der Sozialbeiträge da doch das bessere Angebot. Machen die AG nicht, woraus mein o.g. Schluß zwingend ist.
Wenn alle stets und ständig rein rational handeln würden, wäre das wohl so.
Nicht wenige Bewerber aber würden flugs in eine Gewerkschaft eintreten, wenn der AG ihnen ein Entgelt in Höhe von Tariftabelle minus 1% anböte.
...
Sofern man nicht gerade Steineschmeisserfahrten nach Hamburg oder die Finanzierung sonstiger Antifa-Aktivitäten, Sympathiekundgebungen für sog. "Flüchtlinge" oder die Unterstützung sozialistischer Splitterparteien wie der SPD für positiv besetzt hält, dürfte ja der Eintritt zumindest in eine der DGB-Gewerkschaften eine enorme Überwindung kosten.
Das ist natürlich richtig. Aber dafür bzw. dagegen gibts ja auch noch die Gewerkschaften des dbb, die sich bislang mit derartigen Aktivitäten deutlich weniger hervortun. Und die (möglicherweise genau deshalb) auch Mitgliedsbeiträge von weniger als 1% erheben ...

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1907 am: 03.09.2020 10:15 »
Selbstverständlich zeigt es das: hier wurde ausgeführt, die freien AN würden weit überwiegend das erste Angebot des AG, welches dieselben Leistungen enthielte, wie sie die Gewerkschaften in strapaziösen Verhandlungsrunden ausgehandelt haben, als Arbeitsvertrag annehmen. Das zeigt eindrucksvoll, wie überflüssig Gewerkschaften sind - oder wie schlecht die darin organisierten AN sein müssen. Oder beides.
Es zeigt lediglich dass das Ausgehandelte für die freien  AN noch gut genug ist, nicht aber die Überflüssigkeit der Gewerkschaft/Tarifkommision ohne die es diese "Basis" nicht gäbe. Wären die freien AN in einer besseren Position wenn es keine Gewerkschaft gäbe, was ja deine Wunschvorstellung ist?

Na, die freien AN konnten ja mühelos! - wie Du selbst ausführtest, nehmen die meisten ja einfach das erste Angebot des AG an - dieselben Konditionen aushandeln wie die Gewerkschaften für ihre Mitglieder. Die Bezugnahme auf einen Tarifvertrag macht aus einem Arbeitsvertrag allerdings einen Dreizeiler, während man ansonsten einen halben Groschenroman schreibt. Den freien AN ist völlig egal, ob es eine Gewerkschaft gibt.

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1908 am: 03.09.2020 10:23 »
Verdi nimmt doch 1% des Gehalts. Somit könnten die AG den freien AN sogar 1% weniger anbieten, ohne daß sich ein Beitritt lohnte, denn der Verdi-Beitrag wird ja aus dem Netto gezahlt und 1% weniger Brutto ist angesichts der Sozialbeiträge da doch das bessere Angebot. Machen die AG nicht, woraus mein o.g. Schluß zwingend ist.
Wenn alle stets und ständig rein rational handeln würden, wäre das wohl so.
Nicht wenige Bewerber aber würden flugs in eine Gewerkschaft eintreten, wenn der AG ihnen ein Entgelt in Höhe von Tariftabelle minus 1% anböte.
...
Sofern man nicht gerade Steineschmeisserfahrten nach Hamburg oder die Finanzierung sonstiger Antifa-Aktivitäten, Sympathiekundgebungen für sog. "Flüchtlinge" oder die Unterstützung sozialistischer Splitterparteien wie der SPD für positiv besetzt hält, dürfte ja der Eintritt zumindest in eine der DGB-Gewerkschaften eine enorme Überwindung kosten.
Das ist natürlich richtig. Aber dafür bzw. dagegen gibts ja auch noch die Gewerkschaften des dbb, die sich bislang mit derartigen Aktivitäten deutlich weniger hervortun. Und die (möglicherweise genau deshalb) auch Mitgliedsbeiträge von weniger als 1% erheben ...

Durchaus. Deren Problem ist jedoch, daß sie einfach zu brav und staatstragend auftreten - und noch mehr auf eine Beschäftigtengruppe schielen, die unmittelbar mit den Tarifverhandlungen nichts zu tun hat: die Beamten und die Übertragung des Tarifergebnisses auf diese. Auch wenn man hier andere Werte für die Rechnung einsetzen muß, bleibt es ja grundsätzlich bei meinen Ausführungen.

Beiden Gewerkschaftskonglomeraten ist ja gemein, daß sie bei Tarifverhandlungen stets von den Interessen der x Millionen Beschäftigten fabulieren - obwohl sie die gar nicht vertreten noch ein Mandat dazu hätten, dies zu tun. Das wiederum führt dazu, daß die AG ihnen vorrechnen können, welche Milliardensummen das verschlingt. Tut es nämlich nicht. Die sonstigen Verpflichtungen, die AG mit Nichtmitgliedern eingegangen sind, sind kein Problem der Gewerkschaften in Tarifverhandlungen.

MrRossi

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1909 am: 03.09.2020 10:51 »
Selbstverständlich zeigt es das: hier wurde ausgeführt, die freien AN würden weit überwiegend das erste Angebot des AG, welches dieselben Leistungen enthielte, wie sie die Gewerkschaften in strapaziösen Verhandlungsrunden ausgehandelt haben, als Arbeitsvertrag annehmen. Das zeigt eindrucksvoll, wie überflüssig Gewerkschaften sind - oder wie schlecht die darin organisierten AN sein müssen. Oder beides.
Es zeigt lediglich dass das Ausgehandelte für die freien  AN noch gut genug ist, nicht aber die Überflüssigkeit der Gewerkschaft/Tarifkommision ohne die es diese "Basis" nicht gäbe. Wären die freien AN in einer besseren Position wenn es keine Gewerkschaft gäbe, was ja deine Wunschvorstellung ist?

Na, die freien AN konnten ja mühelos! - wie Du selbst ausführtest, nehmen die meisten ja einfach das erste Angebot des AG an - dieselben Konditionen aushandeln wie die Gewerkschaften für ihre Mitglieder. Die Bezugnahme auf einen Tarifvertrag macht aus einem Arbeitsvertrag allerdings einen Dreizeiler, während man ansonsten einen halben Groschenroman schreibt. Den freien AN ist völlig egal, ob es eine Gewerkschaft gibt.
Und die Beantworung der Frage, ich wiederhole:
Wären die freien AN in einer besseren Position wenn es keine Gewerkschaft gäbe, was ja deine Wunschvorstellung ist?

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1910 am: 03.09.2020 10:58 »
Habe ich beantwortet: Den freien AN ist völlig egal, ob es eine Gewerkschaft gibt.

JahrhundertwerkTVÖD

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1911 am: 03.09.2020 11:01 »
Selbstverständlich zeigt es das: hier wurde ausgeführt, die freien AN würden weit überwiegend das erste Angebot des AG, welches dieselben Leistungen enthielte, wie sie die Gewerkschaften in strapaziösen Verhandlungsrunden ausgehandelt haben, als Arbeitsvertrag annehmen. Das zeigt eindrucksvoll, wie überflüssig Gewerkschaften sind - oder wie schlecht die darin organisierten AN sein müssen. Oder beides.
Es zeigt lediglich dass das Ausgehandelte für die freien  AN noch gut genug ist, nicht aber die Überflüssigkeit der Gewerkschaft/Tarifkommision ohne die es diese "Basis" nicht gäbe. Wären die freien AN in einer besseren Position wenn es keine Gewerkschaft gäbe, was ja deine Wunschvorstellung ist?

Na, die freien AN konnten ja mühelos! - wie Du selbst ausführtest, nehmen die meisten ja einfach das erste Angebot des AG an - dieselben Konditionen aushandeln wie die Gewerkschaften für ihre Mitglieder. Die Bezugnahme auf einen Tarifvertrag macht aus einem Arbeitsvertrag allerdings einen Dreizeiler, während man ansonsten einen halben Groschenroman schreibt. Den freien AN ist völlig egal, ob es eine Gewerkschaft gibt.
Und die Beantworung der Frage, ich wiederhole:
Wären die freien AN in einer besseren Position wenn es keine Gewerkschaft gäbe, was ja deine Wunschvorstellung ist?

Bezogen auf Verdi, ist die Frage relativ einfach zu beantworten:
JA!!!!!!
Alles ist besser, als das was diese Gewerkschaft seit Einführung des TVÖD fabriziert hat.

Allgemein gesehen, ist die Frage nicht ganz so einfach zu beantworten.
Es ist bequemer wenn eine Gewerkschaft versucht die Interessen zu vertreten, statt diese in die eigene Hand zu nehmen und entsprechende Gespräche zu führen.
Funktioniert auch für die große Masse.
Problem ist, dass Verdi nicht die Interessen der aller AN im öffentlichen Dienst vertritt und somit auch kein Interesse hat die Probleme im IT und technischen Bereich zu verändern.

Die Tarifbindung hat auch den faden Beigeschmack, dass im kommunalen Bereich nicht außertariflich Vergütet werden darf. Auch wenn ein AG die Probleme erkennt und bereit wäre in den oben genannten Bereichen etwas zu tun, ist dies nicht möglich.
Somit ist auch dies nachteilig für die genannten AN.

Also, mit einer Gewerkschaft (nicht Verdi) welche bereit ist die Probleme aller Beschäftigten anzugehen wäre es für die meisten der bequemere Weg.

MrRossi

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1912 am: 03.09.2020 11:23 »
Was hat diese Gewerkschaft allein fabriziert?

Gemeindefuzzi

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« Antwort #1913 am: 03.09.2020 12:23 »
Was hat diese Gewerkschaft allein fabriziert?

DEN TVÖD!

MrRossi

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« Antwort #1914 am: 03.09.2020 13:21 »
Nein "seit Einführung des TVÖD" heist danach.

TMP

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1915 am: 03.09.2020 13:26 »
Also wenn nachgewiesener Weise die Entgeltgruppen 1-8, im Vergleich zur FW, durchaus konkurenzfähig (und oftmals bessergestellt) sind und Verdi's Mitglieder überwiegend aus diesen EG kommen, kann man dann den Erfolg der Gewerkschaft wirklich verneinen?

JahrhundertwerkTVÖD

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1916 am: 03.09.2020 13:27 »
Was hat diese Gewerkschaft allein fabriziert?

DEN TVÖD!

Absolut Richtig!

Mir ist im TVÖD keine Verbesserung im Vergleich zum BAT bekannt.
Es gab in allen Bereichen nur Verschlechterungen und dies weil das Jahrhundertwerk TVÖD auf Wunsch der Gewerkschaft eingeführt werden musste.
Es hat Jahrzehnte gedauert um in einigen Bereichen zumindest die Errungenschaften des BAT  wieder zu erlangen. Von Verbesserungen kann nicht gesprochen werden.
Was wurde alles versprochen mit neuen Tätigkeitsmerkmalen usw. Wie lange hat es gedauert bis diese einigermaßen aktualisiert wurden?

Zulagen......alles weg
Urlaubsgeld....alles weg
Weihnachtsgeld...........drastisch gekürzt
Altersvorsorge.............gekürzt


Spid

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« Antwort #1917 am: 03.09.2020 13:28 »
Also wenn nachgewiesener Weise die Entgeltgruppen 1-8, im Vergleich zur FW, durchaus konkurenzfähig (und oftmals bessergestellt) sind und Verdi's Mitglieder überwiegend aus diesen EG kommen, kann man dann den Erfolg der Gewerkschaft wirklich verneinen?

Wen interessiert der Erfolg oder Mißerfolg von Verdi?

JahrhundertwerkTVÖD

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1918 am: 03.09.2020 13:30 »
Also wenn nachgewiesener Weise die Entgeltgruppen 1-8, im Vergleich zur FW, durchaus konkurenzfähig (und oftmals bessergestellt) sind und Verdi's Mitglieder überwiegend aus diesen EG kommen, kann man dann den Erfolg der Gewerkschaft wirklich verneinen?

Verdi verhandelt aber nicht explizit nur für die EG 1 bis 8.
Dann möge man doch bitte die anderen raushalten und wir gehen in Richtung der Spartengewerkschaften.

MrRossi

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« Antwort #1919 am: 03.09.2020 13:34 »
Also wenn nachgewiesener Weise die Entgeltgruppen 1-8, im Vergleich zur FW, durchaus konkurenzfähig (und oftmals bessergestellt) sind und Verdi's Mitglieder überwiegend aus diesen EG kommen, kann man dann den Erfolg der Gewerkschaft wirklich verneinen?

Verdi verhandelt aber nicht explizit nur für die EG 1 bis 8.
Dann möge man doch bitte die anderen raushalten und wir gehen in Richtung der Spartengewerkschaften.
Ah, einer der die genauen Quoten der Mitglieder kennt!
Dann mal raus mit der Sprache wie die Verteilung genau ist.