Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 184581 times)

Otto1

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1965 am: 03.09.2020 22:32 »
Würde Stellenabbau nicht bedeuten, dass man Leute rauswirft?

AndreasG

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« Antwort #1966 am: 03.09.2020 22:50 »


Würde Stellenabbau nicht bedeuten, dass man Leute rauswirft?

Nur wenn die Stellen die wegfallen besetzt sind.

Da knapp 300.000 Stellen nicht besetzt sind und diese in den nächsten Jahren auf 750.000 anwachsen werden kann man ruhig die 300.000 Stellen streichen.

Merkt niemand denn besetzt bekommt der ÖD die eh nicht.

Otto1

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« Antwort #1967 am: 03.09.2020 23:01 »
Naja, vielleicht sollte man sich wirklich mal überlegen für was man den öD noch braucht oder haben möchte...

Bastel

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« Antwort #1968 am: 03.09.2020 23:35 »
Wie realistisch halte ihr die Drohung, dass die Arbeitgeber Stellen abbauen, um Lohnerhöhungen zu finanzieren?

Siehe Tagesschau: https://youtu.be/1ULFDWxs0CM

Was für ein Quatsch.

Veranstaltungen die nicht kostendeckend sind, verursachen Kosten welche Dank Corona nicht anfallen.
Die Grundsteuer wird auch von Mietern und nicht nur von Eigentümern getragen.

Es propagieren doch alle, das man im ÖD quasi unkündbar ist. Dann wäre auch kein Stellenabbau von besetzten Stellen möglich.

MonkeyBiz

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« Antwort #1969 am: 04.09.2020 01:10 »
Was für ein Quatsch.

Veranstaltungen die nicht kostendeckend sind, verursachen Kosten welche Dank Corona nicht anfallen.
Die Grundsteuer wird auch von Mietern und nicht nur von Eigentümern getragen.

Es propagieren doch alle, das man im ÖD quasi unkündbar ist. Dann wäre auch kein Stellenabbau von besetzten Stellen möglich.

Die Leute, die in normalen Zeiten für die Durchführung dieser Veranstaltungen sorgen, werden aber -zumindest bei mir- sozialerweise trotzdem weiterbeschäftigt statt rausgekantet. Eben wegen der propagierten quasi-Unkündbarkeit. Die sitzen also, wie einige andere Bereiche auch, im Homeoffice und schaukeln Eier bei voller Bezahlung. Effektiv wird da also trotzdem ein Minus gemacht, auch wenn die nicht-kostendeckenden Veranstaltungen ausfallen.

Edit, damit keiner auf den Gedanken kommt, hier Missgunst herauszulesen: Ich gehöre zu einem dieser anderen Bereiche, der ebenfalls gerade Eier schaukelt.
"Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein." -- Jiddu Krishnamurti

Spid

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« Antwort #1970 am: 04.09.2020 01:12 »
Hausgemachtes AG-Problem.

DiVO

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« Antwort #1971 am: 04.09.2020 07:02 »
das mit der eg 8 ist natuerlich ein witz ich bin buchhalter und  gehe davon aus das ich eigentlich in die Eg 9 gehoere mit 2OOO EURO netto sind wir in unsere abteilung klar unterbezahlt mfg
Was hindert dich daran einen neuen Job zu suchen?
zb das wir hier nicht mal aktuelle stellenbeschreibungen haben wo wichtige arbeitsvorgänge fehlen
Dann unter Setzung einer realistischen Frist mit Verweis auf das BundesnachweisGesetz eine aktuelle Stellenbeschreibung anfordern. Wenn keine aktuelle ausgehändigt wird, dann nur noch die Tätigkeiten ausüben, die in der Stellenbeschreibung drin ist, die du hast. Solange du einfach alle Arbeiten machst, die anfallen, ohne dass sie dir ordnungsgemäß übertragen worden sind, wird sich dein Arbeitgeber nicht aus der Komfortzone bewegen, sondern alles so weiterlaufen lassen...

GenerationY

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« Antwort #1972 am: 04.09.2020 07:03 »
was bringt weniger arbeitszeit dann haz man jede woche 1 stunde weniger fuer die gleichen aufgaben wenn die arbeit eh nicht geschafft wird weil zu wenig leute eingestellt sind

Mitarbeiter die Texte in dieser Qualität schreiben haben naturgemäß Probleme damit ihre Arbeit in überschaubarer Zeit zu erledigen.

Kaiser80

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« Antwort #1973 am: 04.09.2020 07:13 »
Solange du einfach alle Arbeiten machst, die anfallen, ohne dass sie dir ordnungsgemäß übertragen worden sind, wird sich dein Arbeitgeber nicht aus der Komfortzone bewegen, sondern alles so weiterlaufen lassen...

Hmm, ist es nicht vllt sogar so, dass es sich sogar um abmahnwürdiges "Arbeiten" handelt.

Arno-Nühm

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« Antwort #1974 am: 04.09.2020 09:07 »
Da man nach 30 Jahren nun endlich mal auf dem Schirm hat, die Arbeitszeit in Ost und West anzugleichen, wäre es ebenfalls sinnvoll gewesen, den folgenden Punkt mit anzusprechen:

"Ein besonderer tariflicher Kündigungsschutz ("Unkündbarkeit") besteht für Beschäftigte im Tarifgebiet West, die mindestens 15 Jahre beim selben Arbeitgeber beschäftigt waren und mindestens 40 Jahre alt sind."

Warum wird das unter den Teppich gekehrt? Und weshalb "genießen" hier Westdeutsche Mitarbeiter einen besonderen Schutz?!

Und kommt mir jetzt bitte nicht wieder mit Gejammer-Floskeln und dergleichen... Es geht mir lediglich um eine logische Erklärung.


Novus

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« Antwort #1975 am: 04.09.2020 09:23 »
Da man nach 30 Jahren nun endlich mal auf dem Schirm hat, die Arbeitszeit in Ost und West anzugleichen, wäre es ebenfalls sinnvoll gewesen, den folgenden Punkt mit anzusprechen:

"Ein besonderer tariflicher Kündigungsschutz ("Unkündbarkeit") besteht für Beschäftigte im Tarifgebiet West, die mindestens 15 Jahre beim selben Arbeitgeber beschäftigt waren und mindestens 40 Jahre alt sind."

Warum wird das unter den Teppich gekehrt? Und weshalb "genießen" hier Westdeutsche Mitarbeiter einen besonderen Schutz?!

Und kommt mir jetzt bitte nicht wieder mit Gejammer-Floskeln und dergleichen... Es geht mir lediglich um eine logische Erklärung.

§ 53 Abs. 3 BAT

gab es schon lange vor der Wiedervereinigung - die "Ostdeutschen" Bundesländer wollten später den Sonderweg!

TV-Ler

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« Antwort #1976 am: 04.09.2020 09:24 »
...
"Ein besonderer tariflicher Kündigungsschutz ("Unkündbarkeit") besteht für Beschäftigte im Tarifgebiet West, die mindestens 15 Jahre beim selben Arbeitgeber beschäftigt waren und mindestens 40 Jahre alt sind."

Warum wird das unter den Teppich gekehrt? Und weshalb "genießen" hier Westdeutsche Mitarbeiter einen besonderen Schutz?!
...
Zunächst: Nur weil etwas nicht erwähnt wird, heißt das nicht, das es unter den Teppich gekehrt wird.

Was die Kündigungsregelungen des § 34 angeht, so lauten diese anders als von dir dargestellt:

"Arbeitsverhältnisse von Beschäftigten, die das 40. Lebensjahr vollendet haben und für die die Regelungen des Tarifgebiets West Anwendung finden, können nach einer Beschäftigungszeit (Absatz 3 Satz 1 und 2) von mehr als 15 Jahren durch den Arbeitgeber nur aus einem wichtigen Grund gekündigt werden. Soweit Beschäftigte nach den bis zum 30. September 2005 geltenden Tarifregelungen unkündbar waren, verbleibt es dabei."

Mitarbeiter im Tarifgebiet West genießen also lediglich dann einen besonderen Schutz ("Unkündbarkeit"), wenn dieser Schutz bereits vor Ablösung des BAT durch TVöD bestanden hat.

Keeper83

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1977 am: 04.09.2020 09:32 »
Wer mit einer Zielsetzung verhandelt und sie nicht durchsetzt, hat versagt. Ja, das ist so einfach. Kompromisse sind was für konsensbesoffene Versager.

Ich gehe davon aus, dass du regelmäßig Gehaltsverhandlungen führst. Sowohl in die eine, als auch in die andere Richtung.

Wenn du als AG oder als dessen Verhandlungsberechtigter auftrittst, setzt dann dein AN seine erste Forderung grundsätzlich immer durch, oder hast du, falls nicht, etwa Versager eingestellt? 

Gleiches gilt für deinen AG mit dem du dein Gehalt verhandelst. Solltest du da deine erste Forderung durchsetzen, arbeitest du dann nicht für einen Versager?

Allgemein gefragt: Wie habe ich mir Gehaltsverhandlungen von bzw. mit dir vorzustellen?

 

Arno-Nühm

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« Antwort #1978 am: 04.09.2020 09:33 »
Ah OK, ich hatte mich darauf verlassen, dass das - so wie es hier auf dieser Webseite formuliert ist - auch der entsprechende "offizielle" Wortlaut gewesen wäre.

Vielen Dank für die Antwort.


Spid

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« Antwort #1979 am: 04.09.2020 09:56 »
Wer mit einer Zielsetzung verhandelt und sie nicht durchsetzt, hat versagt. Ja, das ist so einfach. Kompromisse sind was für konsensbesoffene Versager.

Ich gehe davon aus, dass du regelmäßig Gehaltsverhandlungen führst. Sowohl in die eine, als auch in die andere Richtung.

Wenn du als AG oder als dessen Verhandlungsberechtigter auftrittst, setzt dann dein AN seine erste Forderung grundsätzlich immer durch, oder hast du, falls nicht, etwa Versager eingestellt? 

Gleiches gilt für deinen AG mit dem du dein Gehalt verhandelst. Solltest du da deine erste Forderung durchsetzen, arbeitest du dann nicht für einen Versager?

Allgemein gefragt: Wie habe ich mir Gehaltsverhandlungen von bzw. mit dir vorzustellen?

 

Ich schrieb nichts von Forderung. Ich schrieb von Zielsetzung. Neben der Forderung in den Verhandlungen gibt es auch eine Zielsetzung. Wie sie Verdi-seitig in dieser Tarifrunde aussieht, habe ich ausgeführt.

Gehaltsverhandlungen sind simpel: als AG für meinen Haushalt steht das Gehalt in der Stellenanzeige. Es ist nicht verhandelbar. Wir vereinbaren, daß es sich jährlich um den von-Hundert-Satz verändert, um den sich die BBG zur GKV verändert. Beruflich als Vertreter des AG steht die Entgeltgruppe, deren Tätigkeitsmerkmale die auszuübende Tätigkeit aus unserer Sicht erfüllt, in der Stellenanzeige. Das erste Angebot ist jenes, welches sich aus den tariflichen Regelungen ergibt. Bereit zu zahlen sind wir, was die tariflichen Regelungen hergeben - sonst würden wir denjenigen nicht einstellen. Wer nicht verhandelt (Frauen), erhält genau das, was nach den tariflichen Regelungen zusteht. Wer verhandelt und im Rahmen der tariflichen Kann-Bestimmungen bleibt, bekommt das, was er gefordert hat. Ansonsten kommen wir nicht zusammen.