Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 184949 times)

öfföff

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1980 am: 04.09.2020 10:02 »
...
"Ein besonderer tariflicher Kündigungsschutz ("Unkündbarkeit") besteht für Beschäftigte im Tarifgebiet West, die mindestens 15 Jahre beim selben Arbeitgeber beschäftigt waren und mindestens 40 Jahre alt sind."

Warum wird das unter den Teppich gekehrt? Und weshalb "genießen" hier Westdeutsche Mitarbeiter einen besonderen Schutz?!
...
Zunächst: Nur weil etwas nicht erwähnt wird, heißt das nicht, das es unter den Teppich gekehrt wird.

Was die Kündigungsregelungen des § 34 angeht, so lauten diese anders als von dir dargestellt:

"Arbeitsverhältnisse von Beschäftigten, die das 40. Lebensjahr vollendet haben und für die die Regelungen des Tarifgebiets West Anwendung finden, können nach einer Beschäftigungszeit (Absatz 3 Satz 1 und 2) von mehr als 15 Jahren durch den Arbeitgeber nur aus einem wichtigen Grund gekündigt werden. Soweit Beschäftigte nach den bis zum 30. September 2005 geltenden Tarifregelungen unkündbar waren, verbleibt es dabei."

Mitarbeiter im Tarifgebiet West genießen also lediglich dann einen besonderen Schutz ("Unkündbarkeit"), wenn dieser Schutz bereits vor Ablösung des BAT durch TVöD bestanden hat.

Wobei auch die Neuregelung einen extrem hohen Schutz vor Kündigung bietet. Die Hürden sind so hoch, dass größere öD-Arbeitgeber (Privatfirmen die nur nach öD-Tarif zahlen ausgenommen) sie nicht meisten können oder wollen...

qucksilver01

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1981 am: 04.09.2020 11:23 »
mal nur so ein Gedankengang.. war wäre tatsächlich mit ner finanziellen Nullrunde für 24 Monate?
Im Gegensatz werden alle 12 Monate die Arbeitszeit um jeweils 2 Stunden reduziert... Um das anfallende
Arbeitsaufkommen kompensieren zu können und der Spread zwischen Angestellten und Beamten
nicht allzu groß werden zu lassen werden die reduzierten Stunden auf einem Langzeitarbeitszeitkonto
gutgeschrieben... ergo... pro Jahr 12 Tage, die bei Eintritt in den Ruhestand abgefeiert werden... eure Meinung?

Bastel

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« Antwort #1982 am: 04.09.2020 11:28 »
Wenn interessieren Beamte?

öfföff

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1983 am: 04.09.2020 11:29 »
Das wär ja nach 10 Jahren grad mal 120 Tage angespart... Find ich langweilig.
Lieber die 12 Tage zusätzlich Urlaub. Wer weiß ob man das Rentenalter überhaupt erlebt? ;-)

BAT

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1984 am: 04.09.2020 11:30 »
mal nur so ein Gedankengang.. war wäre tatsächlich mit ner finanziellen Nullrunde für 24 Monate?
Im Gegensatz werden alle 12 Monate die Arbeitszeit um jeweils 2 Stunden reduziert... Um das anfallende
Arbeitsaufkommen kompensieren zu können und der Spread zwischen Angestellten und Beamten
nicht allzu groß werden zu lassen werden die reduzierten Stunden auf einem Langzeitarbeitszeitkonto
gutgeschrieben... ergo... pro Jahr 12 Tage, die bei Eintritt in den Ruhestand abgefeiert werden... eure Meinung?

Man sollte das Leben leben und nicht den Ruhestand, der für so Einige möglicherweise alltägliche Einschränkungen bringt, die er im Berufsleben nicht hatte. Meine Meinung...

Spid

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« Antwort #1985 am: 04.09.2020 11:36 »
Hinzu kommt, daß ja offenkundig in der Rechnung keine Überstundenzuschläge vorgesehen sind. Man leistet also Überstunden ohne Zuschläge. Ein schlechter Deal.

TV-Ler

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1986 am: 04.09.2020 11:46 »
...
Die Hürden sind so hoch, dass größere öD-Arbeitgeber (Privatfirmen die nur nach öD-Tarif zahlen ausgenommen) sie nicht meisten können oder wollen...
Wie meinen?

JahrhundertwerkTVÖD

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« Antwort #1987 am: 04.09.2020 12:26 »
Grundsätzlich haben Beamte nichts mit den aktuellen Tarifverhandlungen zu tun.
Es gibt auch nicht ein Recht auf automatische Übernahme.
Mal abgesehen davon dass bei einer Übernahme der Tarifergebnisse und der unterschiedlichen Besteuerung der Bruttogehälter, der Abstand in den Nettolöhnen immer größer wird.

Es sei den Beamten alles gegönnt was sie sich ersessen haben.
Es ist nun aber an der Zeit dass die Beschäftigten auch eine marktgerechte Anpassung erhalten.
 

Spid

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« Antwort #1988 am: 04.09.2020 12:33 »
Im kommunalen Bereich haben die Tarifverhandlungen keinerlei Bezug zu den entsprechenden Beamten, da eine Übernahme des Tarifergebnisses überhaupt nicht zur Debatte steht. Die Kommunalbeamten unterliegen den jeweiligen landesrechtlichen Regelungen, die sich naturgemäß an den TV-L-Tarifrunden orientieren.

bgler

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« Antwort #1989 am: 04.09.2020 12:33 »
und der unterschiedlichen Besteuerung der Bruttogehälter

Inwiefern werden Bruttogehälter der Beamten pauschal anders besteuert als andere Bruttogehälter?

TV-Ler

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« Antwort #1990 am: 04.09.2020 12:57 »
und der unterschiedlichen Besteuerung der Bruttogehälter

Inwiefern werden Bruttogehälter der Beamten pauschal anders besteuert als andere Bruttogehälter?
Andere Steuertabelle.

Bastel

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« Antwort #1991 am: 04.09.2020 13:32 »
und der unterschiedlichen Besteuerung der Bruttogehälter

Inwiefern werden Bruttogehälter der Beamten pauschal anders besteuert als andere Bruttogehälter?
Andere Steuertabelle.

????

bgler

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« Antwort #1992 am: 04.09.2020 13:39 »
und der unterschiedlichen Besteuerung der Bruttogehälter

Inwiefern werden Bruttogehälter der Beamten pauschal anders besteuert als andere Bruttogehälter?
Andere Steuertabelle.

Tatsächlich. Aber nach meiner Recherche ist die Steuerlast dadurch für Beamte höher als bei "normalen" Angestellten..

Pakart

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« Antwort #1993 am: 04.09.2020 14:06 »
und der unterschiedlichen Besteuerung der Bruttogehälter

Inwiefern werden Bruttogehälter der Beamten pauschal anders besteuert als andere Bruttogehälter?
Andere Steuertabelle.

Tatsächlich. Aber nach meiner Recherche ist die Steuerlast dadurch für Beamte höher als bei "normalen" Angestellten..

Die dadurch entsteht, das die Beamten in der Regel weniger abzugsfähige Sozialabgaben haben. Aber die grundsätzliche Steuerlast ist bei gleichen Brutto erstmal gleich hoch.

Unwissender20

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1994 am: 04.09.2020 16:22 »
Beamte zahlen nicht weniger sondern gänzlich keine Sozialversicherungsabgaben. Es fallen "lediglich" die Lohnsteuer / der Soli an. Fiktiv wird jedoch etwas für die Versorgung zurück gelegt. (Fiktiv weil diese Beträge nicht in der Bezügemitteilung auftauchen.) Nach Übertragung des Ergebnisses aus den Tarifverhandlungen auf die Beamten, worauf wie oben erwähnt kein gesetzlicher Anspruch besteht, wird ein geringer prozentualer Anteil ebenfalls als Versorgungsrücklage einbehalten.