Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 285681 times)

Bastel

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3315 am: 17.10.2020 08:16 »
An Unverschähmtheit nicht zu überbieten.

Dienst nach Vorschrift ist wohl künftig angesagt

Vor allem dieser bescheuerte Mindestbetrag.

Britta2

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3316 am: 17.10.2020 08:50 »
An Unverschähmtheit nicht zu überbieten.

Dienst nach Vorschrift ist wohl künftig angesagt

Vor allem dieser bescheuerte Mindestbetrag.

Ab MÄRZ 2021 Peanuts (Netto). Bis dahin selbst in Januar/Februar Null!

marco.berlin

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3317 am: 17.10.2020 09:09 »
Mir ist schon bewusst, dass auch in diesem Forum sich die verschiedensten politischen Ansichten wiederfinden, dass ich das nicht gut finde, darf ich hier hoffentlich äußern. Aber nicht jede Ansicht muss ich wohl beklatschen. Wer meint, an allem seien sinngemäß „die Flüchtlinge“ schuld, wahlweise „die Merkel“, der vertritt nach meiner Meinung eben eine politische Auffassung, die nicht in den ÖD gehört und wenn ich jemanden erst erklären muss, was er oder sie geschrieben hat, dann scheint mir ohnehin die Eignung fraglich. Als nächstes kommt dann sicher „hab ich so nicht gemeint“, „bin mit der Maus abgerutscht“... Ihr dürft eure Meinung haben, ich jedenfalls könnte da kotzen, wenn Themen vermengt werden, die nichts miteinander zu tun haben.

@Bastel

Und den „Faden“ mit dem Geld kosten, könnte man dann ebenso weiterspinnen... dann reden wir aber nicht mehr über einen Sozialstaat und, dann ist das Angebot in den Tarifverhandlungen schon viel zu hoch. Ich bin mir sicher, dass es genügend Steuerzahler gibt, die meinen es müsste eher gekürzt als erhöht werden.

Hier bin ich jetzt raus...  :-\

ITFrau

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3318 am: 17.10.2020 09:14 »
1,7% für 3 Jahre ist schon hart wenig.

Ich bin gespannt ob man sich nächste Woche einigt oder der Tanz weiter geht.
Viel schlimmer als die nicht spürbare Erhöhung finde ich die unnötig lange Laufzeit.

Ich hoffe, Verdi lässt sich nicht ver***. Werbung für den Eintritt von Neumitgliedern würden sie damit jedenfalls nicht machen  ;D

Ich hoffe, dass die Gewerkschaften eine Kürzung der Laufzeit auf 2 Jahre hinbekommt.
Für mich würde es Sinn machen, dass die erste Erhöhung niedriger ist, wenn man Corona jetzt als Grund heranzieht. Bei der zweiten Erhöhung sollte die Lage wieder besser sein und die Erhöhung höher...

Mein Tipp:
300 Euro Einmalzahlung
1.1.21 -> 1,5%
1.1.22 -> 1,9%

Laufzeit bis 28.02.2023

LeonL

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3319 am: 17.10.2020 09:19 »
An Unverschähmtheit nicht zu überbieten.

Dienst nach Vorschrift ist wohl künftig angesagt

Anders kann man diese Geringschätzung der AG-Seite nicht auffassen. Fassen wir mal zusammen. In vielen Kommunalverwaltungen sitzt man in abgeranzten Gebäuden mit kaputten Mobiliar, dreckigen Sanitäranlagen und wird schon an seiner Arbeit gehindert, weil übliche Arbeitsmittel fehlen (vom Post-It bis zur Fachsoftware) und Fachpersonal fehlt, das man für seine Arbeit braucht. Dann erlebt man bei jedem Pups die Geringschätzung der Menschen für die wir da draußen arbeiten (Kommentare bei Streik, öffentlichem Anprangern von schlechten Arbeitsbedingungen zB in maroden Gebäuden) und nun wird einem zum wiederholten Male auch von der AG-Seite so eine dreiste Geringschätzung entgegengebracht, die nicht mehr ist als die Aussage, dass man als Angestellter keinen Pfifferling wert ist... Auch wenn Gefühle im Tarifvertragsgebahren bekanntermaßen unbeachtlich sind, finde ich es dennoch wieder enttäuschend was da kommt.

"Dienst nach Vorschrift" halte ich da schon für ein massives Entgegenkommen der Arbeitnehmer...  ;)

Badener

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3320 am: 17.10.2020 09:37 »
Das Angebot ist wirklich dreist.

Verstehen ich das richtig, dass die AG Leistungen wie Jobticket usw. mit dem Budget für LOB verrechnen wollen? Dann bleibt von der Erhöhung der Tabellenentgelte am Ende ja noch weniger übrig.

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3321 am: 17.10.2020 09:43 »
Mir ist schon bewusst, dass auch in diesem Forum sich die verschiedensten politischen Ansichten wiederfinden, dass ich das nicht gut finde, darf ich hier hoffentlich äußern. Aber nicht jede Ansicht muss ich wohl beklatschen. Wer meint, an allem seien sinngemäß „die Flüchtlinge“ schuld, wahlweise „die Merkel“, der vertritt nach meiner Meinung eben eine politische Auffassung, die nicht in den ÖD gehört und wenn ich jemanden erst erklären muss, was er oder sie geschrieben hat, dann scheint mir ohnehin die Eignung fraglich. Als nächstes kommt dann sicher „hab ich so nicht gemeint“, „bin mit der Maus abgerutscht“... Ihr dürft eure Meinung haben, ich jedenfalls könnte da kotzen, wenn Themen vermengt werden, die nichts miteinander zu tun haben.

Nur hat niemand derlei behauptet. Hier hat jemand den Bezug zu einer Aussage des VKA-Verhandlungsführers hergestellt, die in Verbindung mit seinen Aussagen zur Tarifrunde seine Präferenz der Ressourcenallokation offenlegt: er möchte mehr Geld für sog. „Flüchtlinge“ ausgeben und weniger oder zumindest nicht mehr für einen funktionsfähigen öD. Von „Flüchtlingen“ habe ich nichts, vom öD hingegen schon. Genau genommen ist mir völlig egal, ob „Flüchtlinge“ in ihren Shithole-Countries, auf dem Weg nach Europa oder in einem Flüchtlingslager umkommen - denn ich habe eine gesunde emotionale Distanz zu mir unbekannten Personen, zu denen ich auch sonst keinerlei Bezug habe. Was mir nicht egal ist, ist wenn sie hier sind und Geld kosten. Denn es ist Geld, das mir der Staat vorher abgepresst hat - und das ich lieber behielte. Und wenn man es mir schon abpresst, soll man es für etwas ausgeben, das mir nutzt. Das wäre bspw. beim öD der Fall.

Zitat
@Bastel

Und den „Faden“ mit dem Geld kosten, könnte man dann ebenso weiterspinnen... dann reden wir aber nicht mehr über einen Sozialstaat und, dann ist das Angebot in den Tarifverhandlungen schon viel zu hoch. Ich bin mir sicher, dass es genügend Steuerzahler gibt, die meinen es müsste eher gekürzt als erhöht werden.

Hier bin ich jetzt raus...  :-\

Weder brauche ich den Sozialstaat noch stünden Tariferhöhungen einer Kürzung entgegen - wenn der Staat sich auf seine Kernaufgaben konzentriert und sich nicht mit 1984er-Ideen trüge.

marco.berlin

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3322 am: 17.10.2020 10:32 »

... Genau genommen ist mir völlig egal, ob „Flüchtlinge“ in ihren Shithole-Countries, auf dem Weg nach Europa oder in einem Flüchtlingslager umkommen - denn ich habe eine gesunde emotionale Distanz zu mir unbekannten Personen, zu denen ich auch sonst keinerlei Bezug habe. Was mir nicht egal ist, ist wenn sie hier sind und Geld kosten. Denn es ist Geld, das mir der Staat vorher abgepresst hat - und das ich lieber behielte. Und wenn man es mir schon abpresst, soll man es für etwas ausgeben, das mir nutzt. Das wäre bspw. beim öD der Fall...


Fachlich bist du sicher eine Koryphäe. Aber menschlich kann ich keine Sympathie für dich hegen. Ist dir egal, soll auch so sein. Was da mal schief gelaufen ist, weißt nur du. Ein Forum, was durch solche Ansicht getragen wird, ist nicht meines...

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3323 am: 17.10.2020 10:35 »
Da ist nichts „schief gelaufen“, es handelt sich um eine individualrationale Perspektive. Was mir nichts nützt, taugt auch nichts.

Amiga

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3324 am: 17.10.2020 11:16 »
Mir ist schon bewusst, dass auch in diesem Forum sich die verschiedensten politischen Ansichten wiederfinden, dass ich das nicht gut finde, darf ich hier hoffentlich äußern. Aber nicht jede Ansicht muss ich wohl beklatschen. Wer meint, an allem seien sinngemäß „die Flüchtlinge“ schuld, wahlweise „die Merkel“, der vertritt nach meiner Meinung eben eine politische Auffassung, die nicht in den ÖD gehört und wenn ich jemanden erst erklären muss, was er oder sie geschrieben hat, dann scheint mir ohnehin die Eignung fraglich. Als nächstes kommt dann sicher „hab ich so nicht gemeint“, „bin mit der Maus abgerutscht“... Ihr dürft eure Meinung haben, ich jedenfalls könnte da kotzen, wenn Themen vermengt werden, die nichts miteinander zu tun haben.

Du kannst dir auch einfach mal vorstellen, dass Berlin nicht der Nabel der Welt ist. Wir müssen hier nicht halb Kalkutta aufnehmen und auch nicht dazu werden.

Sicher darfst du hier deine Meinung kundtun, allerdings erwarte ich z.B. auch, dass du andere durchaus konträre Meinungen aushältst. Und nein, gerade das tust du eben nicht. Du würdest am liebsten sofort jeden aus dem Dienst eines öffentlichen Arbeitgebers wie zu des GröFaZ Zeiten entlassen, nur weil man nicht deiner Meinung ist. Wie extrem muss man da schon ideologisch indoktriniert sein, um so etwas zu äußern? Das auch und gerade Menschen wie du es herausfordern, dass man sich hier politisch eher den Rändern zubewegt, versteht ihr nicht.

Der "KollegeBR" hat nicht dergleichen behauptet, dass "Flüchtlinge" an allem Schuld seien, was du hier aber sehr gern implizierst. Auch hat seine Aussage keinerlei politische Gewichtung inne. Er sagt einfach nur, dass wir auf einen Seite kein Geld haben und auf der anderen Seite für Leute ausgeben, die hier nichts geleistet haben. Wenn es darum geht, dass Flüchtlinge "ihr Leben" retten oder was auch immer, dann war das in Griechenland bereits erfüllt. Alles andere kostet uns nur Geld und bringt keinerlei Vorteil für uns.

Und noch etwas: Man muss hier noch immer nicht wie ein Bekloppter mit Teddybären schmeißen und in die Hände klatschen, bis diese abfallen. Nur weil man das nicht macht, heißt das nicht, dass man hier einer politischen Strömung zugerechnet werden kann.
« Last Edit: 17.10.2020 11:25 von Amiga »
Mich interessiert Claudia Roths Meinung...




...nicht.

daseinsvorsorge

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« Antwort #3325 am: 17.10.2020 11:23 »
So viel Arbeitgeberschelte ist man hier ja gar nicht mehr gewöhnt, wobei doch einige noch sehr auf die AG "gehofft" hatten.

Die allseits geäußerte Enttäuschung kann ich aber nicht wirklich nachvollziehen.Da die überwiegende Anzahl hier im Forum doch sog. freie AN sind, verhandeln sie doch selber mit ihren AG und sind doch nicht auf die Ergebnisse der Gewerkschaften angewiesen.

Ok- wenn man mit seinem AG in Lüneburg verhandeln muß, wird´s etwas schwieriger. Aber guten Argumenten wird auch er sich nicht versperren können.






TZSteinbock

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« Antwort #3326 am: 17.10.2020 11:51 »
Angesichts der zu erwartenden steigenden Inflationsrate ab 2021 (u.a. wg. CO2-Preiseinfuehrung, die auf alle Produkte durchschlagen wird) sowie steigender Beitraege  fuer Krankenkasse, Pflege und Arbeitslosenversicherung kommt alles unter 3% p.a. faktisch einer Lohnkuerzung gleich. Auch die lange Laufzeit ist sehr kritisch zu sehen, da die eigentlichen Kostensteigerungsorgien nach der BT-Wahl ab 2022 drohen bzw. kommen werden.

Britta2

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« Antwort #3327 am: 17.10.2020 11:58 »
Angesichts der zu erwartenden steigenden Inflationsrate ab 2021 (u.a. wg. CO2-Preiseinfuehrung, die auf alle Produkte durchschlagen wird) sowie steigender Beitraege  fuer Krankenkasse, Pflege und Arbeitslosenversicherung kommt alles unter 3% p.a. faktisch einer Lohnkuerzung gleich. Auch die lange Laufzeit ist sehr kritisch zu sehen, da die eigentlichen Kostensteigerungsorgien nach der BT-Wahl ab 2022 drohen bzw. kommen werden.

Es wäre schön, wenn auch das mal öffentlich argumentiert werden würde. Statt Gejammer und Schimpfen der AG plus "Streiks jetzt während Corona und Forderungen unangemessen".

BAT

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« Antwort #3328 am: 17.10.2020 12:00 »
Der BAT eignet sich nicht für eine Verortung an Nebensächlichkeiten wie der Inflation oder Alltagsausgaben. Dafür sind die Gehälter zu hoch.

Britta2

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3329 am: 17.10.2020 12:08 »
Der BAT eignet sich nicht für eine Verortung an Nebensächlichkeiten wie der Inflation oder Alltagsausgaben. Dafür sind die Gehälter zu hoch.
Wir sind alle überbezahlt. Vor 30 Jahren wurde mir das tatsächlich mal von oberstem Chef ins Gesicht gesagt. Was der täglich im Portemonnaie trägt und schamlos offen zeigt, entspricht meinem halben Monatsgehalt. Zu hohe Gehälter ....  (LOB gibts für uns auch nicht infolge Betriebsvereinbahrung vor Jahren,  Motivation womit ausser Applaus? = heiße Luft)