Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 377771 times)

JahrhundertwerkTVÖD

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3840 am: 25.10.2020 12:43 »
Die Wertigkeit der oberen Gruppen wird auch im Vergleich zu den Azubis deutlich.
Die bekommen ein Tick geringere Einmahlzahlung.

Jeglicher Kommentar ist mittlerweile überflüssig, genau so wie diese Gewerkschaft.

Otto1

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3841 am: 25.10.2020 12:43 »
Hm,

ich weiß noch nicht so recht, was ich von dem Ergebnis halten soll. Eine Sache stößt mir aber richtig sauer auf - die 5 % Erhöhung der Jahressonderzahlung gibt es erst ab 2022 >:(.

Quelle:

https://www.dbb.de/fileadmin/pdfs/2020/201025_einigungspapier.pdf

Zitat
Die Jahressonderzahlung gemäß § 20 Absatz 2 Satz 1 TVöD wird für die Entgeltgruppen 1 bis 8 im Tarifgebiet West ab dem Jahr 2022 auf 84,51 Prozent angehoben. Im Tarifgebiet Ost wird für die Entgeltgruppen 1 bis 8 die Jahressonderzahlung für das Jahr 2022 auf 81,51 Prozent und ab dem Jahr 2023 auf 84,51
Prozent angehoben.

Das müsste eigentlich schon ab 2021 oder noch besser ab 2020 gelten (meine Meinung). Da hat Verdi zu wenig gekämpft.

Warum nur für die mit einfachen Tätigkeiten? Bildung und Qualifikation werden auch mit diesem Abschluss weiter entwertet...

öfföff

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3842 am: 25.10.2020 12:46 »
Ich finde das Ergebnis sehr gut. Halb Deutschland hätte momentan gerne die sicheren Stellen, die der öD bietet. Da ist eine Erhöhung um die Inflation absolut gerechtfertigt. Keinerlei Kaufkraftverlust und sicheren Arbeitsplatz. Ein Traum für dutzende Millionen zur Zeit.


1. Bei zu erwarteten 3% Inflation in 2021 sehe ich keinen Ausgleich sondern Raeallohnverlust.
2. Viele Bedienstete arbeiten fuer ihr erhaltenes Geld normal weiter und halten den Laden am Laufen. Sie sitzen nicht mit 80% Kurzarbeitergeld leistungsfrei zu Hause.
3. Komischer Weise kommt diese Argumentation immer wenn es irgendwie kriselt. Ich habe sie noch nie anders herum gehoert , wenn es um Boomzeiten geht.

Ich vertrete diese Meinung auch stets zu Boomzeiten. Auch dann plädiere ich regelmäßig für gemäßigte Lohnerhöhungen um das Bürgertum nicht wütend zu machen.

Lobotron

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3843 am: 25.10.2020 12:46 »
Forderung AN = 4,8% von 01.09.2020 bis 31.08.2021
Angebot AG = 1,0% ab 01.04.2021 ...

Ergebnis Verhandlung = 1,4% ab 01.04.2021 ...

Allein die Betrachtung dieser Zahlen zeigt, welchen Erfolg die Arbeitgeberseite feiern kann!

Jep und ich werde den Kollegen von der Verdi und unserem "gewerkschaftsnahen" Betriebsrat unter die Nase reiben.

Ich bin im TV-V und wir als recht großer Konzern haben halt gute Möglichkeiten vorbei an diesem Tarifgerüsten des restlichen TVÖD Sachen zu "regeln". Aktuell hatte ich eine Stelle für einen Teamleiter SAP Billing zu besetzen. Leitung von zweistelliger Mitarbeiterzahl, Millionen Budget in der Verantwortung etc. und der Betriebsrat war der Meinung, da würde man was mit einer EG12 finden...... Interessanterweise war der Arbeitgeber auf meiner Seite und wollte deutlich mehr ausschreiben. BR blockte es aber. Es ist halt so, dass wir keine Probleme haben Monteure, Bus- und Bahnfahrer, Sachbearbeiter zu finden. Im Bereich der Meister, Ingenieure, !fähigen! Führungskräften, Projektleitern oder IT kriegen wir selber hier im Ballungsgebiet massive Probleme Leute die was taugen zu rekrutieren. Damit darf ich als IT - Leiter mich jeden Tag beschäftigen.

Und zur Pflege: Ich habe absoluten Respekt vor den Kollegen und Kolleginnen die in der Intensivpflege tätig sind aktuell.
Die Wahrheit ist aber, dass die Belegung der Krankenhäuser seit Monaten eingebrochen ist und viele Mitarbeiter dort Däumchen drehen. Des weiteren ändert Geld nichts an den schlechten Personalschlüsseln etc. Meine Frau arbeitet in einen sehr großen Krankenhaus bzw. Krankenhauskonzern. Dazu zahlen ja viele private Träger sowieso komplett anders. Dort wird zwar mehr bezahlt aber häufig mit deutlich mehr Arbeitsvedichtung als in den kommunalen oder Landeskliniken. Da aber TVÖD-P eh wenige Beschäftigte trifft unter der direkten Geltung waren die AG halt sehr spendabel.

DSGVO

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3844 am: 25.10.2020 12:47 »
Hm,

ich weiß noch nicht so recht, was ich von dem Ergebnis halten soll. Eine Sache stößt mir aber richtig sauer auf - die 5 % Erhöhung der Jahressonderzahlung gibt es erst ab 2022 >:(.

Quelle:

https://www.dbb.de/fileadmin/pdfs/2020/201025_einigungspapier.pdf

Zitat
Die Jahressonderzahlung gemäß § 20 Absatz 2 Satz 1 TVöD wird für die Entgeltgruppen 1 bis 8 im Tarifgebiet West ab dem Jahr 2022 auf 84,51 Prozent angehoben. Im Tarifgebiet Ost wird für die Entgeltgruppen 1 bis 8 die Jahressonderzahlung für das Jahr 2022 auf 81,51 Prozent und ab dem Jahr 2023 auf 84,51
Prozent angehoben.

Das müsste eigentlich schon ab 2021 oder noch besser ab 2020 gelten (meine Meinung). Da hat Verdi zu wenig gekämpft.


Zum Thema "Bevorteilung der unteren Gruppen":

 Nur mal ein Beispiel dazu aus der Heimat von Mercedes/Porsche etc. Mit E6 bewegt man sich hier als Single mit SK1 in einem Nettogehaltsbereich von 1650-1700 Euro. Reicht zum Leben, aber eine eigene Wohnung ist nur drin, wenn man bereit ist, die Hälfte des Gehalts gleich mal wieder abzugeben.

Und da geht es einem mit E6 noch gut. Die Straßenkehrer hier verdienen nach E2Ü.

Soweit mir bekannt steht dir die Wahl deines Wohnorts frei.

BAT

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3845 am: 25.10.2020 12:47 »
Ich finde das Ergebnis sehr gut. Halb Deutschland hätte momentan gerne die sicheren Stellen, die der öD bietet. Da ist eine Erhöhung um die Inflation absolut gerechtfertigt. Keinerlei Kaufkraftverlust und sicheren Arbeitsplatz. Ein Traum für dutzende Millionen zur Zeit.

Mein Brutto steigt 2020/ 2019 um 2,3 Prozent, die BBG aber um mehr als 5,0 Prozent. Durch die Mehrverbreitagung und er Inflation bin ich definitiv im Minus bei der Kaufkraft.

(Werte ganz grob gerechnet)

Lobotron

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3846 am: 25.10.2020 12:51 »
Zum Thema "Bevorteilung der unteren Gruppen":

 Nur mal ein Beispiel dazu aus der Heimat von Mercedes/Porsche etc. Mit E6 bewegt man sich hier als Single mit SK1 in einem Nettogehaltsbereich von 1650-1700 Euro. Reicht zum Leben, aber eine eigene Wohnung ist nur drin, wenn man bereit ist, die Hälfte des Gehalts gleich mal wieder abzugeben.

Und da geht es einem mit E6 noch gut. Die Straßenkehrer hier verdienen nach E2Ü.

Das ist nochmal ein anderes Themengebiet. Im "Ländle" ist es auf allen Ebenen problematisch Mitarbeiteranzuwerben. Auch ein IT-ler verdient in der freien Wirtschaft dort ganz andere Gehälter als im öffentlichen Sektor. Deswegen ist ja das ganze Konstrukt TVÖD überlebt. Ja...es galten mal in ganz Deutschland die "gleichen" Lebensbedingungen. Das ist aber lange vorbei. 

Max

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3847 am: 25.10.2020 12:51 »
Für die Verdi-Clientel wahrlich kein schlechtes Ergebnis.

Der Rest von uns kann sich seine Lohnerhöhungen mit Zulagen, Vorgewährung von Stufen oder Laufzeitverkürzung usw. direkt beim AG abholen.
Vielleicht Bedarf es auch einer Spartengewerkschaft für akademische Fach- und Führungskräfte.

Otto1

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3848 am: 25.10.2020 12:51 »
Verdi hat ja überhaupt nicht gekämpft - oder hat man das Angebot zurückgewiesen und mal richtig gestreikt?

Dann hätte man Streikgeld zahlen müssen. Das sind alles Weicheier.

Pan Tau

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« Antwort #3849 am: 25.10.2020 12:52 »
Da bei diesem peinlichen Tarifabschluss einmal mehr die unteren Entgeltgruppen bevorzugt wurden, könnten die Gewerkschaften ja nun als Ausgleich den Gewerkschaftsbeitrag für EG >9 senken.

Maiden

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« Antwort #3850 am: 25.10.2020 12:55 »

Warum nur für die mit einfachen Tätigkeiten? Bildung und Qualifikation werden auch mit diesem Abschluss weiter entwertet...

Hm, der Trend geht in Deutschland immer mehr zu Bildung, weil jeder studieren kann. Ohne Abi ist man heutzutage doch schon nur noch Arbeitnehmer 2./3. Klasse (wenn schon der Buchladen-Azubi Abi haben soll *irre*).

Wenn der TVÖD nicht aufpasst, bekommt er weder Personal für die "niederen Tätigkeiten" noch für die "Führungsetage".

Die Privatwirtschaft mit den irrsinnigen Löhnen für die Studierten macht auf Dauer das System kaputt. Da braucht man sich ja nur mal die Entwicklung des "Durchschnittsentgelts" ansehen, das für die Berechnung der Rentenpunkte wichtig ist:

https://de.wikipedia.org/wiki/Durchschnittsentgelt

Um da jedes Jahr mitzuhalten und den vollen Rentenpunkt zu bekommen sind schon ziemlich saftige Erhöhungen möglich. Und woran liegt das? Die irrsinnigen Löhne der höheren Etagen werden völlig ungewichtet mit den Löhnen der normalen Arbeite zusammengeworfen, um das Durchschnittsentgelt zu ermitteln. Finde den Fehler im System!

Spid

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« Antwort #3851 am: 25.10.2020 12:56 »
Da bei diesem peinlichen Tarifabschluss einmal mehr die unteren Entgeltgruppen bevorzugt wurden, könnten die Gewerkschaften ja nun als Ausgleich den Gewerkschaftsbeitrag für EG >9 senken.
Zahlt den denn irgendwer?

Wynchester

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« Antwort #3852 am: 25.10.2020 12:57 »
Lt ARD und n-tv soeben:  Einmalzahlung steuerfrei und Auszahlung noch dieses Jahr (mMn also im Dezember).
[/quote]

Die Info finde ich nirgends, gehe also mal von normaler Besteuerung aus

Spid

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« Antwort #3853 am: 25.10.2020 12:58 »

Warum nur für die mit einfachen Tätigkeiten? Bildung und Qualifikation werden auch mit diesem Abschluss weiter entwertet...

Hm, der Trend geht in Deutschland immer mehr zu Bildung, weil jeder studieren kann. Ohne Abi ist man heutzutage doch schon nur noch Arbeitnehmer 2./3. Klasse (wenn schon der Buchladen-Azubi Abi haben soll *irre*).

Wenn der TVÖD nicht aufpasst, bekommt er weder Personal für die "niederen Tätigkeiten" noch für die "Führungsetage".

Die Privatwirtschaft mit den irrsinnigen Löhnen für die Studierten macht auf Dauer das System kaputt. Da braucht man sich ja nur mal die Entwicklung des "Durchschnittsentgelts" ansehen, das für die Berechnung der Rentenpunkte wichtig ist:

https://de.wikipedia.org/wiki/Durchschnittsentgelt

Um da jedes Jahr mitzuhalten und den vollen Rentenpunkt zu bekommen sind schon ziemlich saftige Erhöhungen möglich. Und woran liegt das? Die irrsinnigen Löhne der höheren Etagen werden völlig ungewichtet mit den Löhnen der normalen Arbeite zusammengeworfen, um das Durchschnittsentgelt zu ermitteln. Finde den Fehler im System!

Esist davon auszugehen, daß die Masse der inredestehenden Führungskräfte, wenn nicht sogar alle, ein Gehalt und keinen Lohn erhalten - und ich erkenne da nichts "irrsinniges". Deren Gehalt bestimmt sich nunmal nach Angebot und Nachfrage.

Otto1

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« Antwort #3854 am: 25.10.2020 12:59 »

Warum nur für die mit einfachen Tätigkeiten? Bildung und Qualifikation werden auch mit diesem Abschluss weiter entwertet...

Hm, der Trend geht in Deutschland immer mehr zu Bildung, weil jeder studieren kann. Ohne Abi ist man heutzutage doch schon nur noch Arbeitnehmer 2./3. Klasse (wenn schon der Buchladen-Azubi Abi haben soll *irre*).

Wenn der TVÖD nicht aufpasst, bekommt er weder Personal für die "niederen Tätigkeiten" noch für die "Führungsetage".

Die Privatwirtschaft mit den irrsinnigen Löhnen für die Studierten macht auf Dauer das System kaputt. Da braucht man sich ja nur mal die Entwicklung des "Durchschnittsentgelts" ansehen, das für die Berechnung der Rentenpunkte wichtig ist:

https://de.wikipedia.org/wiki/Durchschnittsentgelt

Um da jedes Jahr mitzuhalten und den vollen Rentenpunkt zu bekommen sind schon ziemlich saftige Erhöhungen möglich. Und woran liegt das? Die irrsinnigen Löhne der höheren Etagen werden völlig ungewichtet mit den Löhnen der normalen Arbeite zusammengeworfen, um das Durchschnittsentgelt zu ermitteln. Finde den Fehler im System!

Wenn man als Staat einen Bauingenieur oder Informatiker ZWINGEND braucht, aber aufgrund des Entgelts nicht bekommt. Was macht man dann? Bitte zeige mir eine geeignete Lösung auf? Solch ein Abschluss hilft da sicher nicht!