Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 370922 times)

DSGVO

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3915 am: 25.10.2020 15:49 »
Für mich sind das bedeutend mehr als 50 Euro.
Ob das nun für jemand in EG1 2 oder 3 Prozent sind, ist mir völlig egal, es bleiben 50 Euro.
Und für den in EG 1 ist das unter Umständen eine wesentliche Verbesserung seiner Lebensqualität; für mich geht es nur darum, ob ich am Monatsende 50 Euro mehr oder weniger nicht ausgegeben habe.

Brutto/Netto wohl noch nicht verstanden.

Was hättest Du denn davon, wenn der Kollege in EG 1 auch nur 1,4% bekommen hätte?

Dann könnte mehr Geld an die oberen Entgeltgruppen verteilt werden, so das man da vielleicht auch mal Stellen besetzt bekommt.

Aber wir sind halt ein Volk von Nörglern und Neidern - oder will mir einer aus EG 10 oder mehr erzählen, er hat Probleme mit seinem Geld auszukommen?

Falls ja, wie hier von anderen schon mehrfach erwähnt wurde: Für Euch hochgebildete gibt es in der freien Wirtschaft viel mehr zu holen, oder reicht es dafür dann doch wieder nicht mit der Bildung?

PS:
Und ob da Personal für das Geld nachkommt oder nicht, ist ein Problem des Arbeitgebers!

Dean

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3916 am: 25.10.2020 15:50 »
Ich glaube,  dass jeder jedem Alles gönnt. Aber es sind nicht 1,4 % sondern mindestens. 50 €. Und hier beginnt das Ungleichgewicht,  denn je nach EG sind 50 € wesentlich mehr als 1,4 % und aus welchem Grund ist die Arbeit in unteren Lohngruppen mehr wert als in oberen Lohngruppen?
Der Sockelbetrag ist das Problem. Denn es mangelt den Kommunen nicht an Mitarbeiter in unteren Lohngruppen sondern in den oberen.  Da kommt kein Personal nach.

Auch die E11/1 fährt mit den 50€ besser. Die "kleineren" EG´s zahlen ihre Ausgaben auch € und nicht in Prozenten.
Niemand muss sich wegen diesen Peanuts zu Neid hinreissen lassen.

Lobotron

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3917 am: 25.10.2020 15:53 »
Der Sockelbetrag ist das Problem. Denn es mangelt den Kommunen nicht an Mitarbeiter in unteren Lohngruppen sondern in den oberen.  Da kommt kein Personal nach.

Da müsste aber die AG Seite das größte Interesse haben es zu verändern. Das Problem ist und bleibt, dass der TVÖD viel zu viele AG umfasst mit gänzlich unterschiedlichen Interessen, lokalen Eigenheiten etc. Herr Mägde kommt zwar aus Nähe Hamburg aber der hohe Norden ist eben in vielen Bereichen deutlich anders als z. B. das Ländle, München oder auch mittlerweile weite Teile NRW wenn es um die Besetzung mit fähigen Personal mit höherer Verantwortung etc geht. Wie im Bereich Metall müssten sich die AG entsprechend regional anders aufstellen. Das ist aber politisch nicht gewollt weil man dann quasi direkt dem GG widersprechen würde wo eben gelten sollte, dass überall in Deutschland die gleichen Lebensbedingungen gelten sollten. Es würden aber auch massive regionale Zuschläge ausreichen die es ja mal gab. Man fürchtet gerade im kommunalen Umfeld gerade auch Abwerbungen etc.

Entsprechend halte ich aber das ganze Konstrukt TVÖD und allen anhängigen TV  für absolut nicht mehr zeitgemäß. Beispiel: ich arbeite bei einen großen EVU und wir sind aufgrund des Wunsches der Anteilseigner immer noch Mitglied in diesem Spiel. Dabei sind wir ein Multi Milliarden Konzern und sind im Wettbewerb mit anderen Konzernen in dieser Größe und wir haben von Corona eigentlich nichts gemerkt ehrlicherweise. Gut im Bäder und Nahverkehr wird es halt ein größeres Minus geben als bisher aber zum Teil kompensiert. Eventuell erwarten wir wieder ein Rekordergebnis und müssen den AN sagen -> sorry Leute...gibt nicht mehr weil die Stadtkassen in Huxterbude oder die dortigen Stadtwerke Probleme haben. Eventuell regeln wir es über die LOB (die zum Glück im TV-V nicht angetastet wurde -> wir haben LOB UND der AG darf Jobtickets etc. rausgeben und kann dies nicht miteinander verrechnen -> was übrigens noch mehr Zugeständnisse für die unteren Entgeltgruppen sind).






Dean

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3918 am: 25.10.2020 15:57 »
Nicht zu vergessen auch noch die Erhöhung der JSZ in den unteren EGs

Das stimmt. Damit finanziert sich der Müllwerker ganz locker die 2. Hacienda in Spanien. Die Erste macht er ja mit dem Sockelbetrag.
Selbstverständlich ist einiges nicht zufriedenstellend, nur sind die marginalen Unterschiede es nicht wert seinen Blutdruck zu steigern.

DonBlech

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3919 am: 25.10.2020 15:58 »
Brutto/Netto wohl noch nicht verstanden.
Ach doch, schon.

Dann könnte mehr Geld an die oberen Entgeltgruppen verteilt werden, so das man da vielleicht auch mal Stellen besetzt bekommt.
Ob die Stellen besetzt werden, oder nicht, ist das Problem des Arbeitgebers.

Fast Eddie

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3920 am: 25.10.2020 16:01 »
Wenn man als Staat einen Bauingenieur oder Informatiker ZWINGEND braucht, aber aufgrund des Entgelts nicht bekommt. Was macht man dann? Bitte zeige mir eine geeignete Lösung auf? Solch ein Abschluss hilft da sicher nicht!
Man schreibt die Stelle nicht für E12 oder E13 aus, sondern für E14 oder E15. Wenn das noch nicht reicht, macht man eine Beamtenstelle mit entsprechender Besoldungsgruppe daraus.

Entgeltordnung?

Bei Beamten? - Da gibt es so was nicht!

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3921 am: 25.10.2020 16:01 »
Für mich sind das bedeutend mehr als 50 Euro.
Ob das nun für jemand in EG1 2 oder 3 Prozent sind, ist mir völlig egal, es bleiben 50 Euro.
Und für den in EG 1 ist das unter Umständen eine wesentliche Verbesserung seiner Lebensqualität; für mich geht es nur darum, ob ich am Monatsende 50 Euro mehr oder weniger nicht ausgegeben habe.

Was hättest Du denn davon, wenn der Kollege in EG 1 auch nur 1,4% bekommen hätte?

Aber wir sind halt ein Volk von Nörglern und Neidern - oder will mir einer aus EG 10 oder mehr erzählen, er hat Probleme mit seinem Geld auszukommen?

Falls ja, wie hier von anderen schon mehrfach erwähnt wurde: Für Euch hochgebildete gibt es in der freien Wirtschaft viel mehr zu holen, oder reicht es dafür dann doch wieder nicht mit der Bildung?

PS:
Und ob da Personal für das Geld nachkommt oder nicht, ist ein Problem des Arbeitgebers!

Also ich habe ein Interesse an einem funktionsfähigen öD - und das erreicht man nicht, indem ohnehin überbezahlte Gemüseputzer und Spülhilfen noch bevorteilt werden.

fuxx09

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« Antwort #3922 am: 25.10.2020 16:04 »
...und wieder ein Grund mehr, keine Verantwortung in einer Führungsposition im ÖD zu übernehmen, für die es oft nur eine EG mehr gibt aber Unmengen mehr Stress. Vom Gehalt her sind eh bald dank der ständigen Bevorzugung der unteren EGs kaum Unterschiede feststellbar.

Das Ergebnis ist jetzt endgültig (rein subjektiv für mich) ein Grund aus der Gewerkschaft auszutreten...

Unabhängig davon verlieren alle, das Ergebnis ist ein Witz (auch für die unteren EG), Glückwunsch Arbeitgeber, ihr habt mal wieder besser verhandelt....

TZSteinbock

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3923 am: 25.10.2020 16:08 »
...und wieder ein Grund mehr, keine Verantwortung in einer Führungsposition im ÖD zu übernehmen, für die es oft nur eine EG mehr gibt aber Unmengen mehr Stress. Vom Gehalt her sind eh bald dank der ständigen Bevorzugung der unteren EGs kaum Unterschiede feststellbar.

Das Ergebnis ist jetzt endgültig (rein subjektiv für mich) ein Grund aus der Gewerkschaft auszutreten...

Unabhängig davon verlieren alle, das Ergebnis ist ein Witz (auch für die unteren EG), Glückwunsch Arbeitgeber, ihr habt mal wieder besser verhandelt....

Drastische Worte, aber angesichts des sich anbahnenden Inflationsgeschehens durchaus berechtigt., dass fuer die oberen EG Reallohnverluste von mind. 3% bis 2022  bedeutet...

Fast Eddie

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« Antwort #3924 am: 25.10.2020 16:08 »
Für mich sind das bedeutend mehr als 50 Euro.
Ob das nun für jemand in EG1 2 oder 3 Prozent sind, ist mir völlig egal, es bleiben 50 Euro.
Und für den in EG 1 ist das unter Umständen eine wesentliche Verbesserung seiner Lebensqualität; für mich geht es nur darum, ob ich am Monatsende 50 Euro mehr oder weniger nicht ausgegeben habe.

Was hättest Du denn davon, wenn der Kollege in EG 1 auch nur 1,4% bekommen hätte?

Aber wir sind halt ein Volk von Nörglern und Neidern - oder will mir einer aus EG 10 oder mehr erzählen, er hat Probleme mit seinem Geld auszukommen?

Falls ja, wie hier von anderen schon mehrfach erwähnt wurde: Für Euch hochgebildete gibt es in der freien Wirtschaft viel mehr zu holen, oder reicht es dafür dann doch wieder nicht mit der Bildung?

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Also ich habe ein Interesse an einem funktionsfähigen öD - und das erreicht man nicht, indem ohnehin überbezahlte Gemüseputzer und Spülhilfen noch bevorteilt werden.

Das war aber bei den letzten Tarifverhandlungen 2018 auch nicht anders und das wird sich leider künftig, bei der Klientel der Beitragszahler von Verdi. auch nicht ändern. Oder sehe ich da etwas komplett falsch?

Pseudonym

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3925 am: 25.10.2020 16:09 »
Für mich sind das bedeutend mehr als 50 Euro.
(..)
für mich geht es nur darum, ob ich am Monatsende 50 Euro mehr oder weniger nicht ausgegeben habe.
Echt? Ich hab mal E13 gerechnet. Da ergeben sich bei Stufe 6 im ersten Jahr rund 80 Euro brutto "Lohnplus". 2022 weitere 100 Euro brutto.

Also einmal 36 und einmal 80 Euro netto mehr. Wie genau rechnst Du "am Ende des Monats"?

Schokobon

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« Antwort #3926 am: 25.10.2020 16:12 »

Aber wir sind halt ein Volk von Nörglern und Neidern - oder will mir einer aus EG 10 oder mehr erzählen, er hat Probleme mit seinem Geld auszukommen?

Kommt drauf wo in welcher Ecke man lebt.

Unsere Industrie in der Gegend hat die Zahlen wieder nach oben korrigiert. Sind "nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen". Saftige Lohnzuwächse werden im nächsten Jahr erwartet, nachdem man dieses Jahr noch die Füße still gehalten hat.
Ich bin mir sicher, dass die Kollegen der BA und der Jobcenter sich freuen über die erhebliche und aufopfernde Arbeit die Betriebe in Form von KUG und die Mieten in Form von ALG 2 am Laufen gehalten zu haben inmitten der Krise.
Wie schön, dass diese Wertschätzung jetzt zurückkommt. Super, Verdi!

So eine Verhandlungsposition dermaßen verballern...das schafft nur Verdi...

Spid

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« Antwort #3927 am: 25.10.2020 16:12 »
Für mich sind das bedeutend mehr als 50 Euro.
Ob das nun für jemand in EG1 2 oder 3 Prozent sind, ist mir völlig egal, es bleiben 50 Euro.
Und für den in EG 1 ist das unter Umständen eine wesentliche Verbesserung seiner Lebensqualität; für mich geht es nur darum, ob ich am Monatsende 50 Euro mehr oder weniger nicht ausgegeben habe.

Was hättest Du denn davon, wenn der Kollege in EG 1 auch nur 1,4% bekommen hätte?

Aber wir sind halt ein Volk von Nörglern und Neidern - oder will mir einer aus EG 10 oder mehr erzählen, er hat Probleme mit seinem Geld auszukommen?

Falls ja, wie hier von anderen schon mehrfach erwähnt wurde: Für Euch hochgebildete gibt es in der freien Wirtschaft viel mehr zu holen, oder reicht es dafür dann doch wieder nicht mit der Bildung?

PS:
Und ob da Personal für das Geld nachkommt oder nicht, ist ein Problem des Arbeitgebers!

Also ich habe ein Interesse an einem funktionsfähigen öD - und das erreicht man nicht, indem ohnehin überbezahlte Gemüseputzer und Spülhilfen noch bevorteilt werden.

Das war aber bei den letzten Tarifverhandlungen 2018 auch nicht anders und das wird sich leider künftig, bei der Klientel der Beitragszahler von Verdi. auch nicht ändern. Oder sehe ich da etwas komplett falsch?

Weshalb ja jeder andere auch ein Interesse an jeder Schwächung oder der Zerschlagung von Verdi hat.

DonBlech

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« Antwort #3928 am: 25.10.2020 16:12 »
Ich rechne das ehrlich gesagt gar nicht so genau.
Brauch ich (zum Glück) nicht.
Die in EG 1 werden das eher müssen.

TZSteinbock

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« Antwort #3929 am: 25.10.2020 16:15 »

Aber wir sind halt ein Volk von Nörglern und Neidern - oder will mir einer aus EG 10 oder mehr erzählen, er hat Probleme mit seinem Geld auszukommen?

Kommt drauf wo in welcher Ecke man lebt.

Unsere Industrie in der Gegend hat die Zahlen wieder nach oben korrigiert. Sind "nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen". Saftige Lohnzuwächse werden im nächsten Jahr erwartet, nachdem man dieses Jahr noch die Füße still gehalten hat.
Ich bin mir sicher, dass die Kollegen der BA und der Jobcenter sich freuen über die erhebliche und aufopfernde Arbeit die Betriebe in Form von KUG und die Mieten in Form von ALG 2 am Laufen gehalten zu haben inmitten der Krise.
Wie schön, dass diese Wertschätzung jetzt zurückkommt. Super, Verdi!

So eine Verhandlungsposition dermaßen verballern...das schafft nur Verdi...

Die Kollegen der BA haetten eben auch mal im Vollschutz medienwirksam durch die Kamera laufen muessen. :D