Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 370934 times)

Bastel

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #4260 am: 28.10.2020 00:24 »
Aus Interesse, würdest du vielleicht ein ein paar Zahlen nennen, bei denen du denkst so sei es gerechter?

Ich zieh das mal von hinten auf. Hier mal ein Beispiel wo man sieht, dass sich das Studium definitiv finanziell lohnt und der Unterschied sich in einem vernünftigen Rahmen bewegt.

Nehmen wir doch mal einen Fachinformatiker (3 Jahre Ausbildung) und einen studierten Informatiker (6 bis 8 Semester für den Bachelor). Wenn ich mir diese Entgeltordnung hier so ansehe (https://www.dbb.de/fileadmin/pdfs/tarifvertraege/2017_TVoeD_Entgeltordnung_VKA.pdf), sieht das höchstwahrscheinlich so aus:

Fachinformatiker: E6 = 1691 € bei SK1
Informatiker = E10 = 2087 € bei SK1

Macht so schon einen Unterschied von fast 400 € Netto im Monat (fast 4800 Euro, also über 2 Monatsgehälter des Fachinformatikers). Wenn der Informatiker jetzt wie in manchen Bereich der Wirtschaft 50.000 Brutto im Jahr bekäme (~ E13; 2400 Netto), läge der monatliche Unterschied schon bei über 700 €. Das halte ich persönlich für zu viel Unterschied, weil es den Fachinformatiker abwertet.

Der Fachinformatiker bekommt in der fW aber auch mehr als in der E6. Welcher Fachinformatiker arbeitet überhaupt für E6? In welcher Blase lebst du?

Maiden

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #4261 am: 28.10.2020 00:24 »
Inwiefern wertet es den Fachinformatiker ab? Bekommt er weniger, weil der studierte Informatiker mehr bekommt?

Was macht der Fachinformatiker wohl, wenn er sieht, dass der Informatiker quasi dieselbe Zeit (3-4 Jahre) investiert hat (ja, ist deutlich schwerer, geb ich zu) aber monatlich 700 € mehr bekommt? Dann hast du irgendwann keine Fachinformatiker mehr, weil alle potenziellen Azubis lieber studieren.


Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #4262 am: 28.10.2020 00:24 »

Ach?  Wenn du mit 3000 € Essen einkaufen gehst, bleibt immer dieselbe Menge Essen für dich übrig - egal, ob du dich selbst versorgst oder zusätzlich noch x Kinder satt bekommen musst?

Die Mathematik ist überlistet. Bitte erklär mir den Trick.


Ja, mit 3000€ kann ich immer gleich viel Essen kaufen, egal wie viele andere ich versorgen muß. Das ist aber auch völlig unbeachtlich, denn abhängige Beschäftigung ist der Tausch von Arbeit gegen Geld - und der Wert der Arbeit wird durch die Zahl der Kinder nicht beeinflußt.

Du (und auch der Amtsschimmel) hast es nicht verstanden. Habe es dir noch mal umgeschrieben, vielleicht klappt es ja jetzt.

Nein, ich habe genau verstanden, was Du geschrieben hast. Projiziere Dein Unvermögen, das auszudrücken, was Du ausdrücken möchtest, nicht auf mich.

Wo bleiben denn jetzt die klaren Fakten?

Bastel

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« Antwort #4263 am: 28.10.2020 00:25 »
@SpotJ

Deine Interpretation ist gut und schön, geht aber an meiner Aussage vorbei. Was ich meine ist, dass 3000 € für einen Single in meinen Augen einfach übertrieben sind.

Also müssen wir jetzt jedem Single alles über 2999€ abnehmen? Was machen wir mit dem ganzen Geld? Die Antifa unterstützen und Brandstifter importieren? Dazu noch Genderstudien?

Spid

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« Antwort #4264 am: 28.10.2020 00:26 »
Inwiefern wertet es den Fachinformatiker ab? Bekommt er weniger, weil der studierte Informatiker mehr bekommt?

Was macht der Fachinformatiker wohl, wenn er sieht, dass der Informatiker quasi dieselbe Zeit (3-4 Jahre) investiert hat (ja, ist deutlich schwerer, geb ich zu) aber monatlich 700 € mehr bekommt? Dann hast du irgendwann keine Fachinformatiker mehr, weil alle potenziellen Azubis lieber studieren.

Das ist keine Antwort auf die Fragen.

AndreasG

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #4265 am: 28.10.2020 00:26 »
Ich zieh das mal von hinten auf. Hier mal ein Beispiel wo man sieht, dass sich das Studium definitiv finanziell lohnt und der Unterschied sich in einem vernünftigen Rahmen bewegt.

Nehmen wir doch mal einen Fachinformatiker (3 Jahre Ausbildung) und einen studierten Informatiker (6 bis 8 Semester für den Bachelor). Wenn ich mir diese Entgeltordnung hier so ansehe (https://www.dbb.de/fileadmin/pdfs/tarifvertraege/2017_TVoeD_Entgeltordnung_VKA.pdf), sieht das höchstwahrscheinlich so aus:

Fachinformatiker: E6 = 1691 € bei SK1
Informatiker = E10 = 2087 € bei SK1

Macht so schon einen Unterschied von fast 400 € Netto im Monat (fast 4800 Euro, also über 2 Monatsgehälter des Fachinformatikers). Wenn der Informatiker jetzt wie in manchen Bereich der Wirtschaft 50.000 Brutto im Jahr bekäme (~ E13; 2400 Netto), läge der monatliche Unterschied schon bei über 700 €. Das halte ich persönlich für zu viel Unterschied, weil es den Fachinformatiker abwertet.

Ein Fachinformatiker E6 ist auch scheiße bezahlt.
DAS kann doch keine Begründung dafür sein dass der Akademiker zu viel bezahlt bekommt.

Es gibt nämlich auch Fachinformatiker die nach E9c bezahlt werden.



Und wenn man schon mal Fachinformatiker und Studenten vergleicht dann hat der Student 3 bis 4 Jahre 0 Einkommen erziehlt während der Fachinformatiker über die 3 Jahre eine Ausbildungsvergütung von knapp 1000€ im Monat bekam und 0 bis 1 Jahre schon das Gehalt nach Ausbildung.

Das muss der Akademiker erst mal wieder reinholen.

Bei 700€ Netto Unterschied dauert das schon ein paar Jahre... Nur um den Einkommensverlust während dem Studium auszugleichen.

SpotJ

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« Antwort #4266 am: 28.10.2020 00:26 »
@Maiden

Inhaltlich liegen unsere Ansichten ganz weit auseinander. Aber ich habe Respekt davor wie du hier allein gegen mehrere Leute anredest.
Gute Nacht

AndreasG

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« Antwort #4267 am: 28.10.2020 00:27 »
Inwiefern wertet es den Fachinformatiker ab? Bekommt er weniger, weil der studierte Informatiker mehr bekommt?

Was macht der Fachinformatiker wohl, wenn er sieht, dass der Informatiker quasi dieselbe Zeit (3-4 Jahre) investiert hat (ja, ist deutlich schwerer, geb ich zu) aber monatlich 700 € mehr bekommt? Dann hast du irgendwann keine Fachinformatiker mehr, weil alle potenziellen Azubis lieber studieren.

Nein.

Denn nicht jeder Fachinformatiker würde auch ein Hochschulstudium schaffen!


TheKarlos

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« Antwort #4268 am: 28.10.2020 00:27 »
Fachinformatiker: E6 = 1691 € bei SK1
Bei uns bekommen Fachinformatiker - sowohl Systemintegration als auch Anwendungsentwicklung - von Anfang an E9a.

Amtsschimmel

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« Antwort #4269 am: 28.10.2020 00:28 »
@Maiden

Inhaltlich liegen unsere Ansichten ganz weit auseinander. Aber ich habe Respekt davor wie du hier allein gegen mehrere Leute anredest.
Gute Nacht

Gegenüber einem Geisterfahrer wäre eine Respektsbekundung etwa ebenso sinnvoll, wie hier.

Maiden

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« Antwort #4270 am: 28.10.2020 00:29 »
Diese Aussage ist in ihrer Pauschalität doch nicht sinnvoll zu vertreten.
Zudem: geht es Dir jetzt um Abstände zwischen Ausgebildeten und Studierten, oder um Obergrenzen?

Wo in Deutschland braucht ein Single 3000 € Netto, um vernünftig leben zu können?

Es geht mir um beides. Mit Obergrenzen für die freie Wirtschaft gewinnt der ÖD wieder an Attraktivität, weil der Abstand zwischen ÖD und Wirtschaft geringer wird.

Setzt man im ÖD nur die Gehälter der Studierten hoch, steigt der Abstand zu den Gehältern derjenigen, die nur eine Ausbildung haben, was das jetzige Problem (dass man keine Uni-Absolventen bekommt) einfach nur umdreht. Wie ich schon mehrfach schrieb braucht es wenn überhaupt eine Komplettreform.

SpotJ

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« Antwort #4271 am: 28.10.2020 00:30 »
@Maiden

Inhaltlich liegen unsere Ansichten ganz weit auseinander. Aber ich habe Respekt davor wie du hier allein gegen mehrere Leute anredest.
Gute Nacht

Gegenüber einem Geisterfahrer wäre eine Respektsbekundung etwa ebenso sinnvoll, wie hier.

Zugegeben, der Vergleich ist schon amüsant

Maiden

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« Antwort #4272 am: 28.10.2020 00:31 »
Das ist keine Antwort auf die Fragen.

Also auf die erste schon. Die zweite ist so provokativ, dass sich darauf nicht einzugehen lohnt.

Spid

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« Antwort #4273 am: 28.10.2020 00:32 »
Diese Aussage ist in ihrer Pauschalität doch nicht sinnvoll zu vertreten.
Zudem: geht es Dir jetzt um Abstände zwischen Ausgebildeten und Studierten, oder um Obergrenzen?

Wo in Deutschland braucht ein Single 3000 € Netto, um vernünftig leben zu können?

Es geht mir um beides. Mit Obergrenzen für die freie Wirtschaft gewinnt der ÖD wieder an Attraktivität, weil der Abstand zwischen ÖD und Wirtschaft geringer wird.

Setzt man im ÖD nur die Gehälter der Studierten hoch, steigt der Abstand zu den Gehältern derjenigen, die nur eine Ausbildung haben, was das jetzige Problem (dass man keine Uni-Absolventen bekommt) einfach nur umdreht. Wie ich schon mehrfach schrieb braucht es wenn überhaupt eine Komplettreform.

Wer bestimmt, was „vernünftig leben“ ist? Inwiefern ist das für ein Arbeitsverhältnis überhaupt von Belang? Und wo bleiben die klaren Fakten?

SpotJ

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« Antwort #4274 am: 28.10.2020 00:32 »
Diese Aussage ist in ihrer Pauschalität doch nicht sinnvoll zu vertreten.
Zudem: geht es Dir jetzt um Abstände zwischen Ausgebildeten und Studierten, oder um Obergrenzen?

Wo in Deutschland braucht ein Single 3000 € Netto, um vernünftig leben zu können?

Es geht mir um beides. Mit Obergrenzen für die freie Wirtschaft gewinnt der ÖD wieder an Attraktivität, weil der Abstand zwischen ÖD und Wirtschaft geringer wird.

Setzt man im ÖD nur die Gehälter der Studierten hoch, steigt der Abstand zu den Gehältern derjenigen, die nur eine Ausbildung haben, was das jetzige Problem (dass man keine Uni-Absolventen bekommt) einfach nur umdreht. Wie ich schon mehrfach schrieb braucht es wenn überhaupt eine Komplettreform.

Wenn es auf der Welt nur das Land Deutschland gebe, könnte das eventuell sogar klappen.
So jetzt aber. BB