Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 370949 times)

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #4290 am: 28.10.2020 00:53 »

Die 3000€ Netto sind auch für Arbeinehmer ohne Hochschulstudium im ÖD erreichbar. Auch mit Steuerklasse 1.

Kannst du da mal bitte ins Detail gehen, wie das möglich ist?


Da auch ein ungelernter Schulabbrecher problemlos in E14 kommen kann...

Bastel

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #4291 am: 28.10.2020 00:53 »
So wie die Gewerkschaften in den letzten Tarifrunden grundlos und ohne Not die unteren Einkommensgruppen überproportional bevorzugt haben, müsste dieser Trend gedreht werden. Damit wäre schon etwas getan.

Hm, wie schon geschrieben hat man dann aber in ein paar Jahren das Problem wieder in die andere Richtung. im schlimmsten Fall sind irgendwann die niederen Tätigkeiten unbesetzt und müssen von Personen mit höherer Entgeltgrupppe zusätzlich übernommen werden.

Drohnen gibt es auf der Welt mehr als genug. Die kann man im Notfall importieren.

Maiden

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #4292 am: 28.10.2020 00:56 »
Doch, zuerst mal die mittleren und unteren Entgeltgruppen auf ein marktübliches Entgelt zurückstutzen - natürlich unter Beachtung unterschiedlicher Berufe, denn ein gelernter Handwerker ist im öD zumeist nicht überbezahlt, klassische Bürokräfte und ungelernte Kräfte hingegen schon. Den Rest aus dem Haushalt umverteilen, einfach wertloses Sozialgedöns, Förderung für Film, Künste und Gendergaga streichen, kostendeckende Studiengebühren einführen... Der Bund setzt übrigens seit Jahren mehr als 300 Mrd. € jährlich um!

Woran lässt sich denn festmachen, ob eine ungelernte Kraft überbezahlt ist? Das Gehalt muss so gestaltet sein, dass sich noch genug Bewerber finden. Dazu muss es mindestens so hoch ein, dass man nicht nur von der Hand in den Mund lebt. Viel Spielraum nach unten sehe ich da einfach nicht, sorry.

Bei den Studiengebühren bin ich tatsächlich mal bei dir. Wäre es so teuer wie z. B. in den USA, würden weit weniger Leute studieren.

Maiden

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« Antwort #4293 am: 28.10.2020 00:58 »
Hier wäre sich am Markt zu orientieren und nachzujustieren, sobald es Personalgewinnungsprobleme gäbe.
So wie das jetzt in akademischen Sparten der Fall ist.

An sich keine Raketenwissenschaft.

Ja, nur passiert dann das, was wir jetzt gerade sehen - die oberen Entgeltgruppen fühlen sich wieder benachteiligt und das ganze Spiel geht von vorne los.

Amtsschimmel

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« Antwort #4294 am: 28.10.2020 01:02 »
Hier wäre sich am Markt zu orientieren und nachzujustieren, sobald es Personalgewinnungsprobleme gäbe.
So wie das jetzt in akademischen Sparten der Fall ist.

An sich keine Raketenwissenschaft.

Ja, nur passiert dann das, was wir jetzt gerade sehen - die oberen Entgeltgruppen fühlen sich wieder benachteiligt und das ganze Spiel geht von vorne los.

Nein. Man müsste sich lediglich von der schwachsinnigen Idee verabschieden, die Abstände zwischen den unteren und oberen Entgeltgruppen verringern zu wollen. Am Markt klappt das ja auch ganz gut.

Und im Zweifel können einfache Bürotätigkeiten in ein paar Jahren von Algorithmen übernommen werden, was die klassischen Bürobienchen überflüssig machen wird.

Maiden

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« Antwort #4295 am: 28.10.2020 01:08 »

Nein. Man müsste sich lediglich von der schwachsinnigen Idee verabschieden, die Abstände zwischen den unteren und oberen Entgeltgruppen verringern zu wollen. Am Markt klappt das ja auch ganz gut.

Das hieße, wenn z.B. in den unteren Entgeltgruppen die Gehälter um 2,5 % angehoben werden müssten, um wieder mehr Personal zu finden, sollte man deiner Meinung nach den oberen Gruppen also auch einfach 2,5 % mehr Geld geben (um die alten Abstände beizubehalten9. Und das höchstwahrscheinlich völlig ohne Not, weil die oberen mit ihrem Gehalt ja möglicherweise noch zufrieden sind. Da wären die Arbeitgeber ja schön blöd, denn das Geld hätten sie wo anders verbraten können.

Spid

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« Antwort #4296 am: 28.10.2020 01:09 »
Doch, zuerst mal die mittleren und unteren Entgeltgruppen auf ein marktübliches Entgelt zurückstutzen - natürlich unter Beachtung unterschiedlicher Berufe, denn ein gelernter Handwerker ist im öD zumeist nicht überbezahlt, klassische Bürokräfte und ungelernte Kräfte hingegen schon. Den Rest aus dem Haushalt umverteilen, einfach wertloses Sozialgedöns, Förderung für Film, Künste und Gendergaga streichen, kostendeckende Studiengebühren einführen... Der Bund setzt übrigens seit Jahren mehr als 300 Mrd. € jährlich um!

Woran lässt sich denn festmachen, ob eine ungelernte Kraft überbezahlt ist? Das Gehalt muss so gestaltet sein, dass sich noch genug Bewerber finden. Dazu muss es mindestens so hoch ein, dass man nicht nur von der Hand in den Mund lebt. Viel Spielraum nach unten sehe ich da einfach nicht, sorry.

Bei den Studiengebühren bin ich tatsächlich mal bei dir. Wäre es so teuer wie z. B. in den USA, würden weit weniger Leute studieren.
Indem man den Gleichgewichtspreis ermittelt - oder, wenn man das nicht kann, den marktüblichen Preis. Gemüseputzer, Spülhilfe und Garderobenpersonal erhält marktüblich den Mindestlohn, das sind bei 39 Wochenstunden 1.585,48€. Im TVÖD hingegen 1929,88-2149,05€. Das sind 21,7-35,5% mehr.

Amtsschimmel

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« Antwort #4297 am: 28.10.2020 01:10 »

Nein. Man müsste sich lediglich von der schwachsinnigen Idee verabschieden, die Abstände zwischen den unteren und oberen Entgeltgruppen verringern zu wollen. Am Markt klappt das ja auch ganz gut.

Das hieße, wenn z.B. in den unteren Entgeltgruppen die Gehälter um 2,5 % angehoben werden müssten, um wieder mehr Personal zu finden, sollte man deiner Meinung nach den oberen Gruppen also auch einfach 2,5 % mehr Geld geben. Und das höchstwahrscheinlich völlig ohne Not, weil die oberen mit ihrem Gehalt ja möglicherweise noch zufrieden sind. Da wären die Arbeitgeber ja schön blöd, denn das Geld hätten sie wo anders verbraten können.

Du gehst da weitaus zu dogmatisch ran.
Der Markt legt die Richtung vor. Um gutes Personal zu gewinnen, sollte der öD sich hieran orientieren. Wo Lücken entstehen, wird nachjustiert. Fertig.

Maiden

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« Antwort #4298 am: 28.10.2020 01:17 »
Indem man den Gleichgewichtspreis ermittelt - oder, wenn man das nicht kann, den marktüblichen Preis. Gemüseputzer, Spülhilfe und Garderobenpersonal erhält marktüblich den Mindestlohn, das sind bei 39 Wochenstunden 1.585,48€. Im TVÖD hingegen 1929,88-2149,05€. Das sind 21,7-35,5% mehr.

Hm, Netto sieht das dann aber auch schon wieder anders aus. Beim Vergleich von 1585,48 € und 1929,88 € Brutto komme ich auf einen Unterschied von rund 14,3 % Netto.

Fairerweise solltest du auch mit dem Betrag für 40 Stunden rechnen.
« Last Edit: 28.10.2020 01:24 von Maiden »

Maiden

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« Antwort #4299 am: 28.10.2020 01:19 »
Du gehst da weitaus zu dogmatisch ran.
Der Markt legt die Richtung vor. Um gutes Personal zu gewinnen, sollte der öD sich hieran orientieren. Wo Lücken entstehen, wird nachjustiert. Fertig.

Was veranlasst dich zu dieser Aussage? Du möchtest, dass die Abstände gewahrt bleiben, also muss man allen mehr geben, unabhängig davon, ob sie es fordern oder nicht. Dadurch entstehen wieder unnötige Ausgaben, denn wenn man den oberen das Geld erst gibt, wenn sie es wirklich fordern, spart man einiges an Geld ein.

Spid

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« Antwort #4300 am: 28.10.2020 01:22 »
Indem man den Gleichgewichtspreis ermittelt - oder, wenn man das nicht kann, den marktüblichen Preis. Gemüseputzer, Spülhilfe und Garderobenpersonal erhält marktüblich den Mindestlohn, das sind bei 39 Wochenstunden 1.585,48€. Im TVÖD hingegen 1929,88-2149,05€. Das sind 21,7-35,5% mehr.

Hm, Netto sieht das dann aber auch schon wieder anders aus. Beim Vergleich von 1585,48 € und 1929,88 € Brutto komme ich auf einen Unterschied von rund 14,3 % Netto.

Inwiefern spielte das Netto eine Rolle? Der AG zahlt ein Bruttoentgelt.

Spid

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« Antwort #4301 am: 28.10.2020 01:25 »
Du gehst da weitaus zu dogmatisch ran.
Der Markt legt die Richtung vor. Um gutes Personal zu gewinnen, sollte der öD sich hieran orientieren. Wo Lücken entstehen, wird nachjustiert. Fertig.

Was veranlasst dich zu dieser Aussage? Du möchtest, dass die Abstände gewahrt bleiben, also muss man allen mehr geben, unabhängig davon, ob sie es fordern oder nicht. Dadurch entstehen wieder unnötige Ausgaben, denn wenn man den oberen das Geld erst gibt, wenn sie es wirklich fordern, spart man einiges an Geld ein.

Der Nutzer Amtsschimmel hat sich nicht dahingehend eingelassen, daß er möchte, daß die Abstände gewahrt bleiben. Er verurteilte lediglich die schwachsinnige Idee, sie verringern zu wollen.

Maiden

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« Antwort #4302 am: 28.10.2020 01:29 »
Der Nutzer Amtsschimmel hat sich nicht dahingehend eingelassen, daß er möchte, daß die Abstände gewahrt bleiben. Er verurteilte lediglich die schwachsinnige Idee, sie verringern zu wollen.

Und wie verhindert man eine Verringerung? Entweder man wahrt den Abstand oder man vergrößert ihn. Was ist jetzt falsch an meiner Interpretation seiner Worte?
« Last Edit: 28.10.2020 01:36 von Maiden »

Spid

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« Antwort #4303 am: 28.10.2020 01:31 »
Fairerweise solltest du auch mit dem Betrag für 40 Stunden rechnen.

Warum sollte ich „fairerweise“ die Ausnahme anstelle der Regel nehmen? Und solltest Du es nicht besser unterlassen, Beiträge zu editieren, nachdem bereits darauf geantwortet wurde?

Spid

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« Antwort #4304 am: 28.10.2020 01:35 »
Der Nutzer Amtsschimmel hat sich nicht dahingehend eingelassen, daß er möchte, daß die Abstände gewahrt bleiben. Er verurteilte lediglich die schwachsinnige Idee, sie verringern zu wollen.

Und wie verhindert man eine Verringerung? Entweder man wahrt den Abstand oder man verringert ihn. Was ist jetzt falsch an meiner Interpretation seiner Worte?

Mal abgesehen davon, daß man ihn auch vergrößern könnte, hat sich @Amtsschimmel lediglich dazu eingelassen, daß man sich von der Idee, die Abstände verringern zu wollen, verabschieden soll. Der Markt regelt die Abstände, da braucht man nichts zu wollen.