Tarifrunde 2025 - kein Geld in den Ländern

Begonnen von Zinc, 14.05.2025 09:41

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Vollender

Verstehe. Könnte das Thema Sondervermögen allgemein von Vorteil sein für die Verhandlungen aus AN-Sicht? Ich jedenfalls würde das versuchen genüsslich auszuschlachten, notfalls auch in den Medien als Gewerkschaften. Scheint aber nicht so deren Stärke zu sein (Spiel mit Ängsten, fehlende MINT-Fachleute etc.).

Meierheim

Zitat von: TVLNeuling in 14.08.2025 09:59
Dann hoffe ich mal, dass das Ergebnis wie das dem TVöD ähnelt. Wobei wir dem TVöD ja schon ordentlich hinterherhängen..

Um das Niveau des TVöD zu erreichen müssten im Gesamtpaket Steigerungen von 9% verhandelt werden.

AltStrG

Zitat von: cyrix42 in 14.08.2025 09:51
Zitat von: Vollender in 14.08.2025 09:39
Nehmen auch Aspekte wie das Sondervermögen Infrastruktur einen Einfluss oder nicht?

Das Sondervermögen Infrastruktur ist für eben Infrastruktur (Gebäude, Straßen, ...) gedacht und nicht für (konsumptive) Personalausgaben. Das einzige, was aus diesem fürs Personal folgt, ist, dass es in einigen Behörden vielleicht übergangsweise einen zusätzlichen Sachbearbeiter-Posten gibt, um die Genehmigungs- und Ausschreibungsverfahren besser durchführen zu können. Aber auch da wäre ich erst einmal skeptisch...

Durch Umschichten von geplanten Ausgaben im regulären Haushalt für bereits genehmigte Projekte, die nunmehr in den Bereich des Sondervermögens fallen, kann finanzieller Spielraum in genau gleicher Höhe der Haushaltstitel erreicht werden.

cyrix42

Für derartige Umbuchungen ist das Geld aber nicht gedacht, sondern für zusätzliche Ausgaben. Dies wurde ja gerade von den Grünen noch hineinverhandelt, bevor der Spaß beschlossen wurde.

MoinMoin

Zitat von: Meierheim in 14.08.2025 16:19
Zitat von: TVLNeuling in 14.08.2025 09:59
Dann hoffe ich mal, dass das Ergebnis wie das dem TVöD ähnelt. Wobei wir dem TVöD ja schon ordentlich hinterherhängen..

Um das Niveau des TVöD zu erreichen müssten im Gesamtpaket Steigerungen von 9% verhandelt werden.
Also bei EG8 würden 5,2% Jahresbruttosteigerung reichen um aufs gleiche Niveau zu kommen
(TV-l vs TVöD bund)
EG10 6,1%
bei EG13 9,2%


Vollender

Ist ja bekannt, dass bei höheren EG besonders Nachholbedarf besteht einschließlich JSZ. Nur: Wenn der Kuchen begrenzt ist, wie reagiert Verdi darauf?

MoinMoin

So wie üblich, es wird als Unsozial Gebrandmarkt.
Wichtiger ist, wie reagiert der AG darauf und bleibt er standhaft, wenn er überproportional mehr Jahresentgelt für die höheren EGs fordert. ;D
Schade das er nicht mit Aussperrung drohen kann  ::)

Stefan35347

Was denkt ihr nun, wie die in gar nicht so langer Zeit anstehende Runde für die Länder ausfällt? Wird es bei den Beamten ebenfalls eine Lösung für die Umsetzung verfassungsgerichtlicher Rechtsprechung geben (wie im Bund angedeutet?)

Zinc

Zitat von: Stefan35347 in 28.08.2025 09:42
Was denkt ihr nun, wie die in gar nicht so langer Zeit anstehende Runde für die Länder ausfällt? Wird es bei den Beamten ebenfalls eine Lösung für die Umsetzung verfassungsgerichtlicher Rechtsprechung geben (wie im Bund angedeutet?)

Ich hatte gar nicht auf dem Schirm, dass es doch noch so lange dauert. Die erste Verhandlungsrunde beginnt erst im Dezember. Wenn dann die letzte Runde Mitte Februar 2026 stattfindet, wird es wohl noch eine ganze Weile dauern, bis die ganzen Moneten auf unseren Konten landen.

Stefan35347


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Ich hatte gar nicht auf dem Schirm, dass es doch noch so lange dauert. Die erste Verhandlungsrunde beginnt erst im Dezember. Wenn dann die letzte Runde Mitte Februar 2026 stattfindet, wird es wohl noch eine ganze Weile dauern, bis die ganzen Moneten auf unseren Konten landen.
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Das hat meine Frage jetzt aber nicht so wirklich beantwortet.

Knarfe1000

Zitat von: Stefan35347 in 28.08.2025 09:42
Was denkt ihr nun, wie die in gar nicht so langer Zeit anstehende Runde für die Länder ausfällt? Wird es bei den Beamten ebenfalls eine Lösung für die Umsetzung verfassungsgerichtlicher Rechtsprechung geben (wie im Bund angedeutet?)
Ich gehe Stand jetzt davon aus. Es gibt ja auch keinen großen Zeitdruck, man kann sich so an den Regelungen des Bundes (2026) orientieren.

TVLNeuling

Wieso starten die Verhandlungen eigentlich erst im Dezember, wenn der jetzige Vertrag Ende Oktober ausläuft? Ist das so üblich oder steckt da Taktik hinter?

FearOfTheDuck

Wie üblich steckt da Taktik dahinter.

Johann

In den letzten Jahren wurde immer seltener die Erhöhung rückwirkend gezahlt. In der Regel wurde die Erhöhung ab da aktiv, wo der nächste Monat nach Einigung begann. Je später man mit den Verhandlungen beginnt und je mehr man sie in die Länge zieht, desto mehr Monate kann man eine Nullrunde durchführen, ohne dass es der Pöbel mitbekommt oder sich zumindest nicht darüber aufregt. Die Erhöhung wird ja schließlich sehr zeitnah nach Ende der Verhandlungen gelegt. Dass es bis dahin dann schon 6 Monate ohne Erhöhung sind ist den meisten dann auch egal.

Insofern ist es Arbeitgebern nur recht, wenn die Verhandlungen möglichst spät beginnen und sich lange ziehen. Bei angenommenen 2% Erhöhung sind es pro Milliarde Personalkosten 1,7 Millionen Euro, die sich die Arbeitgeber pro Monat, den die Erhöhung später kommt, sparen.

NelsonMuntz

Zitat von: Stefan35347 in 28.08.2025 09:42
Was denkt ihr nun, wie die in gar nicht so langer Zeit anstehende Runde für die Länder ausfällt? Wird es bei den Beamten ebenfalls eine Lösung für die Umsetzung verfassungsgerichtlicher Rechtsprechung geben (wie im Bund angedeutet?)

Das ist eine sehr spannende Frage - gerade auch in Bezug auf das Thema amtsangemessene Alimentation der Beamten. Ich lese im Beamtenbereich gerne mit (und habe dazu auch eine [unqualifizierte] Meinung), die Glaskugel fehlt mir aber natürlich. Technisch gesehen haben die Beamten das Verfassungsrecht hinter sich stehen und unter Umständen kann es da durchaus zu erheblichen Steigerungen kommen. Insofern denke ich, dass die AG im TV-L bemüht sein werden, eine möglichst schnelle Einigung zu erzielen - also bevor im Bereich der Beamten Fakten geschaffen werden. Gelingt dies nicht, wäre man zumindest moralisch verpflichtet, bei den TB auch eine Schippe drauf zu packen.

Insgesamt sind das eigentlich sehr gute Vorzeichen aus der Arbeitnehmerperspektive.