Sicherheit Beamtenpensionen - Kollaps Renten

Begonnen von Stefan35347, 08.09.2025 14:20

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Faunus

Zitat von: BAT in 05.11.2025 08:38
Junge, du hast das Bürgergeld hier reingebracht, was nun aber mal so gar nichts mit dem Thema Wehrpflicht/ Bürgerdienste und erst Recht nicht mit den Renten zu tun hat.

Es geht um den von Dir eingebrachten Begriff "Zwangsarbeit" und Deiner definition dazu, die m.M. nach falsch ist!

Allgemeine Pflicht an der Gesellschaft mit Deiner Definition von "Arsch abputzen/profanen Arbeiten" ist Zwangsarbeit.
Aber auch nach Deiner Definition von Zwangsarbeit darf dem Bürgergeldempfänger, der einen Job "Arsch ab putzen/profane Arbeiten" ablehnt, das Existenzminimum nicht gekürzt werden.

Faunus

Und natürlich hat das was mit Rente zu tun, wenn Gesellschaftsdienste verrichtet werden. Die müssten - genauso wie früher der Wehr-/Zivildienst - berücksichtigt werden. Damit die "Freiwilligkeit" steigt, vielleicht sogar "stärker" berücksichtigt werden? Müsste man alles mal durchrechnen?

Organisator

Zitat von: Faunus in 05.11.2025 08:53
Und natürlich hat das was mit Rente zu tun, wenn Gesellschaftsdienste verrichtet werden. Die müssten - genauso wie früher der Wehr-/Zivildienst - berücksichtigt werden. Damit die "Freiwilligkeit" steigt, vielleicht sogar "stärker" berücksichtigt werden? Müsste man alles mal durchrechnen?

Kein Zivi hat sich damals Gedanken darüber gemacht oder sogar gefreut, dass ihm ein Durchschnittseinkommen für die Rente angerechnet wurde sondern sich eher darüber geärgert, für Vollzeitarbeit einen Azubilohn bekommen zu haben.

Attraktiv machen doch solche Dienste nur eine adäquate Bezahlung, wie z.B. gerade für freiwilligen Wehrdienst (irgendwas um die 2.000 € netto?) angeboten.

BAT

Mein Sold bezog sich damit sogar auf mehr als Vollzeit (Bereitschaftszeiten und 24-Stunden-Schichten beim DRK Rettungsdienst). Der monatliche Sold war seinerzeit niedriger als die KFZ - Steuer für meinen PKW und ich hatte vorher schon "richtiges" Gehalt nach BAT VIII.

Die Rentenansprüche sind immerhin Durchschnitt, es gibt aber wohl (inzwischen) rechtliche Probleme mit den Anwartschaften aus diesem Dienst.

Faunus

Zitat von: BAT in 05.11.2025 09:39
Mein Sold bezog sich damit sogar auf mehr als Vollzeit (Bereitschaftszeiten und 24-Stunden-Schichten beim DRK Rettungsdienst). Der monatliche Sold war seinerzeit niedriger als die KFZ - Steuer für meinen PKW und ich hatte vorher schon "richtiges" Gehalt nach BAT VIII.

Die Rentenansprüche sind immerhin Durchschnitt, es gibt aber wohl (inzwischen) rechtliche Probleme mit den Anwartschaften aus diesem Dienst.

Wenn Du für den PFLICHTdienst 2000 EUR/mtl. und Rentenpunkte bekommst, dann ist es keine Zwangsarbeit mehr.
Habe ich Dich das richtig verstanden?

Faunus

Zitat von: Organisator in 05.11.2025 09:24
Zitat von: Faunus in 05.11.2025 08:53
Und natürlich hat das was mit Rente zu tun, wenn Gesellschaftsdienste verrichtet werden. Die müssten - genauso wie früher der Wehr-/Zivildienst - berücksichtigt werden. Damit die "Freiwilligkeit" steigt, vielleicht sogar "stärker" berücksichtigt werden? Müsste man alles mal durchrechnen?

Kein Zivi hat sich damals Gedanken darüber gemacht oder sogar gefreut, dass ihm ein Durchschnittseinkommen für die Rente angerechnet wurde sondern sich eher darüber geärgert, für Vollzeitarbeit einen Azubilohn bekommen zu haben.

Attraktiv machen doch solche Dienste nur eine adäquate Bezahlung, wie z.B. gerade für freiwilligen Wehrdienst (irgendwas um die 2.000 € netto?) angeboten.


Damals ist nicht heute.
Und ich denke Mindestlohn sollte drin liegen für "Wache schieben", "Arsch abputzen", "profane Arbeiten".

Organisator

Zitat von: Faunus in 05.11.2025 11:14
Zitat von: Organisator in 05.11.2025 09:24
Zitat von: Faunus in 05.11.2025 08:53
Und natürlich hat das was mit Rente zu tun, wenn Gesellschaftsdienste verrichtet werden. Die müssten - genauso wie früher der Wehr-/Zivildienst - berücksichtigt werden. Damit die "Freiwilligkeit" steigt, vielleicht sogar "stärker" berücksichtigt werden? Müsste man alles mal durchrechnen?

Kein Zivi hat sich damals Gedanken darüber gemacht oder sogar gefreut, dass ihm ein Durchschnittseinkommen für die Rente angerechnet wurde sondern sich eher darüber geärgert, für Vollzeitarbeit einen Azubilohn bekommen zu haben.

Attraktiv machen doch solche Dienste nur eine adäquate Bezahlung, wie z.B. gerade für freiwilligen Wehrdienst (irgendwas um die 2.000 € netto?) angeboten.


Damals ist nicht heute.
Und ich denke Mindestlohn sollte drin liegen für "Wache schieben", "Arsch abputzen", "profane Arbeiten".

Genau - denn auch heute wäre Mindestlohn attraktiver als Azubilohn + Hochwertung der Rentenbeiträge

Faunus

Um wieder auf das Thema vollständig umzuschwenken:

meines Erachtes erkennen viele die sich öffnende Rentenlücke nicht, die sich auf Grund der steigenden Lebenserwartung ergibt und zusätzlich der daraus wahrscheinlich immer mehr notwendigen Hilfestellungen, die in der Regel bezahlt werden möchten.

Mit 80 wird man nicht mehr die Kaufkraft mit seiner Rente haben, wie diese mit 65 noch war.

Warnstreik

Zitat von: Faunus in 05.11.2025 08:29
@BAT

Irgendwie drückst Du Dich um die Antwort!

Ein Bürgergeldempfänger darf also Jobangebote als Hilfspfleger (Arsch abputzen)  oder Straßenkehrer (profane Arbeit) ablehnen, ohne Kürzungen seiner Mindestbedarfs zum Leben befürchten zu müssen, da dass ja nach Deiner Definition "Zwangsarbeit" wäre.

Habe ich das so richtig verstanden?

Hier muss ich BAT mal beispringen: Es ist keine Zwangsarbeit weil du schlicht als Bürgergeldempfänger nicht "gezwungen" wirst. Du hast die freie Wahl den Job anzunehmen oder deinen Lebensunterhalt anderswie zu bestreiten. Wenn du ihn nicht annimmst, dann bist du offenbar nicht bedürftig - das ist auch die aktuelle Lesart der Politik was Mitwirkung angeht. Und eben damit fällt deine Unterstützung weg.

Ich habe für meinen Wehrdienst übrigens keine Durchschnittsrente bekommen sondern deutlich weniger. Nochmal: Zahlt die Leute gut und wir werden kein Problem haben. Bei Verpflichtung von mehr als einem Jahr gebt nen führerschein oben drauf und gebt pro Halbjahr bei der BW 2 Wartesemester fürs Studium. Wir werden nie ein Problem mit Freiwilligen haben und somit auch kein Problem mit irgendwelchen "Zwangsdiensten". Diese werden erst im V-Fall relevant, und auch da hat der vernünftig ausgebildete Soldat enorme vorteile dem Neuling gegenüber.

Warnstreik

Zitat von: Faunus in 05.11.2025 13:25
Um wieder auf das Thema vollständig umzuschwenken:

meines Erachtes erkennen viele die sich öffnende Rentenlücke nicht, die sich auf Grund der steigenden Lebenserwartung ergibt und zusätzlich der daraus wahrscheinlich immer mehr notwendigen Hilfestellungen, die in der Regel bezahlt werden möchten.

Mit 80 wird man nicht mehr die Kaufkraft mit seiner Rente haben, wie diese mit 65 noch war.

Jop - das wissen wir seit Walter Riester und somit seit mehr als 25 Jahren.  Wer diese Lücke heute nicht erahnen kann, der ist - sorry dafür - selbst schuld. Ob sie jeder schließen kann steht aber auf einem anderen Blatt. Die Optionen hier sind absolut vielfältig und die Umlagesysteme sind so sicher wie sie es sein können. Nur eben nicht für jeden auskömmlich.

Riester wollte seine Zusatzrente eigentlich für jeden als verpflichtende Säule einrichten - das wurde dann doch nicht gemacht und gleichzeitig hat die Versicherungswirtschaft noch gut lobbiiert. Fehler kann man aber berichtigen - z.B. über ein geschütztes Altersdepot mit einer Auswahl an sinnvollen Anlagefeldern.

BAT

Nee, Nee.  Welche "Lücke" soll jetzt gemeint sein? Die von der Arbeit in die Rente oder die anschließende Inflation?

Diese erste Lücke ist eine Mär, zumindest für jene, die spätestens zum Renteneintritt ihre Immobilie abbezahlt und einmal durchsaniert haben. Übrigens: der erste Hinweis des Beraters zur Riester-Rente vor 20 Jahren. Gespräch beendet.

Für alle anderen seien natürlich Lösungen zu finden.

Warnstreik

Zitat von: BAT in 05.11.2025 13:57
Nee, Nee.  Welche "Lücke" soll jetzt gemeint sein? Die von der Arbeit in die Rente oder die anschließende Inflation?

Es ist die "Rentenlücke" gemeint - und das der höchstsubjektive Wert, der die Differenz zwischen letzten Netto und der Summe der Einkünfte im Alter beschreibt. Da rechnet man natürlich die mietfreie Immobilie mit rein, Dividenden, Betriebsrenten etc. - eben höchst subjektiv.

Aussage von Faunus war ja, dass sich einige wundern werden, dass bei ihnen die Lücke groß ist und die Kaufkraft danach eher sinkt. Das kann durchaus sein - allerdings darf da wohl niemand überrascht sein.

Zitat von: BAT in 05.11.2025 13:57
Übrigens: der erste Hinweis des Beraters zur Riester-Rente vor 20 Jahren. Gespräch beendet.

Riester hat sich für viele nicht gelohnt und tut es heute auch nicht. Wenige Ausnahmen mal außen vor war es richtig, das Gespräch direkt zu beenden und sein Geld stattdess richtig zu investieren. Diejenigen, die stattdessen garnichts gemacht haben, hätten es aber auch lieber in Riester investieren sollen ;-)     Worauf ich hinaus wollte: Schon zu dieser Zeit wurde breit diskutiert, dass die gesetzliche Rente wegen der Demografie nicht mehr so auskömmlich sein wird wir früher - wer das aufngenommen hat, hat gehandelt. Wer nicht muss halt den Gürtel enger schnallen.

BAT

Ich tue mich schwer mit subjektiv.

Hier auf dem Land hat eigentlich fast jeder zumindest eine Immobilie, aus dem Kollegenkreis sowieso. Es ist kein subjektives, es ist ein urbanes Problem.

Und es nervt die Bevölkerung auf dem Lande inzwischen, insbesondere wenn noch Zwangsbeglückungen eingeführt werden, sei es gesetzlich oder tariflich.

NelsonMuntz

Zitat von: BAT in 05.11.2025 14:43
Ich tue mich schwer mit subjektiv.

Hier auf dem Land hat eigentlich fast jeder zumindest eine Immobilie, aus dem Kollegenkreis sowieso. Es ist kein subjektives, es ist ein urbanes Problem.

Nana, nicht lügen! ;)

Ist im Emsland ja schon was höher, aber "fast jeder" ist übertrieben.

https://www.deutschlandatlas.bund.de/DE/Karten/Wie-wir-wohnen/Eigentumsquote.html

Faunus

Zitat von: Warnstreik in 05.11.2025 14:19
Zitat von: BAT in 05.11.2025 13:57
Nee, Nee.  Welche "Lücke" soll jetzt gemeint sein? Die von der Arbeit in die Rente oder die anschließende Inflation?

Es ist die "Rentenlücke" gemeint - und das der höchstsubjektive Wert, der die Differenz zwischen letzten Netto und der Summe der Einkünfte im Alter beschreibt.

...die auch viele im Blick haben und dann kommt da noch die steigende Lebenserwartung:
in den 60er bis 90er Jahren standen viele Einzahler Rentnern gegenüber, die eher mit 70 verstorben sind.
Jetzt sind immer weniger Einzahler vorhanden und die Rentner gehen gegen 85.

Auch das ist eine Form von Lücke, die "gestopft" werden muss.
Aber sollte ja bei unserer Wirtschaftslage kein Problem sein.