Autor Thema: Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung  (Read 527981 times)

Brownyy

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #555 am: 10.12.2019 11:50 »
In Zeiten von sprudelnden Steuereinnahmen sollten wir schließlich mehr  bekommen als die revolutionären 2,X % Inflationsausgleich.

Ich glaube nicht dran. Irgendein Grund findet sich sicherlich, warum die Tariferhöhungen unter keinen Umständen üppig ausfallen darf und wir dankbar sein dürfen, wenn wir gerade so den Inflationsausgleich bekommen.

Was uns die Innenminister und anderen Politiker, Arbeitgebervertreter und Kommunalvertreter erzählen, sollte erst einmal zweitrangig sein. fakt ist, dass wir derzeit einen enormen steuerlichen zuwachs zu verzeichnen haben. Und daran sollten wir als Arbeitnehmer partizipieren.

Von denen hängt es aber mit ab, was sich in den Tarifverhandlungen durchsetzen lässt. Einen Anspruch darauf gibt es nämlich nicht, das muss erst mal alles ausgehandelt werden. Und da wird denen sicher schon was einfallen, wozu man die üppigen Steuereinnahmen dringender benötigen wird.

Hatten wir schon, Aufbau schnelles Internet  ;D, klamme Kassen, Flüchtlingskrise. Langweilig.

Kryne

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #556 am: 10.12.2019 11:51 »
Beim Wocheneinkauf kam ich da auf eine Teuerung von 2017 auf 2018 von ca. 4,3X% im Schnitt. Nur Produkte des täglichen Gebrauchs und Lebensmittel. Über Stromkosten usw. habe ich da kein Buch geführt.
Als nur ein marginaler kleiner Teil deines persönlichen Inflationsgefühl ist die Basis deine Verfluchung der Inflationsaussage?
Und die Daten destatis sind also nur Fakedaten und Lügenpresse, da sie von 2015 bis jetzt eine Steigerung von ~8-9% zeigen, bzw. 1,1% im letzten Jahr. bzw. April 17-April 18 von 3-4%

Ich finde den Inflationsrechner ganz nett, da er eben genau diese gefühlten Teuerungen schön anzeigt.
Dort siehst du auch, das der Gaspreis gesunken ist und bei 97% vom 2015 Preis steht.

Nur damit wir uns nicht falsch verstehen, ich finde die Infraten auch nicht ganz sauber.
So müsste man z.B. ein gutes altes Bauerbrot von 1960 mit einem Biobrot von heute vergleichen. Oder die Holzklasse Flüge aus den 80er mit Businessclass von heute, wg. der Beinfreiheit....das wird ja alles in der Infrate verwurschtet, aber was zählt ist ja eben der persönlichen Warenkorb.
Wenn ich mir alle 18 Jahre ein neue Auto kaufe, dann hat das halt ein anderes Gewicht. Mein Warenkorb ist halt ein anderer als deiner. Gleiches beim Wohnen.

Es sind ja keine "gefühlten" Inflationsraten, sondern zumindest die Werte von 2017 auf 2018 waren genau ausgerechnet bei gleichbleibendem Konsumverhalten.

War einfach die Teuerung meines persönlichen Warenkorbes.

Statistiken sind ja schön und gut, aber hier kann man doch nicht Lebensmittel einfach pauschalisieren. Es hat doch jeder andere Vorlieben bei Lebensmittel.

Für Jemanden der viel Rindfleisch isst, würden höhere Preise für Rindfleisch viel stärker ins Gewicht fallen als für einen der nur einmal alle 2 Monate ein Steak ist. Mal als Beispiel.

Wenn man sagt Lebensmittel sind um 1,X% teurer geworden, dann ist das ein Schnitt den wahrscheinlich keiner trifft.

Prominentes Beispiel. Coca Cola. Der Kasten hat früher (vor noch ca. 2 Jahren) im Angebot immer 7,99 gekostet. Jetzt kostet er 8,99 im Angebot. Alleine das ist eine Teuerung von über 10%. Klar ist das nur ein Artikel. Und nur 1 Euro mehr. Im Monat sind das dann vielleicht 2€ Mehrkosten, kaum spürbar für sich betrachtet.

Manch einer ändert jetzt halt sein Konsumverhalten. Kauft halt auch mal Aldi Cola oder eben nur noch alle 3 Wochen einen Kasten, statt alle 2 und es wird eben mehr Wasser getrunken, ist eh gesünder.

Und schon spüre ich die Teuerung hier nicht mehr wirklich. Sie ist aber trotzdem da.


Wie gesagt, es muss halt jeder für sich schauen mit seinem eigenen Konsumverhalten. Offizielle Statistiken helfen hier nicht weiter uns insbesondere die offizielle Inflationsrate ist halt ein schlechter Witz und soll den Pöbel einfach ruhig halten auf gut deutsch ;)


was_guckst_du

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #557 am: 10.12.2019 12:02 »
...typisch deutsch ist eher, auf 80 Mio. individualisierte Inflationsstatisiken zu verweisen, um einem Preisanstieg auf einen durchschnittlich bestückten Warenkorb als Lüge zu entlarven... ;D
Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung. Meistens sind sie ernster Natur, manchmal aber auch nicht. Bei einer obskuren Einzelfallpersönlichkeit antworte ich auch aus therapeutischen Gründen

Brownyy

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #558 am: 10.12.2019 12:04 »
Die Verneinung einer vorhandenen Inflation ist auch schon ein interessanter Ansatz.

Bastel

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #559 am: 10.12.2019 12:28 »
...typisch deutsch ist eher, auf 80 Mio. individualisierte Inflationsstatisiken zu verweisen, um einem Preisanstieg auf einen durchschnittlich bestückten Warenkorb als Lüge zu entlarven... ;D

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #560 am: 10.12.2019 12:43 »
Es sind ja keine "gefühlten" Inflationsraten, sondern zumindest die Werte von 2017 auf 2018 waren genau ausgerechnet bei gleichbleibendem Konsumverhalten.
Ja, aber wären im Folgejahr auf die hälfte Eingebrochen, da da keine Preissteigerung mehr war....
Zitat
War einfach die Teuerung meines persönlichen Warenkorbes.
Mit einem Erhebungszeitraum von einem Jahr und nicht deines persönlichen Warenkorbes, sondern die Teuerung eines ca. zehntel deines Warenkorbes.
Zitat
Statistiken sind ja schön und gut, aber hier kann man doch nicht Lebensmittel einfach pauschalisieren. Es hat doch jeder andere Vorlieben bei Lebensmittel.
Jipp, da stimme ich dir zu, somit gibt es keine Inflation in der BRD, sondern nur eine für jeden Mitmenschen?
Zitat
Für Jemanden der viel Rindfleisch isst, würden höhere Preise für Rindfleisch viel stärker ins Gewicht fallen als für einen der nur einmal alle 2 Monate ein Steak ist. Mal als Beispiel.

Wenn man sagt Lebensmittel sind um 1,X% teurer geworden, dann ist das ein Schnitt den wahrscheinlich keiner trifft.
Jipp die eine hälfte liegt bei 5% die nächsten 10% bei 0,5 % und so weiter und so fort, was sagt uns dass? Genau: irgendwo muss man mitteln. Und ja: Man muss schon gewisse unterschiedliche Warenkörbe betrachten (Gibt es nicht den sogenannte Kernwarenkorb?), die Arme Rentnerin hat nichts von den günstigeren Flüge nach Mallorca. Die ReiseOmi jedoch schon. ....
Aber deswegen ist ja die Inf Rate eine Hirnschiss.
Zitat
Prominentes Beispiel. Coca Cola. Der Kasten hat früher (vor noch ca. 2 Jahren) im Angebot immer 7,99 gekostet. Jetzt kostet er 8,99 im Angebot. Alleine das ist eine Teuerung von über 10%. Klar ist das nur ein Artikel. Und nur 1 Euro mehr. Im Monat sind das dann vielleicht 2€ Mehrkosten, kaum spürbar für sich betrachtet.
und wäre eine Inflation in welcher Höhe? Was hat er vor 4 Jahren gekostet? 1 Euro pro 2 Jahre Steigerung? 6,99€ und vor 8 Jahren?
Also ich kann mich erinnern, dass ich losgejagt wurde als Kind, wenn das Kilo Hack Halb und Halb 9,99DM gekostet hat. Und was Zahlste heute dafür?
Zitat
Wie gesagt, es muss halt jeder für sich schauen mit seinem eigenen Konsumverhalten. Offizielle Statistiken helfen hier nicht weiter uns insbesondere die offizielle Inflationsrate ist halt ein schlechter Witz und soll den Pöbel einfach ruhig halten auf gut deutsch ;)
Bei fundierte Kritik an der Korrektur des Warenkorb mittels hedonischer Verfahren bin ich bei dir.
Insbesondere da mWn dort ja Verbilligungen gerne in die InfRate rein genommen werden (Also TV ist grösser kann mehr kostet wieder 1000€ ist aber damit eine Preissenkung), Qualitätsverschlechterungen jedoch ignoriert werden (Geräte halten nicht mehr so lange, Lebensmttelqualität....Aus dem 9,99DM Hack hat man auch 5 grosse Bulleten machen können, jetzt sind es nur noch 4 der rest ist verdampft.. .

Deswegen kann man ja auch mal eben seinen eigenen Warenkorb betrachten.
Meine Haushaltsbuchhaltung der letzten 10 Jahre sagt mir, ich habe Reallohnzuwachs, trotz der "mikrigen" Abschlüsse. Das sieht bei anderen wieder anders aus.


DiVO

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #561 am: 10.12.2019 13:27 »
Wer mit den vermeintlich geringen Tarifabschlüssen nicht zufrieden ist kann auch gerne zu einem anderen Arbeitgeber wechseln, der nicht der Tarifbindung unterliegt und sein Einstiegsgehalt und die jährlichen Steigerungen individuell selbst aushandeln.

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #562 am: 10.12.2019 13:29 »
Was hat Tarifbindung damt zu tun?

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #563 am: 10.12.2019 14:14 »
Wer mit den vermeintlich geringen Tarifabschlüssen nicht zufrieden ist kann auch gerne zu einem anderen Arbeitgeber wechseln, der nicht der Tarifbindung unterliegt und sein Einstiegsgehalt und die jährlichen Steigerungen individuell selbst aushandeln.
genau, oder zu einem AG wechseln, der bei Tarifbindung eine besser verhandelnde Gewerkschaft als Vertragspartner hat, oder zu einem AG wechseln, der trotz Tarifbindung auch mehr zahlen darf, kann oder will.

was_guckst_du

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #564 am: 10.12.2019 14:35 »
...oder zu Spid wechseln...da ist ja Alles möglich 8)
Gruß aus "Tief im Westen"

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Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #565 am: 10.12.2019 14:38 »
Nein, ist es nicht. Das Besserstellungsverbot setzt da sehr deutliche Grenzen. Innerhalb dieser Grenzen ist aber sehr viel möglich.

clarion

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #566 am: 10.12.2019 23:35 »
Ich brauche nicht unbedingt mehr Geld, sondern würde mir bei gleichbleibenden Gehalt eine reduzierte Wochenarbeitszeit wünschen.

was_guckst_du

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #567 am: 11.12.2019 08:02 »
...auch dies erhöht den "Stundensatz" ;)
Gruß aus "Tief im Westen"

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BAT

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #568 am: 11.12.2019 09:09 »
...auch dies erhöht den "Stundensatz" ;)

Womöglich aber nicht die "Stückvergütung", da die Produktivität mit verringerter täglicher Arbeitszeit steigt. Das geht schnell in Richtung Minderung der "Stückvergütung" ;)

was_guckst_du

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #569 am: 11.12.2019 09:16 »
...Produktivitätssteigerung durch Verkürzung der Arbeitsszeit ergibt sich im öD schon oftmals allein dadurch, dass weniger Zeit fürs "AusdemFenstergucken" zur Verfügung steht... (behaupten zumindest böse Zungen) 8)
Gruß aus "Tief im Westen"

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