Autor Thema: Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung  (Read 587324 times)

schnitzelesser

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #600 am: 15.12.2019 12:45 »
Gilt da nicht die Märzklausel?
Und sollte deswegen nicht der April als Auszahlungmonat gewählt werden?
Wobei natürlich dann für 4 Monate der Grenze überschritten werden muss.
Man lernt doch immer wieder etwas dazu. Danke dafür. Dann scheint der April der Monat der Wahl zu sein.

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #601 am: 15.12.2019 14:35 »
Sind wir im Kindergarten, daß man sich nicht was ansparen kann.
Ja. Viele der Beschäftigten haben durch die Zahlung das Gefühl, eine Belohnung zu bekommen. Und der AG spart sich Geld, da er nicht immer die vollen JSZ zahlen muss. Und die Gewerkschaft hat nicht den Mut, diese abzuschaffen und auf 12 Monate aufzuteilen

Kat

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #602 am: 16.12.2019 06:32 »
Meine Wünsche wären
- Verkürzung der Arbeitszeit auf 37/38 Std., meinetwegen auch als Wahlmöglichkeit zur Lohnerhöhung
- 5 Tage mehr Urlaub für Personen mit Kindern unter 10 Jahren oder Personen die Angehörige pflegen
  ( die Industrie hat das bereits vorgemacht!!!)
- Für alle Behörden verbindlich die Einführung von Heimarbeit ( 2/3 Tage die Woche, zumindest für Personen mit Kindern unter 10 Jahren oder eben Personen die Angehörige Pflegen, zudem kommts der UMWELT zu gute!

Das wäre allein schon ein echter Gewinn für die Mitarbeiter! Ich denke zufriedene Mitarbeiter arbeiten besser und sind seltener krank.
Hoffentlich wird nicht NUR wieder über höhere Löhne gesprochen, vor allem Familien in denen beide Elternteile arbeiten und die vielleicht keine Großeltern haben, könnten so alles besser organisieren.

Wie eine Familie ihre Reproduktion organisiert ist nicht Sache des Arbeitgebers und der Kollegen sondern ihre eigene.

TV-Ler

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #603 am: 16.12.2019 07:53 »
Meine Wünsche wären
- Verkürzung der Arbeitszeit auf 37/38 Std., meinetwegen auch als Wahlmöglichkeit zur Lohnerhöhung
- 5 Tage mehr Urlaub für Personen mit Kindern unter 10 Jahren oder Personen die Angehörige pflegen
  ( die Industrie hat das bereits vorgemacht!!!)
- Für alle Behörden verbindlich die Einführung von Heimarbeit ( 2/3 Tage die Woche, zumindest für Personen mit Kindern unter 10 Jahren oder eben Personen die Angehörige Pflegen, zudem kommts der UMWELT zu gute!

Das wäre allein schon ein echter Gewinn für die Mitarbeiter! Ich denke zufriedene Mitarbeiter arbeiten besser und sind seltener krank.
Hoffentlich wird nicht NUR wieder über höhere Löhne gesprochen, vor allem Familien in denen beide Elternteile arbeiten und die vielleicht keine Großeltern haben, könnten so alles besser organisieren.

Wie eine Familie ihre Reproduktion organisiert ist nicht Sache des Arbeitgebers und der Kollegen sondern ihre eigene.
Das gleiche gilt auch für Pflege von Angehörigen.

Kaffeetassensucher

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #604 am: 16.12.2019 08:09 »
Danke für die Erläuterungen, dass es bei der Frage, welche Form der JSZ günstiger wäre, tatsächlich um die Sozialabgaben geht.


Sind wir im Kindergarten, daß man sich nicht was ansparen kann.

Wenn ich mir die Welt so anschaue, habe ich tatsächlich oft genau diesen Eindruck … Würde mich also nicht wundern, wenn so einige die auf die Monate umgelegte JSZ sofort verbraten würden und im Dezember dann ganz überrascht sind, dass das Geld, das sie sonst für Weihnachtsgeschenke ausgegeben haben, jetzt plötzlich nicht mehr da ist. Selber Schuld dann, aber - Stichwort Kindergarten - gejammert würde trotzdem.

Zudem habe ich im Sommer wesentlich höhere Sonderkosten als im Winter.

Bei mir ist es halt umgekehrt, im Dezember fallen die höchsten Kosten an. Aber das zeigt ja auch schön, dass das individuell sehr verschieden sein kann. Weshalb ich einen Termin bzw. eine Form der Auszahlung präferieren würde, bei der finanziell das meiste für die AN rausspringt.

Kat

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #605 am: 16.12.2019 08:38 »
Weshalb ich einen Termin bzw. eine Form der Auszahlung präferieren würde, bei der finanziell das meiste für die AN rausspringt.

Und das dürfte bei der monatlichen Auszahlung der FAll sein, schon weiß man dann nicht einfach mal die Zahlung einfrieren oder wegfallen lassen kann sondern auch in die Tariferhöhung fällt. Als ich im öD angefangen habe, gab es sogar zwei Einmalzahlungen. 100 % im Winter und nochmal ein halbes Gehalt im Sommer. Was davon übriggeblieben ist wissen wir ja.

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #606 am: 16.12.2019 09:57 »

Weshalb ich einen Termin bzw. eine Form der Auszahlung präferieren würde, bei der finanziell das meiste für die AN rausspringt.
Das wäre nur bei der Aprilzahlungslösung für diejenigen der Fall, die mit dieser Einmalzahlung über die Bemessungsgrenzen kämen und dadurch (oh wie sozial) weniger Sozialabgaben hätten. Also eine absolute Minderheit von bessere verdienenden.
Und das dürfte bei der monatlichen Auszahlung der FAll sein, schon weiß man dann nicht einfach mal die Zahlung einfrieren oder wegfallen lassen kann sondern auch in die Tariferhöhung fällt.
Und das ist gesichert, da ja immer anteilig bezahlt wird, auch für diejenigen die den AG wechseln. Also wird es immer eine Vorteil für die AN Gemeinschaft sein, das aufs Jahr zu verteilen.

Philipp

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #607 am: 16.12.2019 14:02 »
Wie eine Familie ihre Reproduktion organisiert ist nicht Sache des Arbeitgebers und der Kollegen sondern ihre eigene.

Die Reproduktion der Mitarbeiter sollte für den Arbeitgeber insofern eine Rolle spielen, als dass er auch in Zukunft auf Mitarbeiter angewiesen ist. Nennt man Weitblick - fehlt leider Vielen.
Man kann sich hier lapidar mit so einem Kommentar aus der Verantwortung ziehen - aber andere Länder und die Wirtschaft machen es vor, mit Erfolg.
Dem Arbeitgeber sollte mittlerweile auch wichtig sein, was der Arbeitnehmer will (die Erkenntnis fehlt gerade in den Personalabteilungen des ÖD in der Regel).

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #608 am: 16.12.2019 14:06 »
Eine mindestens populationserhaltende Reproduktion zu sichern, ist Aufgabe des Staates. Es handelt sich um keine Aufgabe der AG. Damit wird lediglich der Faktor abhängige Erwerbsarbeit zusätzlich belastet.

Philipp

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #609 am: 16.12.2019 14:09 »
Eine mindestens populationserhaltende Reproduktion zu sichern, ist Aufgabe des Staates. Es handelt sich um keine Aufgabe der AG. Damit wird lediglich der Faktor abhängige Erwerbsarbeit zusätzlich belastet.

Der ÖD dient der Daseinsvorsorge.
Zitat wikipedia:
"Daseinsvorsorge [...] ist in Deutschland ein verwaltungsrechtlicher Begriff [...]. Er umschreibt die staatliche Aufgabe zur Bereitstellung der für ein menschliches Dasein als notwendig erachteten Güter und Dienstleistungen − die Grundversorgung."

Eine mindestens populationserhaltende Reproduktion zu sichern, kann man also auch als eine Aufgabe des ÖD verstehen. Zumindest macht es keinen Sinn, wenn der Staat seine Pflicht zur Populationserhaltung an anderer Stelle unterläuft.

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #610 am: 16.12.2019 14:09 »
aber andere Länder und die Wirtschaft machen es vor, mit Erfolg.
Ja? wo zum Beispiel? welche AGs in anderen Ländern verteilen Freizeit und Geld für Kinder?

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #611 am: 16.12.2019 14:11 »
Eine mindestens populationserhaltende Reproduktion zu sichern, kann man also auch als eine Aufgabe des ÖD verstehen. Zumindest macht es keinen Sinn, wenn der Staat seine Pflicht zur populationserhaltung an anderer Stelle unterläuft.
Aufgabe des Staates ja. Aber warum irgendwelche Massnahmen nur bei den Angestellten des öDs ansetzen und nicht im gesamten Staat?

Philipp

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« Antwort #612 am: 16.12.2019 14:13 »
aber andere Länder und die Wirtschaft machen es vor, mit Erfolg.
Ja? wo zum Beispiel? welche AGs in anderen Ländern verteilen Freizeit und Geld für Kinder?
Schweden - ist dein Kind krank oder du hast keine Betreuung, gehst du einfach nach Hause.
Kein Arbeitgeber - kein privater und auch kein öffentlicher - käme dort jemals auf die Idee dir das irgendwie anzuhängen oder zu verlangen, dass du vor Ort bleibst. Es ist dort selbstverständlich geworden, dass die Familie und Kinder ÜBER dem Job stehen. Gelebte Flexibilität.


Eine mindestens populationserhaltende Reproduktion zu sichern, kann man also auch als eine Aufgabe des ÖD verstehen. Zumindest macht es keinen Sinn, wenn der Staat seine Pflicht zur populationserhaltung an anderer Stelle unterläuft.
Aufgabe des Staates ja. Aber warum irgendwelche Massnahmen nur bei den Angestellten des öDs ansetzen und nicht im gesamten Staat?

Stichwort: Anfangen!
Wenn keiner damit anfängt, setzt es sich nicht durch. Und der ÖD hat was die soften Faktoren angeht einiges aufzuholen. Kein Mensch ist automatisch produktiv, weil er eine bestimmte Stundenanzahl pro Woche im Büro sitzt. Diese Vorstellung ist mittlerweile überholt - gerade in den Bereichen die Projektbezogen arbeiten.
Beispiel: Mal spontan von zuhause arbeiten? im ÖD? Undenkbar. In digitalen Akten wälzen und Vorlagen schreiben kann man aus Sicht der Personalabteilungen offensichtlich nur, wenn man physisch am Arbeitsplatz vorhanden ist.

Homeoffice bekommt bei uns nur, wer es ausführlich begründen kann, und dann auch nur unter zäher Zustimmung der Vorgesetzten und der Personalabteilung. Was zählt ist Anwesenheit.
Und auch wer Homeoffice hat, muss im Vorfeld genau festlegen, welche Tage er im Büro verbringen möchte und an Welchen er von zuhause arbeitet.

WasDennNun

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« Antwort #613 am: 16.12.2019 14:17 »
aber andere Länder und die Wirtschaft machen es vor, mit Erfolg.
Ja? wo zum Beispiel? welche AGs in anderen Ländern verteilen Freizeit und Geld für Kinder?
Schweden - ist dein Kind krank oder du hast keine Betreuung, gehst du einfach nach Hause.
Kein Arbeitgeber - kein privater und auch kein öffentlicher - käme dort jemals auf die Idee dir das irgendwie anzuhängen oder zu verlangen, dass du vor Ort bleibst. Es ist dort selbstverständlich geworden, dass die Familie und Kinder ÜBER dem Job stehen. Gelebte Flexibilität.
Als doch kein AG, sondern eine staatliche Regelung. Oder ist das eine freiwillige Leistung aller, ohne Gesetzesgrundlage?

Spid

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« Antwort #614 am: 16.12.2019 14:19 »
Eine mindestens populationserhaltende Reproduktion zu sichern, ist Aufgabe des Staates. Es handelt sich um keine Aufgabe der AG. Damit wird lediglich der Faktor abhängige Erwerbsarbeit zusätzlich belastet.

Der ÖD dient der Daseinsvorsorge.
Zitat wikipedia:
"Daseinsvorsorge [...] ist in Deutschland ein verwaltungsrechtlicher Begriff [...]. Er umschreibt die staatliche Aufgabe zur Bereitstellung der für ein menschliches Dasein als notwendig erachteten Güter und Dienstleistungen − die Grundversorgung."

Eine mindestens populationserhaltende Reproduktion zu sichern, kann man also auch als eine Aufgabe des ÖD verstehen. Zumindest macht es keinen Sinn, wenn der Staat seine Pflicht zur Populationserhaltung an anderer Stelle unterläuft.

Nein, kann man nicht. Möglicherweise glaubt man, daß man derlei könne, wenn man glaubt, aus einem Portal zitieren zu müssen, in dem Laien über Inhalte abstimmen. Beides ist aber Humbug.