Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung

Begonnen von armerknecht, 08.10.2019 07:42

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WasDennNun

Zitat von: Kryne in 20.04.2020 11:40
Zitat von: Philipp in 20.04.2020 11:38


Zum Vergleich Gehälter: Klar kann man nicht immer mithalten - ich habe häufiger schon gehört "selbst in der höchsten Stufe verdiene ich in der von Ihnen vorgeschlagenen EG weniger als jetzt", aber was soll man machen.
Soviel Differenz kann man auch mit Tariferhöhungen nicht auffangen.
Die Erhöhung ersetzt keinen Sprung in der EG und nach Stufe 6 ist nun mal Ende.

Deshalb bedarf es meiner Meinung nach einer Anpassung der EGO im technischen Bereich. Ich weiß das sehen manche anders, aber im Endeffekt ist es so.

Kommen dann auf einmal alle Ingenieure und Informatiker angerannt und wollen in den ÖD ? Sicher nicht.

Wäre es ein Anfang und auch gerecht den aktuellen Bestand marktgerecht zu bezahlen ? Vielleicht.
Natürlich sollte man den AGs die Möglichkeit geben marktgerechtes Entgelt zu bezahlen, wenn es notwendig ist.
Da ist es mir persönlich egal, ob IT, BauIng oder Buchhalter.
Es ist halt Mist, dass die AGs - die das möchten - nicht können/dürfen.

WasDennNun

Zitat von: Kat in 20.04.2020 11:57
Kann man das nachlesen? Wollen die noch mehr Überstunden produzieren?
Na, dass wäre ja wenigstens eine ordentliche Entgelterhöhung.
Am besten wäre es, wenn auch Teilzeitkräft mit jeder Stunde mehr Überstunden machen könnten.

Bastel

Zitat von: WasDennNun in 20.04.2020 12:01
Zitat von: Kat in 20.04.2020 11:57
Kann man das nachlesen? Wollen die noch mehr Überstunden produzieren?
Na, dass wäre ja wenigstens eine ordentliche Entgelterhöhung.
Am besten wäre es, wenn auch Teilzeitkräft mit jeder Stunde mehr Überstunden machen könnten.

Wer hindert dich daran, nach deiner Sollarbeitszeit den Stift fallen zu lassen? Das ist das Problem des AGs und nicht des ANs. Im gleichen Zuge sollten auch die Überstundenzuschläge angepasst werden. 15% für >E10 sind ein schlechter Witz.

allahopp

Ich denke, dass "wir" trotz der derzeitigen finanziellen Situation eine angemessene Forderung stellen sollten. Immerhin hält der öffentliche Dienst gerade jetzt alles am Laufen (Krankenhäuser, Pflege, öffentliche Verwaltung, ZVKen, Rentenversicherung, Müllabfuhr, Stadtwerke usw.) und hat in manchen Bereichen enormes leisten müssen.

Dementsprechend würde ich wie immer zwischen 5 und 6 Prozent pro Jahr einsteigen, was wiederum auf rund 3 Prozent herausläuft.

Ich vermute jedoch, dass sich die AG eher darauf einlassen: 1 Prozent Erhöhung bei einer Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche.

Mal sehen was passiert. Vermutlich wird viel vom Budget in die Pflege-Tarife fließen.

Was jedoch Pflicht sein wird, ist die IT-Berufe flexibler und besser zu bezahlen. Im Hinblick auf die kommenden digitalisierungs Themen hat man hier enormen Nachholbedarf. Gerade die derzeitige Krise hat im Hinblick auf Homeoffice und kommendes OZG sehr viele Defizite aufgedeckt.

WasDennNun

Zitat von: Bastel in 20.04.2020 12:10
Zitat von: WasDennNun in 20.04.2020 12:01
Zitat von: Kat in 20.04.2020 11:57
Kann man das nachlesen? Wollen die noch mehr Überstunden produzieren?
Na, dass wäre ja wenigstens eine ordentliche Entgelterhöhung.
Am besten wäre es, wenn auch Teilzeitkräft mit jeder Stunde mehr Überstunden machen könnten.

Wer hindert dich daran, nach deiner Sollarbeitszeit den Stift fallen zu lassen?
Mich niemand, da ich nur eine theoretische Sollarbeitsszeit habe.
Normale Arbeitnehmer könne zu Überstunden verpflichtet werden, da hindert einem also der AG daran.
Zitat
Das ist das Problem des AGs und nicht des ANs. Im gleichen Zuge sollten auch die Überstundenzuschläge angepasst werden. 15% für >E10 sind ein schlechter Witz.
Nein, der Witz ist, dass da zwischen den EGs unterschieden wird, ob 15% Aufschlag angemessen ist, sei dahingestellt.

RsQ

Zitat von: allahopp in 20.04.2020 12:11
Ich denke, dass "wir" trotz der derzeitigen finanziellen Situation eine angemessene Forderung stellen sollten. Immerhin hält der öffentliche Dienst gerade jetzt alles am Laufen (Krankenhäuser, Pflege, öffentliche Verwaltung, ZVKen, Rentenversicherung, Müllabfuhr, Stadtwerke usw.) und hat in manchen Bereichen enormes leisten müssen.

Klammern wir mal besondere Zusatz-Leistungen/Mehrarbeit im Angesicht der Krise aus, dann haben doch eigentlich alle "nur" ihren Job gemacht, für den sie regulär bezahlt werden, oder?

Einen Wettbewerb a la "Wir sind aber besonders viel wert!" sollte man jetzt nicht starten.

Bastel

Machen doch die ganzen Pflegedrohnen auch? Weshalb bekommen die einen Bonus? Die erledigen auch nur Ihren Job...

allahopp

Zitat von: Bastel in 20.04.2020 13:14
Machen doch die ganzen Pflegedrohnen auch? Weshalb bekommen die einen Bonus? Die erledigen auch nur Ihren Job...

Ich seh es auch so, ich bin in keinsterweise neidisch auf die Sonderzahlungen im Pflegebereich, welcher finde ich eh unterbezahlt ist. Genauso haben auch Supermarktmitarbeiter der großen Ketten Sonderzahlungen erhalten. Ich finde das ist alles verdient.

Aber warum sollte wir nicht auch so argumentieren. Jeder der kein Homeoffice machen konnte war der Gefahr ebenso ausgesetzt. Wir sitzen wie sonst mit 10 Leuten im Büro. Außerdem wurden z.B. in meinem Bereich digitalisierungs Projekte mit enormen Aufwand an Mehrarbeitszeit innerhalb kürzester Zeit umgesetzt, sodass alle Leistungen der Behörde wie bisher getätigt werden konnten.

RsQ

Zitat von: allahopp in 20.04.2020 13:26
Jeder der kein Homeoffice machen konnte war der Gefahr ebenso ausgesetzt.

Eben, weil er normal arbeiten war.

Zitat von: allahopp in 20.04.2020 13:26
Wir sitzen wie sonst mit 10 Leuten im Büro.

Eben, weil ihr normal arbeiten seid.

Mit diesem Argument könnte doch sonst *jeder*, der aktuell aus dem Haus geht, eine Gefahrenzulage verlangen. Wo fängt das an, wo hört es auf?

allahopp

Zitat von: RsQ in 20.04.2020 13:36
Zitat von: allahopp in 20.04.2020 13:26
Jeder der kein Homeoffice machen konnte war der Gefahr ebenso ausgesetzt.

Eben, weil er normal arbeiten war.

Zitat von: allahopp in 20.04.2020 13:26
Wir sitzen wie sonst mit 10 Leuten im Büro.

Eben, weil ihr normal arbeiten seid.

Mit diesem Argument könnte doch sonst *jeder*, der aktuell aus dem Haus geht, eine Gefahrenzulage verlangen. Wo fängt das an, wo hört es auf?

Und der Pfleger, LKW-Fahrer oder Groß-und Einzelhandelsverkäufer geht auch normal Arbeiten, denke ich oder?

Mir geht es nur darum, dass man auch allgemein dem öffentlichen Dienst mal dankt. Mich regt es auf, dass jeder sich bei unseren Tarifverhandlungen über uns aufregt, wenn mal gestreikt wird. Aber die Leute sollten auch mal sehen, dass genau die Berufssparten die da streiken derzeit anderes als andere Arbeitgeber normal arbeiten und Ihre Leistung bringen. Mir geht es nicht direkt um mehr Gehalt. Mir geht es auch mal darum, dass ein Politiker sich hinstellt und auch mal würdigt, dass alles im öffentlichen Dienst trotzdem ohne große Einschränkungen läuft.

yamato

Nicht zu vergessen die Arbeitsagenturen, die mit Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld I Anträgen in vielfachen Umfang als normal konfrontiert waren und die Jobcenter, die ebenfalls ein vielfaches an Neuanträgen abarbeiten müssen.
Beide sichern somit immerhin den sozialen Frieden im Land.

Aber mir wäre mehr Geld lieber als warme Worte irgendwelcher Politiker, die ihr Geschwätz spätestens am nächsten Tag eh wieder vergessen haben

Schmitti

Zitat von: allahopp in 20.04.2020 13:57Mir geht es auch mal darum, dass ein Politiker sich hinstellt und auch mal würdigt, dass alles im öffentlichen Dienst trotzdem ohne große Einschränkungen läuft.
Dort, wo der Bürger den öD in seinen Verwaltungszweigen kennt, rennt er wochenlang gegen geschlossene Türen. Die Politiker, die sich (auch) kommunalpolitisch engagieren, können sich da gerade nicht in den kleinstaatlichen Gremiensitzungen selbstdarstellerisch hervortun, weil die nahezu komplett ausfallen. Und dann, wenn es wieder was zu beraten und beschließen gibt, wird jedes kleine Kaff erstmal einen Nachtragshaushalt präsentieren, weil auch auf der Ebene (v.a. Gewerbesteuer) einige Einnahmen wegbrechen. Gewürdigt wird da überhaupt nichts, wetten?

Von den ganzen Supermarktketten etc. laufen heute schon zig Werbesport in der Glotze, und großflächige Anzeigen überall, wo die Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern fürs letztlich weitestgehend normale Arbeiten danken. Sowas von den Gewerkschaften, mal mehr mit dem Hinweis was alles gerade im öD läuft, das könnte vielleicht noch eine etwas bessere Ausgangslage für die Verhandlungen schaffen. Aber auch da passiert, wetten, nix, und bei den Verhandlungen wird man ein passendes Echo der Bevölkerung und der Medien feststellen, wenn man auch nur ein wenig fordert.

Philipp

Zitat von: WasDennNun in 20.04.2020 12:00Natürlich sollte man den AGs die Möglichkeit geben marktgerechtes Entgelt zu bezahlen, wenn es notwendig ist.
Da ist es mir persönlich egal, ob IT, BauIng oder Buchhalter.
Es ist halt Mist, dass die AGs - die das möchten - nicht können/dürfen.

Was hindert die Arbeitgeber denn? Mehr zahlen darf man immer - da spricht rechtlich nichts dagegen.

Spid

Zitat von: Philipp in 20.04.2020 15:27
Zitat von: WasDennNun in 20.04.2020 12:00Natürlich sollte man den AGs die Möglichkeit geben marktgerechtes Entgelt zu bezahlen, wenn es notwendig ist.
Da ist es mir persönlich egal, ob IT, BauIng oder Buchhalter.
Es ist halt Mist, dass die AGs - die das möchten - nicht können/dürfen.

Was hindert die Arbeitgeber denn? Mehr zahlen darf man immer - da spricht rechtlich nichts dagegen.

Dir sind aber schon Regelungen in verschiedenen GemO, z.B. § 107 Abs. 2 NKomVG, bekannt?

Philipp

Bisher nicht ;-)

Aber dennoch ist doch eine Zulage bis zu 1000€ ab Entgeltgruppe 9a für Ingenieure und Informatiker für maximal fünf Jahre möglich ? Wenn man schon davon spricht, dass man keine Fachkräfte bekommt.