Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 383922 times)

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1800 am: 02.09.2020 10:10 »
Selbstverständlich bezieht es sich nur auf die paar Hanseln - oder welche Vertretungsmacht und Legitimation käme den Gewerkschaften vor dem Hintergrund der grundgesetzlich garantierten Koalitionsfreiheit hinsichtlich den nicht in ihnen organisierten AN zu?

Warumdendas

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1801 am: 02.09.2020 10:20 »
Die AG machen aber nicht ihren AN ein oder kein Angebot - sondern lediglich den Gewerkschaften und damit den paar Hanseln, die in ihnen organisiert sind. Sollte also aus dem Verhalten der AG eine Geringschätzung gegenüber dem Verhandlungsgegenüber ableitbar sein, bezöge es  sich lediglich auf diesen Personenkreis - und wäre damit verständlich, ich halte es ebenso.

Selbstverständlich verhandelt Verdi für seine Mitglieder und das sind bei weitem nicht alle nach TvöD vergüteten MA. Aber im Umkehrschluss verhandeln die AG gegen ihre gewerkschaftlich organisierten MA? Nein.
Verhandeln sie gegen alle MA? Nein.
Es fühlt sich aber so an.

Allerdings habe ich schon lange nicht mehr den Eindruck das Verdi für und verhandelt. In meinen Augen wird jedes Mal der gleiche Film mit den gleichen Monologen abgespult. Beim vorhergehenden und anschließenden Bier oder Wein ist man sich sehr einig.

daseinsvorsorge

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« Antwort #1802 am: 02.09.2020 10:21 »
Na- über was regen sich dann die Nichtorganisierten denn so auf, wenn sie doch - unabhängig von den Gewerkschaften -mit ihrem Arbeitgeber selber verhandeln ?

Aber der überwiegende Teil der Nichtorganisierten wird dabei kein besseres Ergebnis erzielen als das der Gewerkschaften für ihre Mitglieder.

Ok- immerhin standen sie nicht unter der Knute der Gewerkschaften, waren selbstbestimmt und vorallem selbstverantwortlich für ihr miserables Ergebnis. Und sie haben sich für das gleiche Ergebnis den auch noch Gewerkschaftsbeitrag gespart.

Spid

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« Antwort #1803 am: 02.09.2020 10:24 »
Die AG machen aber nicht ihren AN ein oder kein Angebot - sondern lediglich den Gewerkschaften und damit den paar Hanseln, die in ihnen organisiert sind. Sollte also aus dem Verhalten der AG eine Geringschätzung gegenüber dem Verhandlungsgegenüber ableitbar sein, bezöge es  sich lediglich auf diesen Personenkreis - und wäre damit verständlich, ich halte es ebenso.

Selbstverständlich verhandelt Verdi für seine Mitglieder und das sind bei weitem nicht alle nach TvöD vergüteten MA. Aber im Umkehrschluss verhandeln die AG gegen ihre gewerkschaftlich organisierten MA? Nein.
Verhandeln sie gegen alle MA? Nein.
Es fühlt sich aber so an.

Allerdings habe ich schon lange nicht mehr den Eindruck das Verdi für und verhandelt. In meinen Augen wird jedes Mal der gleiche Film mit den gleichen Monologen abgespult. Beim vorhergehenden und anschließenden Bier oder Wein ist man sich sehr einig.

Die Gewerkschaften verhandeln einzig und allein für ihre Mitglieder, sie repräsentieren auch einzig und allein diese.

Spid

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« Antwort #1804 am: 02.09.2020 10:25 »
Na- über was regen sich dann die Nichtorganisierten denn so auf, wenn sie doch - unabhängig von den Gewerkschaften -mit ihrem Arbeitgeber selber verhandeln ?

Aber der überwiegende Teil der Nichtorganisierten wird dabei kein besseres Ergebnis erzielen als das der Gewerkschaften für ihre Mitglieder.

Ok- immerhin standen sie nicht unter der Knute der Gewerkschaften, waren selbstbestimmt und vorallem selbstverantwortlich für ihr miserables Ergebnis. Und sie haben sich für das gleiche Ergebnis den auch noch Gewerkschaftsbeitrag gespart.

Wenn die nicht organisierten AN mindestens dasselbe Ergebnis erzielen wie die Gewerkschaften, wozu sind sie dann gut?

Ist eher eine rhetorische Frage...

Warumdendas

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1805 am: 02.09.2020 10:29 »
Die AG machen aber nicht ihren AN ein oder kein Angebot - sondern lediglich den Gewerkschaften und damit den paar Hanseln, die in ihnen organisiert sind. Sollte also aus dem Verhalten der AG eine Geringschätzung gegenüber dem Verhandlungsgegenüber ableitbar sein, bezöge es  sich lediglich auf diesen Personenkreis - und wäre damit verständlich, ich halte es ebenso.

Selbstverständlich verhandelt Verdi für seine Mitglieder und das sind bei weitem nicht alle nach TvöD vergüteten MA. Aber im Umkehrschluss verhandeln die AG gegen ihre gewerkschaftlich organisierten MA? Nein.
Verhandeln sie gegen alle MA? Nein.
Es fühlt sich aber so an.

Allerdings habe ich schon lange nicht mehr den Eindruck das Verdi für und verhandelt. In meinen Augen wird jedes Mal der gleiche Film mit den gleichen Monologen abgespult. Beim vorhergehenden und anschließenden Bier oder Wein ist man sich sehr einig.

Die Gewerkschaften verhandeln einzig und allein für ihre Mitglieder, sie repräsentieren auch einzig und allein diese.

Das habe ich gesagt. Ich habe nur das "für" infrage gestellt da die Gewerkschaften in erster Linie eigene Bedürfnisse berücksichtigen und sie mit Selbstdarstellung ausgelastet sind.

Spid

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« Antwort #1806 am: 02.09.2020 10:32 »
Da Gewerkschaften eine innerorganisatorische Demokratie haben, tun Gewerkschaften genau das, was ihre Mitglieder bestimmt haben - zumindest mehrheitlich bestimmt haben, wer überstimmt wurde, kann ja austreten, wenn er unzufrieden ist.

Warumdendas

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« Antwort #1807 am: 02.09.2020 10:40 »
Das bedeutet die Mitglieder haben mehrheitlich darüber abgestimmt immer max. die Hälfte der Forderungen zu erreichen und die Verhandlungen mit immer den gleichen Phrasen zu zelebrieren?
Da bin ich aber froh das ich tatsächlich für mich persönlich mit dem GF verhandeln kann.

BAT

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« Antwort #1808 am: 02.09.2020 10:45 »


Aber der überwiegende Teil der Nichtorganisierten wird dabei kein besseres Ergebnis erzielen als das der Gewerkschaften für ihre Mitglieder.


Der nicht organisierte Teil der Beschäaftigten hat Verdi durch die Umfrageergebnisse die Hand gereicht, wie der gemeinsame Tanz in eine prosperierende Zukunft aussehen könnte. Die Handreichung wurde mit Verachtung gewürdigt ;)

Spid

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« Antwort #1809 am: 02.09.2020 10:47 »
Das bedeutet die Mitglieder haben mehrheitlich darüber abgestimmt immer max. die Hälfte der Forderungen zu erreichen und die Verhandlungen mit immer den gleichen Phrasen zu zelebrieren?
Da bin ich aber froh das ich tatsächlich für mich persönlich mit dem GF verhandeln kann.

Die Repräsentanten der Gewerkschaften in den Verhandlungen sind gewählte Vertreter ihrer Mitglieder, über die Annahme des Tarifergebnisses stimmen die Mitglieder ab.

daseinsvorsorge

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« Antwort #1810 am: 02.09.2020 10:58 »
Das bedeutet die Mitglieder haben mehrheitlich darüber abgestimmt immer max. die Hälfte der Forderungen zu erreichen und die Verhandlungen mit immer den gleichen Phrasen zu zelebrieren?
Da bin ich aber froh das ich tatsächlich für mich persönlich mit dem GF verhandeln kann.

Aber warum verhandelt dann der überwiegende Teil der Nichtorganiserten nicht auch mit ihren GF, (Ober-)Bürgermeistern, Landräten etc.. Und wenn doch, warum erzielen sie keine besseren Ergebnisse als die Gewerkschaften ?

Schokobon

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« Antwort #1811 am: 02.09.2020 10:58 »
GemO

Spid

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« Antwort #1812 am: 02.09.2020 11:01 »
Das bedeutet die Mitglieder haben mehrheitlich darüber abgestimmt immer max. die Hälfte der Forderungen zu erreichen und die Verhandlungen mit immer den gleichen Phrasen zu zelebrieren?
Da bin ich aber froh das ich tatsächlich für mich persönlich mit dem GF verhandeln kann.

Aber warum verhandelt dann der überwiegende Teil der Nichtorganiserten nicht auch mit ihren GF, (Ober-)Bürgermeistern, Landräten etc.. Und wenn doch, warum erzielen sie keine besseren Ergebnisse als die Gewerkschaften ?

Die Nichtorganisierten haben doch ihren Arbeitsvertrag höchstpersönlich verhandelt. Und warum sollten sie bessere Ergebnisse erzielen als die Gewerkschaften? Die Gewerkschaften haben doch als einizigen Existenzzweck, für ihre Mitglieder vorteilhaftere Arbeitsbedingungen zu erzielen, als diese in einzelnen Verhandlungen erzielen könnten.

Tarif VKA

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1813 am: 02.09.2020 11:30 »
Zum einen möchte ich loswerden, dass die nichtorganiesierten Kolleginnen und Kollegen die größten Meckerfritzen sind. Bisher haben sie deutlich von den Erhöhungen profitiert und noch nie einen Finger dafür krum gemacht. Statt wie Klugscheißer zu agieren, wäre eine sachliche Alternative ratsam.

Zweiter Punkt ist, dass nicht alle Berufe im öffentlichen Dienst systemrelevant waren und sind. Wie viele haben zu Hause am PC geseesen und Daumen gedreht. Bei vollen Bezügen und nun sollen alle bei solch einer Situation gleichermaßen profitieren? Aus meiner Sicht ist das genaue so ein Schlag ins Gesicht unserer Kollegen die statt Applaus auch noch für andere zweckenfremdet werden, um alle Systemrelevant zu bezeichnen. Warum können wir uns nicht für deutliche Erhöhungen im Bereich des Gesundheitswesen stark machen und alle anderen verzichten dafür. Die Kassen sind tatsächlich leer und Geld allein macht den öffentlichen Dienst nicht attraktiv. Vielmehr ist die Verwaltung aus meiner Sicht aufgebauscht, weil sie innerhalb der Verwaltung noch weitere Verwaltung produziert und somit die Arbeit langsam und unflexibel macht. Corona hat einige noch fauler als zuvor gemacht und in unserer Kommune gab es seit Corona und Home-Office nie so wenige Krankmeldungen. Diese sind im 70 Prozent zurückgegangen und das Ergebnis ist, dass sie noch wesentlich weniger schaffen. Dafür sollten sie jetzt auch noch mehr Geld bekommen?

Spid

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« Antwort #1814 am: 02.09.2020 11:33 »
Zum einen möchte ich loswerden, dass die nichtorganiesierten Kolleginnen und Kollegen die größten Meckerfritzen sind. Bisher haben sie deutlich von den Erhöhungen profitiert und noch nie einen Finger dafür krum gemacht. Statt wie Klugscheißer zu agieren, wäre eine sachliche Alternative ratsam.

Die nichtorganisierten AN - ich spreche auch immer gerne von freien AN - haben ihre Erhöhungen allesamt höchstselbst verhandelt, indem sie eine entsprechende Klausel in ihrem Arbeitsvertrag verhandelt haben. Das ist allein ihr Verdienst, Gewerkschaften haben dazu überhaupt nichts beigetragen.