Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 184549 times)

Warumdendas

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1800 am: 02.09.2020 08:10 »
Hier ein Statement von Frank Werneke zur 1. Runde:

https://unverzichtbar.verdi.de/

Was machen die jetzt bis zum 19.Sept. ?

PS: meine "Kassenlage" ist auch angespannt

Der erste Abschnitt scheint aus dem Statement des Verhandlungsauftaktes der Tarifverhandlungen 2018 kapiert zu sein. Fehlt nur der Hinweis darauf das dies dem Steuerzahler nicht verständlich zu machen ist.

Bis zum 19.09 können die Verhandlungspartner gut in Urlaub fahren. Oder sie treffen sich abends zum Bier und machen sich über Beschäftigte lustig die Erwartungen haben.

TV-Ler

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1801 am: 02.09.2020 08:17 »
...
Bei uns gilt der TV-V (ist ja definitiv schon ein Upgrade zum TVÖD) ...
Da der TV-V im Jahr 2000 in Kraft getreten ist, der TVöD jedoch erst im Jahr 2005, ist es - wenn überhaupt - wohl eher so, das der TVöD ein Downgrade des TV-V darstellt ...
Sehr schön...
Ob schön oder nicht sei mal dahingestellt, der TV-V kann allein aufgrund der Chronologie kein Upgrade des TVöD sein.

Rene

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« Antwort #1802 am: 02.09.2020 08:53 »
...
Bei uns gilt der TV-V (ist ja definitiv schon ein Upgrade zum TVÖD) ...
Da der TV-V im Jahr 2000 in Kraft getreten ist, der TVöD jedoch erst im Jahr 2005, ist es - wenn überhaupt - wohl eher so, das der TVöD ein Downgrade des TV-V darstellt ...
Sehr schön...
Ob schön oder nicht sei mal dahingestellt, der TV-V kann allein aufgrund der Chronologie kein Upgrade des TVöD sein.

Falls sich jemand fragen sollte, weshalb Diskussionen hier selten im Topic bleiben, ich glaube ich weiß warum.
Da wir uns nicht im Jahr 2005 befinden (die Meisten jedenfalls nicht), würde ich tatsächlich davon ausgehen den IST-Zustand zu vergleichen. tv-v > tvöd. ok?

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1803 am: 02.09.2020 08:56 »
Dann hättest Du schreiben sollen, daß der TV-V "besser" als der TVÖD sei. Hinsichtlich des gewählten Begriffes "Upgrade" gilt das von @TV-Ler ausgeführte hinsichtlich der zeitlichen Reihenfolge und der Unmöglichkeit eines Upgrades zu einem zum Entstehungszeitpunkt noch nicht existierenden Regelungswerks.

Schokobon

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1804 am: 02.09.2020 09:06 »
Finde die Begrifflichkeit "Upgrade" an sich auch schon falsch, da ja TV-V und TVÖD unterschiedliche Sachverhalte regeln. Das ist dann kein Upgrade sondern schlicht was anderes.

KeuleMS

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1805 am: 02.09.2020 09:40 »
Ich finde das Vorgehen im Allgmeinen immer sehr ärgerlich. Ich weiß wohl, dass es Tarifverhandlungen sind und dass jede Seite ihr Gesicht wahren muss aber es ist doch immer das gleiche. Die Seite des VKA kann ich so gar nicht nachvollziehen. Das kommt mir so vor, als wenn sie sich im Vorfeld gar keine Gedanken machen. Angebot brauchen wir nicht, wir haben ja genug Zeit und in der dritten Runde schmeißen wir dannmal ne Zahl in den Raum. Ich weiß, dass es sicher nicht so ist aber so kommt es zumindest rüber. Mitarbeiter sind auch das Kapital eines Unternehmens und hier keine Angebot zu machen ist auch schon frech den Arbeitnehmern gegenüber. Die Forderungen der Gewerkschaft sind gerade zur jetzigen Zeit sicher auch hoch aber letztendlich ist es doch klar, dass es nie zu den Abschlüssen kommen wird, die gefordert werden. In anderen Runden ist man mit über 6 % für ein Jahr ins Rennen gegangen. Jetzt sind es "nur" 4 %, mit dem Wissen, dass man sich wahrscheinlich bei knapp unter 2 % trifft. Das wäre auch meine Vorstellung und wäre wahrscheinlich zur jetzigen Zeit auch fair. Ein Abschluss zwischen 1,7 - 2,0 % jährlich für 24 Monate und die Anpassung der Arbeitszeit. Letzteres ist für mich schon lange überfällig und auch nicht begründbar warum AN in den neuen Bundesländern mehr arbeiten als AN in den alten. Das kann doch keiner vernünftig argumentieren. Alle 39 Stunden ist sicher optimal aber wenn es dann so kommt, dass alle 40 Stunden arbeiten dann muss man damit auch leben aber für Unterschiede ist die Zeit ja nun lange vorbei.

Spid

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« Antwort #1806 am: 02.09.2020 09:42 »
Die AG machen aber nicht ihren AN ein oder kein Angebot - sondern lediglich den Gewerkschaften und damit den paar Hanseln, die in ihnen organisiert sind. Sollte also aus dem Verhalten der AG eine Geringschätzung gegenüber dem Verhandlungsgegenüber ableitbar sein, bezöge es  sich lediglich auf diesen Personenkreis - und wäre damit verständlich, ich halte es ebenso.

MrRossi

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1807 am: 02.09.2020 10:06 »
bashing-modus immer noch an?

Natürlich bezieht es sich nicht nur auf die "paar Hanseln" Sonst wären die genannten Summen ja nicht so hoch, wie immer genannt.

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1808 am: 02.09.2020 10:10 »
Selbstverständlich bezieht es sich nur auf die paar Hanseln - oder welche Vertretungsmacht und Legitimation käme den Gewerkschaften vor dem Hintergrund der grundgesetzlich garantierten Koalitionsfreiheit hinsichtlich den nicht in ihnen organisierten AN zu?

Warumdendas

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1809 am: 02.09.2020 10:20 »
Die AG machen aber nicht ihren AN ein oder kein Angebot - sondern lediglich den Gewerkschaften und damit den paar Hanseln, die in ihnen organisiert sind. Sollte also aus dem Verhalten der AG eine Geringschätzung gegenüber dem Verhandlungsgegenüber ableitbar sein, bezöge es  sich lediglich auf diesen Personenkreis - und wäre damit verständlich, ich halte es ebenso.

Selbstverständlich verhandelt Verdi für seine Mitglieder und das sind bei weitem nicht alle nach TvöD vergüteten MA. Aber im Umkehrschluss verhandeln die AG gegen ihre gewerkschaftlich organisierten MA? Nein.
Verhandeln sie gegen alle MA? Nein.
Es fühlt sich aber so an.

Allerdings habe ich schon lange nicht mehr den Eindruck das Verdi für und verhandelt. In meinen Augen wird jedes Mal der gleiche Film mit den gleichen Monologen abgespult. Beim vorhergehenden und anschließenden Bier oder Wein ist man sich sehr einig.

daseinsvorsorge

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« Antwort #1810 am: 02.09.2020 10:21 »
Na- über was regen sich dann die Nichtorganisierten denn so auf, wenn sie doch - unabhängig von den Gewerkschaften -mit ihrem Arbeitgeber selber verhandeln ?

Aber der überwiegende Teil der Nichtorganisierten wird dabei kein besseres Ergebnis erzielen als das der Gewerkschaften für ihre Mitglieder.

Ok- immerhin standen sie nicht unter der Knute der Gewerkschaften, waren selbstbestimmt und vorallem selbstverantwortlich für ihr miserables Ergebnis. Und sie haben sich für das gleiche Ergebnis den auch noch Gewerkschaftsbeitrag gespart.

Spid

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« Antwort #1811 am: 02.09.2020 10:24 »
Die AG machen aber nicht ihren AN ein oder kein Angebot - sondern lediglich den Gewerkschaften und damit den paar Hanseln, die in ihnen organisiert sind. Sollte also aus dem Verhalten der AG eine Geringschätzung gegenüber dem Verhandlungsgegenüber ableitbar sein, bezöge es  sich lediglich auf diesen Personenkreis - und wäre damit verständlich, ich halte es ebenso.

Selbstverständlich verhandelt Verdi für seine Mitglieder und das sind bei weitem nicht alle nach TvöD vergüteten MA. Aber im Umkehrschluss verhandeln die AG gegen ihre gewerkschaftlich organisierten MA? Nein.
Verhandeln sie gegen alle MA? Nein.
Es fühlt sich aber so an.

Allerdings habe ich schon lange nicht mehr den Eindruck das Verdi für und verhandelt. In meinen Augen wird jedes Mal der gleiche Film mit den gleichen Monologen abgespult. Beim vorhergehenden und anschließenden Bier oder Wein ist man sich sehr einig.

Die Gewerkschaften verhandeln einzig und allein für ihre Mitglieder, sie repräsentieren auch einzig und allein diese.

Spid

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« Antwort #1812 am: 02.09.2020 10:25 »
Na- über was regen sich dann die Nichtorganisierten denn so auf, wenn sie doch - unabhängig von den Gewerkschaften -mit ihrem Arbeitgeber selber verhandeln ?

Aber der überwiegende Teil der Nichtorganisierten wird dabei kein besseres Ergebnis erzielen als das der Gewerkschaften für ihre Mitglieder.

Ok- immerhin standen sie nicht unter der Knute der Gewerkschaften, waren selbstbestimmt und vorallem selbstverantwortlich für ihr miserables Ergebnis. Und sie haben sich für das gleiche Ergebnis den auch noch Gewerkschaftsbeitrag gespart.

Wenn die nicht organisierten AN mindestens dasselbe Ergebnis erzielen wie die Gewerkschaften, wozu sind sie dann gut?

Ist eher eine rhetorische Frage...

Warumdendas

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« Antwort #1813 am: 02.09.2020 10:29 »
Die AG machen aber nicht ihren AN ein oder kein Angebot - sondern lediglich den Gewerkschaften und damit den paar Hanseln, die in ihnen organisiert sind. Sollte also aus dem Verhalten der AG eine Geringschätzung gegenüber dem Verhandlungsgegenüber ableitbar sein, bezöge es  sich lediglich auf diesen Personenkreis - und wäre damit verständlich, ich halte es ebenso.

Selbstverständlich verhandelt Verdi für seine Mitglieder und das sind bei weitem nicht alle nach TvöD vergüteten MA. Aber im Umkehrschluss verhandeln die AG gegen ihre gewerkschaftlich organisierten MA? Nein.
Verhandeln sie gegen alle MA? Nein.
Es fühlt sich aber so an.

Allerdings habe ich schon lange nicht mehr den Eindruck das Verdi für und verhandelt. In meinen Augen wird jedes Mal der gleiche Film mit den gleichen Monologen abgespult. Beim vorhergehenden und anschließenden Bier oder Wein ist man sich sehr einig.

Die Gewerkschaften verhandeln einzig und allein für ihre Mitglieder, sie repräsentieren auch einzig und allein diese.

Das habe ich gesagt. Ich habe nur das "für" infrage gestellt da die Gewerkschaften in erster Linie eigene Bedürfnisse berücksichtigen und sie mit Selbstdarstellung ausgelastet sind.

Spid

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« Antwort #1814 am: 02.09.2020 10:32 »
Da Gewerkschaften eine innerorganisatorische Demokratie haben, tun Gewerkschaften genau das, was ihre Mitglieder bestimmt haben - zumindest mehrheitlich bestimmt haben, wer überstimmt wurde, kann ja austreten, wenn er unzufrieden ist.