Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 383864 times)

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1815 am: 02.09.2020 11:42 »

Die nichtorganisierten AN - ich spreche auch immer gerne von freien AN - haben ihre Erhöhungen allesamt höchstselbst verhandelt, indem sie eine entsprechende Klausel in ihrem Arbeitsvertrag verhandelt haben. Das ist allein ihr Verdienst, Gewerkschaften haben dazu überhaupt nichts beigetragen.

Nochmals -Wenn dem so ist, warum machen die "feien" AN denn dann die Gewerkschaften für ihr miserables Verhandlungsergebnis verantwortlich ?

Spid

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« Antwort #1816 am: 02.09.2020 11:45 »
Wer täte das? Unabhängig davon steht es jedem frei, Organisationen - ganz gleich, ob er mit ihnen was zu tun hat oder nicht - ob ihres Versagens zu kritisieren. Und Verdi ist nunmal eine Versagergurkentruppe.

Dean

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« Antwort #1817 am: 02.09.2020 11:46 »

Die nichtorganisierten AN - ich spreche auch immer gerne von freien AN - haben ihre Erhöhungen allesamt höchstselbst verhandelt, indem sie eine entsprechende Klausel in ihrem Arbeitsvertrag verhandelt haben. Das ist allein ihr Verdienst, Gewerkschaften haben dazu überhaupt nichts beigetragen.

Nochmals -Wenn dem so ist, warum machen die "feien" AN denn dann die Gewerkschaften für ihr miserables Verhandlungsergebnis verantwortlich ?

Es lebt sich leichter mit einem Feindild :)

BAT

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1818 am: 02.09.2020 11:56 »
Zum einen möchte ich loswerden, dass die nichtorganiesierten Kolleginnen und Kollegen die größten Meckerfritzen sind. Bisher haben sie deutlich von den Erhöhungen profitiert und noch nie einen Finger dafür krum gemacht. Statt wie Klugscheißer zu agieren, wäre eine sachliche Alternative ratsam.

Zweiter Punkt ist, dass nicht alle Berufe im öffentlichen Dienst systemrelevant waren und sind. Wie viele haben zu Hause am PC geseesen und Daumen gedreht. Bei vollen Bezügen und nun sollen alle bei solch einer Situation gleichermaßen profitieren? Aus meiner Sicht ist das genaue so ein Schlag ins Gesicht unserer Kollegen die statt Applaus auch noch für andere zweckenfremdet werden, um alle Systemrelevant zu bezeichnen. Warum können wir uns nicht für deutliche Erhöhungen im Bereich des Gesundheitswesen stark machen und alle anderen verzichten dafür. Die Kassen sind tatsächlich leer und Geld allein macht den öffentlichen Dienst nicht attraktiv. Vielmehr ist die Verwaltung aus meiner Sicht aufgebauscht, weil sie innerhalb der Verwaltung noch weitere Verwaltung produziert und somit die Arbeit langsam und unflexibel macht. Corona hat einige noch fauler als zuvor gemacht und in unserer Kommune gab es seit Corona und Home-Office nie so wenige Krankmeldungen. Diese sind im 70 Prozent zurückgegangen und das Ergebnis ist, dass sie noch wesentlich weniger schaffen. Dafür sollten sie jetzt auch noch mehr Geld bekommen?

Die nicht Organisierten sind zu großen Teilen jene, die das Gesundheitswesen erst nenneswert finanzieren.

Die Bürokratie - abseits der Personal- und Grundstücksverwaltung - sollte im Gesundheitsweisen bei 0 % liegen, in der Verwaltung bei 100 %. Die Zahlen der Verwaltung sind insofern in Ordnung, das Gesundheitswesen liegt aber wo? 30 %? 40 %?

Das Gesundheitswesen ist bei Weitem nicht mit Arbeit ausgelastet und es müsste massiv Personal dem System entzogen werden. Jedoch bringt die o. g. Systematik dem Gesundheitssystem eine gefühlte Überlastung.

LogiJöw

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« Antwort #1819 am: 02.09.2020 12:08 »
Wer als Verhandlungspartner mit solchen Mini-Forderungen in Verhandlungen reingeht, sollte sich nicht wundern, wenn er mit einem warmen Händedruck herauskommt. Wahrscheinlich kommt die AG-Seite immer noch nicht aus dem Lachen heraus angesichts des wieder einmal erwiesenen Nichtkönnens ihres Gegenübers. 

Schokobon

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« Antwort #1820 am: 02.09.2020 12:16 »
Ich glaube eher, dass die AG-Seite wieder mal das Kotzen kriegt bei der Forderung der Gewerkschaften, da diese - wie immer - kein einziges strukturelles Problem, das wir im ÖD haben, lösen wird.


daseinsvorsorge

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« Antwort #1821 am: 02.09.2020 12:24 »
Wer als Verhandlungspartner mit solchen Mini-Forderungen in Verhandlungen reingeht, sollte sich nicht wundern, wenn er mit einem warmen Händedruck herauskommt.

Sofern Sie "freier AN" sind -Mit welchen Forderungen sind sie denn in die Verhandlungen mit ihrem Arbeitgeber gegangen? Gibt es schon Zwischenergebnisse ?

Organisator

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« Antwort #1822 am: 02.09.2020 12:26 »
Ich glaube eher, dass die AG-Seite wieder mal das Kotzen kriegt bei der Forderung der Gewerkschaften, da diese - wie immer - kein einziges strukturelles Problem, das wir im ÖD haben, lösen wird.

Es ist ja auch nicht Aufgabe der AN-Seite, die strukturellen Probleme des ÖD anzugehen. Erst recht nicht in Tarifverhandlungen. Die Evolution der Strukturen ist ganz klar AG-Aufgabe.

MrRossi

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« Antwort #1823 am: 02.09.2020 12:27 »
Zum einen möchte ich loswerden, dass die nichtorganiesierten Kolleginnen und Kollegen die größten Meckerfritzen sind. Bisher haben sie deutlich von den Erhöhungen profitiert und noch nie einen Finger dafür krum gemacht. Statt wie Klugscheißer zu agieren, wäre eine sachliche Alternative ratsam.

Die nichtorganisierten AN - ich spreche auch immer gerne von freien AN - haben ihre Erhöhungen allesamt höchstselbst verhandelt, indem sie eine entsprechende Klausel in ihrem Arbeitsvertrag verhandelt haben. Das ist allein ihr Verdienst, Gewerkschaften haben dazu überhaupt nichts beigetragen.
Und diese Klausel beteiligt sie nicht an den Ergebnissen die in den Tarifverhandlungen herauskommen, sondern Abweichende?

Spid

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« Antwort #1824 am: 02.09.2020 12:28 »
Diese Klausel führt exakt zu dem Ergebnis, das die Arbeitsvertragsparteien darin vereinbart haben.

Schokobon

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« Antwort #1825 am: 02.09.2020 12:31 »
Ich glaube eher, dass die AG-Seite wieder mal das Kotzen kriegt bei der Forderung der Gewerkschaften, da diese - wie immer - kein einziges strukturelles Problem, das wir im ÖD haben, lösen wird.

Es ist ja auch nicht Aufgabe der AN-Seite, die strukturellen Probleme des ÖD anzugehen. Erst recht nicht in Tarifverhandlungen. Die Evolution der Strukturen ist ganz klar AG-Aufgabe.
Zustimmung.
Dann muss man attestieren, dass die AG-Seite seit Jahrzehnten ebenfalls versagt hat.

Bastel

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« Antwort #1826 am: 02.09.2020 12:45 »
Ich bin mal gespannt, was man den Sparkassen abtrotzt.

fireron

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« Antwort #1827 am: 02.09.2020 12:45 »
Hallo Zusammen,

habe erst heute (urlaubsbedingt) von den Forderungen erfahren und muss sagen, dass ich schon etwas enttäuscht bin. Nicht über die Höhe der Forderungen, sondern eher, dass man eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit überhaupt nicht in Betracht zieht.

Warum macht man eine Umfrage (letztes Jahr im Sommer seitens Verdi), bei der dieses Thema aufgegriffen wird, um es dann bei den Forderungen unter den Tisch fallen zu lassen?

Bei den Eisenbahnern hat man schon länger ein interessantes Wahlrecht ausgehandelt:

https://www.evg-online.org/meldungen/details/news/7924/

Warum dem AN nicht die Wahl zwischen Entgelterhöhung oder Reduzierung der wöchentl. Arbeitszeit / mehr Urlaub lassen? (Ohne offiziellen Teilzeitantrag)

Die AG-Seite kommt immer mit dem Argument, alles ist zu teuer, kein Geld ist vorhanden.

Wenn dann aber der AN seine Arbeitszeit reduziert und dem AG dadurch nicht mehr kostet (aufgrund des Wahlrechts), dann verliert das "Kosten-Argument" schnell an Bedeutung.
Die Aussage, es ist trotzdem teurer, weil dann anderweitig die Arbeit abgefangen werden muss, z.B. durch zusätzliche Arbeitskräfte/höhere Belastung der Kollegen, kann man nicht gelten lassen. Es gibt im öffentlichen Dienst keine AGs bei denen alle AN zu 100% ausgelastet sind.

Wenn es AN gibt, die zu 100% ausgelastet sind, läuft generell was schief und der AG provoziert förmlich einen Burnout. Letzten Endes deckt dies doch nur die Schwächen auf AG-Seite auf und in der Organisation (Arbeitsverteilung).

Klar, man kann auch ohne Wahlrecht auf Teilzeit gehen, aber warum nicht einfach mal die zeitliche Aufteilung der "Work-Life-Balance" verbessern und eine größere Bedeutung geben?

Die Rente mit 70 kommt doch eh. Also, warum dann leben, um zu arbeiten? Das ist ein ganz falscher Ansatz. By the way kann man sicherlich auch mal für alle ein Lebens-Arbeitszeit-Konto einführen. Das geht natürlich nicht, weil man dem System dienen muss.

Entschuldigung für den emotionalen Ausflug. Generell warum nicht mehrere Forderungen mit in die Verhandlungen nehmen, auch wenn es dann nur als "Streichmasse" dient.

Freundliche Grüße,
fireron

KeuleMS

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« Antwort #1828 am: 02.09.2020 12:49 »
Ja die Gewerkschaften kämpfen nur für Ihre Mitglieder. Dieser Fakt ist wohl unumstößlich. Aber sowohl die Gewerkschaften als auch die AG wissen, dass sich das Tarifergebnis nicht nur auf die Mitglieder niederschlägt. Ich kenne zumindest keinen AG, der dann das Ergebnis der Verhandlungen für die Mitglieder umsetzt und für alle anderen nicht. Bei den Mitteilungen zu den Verhandlungen wird meines Wissens nach auch immer von Tarifbeschäftigten gesprochen und nicht von Gewerkschaftsmitglieder. Also rein formal gibt es da Unterschiede aber rein praktisch werden die Mitglieder und Nicht-Mitglieder meistens in einem Unternehmen meist gleich behandelt. Und ja die Nicht-Mitglieder können sich dann freuen, dass sie keinen Gewerkschaftsbeitrag zahlen aber trotzdem das Tarifergebnis bekommen.

kommunalhesse

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1829 am: 02.09.2020 12:50 »
Das absolute Highlight an Nonsens ist doch wieder diese unselige Mindestforderung von xyz €. Das stößt doch von vornherein die meisten AN vor den Kopf. Darauf verzichtet und die 4,8% rücken auch ein bisschen näher. Zumal es schlichtweg unsinnig ist zu behaupten, wer viel fordert bekommt auch viel. Das Ergebnis wird nicht anders ausfallen, egal ob 4,8% oder 40,8% gefordert werden, weil eben Geld nur in einem bestimmten Maße vorhanden sein wird. Aber immer und immer wieder die ach so vergessenen, armen Kleinen, die jetzt schon deutlich mehr als vergleichbare Berufsbilder außerhalb des öD verdienen, übervorteilen zu wollen, dass drückt am Ende das Ergebnis. Und das merken alle. Das lässt sich auch mit Solidarität nicht mehr erklären.
Da brauchen sich die Gewerkschaften nicht über Mitgliederschwund zu wundern.
In jedem Jahr, in dem diese Kommunismuspauschalen abgewehrt und stattdessen strukturell notwendige, prozentuale Erhöhungen vereinbart worden sind, haben die AG zumindest die Probleme im öD nicht weiter bzw. unnötig verschärft. Dabei schaue man sich den letzten Abschluss an, auch wenn das noch lange nicht das gelbe vom Ei war.