Autor Thema: Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung  (Read 76700 times)

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1005 am: 10.01.2020 15:17 »
Und wie sieht deiner Meinung nach die Reaktion aus bei einer Reduzierung der AZ auf 35 Std. Von seitens AG und AN?
Frag diese Klientel der letzten 100 Jahre, was die so gemacht haben. Ich sehe eher die Erklärungspflicht bei Dir, warum ein natürlicher Prozess, also die Senkung der wöchentlichen Arbeitszeit, der sehr viele Jahrzehnte anhält, auf einmal so ein Problem ist.

Das einzige was gilt, ist, daß jüngere Arbeitnehmer, die weniger als 40 oder 30 Jahre im Beruf sind, solche Änderungen schlicht nicht kennen.

Wenn es denn tatsächlich so einfach ist, nehme ich dieses Konstrukt sehr gerne an.
Ich auch, allerdings frage ich mich ob die Senkung der wöchentlichen Arbeitszeit jeweils bei vollem Lohnausgleich erfolgte?
Bzw. ob diese Senkungen mit eine Kontrolle bzw. Vereinbarung bzgl. der Arbeitsleistung verbunden war.

Bastel

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1006 am: 10.01.2020 15:22 »
Ohne dass jetzt auch mir Sympathie mit Schwarzarbeitern vorgeworfen wird. 1790 € netto sind vermutlich irgendwas bei umgerechnet um 2500 € brutto. Klar, das ist nur E3 Niveau, reich ist man damit nicht. Aber jemand mit EG 8 bekommt dann auch "nur" 300-400 € mehr im Monat dafür, dass er dann 200 Stunden im Monat arbeiten geht, davon noch Fahrtkosten, Verpflegung auf der Arbeit, Schulbücher, Klassenfahrten usw. etc komplett selbst bezahlen darf.
Richtig, ein E3 Stufe 4 wäre da ein H4 Aufstocker und hätte nur ~200€ mehr zur Verfügung (und die gleichen "Vergünstigungen"). Lohnt es sich da zu arbeiten? Muss man selbst entscheiden?
Es ist in der Tat beschämend, dass die eigene Arbeitsleistung bei Menschen mit Familie nicht stärker angerechnet wird (Ein Lösung wäre pro Kind da einfach mal mehr Freibeträge einrechnen)
Zitat
Unser grundlegendes System (nicht nur im TVÖD) müsste eigentlich mal überarbeitet werden (was sowieso nicht geschehen wird!). Arbeiten "lohnt" sich fast schon nicht mehr, wenn man nicht gerade irgendwas "gutes" gelernt hat oder höher eingestuft ist, oder schlichtweg beide arbeiten gehen.
Als Einzelperson hat der E3s4 sage und schreibe 500-600€ oder 50% mehr (plus Rentenansprüche)  als der H4ler, ist dieser Abstand ausreichend?

Es gehört generell ein höherer Steuerfreibetrag eingeführt. Die Österreicher haben beispielsweise 11000€ frei.

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1007 am: 10.01.2020 17:05 »
Ohne dass jetzt auch mir Sympathie mit Schwarzarbeitern vorgeworfen wird. 1790 € netto sind vermutlich irgendwas bei umgerechnet um 2500 € brutto. Klar, das ist nur E3 Niveau, reich ist man damit nicht. Aber jemand mit EG 8 bekommt dann auch "nur" 300-400 € mehr im Monat dafür, dass er dann 200 Stunden im Monat arbeiten geht, davon noch Fahrtkosten, Verpflegung auf der Arbeit, Schulbücher, Klassenfahrten usw. etc komplett selbst bezahlen darf.
Richtig, ein E3 Stufe 4 wäre da ein H4 Aufstocker und hätte nur ~200€ mehr zur Verfügung (und die gleichen "Vergünstigungen"). Lohnt es sich da zu arbeiten? Muss man selbst entscheiden?
Es ist in der Tat beschämend, dass die eigene Arbeitsleistung bei Menschen mit Familie nicht stärker angerechnet wird (Ein Lösung wäre pro Kind da einfach mal mehr Freibeträge einrechnen)
Zitat
Unser grundlegendes System (nicht nur im TVÖD) müsste eigentlich mal überarbeitet werden (was sowieso nicht geschehen wird!). Arbeiten "lohnt" sich fast schon nicht mehr, wenn man nicht gerade irgendwas "gutes" gelernt hat oder höher eingestuft ist, oder schlichtweg beide arbeiten gehen.
Als Einzelperson hat der E3s4 sage und schreibe 500-600€ oder 50% mehr (plus Rentenansprüche)  als der H4ler, ist dieser Abstand ausreichend?

Es gehört generell ein höherer Steuerfreibetrag eingeführt. Die Österreicher haben beispielsweise 11000€ frei.
Jaein,
ein höherer Steuerfreibetrag bringt beim Single ca 350€ mehr netto,
bei der Familie aber nichts, da die ja a eh nur 90€ zahlen und b) diese als Aufstocker verrechnet werden.

BAT

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1008 am: 10.01.2020 17:09 »
Eure Steuerrechnungen werden alleine davon schon hinfällig, als das für jedes Kind monatlich (mW) etwa 600 € für die Schule aus den Taschen der Allgemeinheit anfallen. Ich wäre für die Einführung von Schulgeld in dieser Höhe und ein entsprechender Ausgleich über Steuern bzw. Sozialleistungen.

Nur damit die Parameter mal gerade gerückt werden.

Dann kann man auch Äpfel mit Äpfeln vergleichen. Das das Ehegattensplitting abgschafft gehört, scheint eigentlich schon Konsens zu sein.

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1009 am: 10.01.2020 17:30 »
Jede Maßnahme, die dem Moloch, der sich in totalitärer Anwandlung in alle Lebensbereich zwängt, noch mehr Steuereinnahmen bringt, ist strikt abzulehnen. Beschränkt man den Staat auf die Kernbereiche staatlichen Handelns, kann man den Menschen belassen, was sie erwirtschaftet haben und gibt ihnen ihre Handlungsfreiheit wieder zurück. Also „ja“ zum Ehegattensplitting, zu einem Freibetrag von 36.000€ auf Einkommenssteuer und Zwangsversicherungsabgaben, zu einem linearen Grenzsteuersatz auf Einkommen von 20% - und „nein“ zu staatlichen Totalitarismusfantasien!

BAT

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1010 am: 10.01.2020 17:40 »
Das finanzielle halte ich für stark nachrangig.

Die Entmündigung und "Entselbständigung" ist das Problem. Die weiteren Pläne der SPD halte ich insofern für inhuman und einen Verstoß gegen Artikel 1 GG. Die Würde das Menschen kann nach meiner Ansicht auch durch zuviel Paternalismus genommen werden.

Geld ist nicht so wichtig. Weder im TVÖD noch im ganzen Staatssystem. Gebt uns Luft zum Atmen und auch die Zeit, dieses zu tun.

Spid

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« Antwort #1011 am: 10.01.2020 17:48 »
Natürlich ist Geld wesentlich. Staaten beschränken sich nicht selbst, sie dehnten sich stets auf Kosten ihrer Bürger funktional aus. Dem kommt man nur bei, wenn man den Sumpf weitestgehend trocken legt.

Max

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« Antwort #1012 am: 11.01.2020 00:02 »
Ja zum Ehegattensplitting?
Bei höherem Freibetrag und Flattax gehe ich mit. Beschränkung des Staates auf seine Kernaufgaben? Auf jeden Fall!
Aber NEIN zum Ehegattensplitting!  Da subventioniert die Allgemeinheit den Dauerurlaub des Ehepartners eines Gutverdieners.

Spid

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« Antwort #1013 am: 11.01.2020 05:58 »
Und?

BAT

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« Antwort #1014 am: 11.01.2020 08:56 »
Und?

Die historische Entwicklung dürfte doch bekannt sein: "Kinder bekommen die Leute immer"...

Aber das war damals schon Unfug. Zudem: spätestens, wenn das jüngste Kind 25 ist, gehört beide Elternteile in LSK 1 (bzw. in diese Besteuerung).

Spid

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« Antwort #1015 am: 11.01.2020 09:07 »
Die Besteuerung erfolgt ausweislich der Begründung progressiver Einkommensbesteuerung nach Leistungsfähigkeit. Wenn bei der Gewährung staatlicher Leistungen der Haushalt als Bedarfsgemeinschaft maßgeblich für die Leistungsfähigkeit der Leistungsempfänger und somit für die Errechnung ihres Bedarfs staatlicher Unterstützung ist, muß er das auch sein, wenn der Staat die Leistungsfähigkeit ermittelt, um den Steuerpflichtigen Teile dessen zu nehmen, das er erwirtschaftet hat.

BAT

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« Antwort #1016 am: 11.01.2020 09:12 »
Es ist schlicht Unfug Leistungsfähigkeit und tatsächliches Einkommen gleichzusetzen.

Spid

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« Antwort #1017 am: 11.01.2020 09:14 »
Richtig. Wer hätte das getan?

Bastel

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1018 am: 11.01.2020 09:25 »
Es ist schlicht Unfug Leistungsfähigkeit und tatsächliches Einkommen gleichzusetzen.

Spid ging es glaube ich um die Bedarfsgemeinschaft.

BAT

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1019 am: 11.01.2020 09:28 »

Spid ging es glaube ich um die Bedarfsgemeinschaft.

Ich lese nicht weiter, wenn der erste Satz bereits Unfug ist.