Autor Thema: Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung  (Read 206812 times)

Otto1

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #3270 am: 24.03.2020 18:20 »
Das hier geht weit über 2008/09 hinaus. Weltweit wird nach Corona das Elend regieren. Die EU und die USA sind da nicht ausgenommen. Wer hier noch von einem Abschluss oberhalb 0 % ausgeht, lebt fern der Realität. Die Unternehmenspleiten werden in die Höhe schießen, die Steuereinnahmen werden deutlich einbrechen, die Transferzahlungen führen die Arbeitslosenversicherung, die anderen Sozialversicherungen, und die öffentlichen Budgets in Richtung Pleite. Das hier ist das Jahr Null. Nächstes Jahr wird neu gemischt. Weltweit.

Na übertreiben sie mal nicht. Wenn man sich China anschaut, dann reden wir von vielleicht 2-3 Monaten. Davon werden wir nicht umkommen. Man kann ja schließlich einfach wieder weiter machen. Es ist ja nicht so, dass das Virus wie eine Bombe eingeschlagen hat und die Gebäude und Infrastruktur bzw. die Produktionsmittel zerstört hätte. Sie sollten lieber rechtzeitig die richtigen Aktien/ETFs kaufen...

Brownyy

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #3271 am: 24.03.2020 18:22 »
In den Staaten überlegt man anscheinend ob man den ganzen Apparat nicht einfach wieder anschmeißt und auf die paar Toten sch****. Man könnte es auch zynisch eine Entlastung der Sozialsysteme nennen.

Es gibt durchaus noch einen dritten Weg.

Nur strikte Quarantäne für Risikogruppen und der Rest soll die Kohorte ordentlich und schnell durchseuchen.

Natürlich gibt es diesen Weg. Er verstößt aber gegen jegliche medizinische Grundsätze. Das Wissen über Virus, die Verbreitung, die Diagnostik und die Therapie sind schlichtweg zu gering, um diesen Weg zu gehen. Da sich auch gerade zeigt, dass immer mehr jüngere sehr klinisch relevante Verläufe zeigen, wäre dies mehr als grob fahrlässig.

BAT

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #3272 am: 24.03.2020 19:15 »

Du meinst strikte Quarantäne für die Risikogruppe plus deren direkten Versorgern, solange wir nicht ausreichend Schutzanzüge haben. D.h. Altenpfleger etc. bleiben fein im Altenheim auf Feldbetten. Gleiches natürlich auch für die anderen angeschlagenen im häuslichen Bereich (sind nicht Zuckerkranke auch Risikogruppe?)
Natürlich auch mit entsprechend organisierter Versorgung der so Kasernierten.


Nein, ich meine nicht, hier etwas vorzuschlagen oder einen anderen Weg vorzugeben. Nach meinen Eindruck gab es jedoch keine Abwägung, die man erwarten könnte. Aber ich beschäftige mich auch recht selten mit Tagespolitik, von daher...

yamato

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #3273 am: 25.03.2020 07:11 »
Das hier geht weit über 2008/09 hinaus. Weltweit wird nach Corona das Elend regieren. Die EU und die USA sind da nicht ausgenommen. Wer hier noch von einem Abschluss oberhalb 0 % ausgeht, lebt fern der Realität. Die Unternehmenspleiten werden in die Höhe schießen, die Steuereinnahmen werden deutlich einbrechen, die Transferzahlungen führen die Arbeitslosenversicherung, die anderen Sozialversicherungen, und die öffentlichen Budgets in Richtung Pleite. Das hier ist das Jahr Null. Nächstes Jahr wird neu gemischt. Weltweit.

Zumindest die Bundesagentur für Arbeit hat eine Rücklage von knapp 25 Milliarden genau für solche Zeiten, die dürfte auf jeden Fall erstmal aureichen die zusätzlichen Kosten zu decken. Den Rest kann zumindest Deutschland problemlos durch neue Schulden abdecken. Ich denke es wird eine kurze Rezession geben, diese wird aber in den folgenden Jahren schnell wieder aufgeholt werden.

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #3274 am: 25.03.2020 07:34 »
Nach meinen Eindruck gab es jedoch keine Abwägung, die man erwarten könnte. Aber ich beschäftige mich auch recht selten mit Tagespolitik, von daher...
Naja, widerspricht sich bisserl.
einerseits beschäftigst du dich nicht mit Tagespolitik, andererseits hast du das Gefühl, dass nicht abgewogen wurde, mehr tiefer gehende Beschäftigung mit der Tagespolitik hätte dir evtl. dieses ungute Gefühl nehmen können.

Ich habe das Gefühl, dass sehr wohl abgewogen wurde und wie Brownyy richtig anmerkte, wäre dieser "dritte" Weg nur mit guten Gewissen vertretbar gewesen, wenn man genügend Wissen über den Virus hätte (z.B. ist immer noch unklar, ob und wie lange man nach einem Infekt immun ist, sprich was bringt eine Durchseuchung wirklich)

Da ist der wirtschaftlich vermeintlich teurere Weg wohl der bessere, da man die Kontrolle behält und nicht sehenden Auges Menschen in den Tod schickt.

Schwabe

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #3275 am: 25.03.2020 10:18 »
Die Taktik muss jetzt sein, extrem viel zu fordern.
Dann kommt immer noch ein faires Ergebnis raus.

Ich glaube wir haben bereits bewiesen (und tun es aktuell immer noch)  wie viel der ÖD leistet.
Da kann es nicht sein, dass die AOK usw. tolle Tarifergebnisse bekommt, weil sie paar Monate eher "Glück" hatten und es keine Corona-Krise gab.

Oder wie seht ihr das?

caaaaalu

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #3276 am: 25.03.2020 11:43 »
Gesonderte Regelungen für den Rettungsdienst
- Keine unbezahlte Bereitschaftszeit (bisher z.B.: Nur 9,75h von 12h etc.) - jede Minute muss vergütet werden!
- Regelung für Pausenzeiten oder z.B. eine Extravergütung für den Verzicht auf Pausen
- Höhere Eingruppierung für RA/NotSan

BAT

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #3277 am: 25.03.2020 11:54 »


Ich habe das Gefühl, dass sehr wohl abgewogen wurde und wie Brownyy richtig anmerkte, wäre dieser "dritte" Weg nur mit guten Gewissen vertretbar gewesen, wenn man genügend Wissen über den Virus hätte (z.B. ist immer noch unklar, ob und wie lange man nach einem Infekt immun ist, sprich was bringt eine Durchseuchung wirklich)


Menschen schicken wir laufend in den Tod, siehe Krankenhauskeime oder die Legalität von Tabak, etc. Das wäre kein Maßstab insofern. Die menschliche Sicht der Dinge ist sehr oft sehr kurios.

Wo hast Du denn in Deutschland eine Abwägung der Mittel wahrgenommen? Hast du Belege bzw. Links hierfür?

Kryne

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #3278 am: 25.03.2020 12:06 »
Gesonderte Regelungen für den Rettungsdienst
- Keine unbezahlte Bereitschaftszeit (bisher z.B.: Nur 9,75h von 12h etc.) - jede Minute muss vergütet werden!
- Regelung für Pausenzeiten oder z.B. eine Extravergütung für den Verzicht auf Pausen
- Höhere Eingruppierung für RA/NotSan

Gab es da nicht vor ein paar Jahren ein Grundsatz Urteil, dass Bereitschaft (insbesondere im Rettungsdienst) komplett vergütet werden muss ? Kann mich da aber auch täuschen.

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #3279 am: 25.03.2020 12:38 »
Menschen schicken wir laufend in den Tod, siehe Krankenhauskeime oder die Legalität von Tabak, etc. Das wäre kein Maßstab insofern.
Was wären denn deine Maßstäbe?

Und nur durch die Legalität von Tabak schickt man niemanden in den Tod. Seltsames Argument.
Zitat
Wo hast Du denn in Deutschland eine Abwägung der Mittel wahrgenommen? Hast du Belege bzw. Links hierfür?
Es fällt mir schwer Belege für meine Wahrnehmungen zu posten.

Aber sicherlich durch den öffentlichen Diskurs, der darüber geführt wurde (siehe RKI, diverse Virologen und der Ministerien)
z.B. sind da die Vergleichsberechnungen bzgl. der "drei" Wege, was wie welche Wirkung hat (natürlich in Abhängigkeit von Parametern des Viruses die wir noch gar nicht kennen).
 Da gibt es ja einige schöne Modellrechnung (Progrämmchen im Netz), die simpel zeigen welcher Weg wie viel Tote produziert und wann man mit dem scheiss durch ist .
Ich habe somit durchaus das Gefühl, dass eine Güterabwägung (Tote vs. Machbarkeit vs. Kosten (Gesamtwirtschaftlich/Individuell/Staatsseitig) vs. worst case ...)  stattgefunden hat und das die unterschiedlichen Wege durchgespielt wurde.

caaaaalu

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« Antwort #3280 am: 25.03.2020 13:52 »
Gab es da nicht vor ein paar Jahren ein Grundsatz Urteil, dass Bereitschaft (insbesondere im Rettungsdienst) komplett vergütet werden muss ? Kann mich da aber auch täuschen.
Jein - du meinst sicher das Urteil welches festgestellt hat, dass in der Bereitschaftszeit mindestens der Mindestlohn gezahlt werden muss.
Sehr vereinfacht gesagt wurde in der Verhandlung also der Gesamtlohn betrachtet und durch die kompletten Arbeitsstunden (inkl. Bereitschaftszeit, sprich: statt 39h eben 48h/Woche) geteilt. Das Ergebnis lag natürlich oberhalb des Mindestlohns - insofern hatte sich (anschließend) bei der Vergütung nichts geändert.

Die Realität ist also, dass der Stundenlohn (im RD) deutlich niedriger ist als bei denen, die "nur" 39h/Woche arbeiten. Und ohne Anspruch auf Pause.

Dies ist meines Erachtens ein unhaltbarer Zustand, der nun schon zu lange ertragen werden musste. Von dem verlorenen Lohn/Lebensstunden mal abgesehen.   :-[

BAT

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #3281 am: 25.03.2020 18:49 »
Was wären denn deine Maßstäbe?
.
Ich habe somit durchaus das Gefühl, dass eine Güterabwägung (Tote vs. Machbarkeit vs. Kosten (Gesamtwirtschaftlich/Individuell/Staatsseitig) vs. worst case ...)  stattgefunden hat und das die unterschiedlichen Wege durchgespielt wurde.

Ich brauche keine Maßstäbe - es wurde nur dein Argument, keine Toten riskieren zu wollen bereits mit den von mir vorgebrachten Krankenhauskeimen als nicht konsequent entlarvt.

Und ansonsten: wie zu erwarten: keine Belege. Das Prokura dieser Regierung wird nicht besser.

WasDennNun

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« Antwort #3282 am: 25.03.2020 19:16 »
Und ansonsten: wie zu erwarten: keine Belege. Das Prokura dieser Regierung wird nicht besser.
Aber auch nicht schlechter, da auch für dein Eindrücke keine Belege vorhanden sind.

Da werden wir wohl auf die historische Aufarbeitung warten müssen, wenn dann die Protokolle der Kabinettssitzungen etc. veröffentlicht werden.

Und der von dir angesprochene dritte Weg, der wird (sofern die jetzigen Maßnahmen greifen) wahrscheinlich nach Ostern eingesetzt, da dann das wissenschaftliche und technische Material vorliegt, die notwendig sind damit dieser Weg eingeschlagen werden kann.

BAT

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« Antwort #3283 am: 25.03.2020 19:32 »

Da werden wir wohl auf die historische Aufarbeitung warten müssen, wenn dann die Protokolle der Kabinettssitzungen etc. veröffentlicht werden.


Es wird noch so Einiges zu erklären sein, sei es eine offenbar mangelnde Abwägung der Mittel, die Prokura für solch einen Schuldenberg oder die völlig inkonsistente Durchführung der Kommunalwahl in Bayern. Letzteres sollte zu einem sofortigem Amtsenthebungsverfahren gegen den MP führen. Im Süden der Republik scheint man noch überforderter zu sein als in Berlin

Mit wird einfach nicht gut genug regiert. Und vor allem völlig inkonsistent gehandelt.

Aber gut, geht um TVÖD. Die Erhöhung ist hin, finde ich sogar gut. Jetzt kommt sicher eine AZV:-)

WasDennNun

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« Antwort #3284 am: 25.03.2020 19:55 »
sei es eine offenbar mangelnde Abwägung der Mittel,
Woran machst du das fest?
Kann ich (leider) derzeit nicht erkennen.
Oder hast du Belege dafür?