Autor Thema: Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung  (Read 612024 times)

Max

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #5940 am: 25.09.2020 00:35 »
@2strong, unrecht hat Otto1 nicht,  ungeachtet ob er Nachwuchskraft ist oder nicht. Die Bewerber interessiert was sie jetzt verdienen und nicht in fünf,  neun oder 15 Jahren. Die Leute mit 10 Jahren öD auf dem Buckel rennen einem wegen ein paar Euro nicht so schnell weg.


2strong

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #5941 am: 25.09.2020 01:37 »
@2strong, unrecht hat Otto1 nicht,  ungeachtet ob er Nachwuchskraft ist oder nicht. Die Bewerber interessiert was sie jetzt verdienen und nicht in fünf,  neun oder 15 Jahren. Die Leute mit 10 Jahren öD auf dem Buckel rennen einem wegen ein paar Euro nicht so schnell weg.
Das ist das Niveau von Leuten, die sich bei der Berufswahl von dem Gedanken leiten lassen, "etwas mit Menschen" machen zu wollen - und sich nachher wundern, dass die Kohle knapp ist und die Rente nicht reicht. Mit denen mache ich mich nicht gemein und von denen brauche ich auch keine (zusätzlich) im Kollegenkreis.

Otto1

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #5942 am: 25.09.2020 05:44 »
Zur Rekrutierung des Nachwuchses wäre es auch sachdienlich wenn man die Stufenlaufzeit zugunsten eines schnelleren Aufstiegs auf jeweils ein Jahr reduziert. Dies, die 100% JSZ und eine strukturelle Erhöhung der Entgelte würde den öD auf einen Schlag finanziell attraktiv machen für den Nachwuchs. Für den Rest sollte es einen Inflationsausgleich geben.
Du bist Nachwuchskraft, darf ich annehmen?  ;)

Nein, ich bin mittleren Alters und habe fast alle Stufen durchlaufen, aber wenn es so weiter geht kann ich mich mit der Topfpflanze unterhalten, da alle Kollegen in Rente gehen und keine Sau nachkommt -  obwohl die Stellen dauerhaft ausgeschrieben sind.

Otto1

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« Antwort #5943 am: 25.09.2020 05:53 »
@2strong, unrecht hat Otto1 nicht,  ungeachtet ob er Nachwuchskraft ist oder nicht. Die Bewerber interessiert was sie jetzt verdienen und nicht in fünf,  neun oder 15 Jahren. Die Leute mit 10 Jahren öD auf dem Buckel rennen einem wegen ein paar Euro nicht so schnell weg.
Das ist das Niveau von Leuten, die sich bei der Berufswahl von dem Gedanken leiten lassen, "etwas mit Menschen" machen zu wollen - und sich nachher wundern, dass die Kohle knapp ist und die Rente nicht reicht. Mit denen mache ich mich nicht gemein und von denen brauche ich auch keine (zusätzlich) im Kollegenkreis.

Naja, in meinem Bereich Bau und in unserer IT sind die Leute nicht wegen 5 Mark gegangen sondern haben sich durch teils deutlich über 1.500€ pro Monat und einen schicken Dienstwagen mit Propeller vorne drauf locken lassen. In der IT kann man in unserer Region niemanden einstellen. Da fehlen schlichtweg 40-50% Tabellenentgelt. Die Leute werden selbst in der Krise händeringend gesucht, um die Unternehmen zu digitalisieren. Der öD muss sich da ganz hinten anstellen. Solange das so ist, arbeiten wir halt weiter mit Papier...

Kaiser80

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« Antwort #5944 am: 25.09.2020 06:30 »
Und u.a. deshalb habe ich schon vor Ewigkeiten geschrieben: Flächendeckend ist der Kampf um die notwendigen und guten IT-Kräfte zumindest für die Kommunen nicht zu gewinnen! Die Leistungen werden am Ende des Tages extern eingekauft werden müssen.

Otto1

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« Antwort #5945 am: 25.09.2020 06:59 »
Und u.a. deshalb habe ich schon vor Ewigkeiten geschrieben: Flächendeckend ist der Kampf um die notwendigen und guten IT-Kräfte zumindest für die Kommunen nicht zu gewinnen! Die Leistungen werden am Ende des Tages extern eingekauft werden müssen.

Ja, für 1.600€ pro Tag.

Ein e10/e11er in der IT geht ja mit durchschnittlich 4.700€ nach Hause. Vergleichbare Tätigkeiten werden hier mit 6.500€+ in der Wirtschaft vergütet. Das entspricht in etwa einer e14. Und dann muss man erstmal die Stufe bekommen. Führungskräfte in diesem Bereich im öD mit e14 kommen hier locker mit 8-9k weg. Wenn es ein größeres Unternehmen ist auch mit über 10k. Das ist wie mit den Ärztestellen beim Landkreis/Gesundheitsamt... da kann man e14/e15 bieten wie man will, dass klappt vielleicht in Eisenhüttenstadt und selbst da ist die Bevölkerung so überaltert, dass dort als Landarzt die Kasse deutlich „doller“ klappert.

Pseudonym

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« Antwort #5946 am: 25.09.2020 07:18 »

Das ist das Niveau von Leuten, die sich bei der Berufswahl von dem Gedanken leiten lassen, "etwas mit Menschen" machen zu wollen - und sich nachher wundern, dass die Kohle knapp ist und die Rente nicht reicht.

Auftragskiller machen "etwas mit Menschen" und sind allgemein recht gut bezahlt. Ärzte und Psychotherapeuten auch.

So falsch ist "etwas mit Menschen" also nicht.

Spid

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« Antwort #5947 am: 25.09.2020 07:34 »
Bei Auftragskillern gibt es einige, wenige mit einer guten Bezahlung. Die große Masse eher nicht - und am unteren Ende gibt es welche, die erledigen das für ne Schachtel Kippen. Sind auch meistens eher Freiberufler als abhängig Beschäftigte.

DiVO

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« Antwort #5948 am: 25.09.2020 07:52 »
Gottlob übernimmt der Bund regelmäßig die Ergebnisse des TVöD (fast ganz) und nicht die des Friseurhandwerks.

Dann soll man sich doch lieber am letzten Abschluss der NGG für die Systemgastronomie orientieren  ;D 25% auf 5 Jahre oder so.

Zur Rekrutierung des Nachwuchses wäre es auch sachdienlich wenn man die Stufenlaufzeit zugunsten eines schnelleren Aufstiegs auf jeweils ein Jahr reduziert. Dies, die 100% JSZ und eine strukturelle Erhöhung der Entgelte würde den öD auf einen Schlag finanziell attraktiv machen für den Nachwuchs. Für den Rest sollte es einen Inflationsausgleich geben.

Wieso überhaupt sechs Stufen? Die Entgelttabelle bei IG Metall Holz z.B. umfasst genau drei Stufen, das halte ich für sinnvoller. Hier bin ich tatsächlich schneller bei dem "Endentgelt" der jeweiligen Entgeltgruppe angelangt.

Momentan ist es doch eine absolute Farce. 15 Jahre bis zur Endstufe ist für mich so ein Relikt aus alten Zeiten wie "samstags gehört Papa mir".

WasDennNun

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« Antwort #5949 am: 25.09.2020 07:58 »
Wieso überhaupt sechs Stufen?
Das ist das Ding mit der Möhre und dem Esel.

Spid

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« Antwort #5950 am: 25.09.2020 08:01 »
Das verfängt aber nur bei Menschen mit eher gewöhnlicher Auffassungsgabe, die nicht verstehen, daß ihnen damit 15 Jahre lang Geld vorenthalten wird. Für die Gewerkschaftsklientel also genau richtig, aber darüber hinaus...

JahrhundertwerkTVÖD

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« Antwort #5951 am: 25.09.2020 08:21 »
Nicht zu vergessen ist auch das verhandelte "Schmanckerl" Verlust der Stufenlaufzeiten bei Höhergruppierungen.
Dies wurde zwar zwischenzeitlich etwas geändert, ist aber immer noch und unterm Strich ein Verlust von Erfahrungszeiten.

In den letzten Jahren, ein toller Weg um Stufenlaufzeiten künstlich zu verlängern.
Dies führte z.B. bei Höhergruppierungen von E12 zu E13 (im Jahresbrutto) zu Gehaltsminderungen.

Verdi setzen.......6!

LeonL

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« Antwort #5952 am: 25.09.2020 08:23 »
Eben. Dass man vielleicht ein paar Jahre Erfahrung braucht, um seine vorgesehene Tätigkeit angemessen und routiniert bewältigen zu können, finde ich unstrittig. Aber bei 15 Jahren habe ich auch das Gefühl, dass mir min. 10 Jahre lang Gehalt vorenthalten wird. Zumal bei uns von jedem MA nach wenigen Jahren das gleiche Pensum, die gleiche Eigenverantwortlichkeit und die gleiche Qualität der Arbeit erwartet wird.

Aber meiner Erfahrung nach merken die meisten jüngeren Kollegen nach wenigen Jahren, dass sie beim Gehalt veralbert werden und dann gehen bei doch so einigen Engagement und Eifer Stück für Stück zurück.

Masterofdesaster

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« Antwort #5953 am: 25.09.2020 08:37 »
Gottlob übernimmt der Bund regelmäßig die Ergebnisse des TVöD (fast ganz) und nicht die des Friseurhandwerks.

Dann soll man sich doch lieber am letzten Abschluss der NGG für die Systemgastronomie orientieren  ;D 25% auf 5 Jahre oder so.

15 Jahre? Das wäre ja noch schön! Bei uns haben sie noch eine Stufe 5A zwischen 5 und 6 gepackt, so brauchen "wir" 20 Jahre! Das ist echt ein Witz...
Zur Rekrutierung des Nachwuchses wäre es auch sachdienlich wenn man die Stufenlaufzeit zugunsten eines schnelleren Aufstiegs auf jeweils ein Jahr reduziert. Dies, die 100% JSZ und eine strukturelle Erhöhung der Entgelte würde den öD auf einen Schlag finanziell attraktiv machen für den Nachwuchs. Für den Rest sollte es einen Inflationsausgleich geben.

Wieso überhaupt sechs Stufen? Die Entgelttabelle bei IG Metall Holz z.B. umfasst genau drei Stufen, das halte ich für sinnvoller. Hier bin ich tatsächlich schneller bei dem "Endentgelt" der jeweiligen Entgeltgruppe angelangt.

Momentan ist es doch eine absolute Farce. 15 Jahre bis zur Endstufe ist für mich so ein Relikt aus alten Zeiten wie "samstags gehört Papa mir".

Spid

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« Antwort #5954 am: 25.09.2020 08:39 »
Alles über 1 Jahr ist strittig.