Autor Thema: Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung  (Read 561671 times)

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #5955 am: 25.09.2020 08:01 »
Das verfängt aber nur bei Menschen mit eher gewöhnlicher Auffassungsgabe, die nicht verstehen, daß ihnen damit 15 Jahre lang Geld vorenthalten wird. Für die Gewerkschaftsklientel also genau richtig, aber darüber hinaus...

JahrhundertwerkTVÖD

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #5956 am: 25.09.2020 08:21 »
Nicht zu vergessen ist auch das verhandelte "Schmanckerl" Verlust der Stufenlaufzeiten bei Höhergruppierungen.
Dies wurde zwar zwischenzeitlich etwas geändert, ist aber immer noch und unterm Strich ein Verlust von Erfahrungszeiten.

In den letzten Jahren, ein toller Weg um Stufenlaufzeiten künstlich zu verlängern.
Dies führte z.B. bei Höhergruppierungen von E12 zu E13 (im Jahresbrutto) zu Gehaltsminderungen.

Verdi setzen.......6!

LeonL

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #5957 am: 25.09.2020 08:23 »
Eben. Dass man vielleicht ein paar Jahre Erfahrung braucht, um seine vorgesehene Tätigkeit angemessen und routiniert bewältigen zu können, finde ich unstrittig. Aber bei 15 Jahren habe ich auch das Gefühl, dass mir min. 10 Jahre lang Gehalt vorenthalten wird. Zumal bei uns von jedem MA nach wenigen Jahren das gleiche Pensum, die gleiche Eigenverantwortlichkeit und die gleiche Qualität der Arbeit erwartet wird.

Aber meiner Erfahrung nach merken die meisten jüngeren Kollegen nach wenigen Jahren, dass sie beim Gehalt veralbert werden und dann gehen bei doch so einigen Engagement und Eifer Stück für Stück zurück.

Masterofdesaster

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #5958 am: 25.09.2020 08:37 »
Gottlob übernimmt der Bund regelmäßig die Ergebnisse des TVöD (fast ganz) und nicht die des Friseurhandwerks.

Dann soll man sich doch lieber am letzten Abschluss der NGG für die Systemgastronomie orientieren  ;D 25% auf 5 Jahre oder so.

15 Jahre? Das wäre ja noch schön! Bei uns haben sie noch eine Stufe 5A zwischen 5 und 6 gepackt, so brauchen "wir" 20 Jahre! Das ist echt ein Witz...
Zur Rekrutierung des Nachwuchses wäre es auch sachdienlich wenn man die Stufenlaufzeit zugunsten eines schnelleren Aufstiegs auf jeweils ein Jahr reduziert. Dies, die 100% JSZ und eine strukturelle Erhöhung der Entgelte würde den öD auf einen Schlag finanziell attraktiv machen für den Nachwuchs. Für den Rest sollte es einen Inflationsausgleich geben.

Wieso überhaupt sechs Stufen? Die Entgelttabelle bei IG Metall Holz z.B. umfasst genau drei Stufen, das halte ich für sinnvoller. Hier bin ich tatsächlich schneller bei dem "Endentgelt" der jeweiligen Entgeltgruppe angelangt.

Momentan ist es doch eine absolute Farce. 15 Jahre bis zur Endstufe ist für mich so ein Relikt aus alten Zeiten wie "samstags gehört Papa mir".

Spid

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« Antwort #5959 am: 25.09.2020 08:39 »
Alles über 1 Jahr ist strittig.

Masterofdesaster

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #5960 am: 25.09.2020 08:42 »
15 Jahre? Bei uns haben sie noch eine Stufe 5A zwischen der 5 und der 6 platziert. Das heißt wir benötigen 20 Jahre, um die Stufe 6 zu erhalten. Kein Kommentar... ;;--((
PS: Kenne nicht die Hintergründe, aber ist schon viele Jahre so, ggf. separater Haustarifvertrag? Oder mal wieder Sonderregelung für Berlin? I don´t know...

Britta2

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #5961 am: 25.09.2020 08:57 »
Das heißt wir benötigen 20 Jahre, um die Stufe 6

Soll vielleicht sowas wie eine Motivation sein. 20 Perspektive auf etwas mehr.
Danach gehts nicht weiter. Stell Dir den Frust vor, bereits nach nur 10 Jahren die letzte Stufe der Leiter erreicht zu haben und dort 30 Jahre zu verbleiben ...

LeonL

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #5962 am: 25.09.2020 08:58 »
Alles über 1 Jahr ist strittig.

Finanziell gesehen nehme ich das gerne so an! Aber wenn jemand frisch von der Uni kommt und die Projektleitung für schwierigere Bau-/Verwaltungsprojekte übernimmt, braucht es in der Regel mehr als ein Jahr bis eine eingearbeitete und eloquente Persönlichkeit entsteht, die ihre Aufgabe in allen Facetten eigenständig wahrnehmen kann. Aber es dauert eben nicht 15 Jahre. Ich halte daher auch eine Stufenlaufzeit von je einem Jahr für die o.g. Tätigkeiten für angemessen.

Sozialarbeiter

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #5963 am: 25.09.2020 09:06 »
Alles über 1 Jahr ist strittig.

Finanziell gesehen nehme ich das gerne so an! Aber wenn jemand frisch von der Uni kommt und die Projektleitung für schwierigere Bau-/Verwaltungsprojekte übernimmt, braucht es in der Regel mehr als ein Jahr bis eine eingearbeitete und eloquente Persönlichkeit entsteht, die ihre Aufgabe in allen Facetten eigenständig wahrnehmen kann. Aber es dauert eben nicht 15 Jahre. Ich halte daher auch eine Stufenlaufzeit von je einem Jahr für die o.g. Tätigkeiten für angemessen.

Dem muss ich so auch zustimmen. Bei meiner Tätigkeit darf man die ersten 6 Monate quasi nichts von Gewicht entscheiden. Die Einarbeitung dauert offiziell 1,5 Jahre in dessen Rahmen auch relativ viele Fortbildungen (~25 Tage oder so...) vorgeschrieben sind. Nach 3 Jahren ist man dann insoweit erfahrene Fachkraft mit allen Befugnissen.
Aber ja, eine Stufenlaufzeit von 15 (oder 17 Jahren im SuE Bereich) macht dennoch keinen Sinn. Dass ich nach 3-4 Jahren noch in Stufe 2/3 hänge frustet eher, als dass es motiviert.

Angemessen fände ich:
Stufe 1 - 1 Jahr (Einarbeitungszeit ohne Befugnisse)
Stufe 2 - 1 Jahr (Einarbeitungszeit  wird abgeschlossen, Befugnisse steigen)
Stufe 3 - 2-3 Jahre (Man wird insoweit erfahrene Fachkrat und erreicht alle Befugnisse und komplettes Arbeitspensum)
Endstufe nach insagesamt 4-5 Jahren erreicht.

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #5964 am: 25.09.2020 09:19 »
Das Thema hatten wir dich schon mal, einschließlich Literaturhinweisen. Nach etwa einem Jahr flacht die Lernkurve derart ab, daß ein Mehr an Arbeitsleistung nicht meßbar ist, nach 10 Jahren in gleicher Tätigkeit stellt sich sogar ein negativer Effekt ein. Was Ihr schildert, ist ja eine Änderung der auszuübenden Tätigkeit.

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #5965 am: 25.09.2020 09:40 »
Ich halte daher auch eine Stufenlaufzeit von je einem Jahr für die o.g. Tätigkeiten für angemessen.
1 Jahr
9 Jahr
und dann eine Gnadenbrotzuschlag wäre auch ok  ;D

Habe aber persönlich es noch nicht geschafft 10 Jahre am Stück im gleiche Laden zu wirken.
(Und nur einmal beim neuen Vertrag Einkommensverringerung akzeptiert, da gab es halt andere Gründe)

2strong

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« Antwort #5966 am: 25.09.2020 10:21 »
Naja, in meinem Bereich Bau und in unserer IT sind die Leute nicht wegen 5 Mark gegangen sondern haben sich durch teils deutlich über 1.500€ pro Monat und einen schicken Dienstwagen mit Propeller vorne drauf locken lassen. In der IT kann man in unserer Region niemanden einstellen. Da fehlen schlichtweg 40-50% Tabellenentgelt. Die Leute werden selbst in der Krise händeringend gesucht, um die Unternehmen zu digitalisieren. Der öD muss sich da ganz hinten anstellen. Solange das so ist, arbeiten wir halt weiter mit Papier...
Ganz im Ernst: Du bist doch nicht verbeamtet, richtig? Wenn ich Tarifkraft wäre und in einem Mangelberuf tätig, so dass erwartbar wäre, jederzeit (zumindest mittelfristig) auch wieder zur Stadtverwaltung zurückkehren zu können, wenn mir danach wäre, würde ich mich für 15.000 € bis 20.000 € p. a. Gehaltsplus entscheiden. So ein Wechsel ist doch im Angestelltenverhältnis recht friktionslos möglich. Du bleibst doch nicht aus Loyalität bei der Stadt, oder?

JahrhundertwerkTVÖD

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #5967 am: 25.09.2020 11:38 »
Naja, in meinem Bereich Bau und in unserer IT sind die Leute nicht wegen 5 Mark gegangen sondern haben sich durch teils deutlich über 1.500€ pro Monat und einen schicken Dienstwagen mit Propeller vorne drauf locken lassen. In der IT kann man in unserer Region niemanden einstellen. Da fehlen schlichtweg 40-50% Tabellenentgelt. Die Leute werden selbst in der Krise händeringend gesucht, um die Unternehmen zu digitalisieren. Der öD muss sich da ganz hinten anstellen. Solange das so ist, arbeiten wir halt weiter mit Papier...
Ganz im Ernst: Du bist doch nicht verbeamtet, richtig? Wenn ich Tarifkraft wäre und in einem Mangelberuf tätig, so dass erwartbar wäre, jederzeit (zumindest mittelfristig) auch wieder zur Stadtverwaltung zurückkehren zu können, wenn mir danach wäre, würde ich mich für 15.000 € bis 20.000 € p. a. Gehaltsplus entscheiden. So ein Wechsel ist doch im Angestelltenverhältnis recht friktionslos möglich. Du bleibst doch nicht aus Loyalität bei der Stadt, oder?

Die Entscheidung zu wechseln obliegt ja jedem Einzelnen.

Die angesprochenen Probleme mit nicht besetzten Stellen (keine Bewerber) und nicht marktgerechter Vergütung, sind damit leider immer noch nicht gelöst.

Letztendlich geht es hier um aktuell laufende Tarifverhandlungen.
Die massiven Probleme im technischen und IT Bereich wurden sehr oft angesprochen. Keine Bewerbungen, etliche offene Stellen, keine marktgerechte Vergütung.
Mehr als ansprechen können wir nicht. Dies wurde auch mehrfach und deutlich getan.

Weder die AG, noch Verdi sieht diese Probleme und sind auch nicht bereit ernsthaft die Probleme anzupacken.
Also wird der Karren sehenden Auges gegen die Wand gefahren.

Otto1

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« Antwort #5968 am: 25.09.2020 12:15 »
Naja, es gilt das Prinzip Hoffnung. Vielleicht bleiben mir ja die Gespräche mit der Topfpflanze erspart.

Unknown

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« Antwort #5969 am: 25.09.2020 12:15 »
Offensichtlich ist die Unterbezahlung noch nicht so groß, denn sonst wären alle Büros leer. Meistens ist die Bequemlichkeit größer als nach einer neuen Stelle zu suchen. Wenn mir irgendwas nicht passt ziehe ich entweder er die Konsequenzen oder spare mir  jederzeit mich darüber aufzuregen.