Autor Thema: Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung  (Read 612000 times)

DiVO

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #6060 am: 08.10.2020 15:12 »
Naja meine Verwaltung ordnet keine Überstunden an. Es läuft tatsächlich alles über Mehrarbeit. Die Kollegen im Coronastab haben weit mehr als 300 Mehrarbeitsstunden in dieser Zeit gemacht. Das war der Stand Anfang September den ich erfahren habe. Da wird seit März 10 - 14 Stunden am Tag gearbeitet und das 7 Tage die Woche. Man versucht natürlich das ganze im Einklang mit dem Arbeitsschutz zu bringen und sicher ist auch nicht jeder Kollege am Tag so lange die 7 Tage da. Und natürlich nicht am Stück.

Die Kollegen sind aber nicht an ihrem Arbeitsplatz. Also müssen da die Kollegen das ganze auffangen und die fangen hinterher auch die Mehrarbeitsstunden auf. Denn bei uns muss die Woche drauf nicht abgefeiert werden, die werden munter vor sich her geschoben. Am Ende des Jahres müssen die auf 24 Stunden gekürzt werden, wenn nicht ist es auch egal.

Ich habe aber tatsächlich keine 300 Mehrarbeitsstunden. Die pendeln sich nach regelmäßigem Abbau auf 55 ein. Bin aber mind. jeden Monat 2 Tage komplett zu Hause dafür.

Pauschal zu sagen, dass es uns doch im öD gut geht und der Job sicher ist. Ich mag das nicht. Das ist das stetige Argument der AG. Der Job ist sicher. Davon kann ich mir im Zweifel aber auch nix kaufen.

Ich gönne natürlich den Pflegekräften ihren Bonus oder sonst was, so soll das nicht sein, aber es waren und sind eben nicht nur Pflegekräfte die in Sachen Corona die "A-Karte" haben. Es wird immer so gerne und toll gesagt, dass viele Sparten des öD nicht gearbeitet haben, das trifft bei uns vielleicht auf die Erzieher zu und das auch nur zum Teil weil bei uns flächendeckend Notgruppen eingerichtet waren. Ja und die Bäder waren zu. Aber da haben wir in meiner Stadt eh kaum welche. Der Rest ob VHS, Museum oder sonst was hat tatsächlich gearbeitet und zwar mal die Sachen "aufgeräumt" wozu im laufenden Betrieb keiner kommt.

Wenn der AG keine Arbeitsstunden anordnet, sind sie auch nicht zu leisten. Man geht dann einfach heim.

Und immer wieder gibt es Mitarbeiter, die so blöd sind und die Probleme des Arbeitgebers zu ihren eigenen machen. Amüsant finde ich es dann, wenn diesen Mitarbeitern dann ein Teil dieser Stunden gekappt wird, weil sie mehr Plusstunden auf ihrem Arbeitszeitkonto haben als sie haben dürfen.

Bastel

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #6061 am: 08.10.2020 15:35 »
Idioten und Wichtigtuer gibt es überall  ::) Ohne Sie würde der Laden ja nicht laufen ;D

Kat

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #6062 am: 08.10.2020 15:35 »
Mir ging es darum dass die Aussage "Aber trotzdem geht es uns im öffentlichen Dienst grundsätzlich ganz gut."
in dieser Pauschalität schlicht falsch ist.

Denn gerade im IT Bereich bekommt man in der fW ganz andere angebote.

Das war das Angebot das ich direkt nach 3 Tagen auf dem Tisch hatte nachdem ich vom öD so gefrustet war das ich Bewerbungen geschrieben habe.

Es gibt nicht nur den IT Bereich auf der Welt, auch wenn manche ITler meinen, sie wären der Nabel der Welt.

AndreasG

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #6063 am: 08.10.2020 16:56 »
Es gibt nicht nur den IT Bereich auf der Welt, auch wenn manche ITler meinen, sie wären der Nabel der Welt.

Es ist eben eine der Berufsgruppen bei der die Situation in öD und fW die größten Unterschiede aufwirft.


Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #6064 am: 08.10.2020 17:14 »
Es ist vor allem eine, deren Anteil irgendwo im einstelligen Prozentbereich liegt - vermutlich gleichauf mit Beschäftigten im Bibliothekswesen.

Schokobon

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #6065 am: 08.10.2020 17:15 »
In diesem Forum wiederum würde ich den Anteil dieser Berufsgruppe auf nahezu jeden zweiten schätzen.

Keeper83

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #6066 am: 08.10.2020 17:50 »
Aber trotzdem geht es uns im öffentlichen Dienst grundsätzlich ganz gut.

Echt? Nur weil es anderswo noch schlechter ist kann ich daraus nicht schließen dass es uns im ÖD "ganz gut geht".

Beispiel:

Softwareentwickler im ÖD.
TV-L E11 Stufe 3
Noch nicht mal elementare Inhalte der Arbeitsstättenverordnung werden eingehalten.
Flexibilität = 0
Kein Homeoffice
Keinerlei Schutz der Mitarbeiter vor Corona
Keine Schulungen
Uralte Ausstattung sowohl Technik, Möbel als auch Software


Angebot aus der fW:
60k fix + 10k bei 100% Zielerreichung - bis 150% möglich
30 Tage Urlaub
40 Stunden pro Woche
Gleitzeit bei Kernarbeitszeit 11 bis 14 Uhr
Homeoffice dank Corona bis Mitte nächstes Jahr 100% - danach 60% im Monatsmittel bzw 100% bei Krankheit oder falls Kinder betreut werden müssen.
Nach der Probezeit Anspruch auf privat nutzbaren Firmenwagen der oberen Mittelklasse
Privat Nutzbaren Dienstlaptop und Handy
20€ Zuschuss zum privaten Internetanschluss
Zuschuss zu Brillen
Übernahme von Beiträgen in Sportvereinen und Fitnessstudios
Zuschuss zur Ausstattung im Homeoffice
Jährliches frei verwendbares Schulungsbudget zusätzlich zu vom Arbeitgeber gewünschten Schulungen
Möglichkeit Firmenaktien zu vergünstigten Konditionen zu erwerben
Betriebsrente
Fitnesstudio und Kantine im Bürokomplex
...


"trotzdem geht es uns im öffentlichen Dienst grundsätzlich ganz gut" finde ich da schon sehr seltsam.

Da du das Angebot ja angenommen hast, dürfte ich einmal nach der Ausgestaltung der Betriebsrente fragen? Würde mich mal interessieren.

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #6067 am: 08.10.2020 19:17 »
Mir ging es darum dass die Aussage "Aber trotzdem geht es uns im öffentlichen Dienst grundsätzlich ganz gut."
in dieser Pauschalität schlicht falsch ist.

Denn gerade im IT Bereich bekommt man in der fW ganz andere angebote.

Das war das Angebot das ich direkt nach 3 Tagen auf dem Tisch hatte nachdem ich vom öD so gefrustet war das ich Bewerbungen geschrieben habe.
Rüchtüch
sowohl in die eine Richtung, als auch in die andere!

öD
Dienstreisen nur während der Arbeitszeit:

pW
Sonntags auf eigene Zeit anreisen, damit man Montag um 9:00 beim Kunden ist

und so weiter und so fort.....da ich aus meinem Umfeld eben die Gesamte Bandbreite im Blick habe behaupte ich:
Ja! Im öD geht es einem idR "ganz gut".
Allerdings
ITler in Kommune:
Nein echter Bockmist flüchte so schnell du kannst, außer du findest es Cool als ITler auf der Insel zu leben o.ä.
(Helgoland sucht nen IT Mädel für alles für EG8, der Schnaps ist billig)

ITler in Mittelbehörden im Land, Bund etc.
Kann man es oft sehr gut aushalten.
Die E11-E14er die ich da kenne sind alle zufrieden, trotz Gehaltseinschränkungen

Entgelt: 10-20T€ weniger als pW, den einen juckt das der andere sagt so what.

Otto1

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #6068 am: 08.10.2020 19:23 »
Wann gehts denn endlich los mit Paukenschlag, man kann es ja kaum erwarten ob das Angebot zweistellig vor dem Komma wird bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Vielleicht war es von der Arbeitnehmervertretung auch nur ein Versprecher mit den 4,8 % und es wurde die 1 vor der 4 vergessen und man meine 14,8 %

Zitat
Seehofer: "Helden"-Leistung muss gewürdigt werden
https://www.sueddeutsche.de/politik/seehofer-helden-leistung-muss-gewuerdigt-werden-1.5051769

Zitat
Seehofer verspricht vernünftiges Angebot für öffentlichen Dienst
https://www.br.de/nachrichten/meldung/seehofer-verspricht-vernuenftiges-angebot-fuer-oeffentlichen-dienst,30031f636

Der Löwe hat das Brüllen nicht verlernt, Danke H*rst

Bestimmt sowas:

Beschäftigte der Deutschen Welle bekommen mehr Lohn

8. Oktober 2020 | In der sechsten Verhandlungsrunde für die Beschäftigten bei der Deutschen Welle ist am Abend vom 7. Oktober 2020 ein Tarifabschluss über insgesamt 6,2 Prozent für 33 Monate erzielt worden.

Otto1

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #6069 am: 08.10.2020 19:34 »
Aber trotzdem geht es uns im öffentlichen Dienst grundsätzlich ganz gut.

Echt? Nur weil es anderswo noch schlechter ist kann ich daraus nicht schließen dass es uns im ÖD "ganz gut geht".

Beispiel:

Softwareentwickler im ÖD.
TV-L E11 Stufe 3
Noch nicht mal elementare Inhalte der Arbeitsstättenverordnung werden eingehalten.
Flexibilität = 0
Kein Homeoffice
Keinerlei Schutz der Mitarbeiter vor Corona
Keine Schulungen
Uralte Ausstattung sowohl Technik, Möbel als auch Software


Angebot aus der fW:
60k fix + 10k bei 100% Zielerreichung - bis 150% möglich
30 Tage Urlaub
40 Stunden pro Woche
Gleitzeit bei Kernarbeitszeit 11 bis 14 Uhr
Homeoffice dank Corona bis Mitte nächstes Jahr 100% - danach 60% im Monatsmittel bzw 100% bei Krankheit oder falls Kinder betreut werden müssen.
Nach der Probezeit Anspruch auf privat nutzbaren Firmenwagen der oberen Mittelklasse
Privat Nutzbaren Dienstlaptop und Handy
20€ Zuschuss zum privaten Internetanschluss
Zuschuss zu Brillen
Übernahme von Beiträgen in Sportvereinen und Fitnessstudios
Zuschuss zur Ausstattung im Homeoffice
Jährliches frei verwendbares Schulungsbudget zusätzlich zu vom Arbeitgeber gewünschten Schulungen
Möglichkeit Firmenaktien zu vergünstigten Konditionen zu erwerben
Betriebsrente
Fitnesstudio und Kantine im Bürokomplex
...


"trotzdem geht es uns im öffentlichen Dienst grundsätzlich ganz gut" finde ich da schon sehr seltsam.

Wenn ich jetzt dein Angebot der freien Wirtschaft und die von dir angepriesenen Arbeitsbedingungen betrachte stelle ich für mich fest, dass du zum Teil Punkte bei öD bewusst weglässt, die du bei der PW aufführst, z.B. Betriebsrente, 40 Stunden Woche, Brillenzuschuss (je nach Bundesland), Home Office.

Das alles habe ich hier auch zu den aufgeführten Konditionen. Laptop darf ich auch privat nutzen, Handy wollte ich nicht. Dienstwägen gibt es bei uns ab einer bestimmten Ebene auch, hatte ich aber abgelehnt, weil es sich für mich nicht gerechnet hat. Ich habe überhaupt keine Kernarbeitszeit und habe auch gar keinen Bock auf so eine zwanghafte Gängelung, dass ich zu einer bestimmten Zeit da sein muss. Frei verwendbares Schulungsbudget habe ich hier auch, die 6000 Euro jährlich für externe Schulungen haben mir bisher immer gereicht.

Das einzige, was mir hier wirklich abgeht, ist eine gute Kantine im Amt. Die haben wir leider nur im Haupthaus.

Wen du die Betriebsrente der PW extra erwähnst, dann vergleich auch mal deren Leistungen bzw. den Arbeitgeberanteil von beiden. Meine Frau erhält in der PW (tarifgebundener Betrieb) ca. 350 Euro jährlich in die Betriebsrente eingezahlt - da lach ich mich ja halb tot. Das zahlt mein Arbeitgeber ja schon fast im Monat...

Das Problem ist, dass er im öD zwar mit der E11 ca. 67k bekommt, aber erst in 9 Jahren (wenn er jetzt in Stufe 3 ist). In der freien Wirtschaft geht er dann nicht mehr mit 60+10 bzw. +15 nach Hause, sondern mit 80-100k. Mit Führungsverantwortung noch mehr. Das ist der Knackpunkt. Im öD gibt es (außer bei Fachbehörden) keine Karrierepfade für Informatiker.

Gemäß der brandaktuellen Studie zur Attraktivität des öD ( https://www.pd-g.de/assets/PD-Impulse/201001_PD-Impulse_Verwaltung_Arbeitgeberattraktivitaet.pdf ) folgendes Positivbeispiel für den öD im Jahr 2020:

Eine derzeit in der finalen Konzeption befindliche Fachkarriere soll im dritten Quartal 2020 im BSI implementiert werden. Ziel ist es, Spitzenfachkräfte zu entwickeln und langfristig an die Organisation zu binden.

Die Fachkarriere wird im BSI finanziell mit der untersten Führungsebene gleichgestellt und ist besonders attraktiv für sehr erfahrene BSI-Experten im sogenannten Endamt.
–    Zu den Aufgaben der Fachkarrieristen zählen unter anderem die fachliche Weiterentwicklungzentraler BSI-Themen, die Vernetzung verschiedener BSI-Bereiche sowie die Beratung der Amts- und Abteilungsleitungen.
–    Die Einführung der Fachkarriere ist ein typisches Job­Enrichment mit großer Wirkung für das BSI. Dementsprechend wird dem Auswahlprozess dieselbe Bedeutung wie dem Führungs­kräfteverfahren beigemessen.

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #6070 am: 08.10.2020 20:02 »
Im öD gibt es (außer bei Fachbehörden) keine Karrierepfade für Informatiker.

Und wie sehen diese „Karrierepfade“ in der Privatwirtschaft außerhalb von Fachunternehmen aus? Inwiefern böte bspw. die Ewald Dörken AG, die als AG von der Größe her mit Gießen vergleichbar ist, solche „Karrierepfade“ und inwiefern unterschieden sich diese von denen der genannten Stadt?

Otto1

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #6071 am: 08.10.2020 20:33 »
Naja, in unserer Kommune / Bauamt gehts immerhin von der E10 bis zur E14 bzw. für die Leute mit Bachelor bis max. E12. D. h. man kann mit der E10 einsteigen und sich wenigstens bis zur E12 hocharbeiten bzw. von der E13 bis zur E14.

Aber mit der E11 einzusteigen und dann dort 40 Jahre in der gleichen Anstellung arbeiten?

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #6072 am: 08.10.2020 20:35 »
Und das unterscheidet sich jetzt inwiefern von einem von der Größe her vergleichbaren AG in der Privatwirtschaft?

Otto1

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #6073 am: 08.10.2020 20:52 »
Ganz einfach, wenn man ein besonders toller, haltenswerter Mitarbeiter ist, dann hat man eine entsprechende Verhandlungsposition. Dann springt auch mal ein Dienstwagen oder oder dabei raus...

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #6074 am: 08.10.2020 20:55 »
Deine Vorstellung eines „Karrierepfads“ ist also, wenn es gut läuft, einen Dienstwagen zu bekommen?