Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung

Begonnen von armerknecht, 08.10.2019 07:42

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Kaffeetassensucher

Zitat von: DerMagellan in 18.12.2019 16:44
Zumindest ist das Forum durch die letzten Seiten noch uninteressanter geworden. Wenn dadurch weitere Nutzer abspringen und weniger den Mist von Spid mitlesen müssen, ist das schon ein wenig Genugtuung für mich.

Ach, ich weiß nicht, ich fand das Spielchen eher hochgradig amüsant.  ;D

Aber back to topic: Ich wäre ja auch einer von denen, die das Angebot weniger Wochenstunden dem Angebot mehr Kohle vorziehen würden. Verwaltungstechnisch sollte das zwar Arbeit bedeuten aber nicht viel Aufwand (einmal ins System die neue Stundenanzahl eingespeist, dann läuft das). Organisatorisch kann ich hingegen schon verstehen, dass es da AG gibt, die Bedenken haben, da dann ja tatsächlich umgeplant werden, ggf. neues Personal eingestellt werden muss. Andererseits gibt's ja auch durch Meinungen, die besagen, dass man auch mit z. B. 6 Stunden am Tag effektiv, vielleicht effektiver, arbeiten kann.

Aufwand ist es aber auf alle Fälle, nicht unbedingt in den Personalstellen am Pc, aber vor Ort in den Arbeitseinheiten, weshalb ich da schon skeptisch bin, ob die AG sich auf so was einlassen würden.

Spid

Was viele vielleicht auch nicht bedenken: das könnte ja Versetzungen bedeuten, wenn der AG Verkürzer in einem Bereich zusammenlegt, damit er eine Kraft zur Kompensation einstellen kann.

Kat

Zitat von: Kryne in 19.12.2019 07:36
Zitat von: Kat in 19.12.2019 07:23
Außerdem bedeutet das Mehrarbeit für diejenigen, die sich nicht für mehr Freizeit entscheiden durch die Urlaubsvertretung.

Warum bedeutet das Mehrarbeit ?

Angeordnete Mehrarbeit wird ja auch noch mal extra vergütet.

Was das ganze mit Urlaubsvertretung zu tun hat verstehe ich nicht.

Nicht Mehrarbeit im Sinne von Überstunden oder im Rahmen der Gleitzeit sondern einfach nur mehr Arbeit, da die Kollegen ja vertreten werden müssen während der zusätzlichen Urlaubstage, die der andere nicht hat.

BAT

Immer bedenken, dieses Optionsmodell ist eigentlich die zweite Wahl, nachdem es versäumt wurde, sich auf gleichem Niveau mit Premium-Tarifverträgen in der Metall- oder Chemieindustrie zu halten, also z. B. eine 35-Stunden-Woche mit 13., vielleicht auch 14. Jahresgehalt zu haben.

Das halte ich für das Minimum für gute Tarifverträge.

Davon ab, haben wir gerade im Sozialbereich flächendeckend 150 % Belastung. Ob das dann 160 % wäre, macht für jene, die unter dem Arbeitsdruck noch nicht erkrankt sind, nicht mehr viel aus.
Neue Kräfte sind schwer zu bekommen, auch weil es keinen guten Tarifvertrag im öD gibt.

Spid

Man hat nur die Belastung, die man sich macht - oder Überstundenzuschläge.

WasDennNun

Zitat von: Kat in 19.12.2019 08:04
Nicht Mehrarbeit im Sinne von Überstunden oder im Rahmen der Gleitzeit sondern einfach nur mehr Arbeit, da die Kollegen ja vertreten werden müssen während der zusätzlichen Urlaubstage, die der andere nicht hat.
Die zu verrichtende Arbeit wird ja nicht dadurch mehr, dass weniger da sind.
Man arbeitet weiter wie gehabt und wird produktiver oder unproduktiver, je nach Situation vor Ort.
Der eine muss halt mehr telefonieren (weil drei Telefone auf ihn umgestellt sind) und kann dafür weniger Formulare ausfüllen, der andere wird nicht mehr so viel durch den Kollegen abgelenkt werden, der Laut telefoniert. ......

Und wenn einige meinen sie müssten die Arbeit des Kollegen und ihre eigene erledigen, als ob beide da wären, die können das ja machen, in dem sie schneller arbeiten. Mehr arbeiten müssen sie aber nicht.

WasDennNun

Zitat von: BAT in 19.12.2019 08:47
Immer bedenken, dieses Optionsmodell ist eigentlich die zweite Wahl, nachdem es versäumt wurde, sich auf gleichem Niveau mit Premium-Tarifverträgen in der Metall- oder Chemieindustrie zu halten, also z. B. eine 35-Stunden-Woche mit 13., vielleicht auch 14. Jahresgehalt zu haben.

Das halte ich für das Minimum für gute Tarifverträge.
Und immer dran denken, die bezahlen sogar übertariflich, wenn sie jemanden haben wollen.

DiVO

Zitat von: WasDennNun in 19.12.2019 08:52
Zitat von: Kat in 19.12.2019 08:04
Nicht Mehrarbeit im Sinne von Überstunden oder im Rahmen der Gleitzeit sondern einfach nur mehr Arbeit, da die Kollegen ja vertreten werden müssen während der zusätzlichen Urlaubstage, die der andere nicht hat.
Die zu verrichtende Arbeit wird ja nicht dadurch mehr, dass weniger da sind.
Man arbeitet weiter wie gehabt und wird produktiver oder unproduktiver, je nach Situation vor Ort.
Der eine muss halt mehr telefonieren (weil drei Telefone auf ihn umgestellt sind) und kann dafür weniger Formulare ausfüllen, der andere wird nicht mehr so viel durch den Kollegen abgelenkt werden, der Laut telefoniert. ......

Aus meiner Sicht werden oder müssen sich in den nächsten Jahren die Organisationsstrukturen grundlegend ändern. Weiter oben wurde ja schon andiskutiert wie denn künftig die Öffnungszeiten gehalten werden sollen, wenn alle weniger Stunden pro Woche arbeiten oder anwesend sind. Meine Antwort: Die festen Öffnungszeiten für Publikumsverkehr ohne Terminvereinbarung drastisch reduzieren auf maximal drei Stunden pro Tag. Während dieser Zeit wird dann auch das telefon beantwortet. Außerhalb dieser Zeiten nur noch Termine, die vorher über ein Onlineportal gebucht werden. So können sich die Sachbearbeiter auf den jeweiligen Kunden individuell vorbereiten und sich für ihn Zeit nehmen und auch den Parteiverkehr steuern, sodass "ruhigere" Arbeitsphasen entstehen, in denen konzentriert und zügig abgearbeitet werden kann.

Kryne

Zitat von: Kat in 19.12.2019 08:04

Nicht Mehrarbeit im Sinne von Überstunden oder im Rahmen der Gleitzeit sondern einfach nur mehr Arbeit, da die Kollegen ja vertreten werden müssen während der zusätzlichen Urlaubstage, die der andere nicht hat.

Ich persönlich würde mir gar nicht mehr Urlaubstage wünschen, sondern die Wahl zwischen weniger Wochenstunden oder mehr Geld. Gut, weniger Wochenstunden kann auch schnell zu mehr Zeitausgleichstagen führen erstmal.

Die "Mehrarbeit" kann ich nicht beurteilen. Bei uns gibt es keine Urlaubsvertretungen. Wenn einer Weg ist, bleibt die Arbeit liegen. Fertig. Viele Stellen/Funktionen sind auch nur einfach besetzt bei uns und können nicht mal in der Theorie vertreten werden.

Wenn mein Kollege, der für Abfall und Umwelt zuständig ist, nächste Woche verunglücken würde, dann wüsste hier kein Mensch (auch nicht sein Vorgesetzter) was da wie gemacht werden müsste.

Aber gut, das ist Organisationssache des jeweiligen AG.

Zitat von: Kaffeetassensucher in 19.12.2019 07:45
Andererseits gibt's ja auch durch Meinungen, die besagen, dass man auch mit z. B. 6 Stunden am Tag effektiv, vielleicht effektiver, arbeiten kann.


Da gibt es nicht nur Meinungen, sondern Studien und Experimente, die relativ eindeutig ausgefallen sind.

Bei einer 4 Tage Woche (30 Stunden) stieg die Produktivität um einiges und das Stresslevel sank. Weniger Stress führt übers Jahr auch tendenziell zu weniger Krankheitstagen, denn ein großer Teil der Krankheitstage kommt Heute schon durch zu viel Stress und den damit einhergehenden gesundheitlichen Problemen.

Aber in Deutschland ist man ja generell langsamer was solche Entwicklungen angeht. Glaube das dauert bei uns noch einige Jahre oder Jahrzehnte. Hier denken ja auch Einige, dass man dann "mehr" Stress hat bei weniger Wochenstunden.

Kaffeetassensucher

Zitat von: Kryne in 19.12.2019 09:37
Zitat von: Kat in 19.12.2019 08:04

Nicht Mehrarbeit im Sinne von Überstunden oder im Rahmen der Gleitzeit sondern einfach nur mehr Arbeit, da die Kollegen ja vertreten werden müssen während der zusätzlichen Urlaubstage, die der andere nicht hat.

Ich persönlich würde mir gar nicht mehr Urlaubstage wünschen, sondern die Wahl zwischen weniger Wochenstunden oder mehr Geld. Gut, weniger Wochenstunden kann auch schnell zu mehr Zeitausgleichstagen führen erstmal.

Jup, dies hatte ich ebenfalls im Kopf. Mit allen Konsequenzen (positiven wie negativen), die das sonst noch mit sich bringt. Wie genau dies am gerechtesten für den Großteil aller durchführbar ist, müssten dann die Tarifvertragsparteien ausbaldowern, dafür sind sie ja schließlich auch da.

Zitat von: Kryne in 19.12.2019 09:37
Die "Mehrarbeit" kann ich nicht beurteilen. Bei uns gibt es keine Urlaubsvertretungen. Wenn einer Weg ist, bleibt die Arbeit liegen. Fertig. Viele Stellen/Funktionen sind auch nur einfach besetzt bei uns und können nicht mal in der Theorie vertreten werden.

Wenn mein Kollege, der für Abfall und Umwelt zuständig ist, nächste Woche verunglücken würde, dann wüsste hier kein Mensch (auch nicht sein Vorgesetzter) was da wie gemacht werden müsste.

Aber gut, das ist Organisationssache des jeweiligen AG.

"Vertretung" übernehmen ist bei uns im Wesentlichen: Ansprechpartner sein, wenn wo die Hütte brennt. Also dann, wenn sofortige Handlungsfähigkeit gefordert ist. Vertreter werden situationsbezogen bestimmt, dann guckt man halt, was sofort erledigt werden muss und was noch warten kann, vielleicht sogar bis zur Rückkehr des Vertretenden. Allerdings bräuchte es für Leute, die weniger Stunden pro Tag arbeiten, aber sonst jeden Tag im Haus sind, ja gar keine Vertretung, denn sie sind ja schließlich da.


Zitat von: Kryne in 19.12.2019 09:37
Zitat von: Kaffeetassensucher in 19.12.2019 07:45
Andererseits gibt's ja auch durch Meinungen, die besagen, dass man auch mit z. B. 6 Stunden am Tag effektiv, vielleicht effektiver, arbeiten kann.


Da gibt es nicht nur Meinungen, sondern Studien und Experimente, die relativ eindeutig ausgefallen sind.

Bei einer 4 Tage Woche (30 Stunden) stieg die Produktivität um einiges und das Stresslevel sank. Weniger Stress führt übers Jahr auch tendenziell zu weniger Krankheitstagen, denn ein großer Teil der Krankheitstage kommt Heute schon durch zu viel Stress und den damit einhergehenden gesundheitlichen Problemen.

Genau so etwas hatte ich im Kopf, ja, aber keine konkreten Zahlen dazu in der Hand, weshalb ich es bei dem allgemeineren Begriff "Meinungen" beließ.

Zitat von: Kryne in 19.12.2019 09:37
Aber in Deutschland ist man ja generell langsamer was solche Entwicklungen angeht. Glaube das dauert bei uns noch einige Jahre oder Jahrzehnte. Hier denken ja auch Einige, dass man dann "mehr" Stress hat bei weniger Wochenstunden.

Das befürchte ich auch, ja. Deutschland, Land der Dichter und Bedenkenträger.

WasDennNun

Zitat von: Kaffeetassensucher in 19.12.2019 09:56Wie genau dies am gerechtesten für den Großteil aller durchführbar ist, müssten dann die Tarifvertragsparteien ausbaldowern, dafür sind sie ja schließlich auch da.
Ich wüsste nicht das die Gewerkschaften für den innerbetrieblichen Ablauf einer Organisation da sind.  :o

WasDennNun

Zitat von: Kryne in 19.12.2019 09:37
Da gibt es nicht nur Meinungen, sondern Studien und Experimente, die relativ eindeutig ausgefallen sind.

Bei einer 4 Tage Woche (30 Stunden) stieg die Produktivität um einiges und das Stresslevel sank. Weniger Stress führt übers Jahr auch tendenziell zu weniger Krankheitstagen, denn ein großer Teil der Krankheitstage kommt Heute schon durch zu viel Stress und den damit einhergehenden gesundheitlichen Problemen.
Hast du da links oder Lektüre?
Ich hatte es im Hinterkopf, dass bei einem 6h Tag nahezu die gleichen Arbeitsergebnisse erbracht werden, wie bei einem 8h Tag
zur 4 Tage Wochen ist mir da nichts hängen geblieben.

Kaffeetassensucher

Zitat von: WasDennNun in 19.12.2019 10:24
Zitat von: Kaffeetassensucher in 19.12.2019 09:56Wie genau dies am gerechtesten für den Großteil aller durchführbar ist, müssten dann die Tarifvertragsparteien ausbaldowern, dafür sind sie ja schließlich auch da.
Ich wüsste nicht das die Gewerkschaften für den innerbetrieblichen Ablauf einer Organisation da sind.  :o

Oh, okay, nein, in den innerbetrieblichen Ablauf hineinzugehen meinte ich damit nicht, das war missverständlich ausgedrückt, entschuldige bitte. Ging mir eher darum, wie viele Stunden weniger die einen und wie viele Prozente Entgelt mehr die anderen erhalten können bzw. würden.

Kryne

Zitat von: WasDennNun in 19.12.2019 10:26
Zitat von: Kryne in 19.12.2019 09:37
Da gibt es nicht nur Meinungen, sondern Studien und Experimente, die relativ eindeutig ausgefallen sind.

Bei einer 4 Tage Woche (30 Stunden) stieg die Produktivität um einiges und das Stresslevel sank. Weniger Stress führt übers Jahr auch tendenziell zu weniger Krankheitstagen, denn ein großer Teil der Krankheitstage kommt Heute schon durch zu viel Stress und den damit einhergehenden gesundheitlichen Problemen.
Hast du da links oder Lektüre?
Ich hatte es im Hinterkopf, dass bei einem 6h Tag nahezu die gleichen Arbeitsergebnisse erbracht werden, wie bei einem 8h Tag
zur 4 Tage Wochen ist mir da nichts hängen geblieben.

Es gab glaube ich eine Studie von Microsoft, dass bei einer 4 Tage Woche die Produktivität um ca. 40% gestiegen ist. Aber ich kann mich da auch irren jetzt.

Einen Link habe ich leider grad nicht parat und hab auch net viel Zeit was rauszusuchen, aber glaube mit dem Stichwort Microsoft 4 Tage Woche müsste man was finden :)

Zitat von: Kaffeetassensucher in 19.12.2019 10:48
Zitat von: WasDennNun in 19.12.2019 10:24
Zitat von: Kaffeetassensucher in 19.12.2019 09:56Wie genau dies am gerechtesten für den Großteil aller durchführbar ist, müssten dann die Tarifvertragsparteien ausbaldowern, dafür sind sie ja schließlich auch da.
Ich wüsste nicht das die Gewerkschaften für den innerbetrieblichen Ablauf einer Organisation da sind.  :o

Oh, okay, nein, in den innerbetrieblichen Ablauf hineinzugehen meinte ich damit nicht, das war missverständlich ausgedrückt, entschuldige bitte. Ging mir eher darum, wie viele Stunden weniger die einen und wie viele Prozente Entgelt mehr die anderen erhalten können bzw. würden.

Bei vergleichbaren Abschlüssen in jüngster Vergangenheit die so eine Wahlmöglichkeit gebracht haben, war soweit ich das sehen kann, jedes mal die verkürzte Arbeitszeit "rechnerisch" besser als die Prozente.

Es wird hier also (sofern überhaupt) sicherlich kein Ergebnis kommen, bei dem man weniger Zeit und Prozente rechnerisch gleichsetzen kann.

WasDennNun

Zitat von: Kryne in 19.12.2019 11:09
Es wird hier also (sofern überhaupt) sicherlich kein Ergebnis kommen, bei dem man weniger Zeit und Prozente rechnerisch gleichsetzen kann.
Wäre ja Lustig wenn man 2% Lohnerhöhung in 2% Stundenverkürzung umrechnet, ist es halt knapp eine 1h weniger arbeiten in der Woche.

Und die Microsoft "Studie" würde ich nicht als solche bezeichnen, einen einmonatigen Test und als Vergleich eine Vorjahr.... und ein Produktivitätsbegriff der Unklar ist.  Natürlich steigert sich die Produktivität, wenn man 20% Strom und Heizung spart, weil man zu macht. Oder wenn man Meetings per Viedo und nicht mit Reisen macht und auf 30min begrenzt, anstelle den Kaffeklatsch da mit einzubeziehen.
Hat aber alles nichts mit der Reduktion zu tun, sondern sind ja nur Orga
Ist BILD Zeitungs gerassel, mehr mEn mehr nicht und eignet sich nicht als Aussage.