Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung

Begonnen von armerknecht, 08.10.2019 07:42

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MaxMustermann90

Das Problem mit der über- und außertariflichen Zahlung lässt sich ja nicht durch einen Tarifvertrag ändern. Hier sind einfach die Länder (und der Bund) in ihrer Gesetzgebung gefordert. Auf Thüringen z.B. bezogen verhindert § 33 Abs. 3 ThürKO eine übertarifliche Bezahlung bei tarifgebundenen Verwaltungen. Natürlich gibt es hier die Hintertür, sich über das Innenministerium eine entsprechende Ausnahmegenehmigung zu holen - in der Praxis massiv umständlich und schlicht nicht tauglich.

Erst wenn dieser Passus im spezifischen Landesrecht geändert wird, kann es hier mehr Freiheiten nach oben für die Kommunen geben. Wie eingangs erwähnt kann dies aber nicht über einen Tarifvertrag geregelt werden.

Spid

Es steht den Kommunen übrigens frei, schlicht aus dem jeweiligen KAV auszutreten und mit einer Gewerkschaft einen besseren Tarifvertrag abzuschließen.

RsQ

Zitat von: Spid in 23.01.2020 17:26
Es steht den Kommunen übrigens frei, schlicht aus dem jeweiligen KAV auszutreten und mit einer Gewerkschaft einen besseren Tarifvertrag abzuschließen.

Dann bekäme die Redaktion des TVÖD-Rechners aber mächtig viel Arbeit, wenn auch künftig alle im öD gängigen Tarifmodelle abgedeckt werden sollen ...  ;) 8)

Brownyy

Es gab zu Zeiten des BAT einen Ortszuschlag.

Wieso so etwas nicht wiederbeleben? Dann bekommt der Münchner halt ein paar € Brutto mehr als der Brandenburger...

Spid

Der Ortszuschlag hatte mit dem Wohnort nichts zu tun. Er bemaß sich nach VGr, Familienstand und Zahl der Kinder.

Otto1

Zitat von: Spid in 23.01.2020 18:42
Der Ortszuschlag hatte mit dem Wohnort nichts zu tun. Er bemaß sich nach VGr, Familienstand und Zahl der Kinder.

Auch das wäre eine tolle Sache um das Profil des öD als familienfreundlichen AG zu schärfen. Gerade für junge Familien wäre dies attraktiv und es wäre zudem eine Maßnahme gegen den demographischen Wandel.  ;)

BAT

Zitat von: Otto1 in 23.01.2020 20:15

Auch das wäre eine tolle Sache um das Profil des öD als familienfreundlichen AG zu schärfen. Gerade für junge Familien wäre dies attraktiv und es wäre zudem eine Maßnahme gegen den demographischen Wandel.  ;)

Er hat Jehova gesagt :)

Brownyy

Einfach nur nein.  Die Tatsache, dass jemand Familie hat, macht ihn nicht mehr wert.

Spid

Zitat von: Otto1 in 23.01.2020 20:15
Zitat von: Spid in 23.01.2020 18:42
Der Ortszuschlag hatte mit dem Wohnort nichts zu tun. Er bemaß sich nach VGr, Familienstand und Zahl der Kinder.

Auch das wäre eine tolle Sache um das Profil des öD als familienfreundlichen AG zu schärfen. Gerade für junge Familien wäre dies attraktiv und es wäre zudem eine Maßnahme gegen den demographischen Wandel.  ;)

Also nehme ich Geld und anstatt es für das Personal einzusetzen, das ich gewinnen möchte, zahle ich Gebärprämien an Hermann Samenschleuder und Gerda Gebärfreudig, auch wenn es jederzeit austauschbare Spülhilfen und Postwagenschubser sind?

RsQ

Zitat von: Brownyy in 23.01.2020 20:27
Einfach nur nein.  Die Tatsache, dass jemand Familie hat, macht ihn nicht mehr wert.

Das sage ich schon immer - als Argument gegen Familienzuschlag & Co. Warum soll jemand mehr verdienen, nur weil er eine Familie/Kinder hat? Das ist nicht schlüssig.

Aber ich sage ja auch: Ein AN, der zwölf Monate ordentlich bezahlt wird, bräuchte eigentlich auch keine JSZ. Letztlich sind das alles Taschenspielertricks.

BAT

Zitat von: Brownyy in 23.01.2020 20:27
Einfach nur nein.  Die Tatsache, dass jemand Familie hat, macht ihn nicht mehr wert.

Wenn es Ihn nicht sogar real weniger "wert" macht.

Durch einen Ortschzuschlag würde man das sogar in Bezug auf die "Leistung" pro Stunde zementieren. ;)

Otto1

Zitat von: Brownyy in 23.01.2020 20:27
Einfach nur nein.  Die Tatsache, dass jemand Familie hat, macht ihn nicht mehr wert.

Richtig, aber es steigert z. B. die Attraktivität für junge Väter die vielleicht sonst nicht in den öD gehen würden.

Außerdem ist er natürlich mehr Wert aus gesellschaftlicher Sicht. Dies kann der Staat auch entsprechend fördern. Es ist eine politische Entscheidung. Du freust dich sicher auch wenn noch jemand da ist, der deine Rente bezahlt im Umlage finanzierten System...

Otto1

#1407
Zitat von: Spid in 23.01.2020 20:30
Zitat von: Otto1 in 23.01.2020 20:15
Zitat von: Spid in 23.01.2020 18:42
Der Ortszuschlag hatte mit dem Wohnort nichts zu tun. Er bemaß sich nach VGr, Familienstand und Zahl der Kinder.

Auch das wäre eine tolle Sache um das Profil des öD als familienfreundlichen AG zu schärfen. Gerade für junge Familien wäre dies attraktiv und es wäre zudem eine Maßnahme gegen den demographischen Wandel.  ;)

Also nehme ich Geld und anstatt es für das Personal einzusetzen, das ich gewinnen möchte, zahle ich Gebärprämien an Hermann Samenschleuder und Gerda Gebärfreudig, auch wenn es jederzeit austauschbare Spülhilfen und Postwagenschubser sind?

Sie kennen schon den Grund für den demographischen Wandel? Es ist ein gesellschaftliches Problem dem sich der Staat verpflichtet fühlen kann. Wenn sie alt sind profitieren sie schließlich auch davon.

Heute ist es doch so, dass man familienbedingt in Teilzeit geht und weniger Rentenpunkte als der Single bekommt. Folglich erhält derjenige, der für ein höheres Rentenniveau sorgt weniger Rente. Wohingegen der Single mehr Geld in jungen Jahren, als auch im Alter hat. Dies ist doch das eigentlich perverse. Hans-Werner Sinn, also nicht gerade ein sozialistischer Zeitgenosse, formuliert solche Forderungen auch.

Otto1

Zitat von: BAT in 23.01.2020 20:43
Zitat von: Brownyy in 23.01.2020 20:27
Einfach nur nein.  Die Tatsache, dass jemand Familie hat, macht ihn nicht mehr wert.

Wenn es Ihn nicht sogar real weniger "wert" macht.

Durch einen Ortschzuschlag würde man das sogar in Bezug auf die "Leistung" pro Stunde zementieren. ;)

Der öD wirbt aber hauptsächlich mit Sinnhaftigkeit, Familienfreundlichkeit, work-Life Balance und Sicherheit. Dazu würde es sehr gut passen.