Autor Thema: Tarifverhandlungen - Wunschvorstellungen vs. Realität  (Read 70622 times)

Beamtenmichel

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Antw:Tarifverhandlungen - Wunschvorstellungen vs. Realität
« Antwort #60 am: 05.12.2022 23:18 »
@Beamtenmichel

Diene mal lieber treu Deinem Dienstherrn, anstatt von noch mehr Homeoffice im Ausland zu träumen. Dann könntest Du deine Alimente (Steuermittel) nicht mal im eigenen Land in den Kreislauf bringen. Unsolidarisch bis zum geht nicht mehr und nur auf den eigenen Vorteil aus.

@JahrhunderwerkTVÖD

Da würde ich mir keine Hoffnungen machen, falls Du es noch nicht bemerkt hast, Beamte fahren 1. Klasse.

Wo ich meine Allimente in den Kreislauf bringe geht dir, noch sonst wem erst mal einen Scheiß an. Punkt 1. Und treu dienen tue ich meiner Freundin vielleicht im Bett aber nicht meinem DH der es nicht fertig bekommt eine verfassungsgemäße Allimentation auf den Wege zu bringen. Bin doch kein Sklave haha.

Tagelöhner

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Antw:Tarifverhandlungen - Wunschvorstellungen vs. Realität
« Antwort #61 am: 06.12.2022 04:59 »
Also war Dein geleisteter Eid zum Eintritt ins Beamtenverhältnis nur Mittel zum Zweck und nicht mehr als ein reines Lippenbekenntnis? Wundert mich überhaupt nicht, läuft heute überwiegend so ab. In meinem Umfeld entscheiden sich die allermeisten nicht wegen idealistischer Motive für den Wechsel ins Beamtenverhältnis, sondern aus rein egoistischen/eigennützigen Motiven.

Das mit der verfassungsgemäßen Alimentation mag wie gerichtlich bestätigt für die unteren - mittleren Besoldungsstufen korrekt sein. Aber es ist schon amüsant wie sich plötzlich immer mehr Beamte seit Jahrzehnten ungerecht alimentiert fühlen, auch wenn sie viel mehr seit eh und je zum besser situierten und besser gestellten Teil der Bevölkerung gehören. Die Privilegien verkommen nur generell schnell zur absoluten Selbstverständlichkeit, und dann sehen viele Ihre Dienstherren auch noch als "Gegner". Für mich alles Anzeichen dafür, dass das Beamtenverhältnis nach und nach verkommt und dringend einer größeren Reform bedarf.
« Last Edit: 06.12.2022 05:05 von Tagelöhner »

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen - Wunschvorstellungen vs. Realität
« Antwort #62 am: 06.12.2022 05:21 »
Also war Dein geleisteter Eid zum Eintritt ins Beamtenverhältnis nur Mittel zum Zweck und nicht mehr als ein reines Lippenbekenntnis? Wundert mich überhaupt nicht, läuft heute überwiegend so ab. In meinem Umfeld entscheiden sich die allermeisten nicht wegen idealistischer Motive für den Wechsel ins Beamtenverhältnis, sondern aus rein egoistischen/eigennützigen Motiven.

Das mit der verfassungsgemäßen Alimentation mag wie gerichtlich bestätigt für die unteren - mittleren Besoldungsstufen korrekt sein. Aber es ist schon amüsant wie sich plötzlich immer mehr Beamte seit Jahrzehnten ungerecht alimentiert fühlen, auch wenn sie viel mehr seit eh und je zum besser situierten und besser gestellten Teil der Bevölkerung gehören. Die Privilegien verkommen nur generell schnell zur absoluten Selbstverständlichkeit, und dann sehen viele Ihre Dienstherren auch noch als "Gegner". Für mich alles Anzeichen dafür, dass das Beamtenverhältnis nach und nach verkommt und dringend einer größeren Reform bedarf.
Die Verrohung ist jedoch beiderseitig zu sehen.
Wie du schreibst, sehen viele Beamte ihren Status nur als andere Form eines Arbeitsvertrages, aber viele Dienstherren kommen ihren Pflichten ebenso schon lange nicht mehr nach.

Johannes1893

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Antw:Tarifverhandlungen - Wunschvorstellungen vs. Realität
« Antwort #63 am: 06.12.2022 07:34 »
Heute Nacht hat ver.di ein Ergebnis für die Unikliniken in Baden Württemberg erzielt:

https://bawue.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++61f4ea36-7524-11ed-91d2-001a4a160111

Ich empfehle jedem das zu lesen. „Bis zu 10%“…..“gutes Ergebnis, gerade für die unteren Entgeltgruppen dank Mindestbetrag“.

Im Ergebnis:

-2950€ Somderzahlungen in drei Tranchen
-250€ Erhöhung ab 2024
-19 Monate Laufzeit

Warum im öD hier wesentlich darüber abgeschlossen werden sollte, sehe ich nicht. Ich erwarte eher eine längere Laufzeit und gestaffelte Sonderzahlungen. Unter dem Strich hat ver.di für einige unter 5% dauerhaft wirksame Lohnerhöhungen ausgehandelt.
« Last Edit: 06.12.2022 07:45 von Johannes1893 »

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen - Wunschvorstellungen vs. Realität
« Antwort #64 am: 06.12.2022 07:43 »
Ich fände einen Abschluss zwischen 8 und 10% auf maximal zwei Jahre akzeptabel.

Was ich mir wünschen würde, wäre, dass für Gewerkschaftsmitglieder ein zusätzlicher Bonus ins Spiel kommt.
Momentan lassen sich viele, oftmals diejenigen die dann am lautesten schreien, von den Beiträgen der Mitglieder aushalten. Das empfinde ich als unsolidarisch.

Und wenn dieser „zusätzliche Bonus“ ins Spiel käme, was hinderte die Arbeitgeber daran, ihn unterschiedslos zu zahlen?

DNFF

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Antw:Tarifverhandlungen - Wunschvorstellungen vs. Realität
« Antwort #65 am: 06.12.2022 08:35 »
Ich fände einen Abschluss zwischen 8 und 10% auf maximal zwei Jahre akzeptabel.

Was ich mir wünschen würde, wäre, dass für Gewerkschaftsmitglieder ein zusätzlicher Bonus ins Spiel kommt.
Momentan lassen sich viele, oftmals diejenigen die dann am lautesten schreien, von den Beiträgen der Mitglieder aushalten. Das empfinde ich als unsolidarisch.

Und wenn dieser „zusätzliche Bonus“ ins Spiel käme, was hinderte die Arbeitgeber daran, ihn unterschiedslos zu zahlen?

Gar nichts hindert sie daran. Aber wer gibt schon freiwillig gerne mehr aus, als er muss?

Wobei, bei den Kommunen mit ihren albernen Gleichheitsgedanken würde mich das nicht wundern.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen - Wunschvorstellungen vs. Realität
« Antwort #66 am: 06.12.2022 08:49 »
Wie sich gezeigt hat, tut das nahezu jeder Arbeitgeber. Nahzu jeder Arbeitgeber bietet ja auch freien Arbeitnehmern die gleichen Konditionen an wie Gewerkschaftsmitgliedern, ohne dass er dies müsste.

Organisator

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Antw:Tarifverhandlungen - Wunschvorstellungen vs. Realität
« Antwort #67 am: 06.12.2022 08:52 »
Wie sich gezeigt hat, tut das nahezu jeder Arbeitgeber. Nahzu jeder Arbeitgeber bietet ja auch freien Arbeitnehmern die gleichen Konditionen an wie Gewerkschaftsmitgliedern, ohne dass er dies müsste.

Hat ja aus AG-Sicht Sinn. Nicht zuletzt, weil ansonsten alle Gewerkschaftsmitglieder werden würden und so der AG eine schlechtere Position hätte.

bbdhs

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Antw:Tarifverhandlungen - Wunschvorstellungen vs. Realität
« Antwort #68 am: 06.12.2022 09:14 »
Heute Nacht hat ver.di ein Ergebnis für die Unikliniken in Baden Württemberg erzielt:

https://bawue.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++61f4ea36-7524-11ed-91d2-001a4a160111

Ich empfehle jedem das zu lesen. „Bis zu 10%“…..“gutes Ergebnis, gerade für die unteren Entgeltgruppen dank Mindestbetrag“.

Im Ergebnis:

-2950€ Somderzahlungen in drei Tranchen
-250€ Erhöhung ab 2024
-19 Monate Laufzeit

Warum im öD hier wesentlich darüber abgeschlossen werden sollte, sehe ich nicht. Ich erwarte eher eine längere Laufzeit und gestaffelte Sonderzahlungen. Unter dem Strich hat ver.di für einige unter 5% dauerhaft wirksame Lohnerhöhungen ausgehandelt.

Wow, wie schlecht kein ein Abschluss sein  :-[ Diese Einmalprämien und fixen Erhöhungen sind doch komplett für'n Ar.... Wie kann man sowas nur aushandeln  :(

Garfield

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Antw:Tarifverhandlungen - Wunschvorstellungen vs. Realität
« Antwort #69 am: 06.12.2022 09:15 »
Heute Nacht hat ver.di ein Ergebnis für die Unikliniken in Baden Württemberg erzielt:

https://bawue.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++61f4ea36-7524-11ed-91d2-001a4a160111

Ich empfehle jedem das zu lesen. „Bis zu 10%“…..“gutes Ergebnis, gerade für die unteren Entgeltgruppen dank Mindestbetrag“.

Im Ergebnis:

-2950€ Somderzahlungen in drei Tranchen
-250€ Erhöhung ab 2024
-19 Monate Laufzeit

Warum im öD hier wesentlich darüber abgeschlossen werden sollte, sehe ich nicht. Ich erwarte eher eine längere Laufzeit und gestaffelte Sonderzahlungen. Unter dem Strich hat ver.di für einige unter 5% dauerhaft wirksame Lohnerhöhungen ausgehandelt.

Dafür hat man das Ganze aber auch in einer relativ kurzen Laufzeit, vor allem angesichts der ausgereizten Sonderzahlungen umgesetzt bekommen.
Der Festbetrag bei der linearen Erhöhung gefällt mir nicht, aber in Gänze ist das schon ein sehr ordentliches Ergebnis.
Und man muss ehrlich sein, es gibt kein Ergebnis, bei dem hier nicht gemeckert werden würde.

Die gestaffelte Sonderzahlung wird hier z.B. auch permanent unterstellt, auch wenn die Abschlüsse bisher das Gegenteil zeigen.

Organisator

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Antw:Tarifverhandlungen - Wunschvorstellungen vs. Realität
« Antwort #70 am: 06.12.2022 10:07 »
An
Wie sich gezeigt hat, tut das nahezu jeder Arbeitgeber. Nahzu jeder Arbeitgeber bietet ja auch freien Arbeitnehmern die gleichen Konditionen an wie Gewerkschaftsmitgliedern, ohne dass er dies müsste.
sehe ich keine wirren Aussagen.

xap

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Antw:Tarifverhandlungen - Wunschvorstellungen vs. Realität
« Antwort #71 am: 06.12.2022 10:38 »
Wie wärs wenn du ein paar Beruhigungspillen nimmst oder deinen Frust in deiner Telegrammgruppe auslässt?
Dankeschön.

Das würde ich dir auch nahelegen. Das ist hier ist nicht Antifa Noborders Bullabü. Hier kann jeder seine (dem Rechtsrahmen entsprechende) Meinung kundtun, wie es ihm passt.

Die Aussage ist schlichtweg falsch. Es gibt Forenregeln. Die gilt es zu beachten. Dazu gehört auch das Beachten der Thementreue.

Und damit gerne wieder BTT.

alterschlingel

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Antw:Tarifverhandlungen - Wunschvorstellungen vs. Realität
« Antwort #72 am: 06.12.2022 10:58 »
@alterschlingel..
Die guten Zeiten sind vorbei..
Eine schlaue Klientel hat das Einkommen gesichert.., für den Rest gibst nur Krummen...
So ein bisschen Realität täte ihnen aber gut mit E 13..
Beschweren sie sich mit E 13 oder ist das ein Schreibfehler und sie meinen E 1 oder 3?

@skiveren: Ich bedanke mich herzlich für den Hinweis. Hätte ansonsten gar nicht gemerkt, wie sehr ich der Realität entschwinde  :o     
Warum sollte jemand mit E1 oder E3 nach Hause gehen ?? Faktisch bekommt das doch gar keiner mehr, weil es kaum noch "verkaufbar" ist. So gering sind die Werte...... da lohnt sich das Aufstehen wohl kaum !
Und warum sollte man für dieses Taschengeld jahrelang an einer deutschen Hochschule gebüffelt haben ??? Sorry, aber mein Realitätssinn sagt mir, dass es da aus meiner Sicht berechtigterweise etwas andere Anforderungen gibt an das Verhältnis von Einkommen zu Ausgaben.

Ich habe im vergangenen Jahr 5.500 € für eine 3.000 Liter Heizöl Füllung bezahlt. Das ist in etwa der Jahresverbrauch für Warmwasser und Heizung. Und da ist kein Staat, der die Rechnung vom Dezember übernimmt oder dergleichen. Ist auch okay, aber erzähle mir bitte nichts von Realitätssinn.

DerLustigeOpa

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Antw:Tarifverhandlungen - Wunschvorstellungen vs. Realität
« Antwort #73 am: 06.12.2022 11:16 »
Im Gegensatz zu den meisten Inhalten des vorherigen Threads waren die ersten Seiten on topic und für mich interessant zu lesen, danke für die Meinung zu den Tarifverhandlungen und Einblicke in die (anekdotischen) Arbeitsrealitäten.
Ich hoffe, der Kindergarten artet nicht wieder aus (/io).

Die Lohn-Preis-Spirale (LPS) halte ich auch für bewusstes Agenda-Setting, das nur das Ziel verfolgt, von Anfang an keine Erwartungen aufkommen zu lassen oder diese niedrig zu halten. Ebenso wie das Argument in die Stoßrichtung „kein Geld/Kassen leer“. Staatsfinanzen laufen unter anderen Spiel- und Finanzierungsregeln, als die privater Personen oder Unternehmen, auch wenn das für viele kontraintuitiv ist.
Zur LPS ist heute ein m. E. guter Artikel auf Zeit online, der versucht auf dieses Scheinargument hinzuweisen. Es wurde sogar „geschafft“ die Zahlen des IGM-Abschlusses korrekt einzuordnen, als Lohnsteigerung auf zwei Jahre, die dadurch trotzdem ein Reallohnverlust ist. Wer Abonnent ist oder eine der zahlreichen Wege kennt, an einer Bezahlschranke vorbeizukommen: https://www.zeit.de/wirtschaft/2022-12/inflation-kaufkraft-lohn-preis-spirale-unternehmen-spd
Der im Artikel genannte, höchste Reallohnverlust seit 15 Jahren laut DESTATIS: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/11/PD22_497_62321.html

Persönlich denke ich ebenfalls, dass es zu einer ähnlichen Erhöhung wie bei der IGM kommen könnte. Ich glaube in meinem Haus wurde eine vergleichsbare Erhöhung auf 2 Jahre eingeplant.
Natürlich wäre es schöner, wenn es mehr gäbe und keinen Reallohnverlust, aber ich schließe mich den vereinzelten Meinungen an, dass es aktuell und in der nahen Zukunft zu Wohlstandsverlusten kommen wird - ausgehend von einem aber in Teilen (!) des Arbeitsmarktes und im öD vergleichsweise hohem Niveau.
Trotzdem sollte „man“ oder Verdi sich nicht in „vorauseilenden Lohngehorsam“ durch eine vermeintliche LPS begeben.

öfföff

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Antw:Tarifverhandlungen - Wunschvorstellungen vs. Realität
« Antwort #74 am: 06.12.2022 11:32 »
ver.di hat doch schon deutlich gesagt das der Fokus auf dem Mindestbetrag und den unteren EG‘s liegt. Der Arbeitgeber wird das dankend aufnehmen und die Presse kann das „bis zu x,x% Ergebnis“ unreflektiert ohne den Zusatz „bis zu“ verbreiten.

Warum soll dass die Arbietgeber freuen? Die AG wollen ja mehr Erhöhung für die oberen EGs. Siehe auch Einführung der Stufe 6 für die höheren EGs. Die Arbeitgeber wollen attraktiver werden bei den Stellen der höheren EGs kommen aber gegen die Gerwerkschaften nicht an, die sich lieber um die unteren kümmert..