Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung

Begonnen von armerknecht, 08.10.2019 07:42

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Otto1

Zitat von: Queen of Spades in 03.06.2020 09:54
Ach, das Schreckgespenst Nullrunde.

1) Damit man die Wirtschaft wieder in Schwung bringt müssen die Leute konsumieren. Können Sie nur mit mehr Geld. Schon allein deshalb glaube ich kein Stück dran.
2) Mal angenommen es gäbe eine Nullrunde. Dann wird die Entscheidung auf 2021 vertagt und dann zieht man los mit der Forderung "2020 gab es Nix. Jetzt muss es deutlich mehr über 5% auf 12 Monate oder 10% auf 24 Monate geben". Damit tut sich der Staat auch keinen Gefallen.

Ich bleibe dabei. 3% auf 12 Monate oder eine 35 Stunden Woche bei gleichem Lohn.

Vor allem hieß es in den boomenden Jahren immer, dass die steigenden Einnahmen und Überschüsse nicht maßgeblich sind für die Tarifabschlüsse....warum sollten jetzt sinkende Einnahmen Einfluss haben?

Queen of Spades

Sehe ich ganz genauso. Die Argumentation von AG Seite aus wird nun zum Boomerang.

Philipp

Dann gibts sicher ne Einmalzahlung, um kurzfristig den Konsum anzukurbeln und ansonsten wird man sich sicherlich an der Inflation orientieren.
Die niedrigen Spritpreise als Indikator stärken uns hier nicht unbedingt den Rücken.

Werte von Heute auf die Schnelle gegoogelt:
Inflation 0,9%
Energiepreise - 5,8%
Nahrungsmittel + 4,8%

Unterm Strich wird sich die Gewerkschaft rausreden können mit 1,5% Erhöhung und auf dem Papier "kein realer Lohnverlust".

Dass im gleichen Zeitraum Mieten um 10% gestiegen sind und Eigentum unbezahlbar geworden ist, spielt in die Preise nicht rein.

armerknecht

was ist denn grundsätzlich das ziel der arbeitnehmervertreter bei einer tarifverhandlung?

ein deutliches lohnplus zu verhandeln oder nur die inflation abzufangen?

wenn jemand im jahr 300 euro an mitgliedsbeiträgen bezahlt, dann wirkt ein monatliches gehaltsplus von 20-30 euro€ netto nicht wirklich oder?

Spid

Wer genau wären denn diese "Arbeitnehmervertreter"?

Carnie

Ich glaub Verdi behauptet das zu sein.

Was bei den meisten Betrachtungen hier vergessen wird ist das wir im März bereits eine ca 1% Erhöhung hatten. Das wird garantiert mit einbezogen bei den Verhandlungen und dem glorreichen (laut Gewerkschaft) Ergebnis.

Spid

Verdi vertritt ausschließlich ihre Mitglieder. Für alles andere haben sie kein Mandat.

BAT

Zitat von: Queen of Spades in 03.06.2020 09:54

Ich bleibe dabei. 3% auf 12 Monate oder eine 35 Stunden Woche bei gleichem Lohn.

Wobei Letzteres ja eine Nullrunde wäre ;)

Philipp

Zitat von: Carnie in 03.06.2020 11:50
[...]
Was bei den meisten Betrachtungen hier vergessen wird ist das wir im März bereits eine ca 1% Erhöhung hatten. Das wird garantiert mit einbezogen bei den Verhandlungen und dem glorreichen (laut Gewerkschaft) Ergebnis.

Die Erhöhung von März war ein Ergebnis der letzten Verhandlung und hat m.E. mit der kommenden Verhandlung absolut nichts zu tun.

BAT

Zitat von: armerknecht in 03.06.2020 11:23
was ist denn grundsätzlich das ziel der arbeitnehmervertreter bei einer tarifverhandlung?

ein deutliches lohnplus zu verhandeln oder nur die inflation abzufangen?


Dafür sind Gewerkschaften nicht zuständig und man merkt noch den Wind, der dort weht. Wichtig ist zunächst, daß die Mitglieder weiter abhängig vom AG bleiben und nicht verhungern. Dazu womöglich ein Dach über dem Kopf aber höchstens zur Miete. Wohlstandsgewinnen sind verpönt, da diese nicht in den Klassenkamp passen.

Lio1896

Genau Spid, Sie verhandeln nur für Ihre Mitglieder daher bin ich auch dafür das auch nur die Mitglieder von den Abschlüssen profitieren (oder auch nicht profitieren). Am lautesten schreien eh immer die Mitarbeiter die gar kein Mitglied sind.

Spid

Es profitieren auch nur die Mitglieder von Tarifabschlüssen. Die übrigen profitieren von ihrer eigenen Verhandlungsstärke bei Abschluß des von ihnen ausgehandelten Arbeitsvertrages.

Philipp

Zitat von: Lio1896 in 03.06.2020 12:28
Genau Spid, Sie verhandeln nur für Ihre Mitglieder daher bin ich auch dafür das auch nur die Mitglieder von den Abschlüssen profitieren (oder auch nicht profitieren). Am lautesten schreien eh immer die Mitarbeiter die gar kein Mitglied sind.

Damit als Folge mehrere Gewerkschaften enstehen, weil nicht jeder sich der verdi anschließen möchte?
Dann haben wir so tolle Konstrukte wie bei der Bahn oder bei Fluggesellschaften wo je nach Arbeitsplatz unterschiedliche Gewerkschaften zuständig sind.

Um beim Thema zu bleiben:
Dann ist also nach den Beratungen die heut erfolgen sollen, gegen Abend mit einer Information zu rechnen womit man in den Tarifkampf gehen will?
Im Grunde also die Antwort über die hier seit über 300 Seiten mehr (oder eher weniger) diskutiert wurde?


Spid

Hier geht es um Wunschvorstellungen zur Tarifrunde. Einen Zusammenhang zur Forderung der Gewerkschaften sehe ich da nicht. Zudem gibt es doch im öD bereits mehrere Gewerkschaften.

Lio1896

Die Mitarbeiter die nicht organisiert sind,  werden sich auch kaum einer anderen Organisation anschließen. Punkt A kostet es ja Geld und Punkt B dann können Sie ja nicht mehr in ihr Kissen weinen und behaupten wie schlecht die Verdi doch ist und wie wenig Geld Sie doch eigentlich bekommen obwohl Sie mindestens das fünffache wert sind. Eine Organisationskonkurrenz sehe ich nicht, die Einzelgewerkschaften beschließen ja schon meist vorab eine einheitliche "Marschrichtung".