Tarifrunde TVöD 2025 - Diskussion IV - Tarifeinigung

Begonnen von Admin, 06.04.2025 12:30

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Organisator

Zitat von: monkey in 15.04.2025 12:50
Einzige Frage bleibt bis zu welchem Alter man dies vorschiebt. Wenn man 70 Jahre sagt, dann wird Jahrgang 1982 der erste Jahrgang sein mit Renteneintritt von 70 Jahren, wenn man in 2-Monat-Schritten geht.

Ganz logisch. Es gibt 3 Stellschrauben bei der Rente:
- Eintrittsalter
- Höhe
- Beitrag

Da sich die Bezugsdauer in der Vergangenheit deutlich erhöht hat, ändert sich mindestens einer der vorgenannten Punkte.

2strong


Organisator

Zitat von: 2strong in 15.04.2025 13:13
Oder der Steuerzuschuss ;)

Genau, und der ist auch am bequemsten. Ob man zu den 100 Mrd jährlich noch was dazupackt fällt am wenigsten auf.

NelsonMuntz

Zitat von: Organisator in 15.04.2025 12:57
Ganz logisch. Es gibt 3 Stellschrauben bei der Rente:
- Eintrittsalter
- Höhe
- Beitrag

Da sich die Bezugsdauer in der Vergangenheit deutlich erhöht hat, ändert sich mindestens einer der vorgenannten Punkte.

Oh, es gibt eine 4. Schraube: Vergrößerung der arbeitenden Kohorte durch Migration.

... aber psssst: Leise! Die Schlümpfe schlafen gerade so schön ;)

MoinMoin

Zitat von: monkey in 15.04.2025 11:43
Zitat von: MoinMoin in 15.04.2025 11:15
Zitat von: monkey in 15.04.2025 10:46
Niederlande ist so bei 9% GDP für 74,7% Rente.
Dänemark bei ca. 8% GDP für 73,1%.
Schweden bei 7% für 62,3%.
Ui, krass, die drei Länder streben ja Rente mit 70+ an, sehr erstrebenswert ?!

Und? Werden wir auch kriegen. Aber bei 70% Rente kann man bestimmt auch mit einigen Abzügen besser leben als bei uns und mit 67 in Rente gehen.
Klar, wird kommen, haben wir aber noch nicht geplant und wenn man darauf hinweist, dass die was besser machen, dann muss man fordern, dass wir auch das machen und muss man bei den Zahlen diese Randbedingungen inkludieren, wenn man es vergleicht.
(daher mein Verweis auf die Nettorentenvermögens wo D nicht schlechter ist als obige ist, weil dort Renteneintritt und Rentendauer mit einfliest.)

Stumpf gesagt, wenn ich nur 10 Jahre Rente bekommen, dann kann ich auch 70% auszahlen.

Oder wenn ich 3 früher aber nur 45% bekommen, dann habe ich für einige Zeit auch eine 62% Rente, gegenüber dem der mit 70 in Rente geht.

Ich will nur darauf hinweisen, dass man die Zahlen etwas differenzierter betrachten muss.

MoinMoin

Zitat von: UNameIT in 15.04.2025 12:01

Warum sollten diese Ausgaben von der Allgemeinheit getragen werden? Kostenlose Mitversicherungen (zu mindestens der Partner) sollte man abschaffen.
Weil die Allgemeinheit die Familie fördern will.

MoinMoin

Zitat von: Organisator in 15.04.2025 12:57
Zitat von: monkey in 15.04.2025 12:50
Einzige Frage bleibt bis zu welchem Alter man dies vorschiebt. Wenn man 70 Jahre sagt, dann wird Jahrgang 1982 der erste Jahrgang sein mit Renteneintritt von 70 Jahren, wenn man in 2-Monat-Schritten geht.

Ganz logisch. Es gibt 3 Stellschrauben bei der Rente:
- Eintrittsalter
- Höhe
- Beitrag

Da sich die Bezugsdauer in der Vergangenheit deutlich erhöht hat, ändert sich mindestens einer der vorgenannten Punkte.
hihi die Bezugsdauer ist noch keine Stellschraube ;D

BAT

Zitat von: MoinMoin in 15.04.2025 14:17
Weil die Allgemeinheit die Familie fördern will.

Würde sie ja bereits durch den allgemeinen Beitrag, wenn man sich die Kosten für Kinder anschaut, davon sind sie sozial ausgewogen, da sie sich am Einkommen besser und keine Kopfpauschale sind.

Die beitragsfreie Mitversicherung ist also die dritte Subvention "on top".

Susu

Zitat von: Bastel in 15.04.2025 11:47
Rente mit 70 wird der nächste Kracher vom Wendehals-Merz.
Was sollen solche Aussagen eigentlich?
Jeder informierte Wähler weiß dass der Kanzler alleine sicher nicht die Politik bestimmt.
Aber gut... Ich sagte informierte... Das erklärt dann gleich einiges

Philipp

Wenn ich die Wahl hätte, würde ich ja gerne meine Einkommenssteuer und meine Rentenbeiträge komplett einbehalten und dafür dann komplett auf Rente verzichten.

MoinMoin

Die Möglichkeit hast du doch, musst halt nur Selbständig werden.  ;D

NelsonMuntz

Zitat von: Philipp in 15.04.2025 15:01
Wenn ich die Wahl hätte, würde ich ja gerne meine Einkommenssteuer und meine Rentenbeiträge komplett einbehalten und dafür dann komplett auf Rente verzichten.

Wenn Du Deine Steuer(!) einbehältst, dann hast Du vom Staat gar keine Leistungen zu erwarten. Räumt Dir z.B. eine Bande Dein Haus aus und verschleppt Deine Frau, dann ist das exklusiv Dein persönliches Problem!

Im Mittelalter nannte man das vogelfrei - Klingt gut, ist aber großer Mist!;)

Flying

Zitat von: SusiE in 15.04.2025 08:57
Ich bin im ASD, vorwiegend im Kindershutz unterwegs.

ASD ist Kernaufgabe eines Jugendamtes - das findest du so vielleicht nicht in der pW.
Kinderschutz reichlich - selbst Pflegekinderdienste sind nicht mehr immer in öffentlicher Hand.
Also wenn du minimal von deinem jetztigen Job abweichst findest du zu 412% auch etwas in der freien Wirtschaft. (Und ja, ich habe auch einen Master in Soziale Arbeit)

Paul Stanley

Zitat von: DiVO in 15.04.2025 09:45
Zitat von: SusiE in 15.04.2025 08:57
Ich bin im ASD, vorwiegend im Kindershutz unterwegs.
Und welche Ausbildung/Studium/Qualifikation befähigt dich zu diesem Job?

"Wo" leben Sie denn??

KlammeKassen

Zitat von: MoinMoin in 15.04.2025 09:01
Zitat von: KlammeKassen in 15.04.2025 08:02
Bislang ging das ja auch alles immer recht gut. Die Sozialabgaben waren lange Zeit unter 40 %, aber mittlerweile wird es halt für AG und AN echt teuer.
Und natürlich hast du mit einigen Faktoren Recht, jedoch sind wir insgesamt hinter Belgien Spitzenreiter, was die Abzüge angeht.
Bei diesen Aussagen fehlt mir persönlich immer die ganzheitliche Betrachtung um das bewerten zu können.
Nochmal zum Nachdenken:
In vielen Ländern muss man die für Leistungen, die man hier erhält, von seinem Netto-Lohn wesentlich mehr dazu bezahlen.
Sprich wenn wir also die GKV Beiträge um 5 % absenken, du dafür aber einen Selbstbeteiligung von 2000€ im Jahr hast, dann wäre alles Palletti und alle zufrieden?


Zitat
Die Mehrwertsteuer ist hier vergleichsweise recht gering, das stimmt, dennoch sind Produkte hier nicht besonders billig deshalb.
Klar, ist aber ein anderes Thema.
Die Dänen kommen zum Shoppen nach Deutschland.

Und auch hier gilt wieder:
Est um 5 % senken und dann MWSt auf 25% anheben und der Michel ist glücklich, weil die Abgaben niedriger sind?

Zitat
Das Schlimme ist eigentlich, dass die Politik hier immer nur "Reparaturen" vornimmt, anstatt zu reformieren. Insbesondere bei Rente, Pflege und Krankenkasse ist jetzt nicht neu, dass dieser Kipppunkt kommt. Man weiß schon seit Anfang der 2000er, dass die ab 1970 geborenen Jahrgänge immer kleiner werden.
Falls die die Zeitschrift PM ein Begriff ist, dort habe ich als Teenie schon davon gelesen, und das war in Anfang der 80er
Zitat
Viele europäische Länder haben es ja auch hinbekommen.... nur hier wird einfach immer mehr Geld durch Steuern und höhere Sozialabgaben zum Kitten verwendet.
Das wiederum halte ich für ein Gerücht, dass es andere Länder hinbekommen haben.
Auch hier werden immer wieder Äpfel und Birnen verglichen.

Aber sicherlich haben es viele Länder durch massive Kürzungen in den Systemen etwas "hinbekommen".

Also Rente um 10% kürzen und dann den Beitrag auf 14% absenken wäre sicher ein Lösung.
Das würdest du bestimmt befürworten als jemand der noch weit davon entfernt ist.

Und ja wir haben 2 Dekaden durch den Rürup und Riester verloren, aber das waren immerhin echte Reformen, dass 2 RentenBein aufzustellen (sind aber -typisch deutsch- komplizierte und damit ineffiziente teuere Produkte).

Nur der Deutsche hat das halt nicht auf den Schirm, dass er sich um seine zusätzlich Rente kümmern muss.

Es geht eher darum, dass wir die Generation jetzt sind, der das ganze voll auf die Füße fällt. Die Beamten (und Selbstständigen) sind ja auch fein raus bei der Sache. PKV jetzt meist schon günstiger und da fast alle in der PKV "recht gut" verdienen, wird dies nie so ganz aus dem Ruder laufen wie in der GKV. Über Rente braucht man in dem Zusammenhang gar nicht reden.

Sicherlich gint es Fälle, die es ausnutzen (diese Omis, die eher zum Schnacken zum Arzt gehen anstatt dass sie wirklich was haben). Frage ist, ob man das dann auf alle umteilen muss. Leute, die jetzt 10 Jahre nie mal beim Arzt waren, weil sie gesund waren und dann ein Jahr mal hinmüssen, weil etwas passiert ist.... die dann direkt extrem abzukassieren dafür... auch schwierig.
Nur momentan knallt echt alle zusammen. Wir sind immer noch im Reallohnverlust (ich rede jetzt mal insbesondere von Leuten, die erst nach 2019 angefangen haben) und es knallen nun zusätzlich noch die Sozialabgaben oben rauf. Und dass im öD das nicht kompensiert wird, dürfte klar sein, weil die klammen Kommunen dann darauf hinweisen, dass die Lohnnebenkosten so massiv steigen, dass für Erhöhungen des Gehalts keine Möglichkeiten mehr bestehen.
Wird echt dringend Zeit, dass die Wirtschaft mal wieder anspringt.

Naja RV läuft sowohl in Skandinavien als auch in Niederlande und Österreich besser. Zwar sind die Abzüge in Österreich etwas höher bei der RV als hier, das Level der Versorgung aber auch um einiges höher.
Aber für so etwas hätten natürlich Weichen frühzeitig gestellt werden müssen.

Das Aussetzen des Generationenfaktors (Anzahl Einzahler zu Beziehern)zugunsten des 48 % Niveaus ist für jüngere Leute natürlich auch ein krasser Schlag ins Gesicht, weil das die Sozialabgaben noch zusätzlich hochzieht.
Aber naja.... Babyboomer große Wählergruppe... damit verscherzt man es sich lieber nicht und gibt die Lasten zu 100 % an die jüngere Generation anstatt das etwas zu teilen.

Rennten wären dieses Jahr wohl auch um 0,05 % weniger gestiegen ohne die künstliche Anhebung... das summiert sich bis (mindestens) 2031 dann erstmal