Autor Thema: Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung  (Read 405161 times)

Kaiser80

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1860 am: 05.02.2020 10:41 »
Hat einer mal KGSt "Kosten eines Arbeitsplatzes" für IT sagen wir mal EG 10 oder 11 zur Hand? So als Richtwert...
Als Richtwert helfen Dir vielleicht auch die aktuellen Personalkostensätze des Bundes für Tarifkräfte:

E 10
rd. 54.000 €
rd. 69.000 € einschl. Personalnebenkosten
rd. 91.000 € einschl. Sachkosten
rd. 117.000 € einschl. Gemeinkostenzuschlag

E 11
rd. 59.000 €
rd. 74.000 € einschl. Personalnebenkosten
rd. 97.000 € einschl. Sachkosten
rd. 124.000 € einschl. Gemeinkostenzuschlag

Also grob: 120k = 10k mtl. . Den 2k/Tag (Mitte) aus @Otto1 Beispiel FÜNF volle Arbeitstage  .

Je nach Vertragsgestaltung kann ich für 10k/mtl Pauschal aber ne menge IT Dienstleistung einkaufen, die mir EIN IT-Ler in EG10 vermutlich in der Breite nicht bieten kann.
« Last Edit: 05.02.2020 10:52 von Kaiser80 »

Kryne

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1861 am: 05.02.2020 10:51 »
Erzieher werden bei uns, wenn sie als Fachkraft im Anstellungsschlüssel eingesetzt werden, in E8 eingestellt. Wenn sie die Leitungsfunktion in ihrer Einrichtung übernehmen haben sie derzeit die Möglichkeit, je nach Größe der Einrichtung, bis E12 zu kommen. Dieses Einstiegsgehalt, die Aufstiegsmöglichkeiten ohne Weiterbildungen wie ALII und eine Quasi-Jobgarantie halte ich für Anreiz genug die Ausbildung in Teilen selbst zu finanzieren.

In Bayern sind ja die drei der fünf Jahre mit dem größten Praxisteil bereits eh bezahlt. Die übrigen beiden Jahre sind rein schulisch und werden von der Person selbst getragen.

Meine bessere Hälfte ist Erzieherin. In der Realität sieht es so aus, dass man 5 Jahre lang eine Ausbildung absolviert und dafür noch "Schulgeld" bezahlt. Die Entlohnung ist bis auf das letzte halbe Jahr, was in der Praxis stattfindet, gleich null. Hat man da nicht den elterlichen Background, der einen finanziell unterstützt, hängt man fix am Bafög-Tropf. Bezogen auf Thüringen.

Nach den 5 Jahren hat man dann zwar auf Grund der aktuellen Lage im Erzieherbereich die freie Jobauswahl, aber dann kommt eigentlich gleich der nächste Hammer. Vollzeitstellen sind die absolute Ausnahme. Die Entlohnung erfolgt ja zumeist nach der S8a SuE. Von den Stunden her sind irgendwas zwischen 20 und 30 Stunden die absolute Normalität. Man steigt dann also nach 5 Jahren kostspieliger Ausbildung im besten Fall irgendwo mit 1000-1500 Euro netto ein. Selbst in der Endstufe steht man bei gut gemeinten 30h/Woche bei "nur" 1.800 netto.

Wo ist da jetzt konkret der Anreiz? Thematisch hat das aber, dass ist schon richtig, mit Tarifverhandlungen nichts zu tun und natürlich kann man jetzt auch das Totschlagargument bringen "Augen auf bei der Berufswahl", aber den Erzieherjob mit seinen aktuellen Rahmenbedingungen als finanziell reizvoll darzustellen, empfinden ich als etwas realitätsfern.

Meine bessere Hälfte ist ebenso Erzieherin. Ist auch alles soweit korrekt. Aber mein Studium hat mir auch keiner bezahlt.

Ich hab mein gesamtes Studium nebenbei gearbeitet, um mir Miete und Essen leisten zu können. Klar gabs von den Eltern im Rahmen ihrer Möglichkeiten ein bisschen was dazu, aber die Hälfte vom Jahr bin ich Nachtschichten im Rettungsdienst gefahren und ähnliches.

Das Problem ist meiner Meinung nach nicht die "nicht bezahlte" Ausbildung, sondern das Gehalt danach. Das ist aktuell einfach ein Witz und da müsste man mindestens mal 20% draufhauen.

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1862 am: 05.02.2020 11:01 »
Erzieher landen doch in S8a, wenn sie Erziehertätigkeiten ohne jede Heraushebung haben? Das liegt betragsmäßig zwischen E8 und E9a, hebt die Tätigkeit also bereits deutlich aus der Masse der übrigen Ausbildungsberufe heraus.

Phineas

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1863 am: 05.02.2020 12:13 »
Meine bessere Hälfte ist ebenso Erzieherin. Ist auch alles soweit korrekt. Aber mein Studium hat mir auch keiner bezahlt.

Ich hab mein gesamtes Studium nebenbei gearbeitet, um mir Miete und Essen leisten zu können. Klar gabs von den Eltern im Rahmen ihrer Möglichkeiten ein bisschen was dazu, aber die Hälfte vom Jahr bin ich Nachtschichten im Rettungsdienst gefahren und ähnliches.

Das Problem ist meiner Meinung nach nicht die "nicht bezahlte" Ausbildung, sondern das Gehalt danach. Das ist aktuell einfach ein Witz und da müsste man mindestens mal 20% draufhauen.

Entschuldige, aber dass dir dein Studium niemand bezahlt hat, ist kein Argument gegen die Vergütung der Erzieherausbildung. Mit einem Studium eröffnen sich nach Abschluss auch deutlich mehr Möglichkeiten. Als Erzieher ist man eigentlich ziemlich festgelegt. Mit ein paar Ausnahmen.

Trotzdem hast du Recht. Das später gezahlte Gehalt ist für den langen unbezahlten Ausbildungsweg zu niedrig. Ich halte es allerdings für sehr viel wahrscheinlicher, dass die Ausbildung bald überall vergütet wird (geschieht ja peu à peu), als dass die Vergütung nach der Ausbildung deutlich steigt.

Man könnte auch diskutieren, ob es wirklich nötig ist, dass zuvor der Sozialassistent gemacht werden muss. Wieso sollten nicht Abgänger der Haupt/Realschule schon direkt in die Ausbildung einsteigen können. Diese Vereinfachung würde auch für mehr Attraktivität sorgen.

Otto1

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1864 am: 05.02.2020 12:14 »
Erzieher landen doch in S8a, wenn sie Erziehertätigkeiten ohne jede Heraushebung haben? Das liegt betragsmäßig zwischen E8 und E9a, hebt die Tätigkeit also bereits deutlich aus der Masse der übrigen Ausbildungsberufe heraus.

Richtig, aber da ein Mangel besteht muss man wohl noch mehr zahlen oder anderweitig die Attraktivität steigern. Alternativ kann man auch einfach mit dem Mangel leben.

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1865 am: 05.02.2020 12:25 »
Da ist eher der Gesetzgeber gefragt, damit daraus eine gewöhnliche Berufsausbildung wird - und die Voraussetzungen entschlackt werden.

RsQ

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1866 am: 05.02.2020 12:29 »
Sorry, dass ich den Randaspekt hier vertiefe, aber:

Eine Erzieherausbildung dauert FÜNF Jahre? Wow. Ich kenne den Beruf ehrlich gesagt nur aus Eltern-Sicht und möchte mir nicht anmaßen, den nötigen Input oder die pädagogische Qualifikation zu beurteilen. Aber in fünf Jahren werden andere Lehrer ... und fangen mit A12/A13 an. Kein Wunder, dass dann niemand Erzieher werden möchte ...

MaxMustermann90

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1867 am: 05.02.2020 12:29 »
Erzieher werden bei uns, wenn sie als Fachkraft im Anstellungsschlüssel eingesetzt werden, in E8 eingestellt. Wenn sie die Leitungsfunktion in ihrer Einrichtung übernehmen haben sie derzeit die Möglichkeit, je nach Größe der Einrichtung, bis E12 zu kommen. Dieses Einstiegsgehalt, die Aufstiegsmöglichkeiten ohne Weiterbildungen wie ALII und eine Quasi-Jobgarantie halte ich für Anreiz genug die Ausbildung in Teilen selbst zu finanzieren.

In Bayern sind ja die drei der fünf Jahre mit dem größten Praxisteil bereits eh bezahlt. Die übrigen beiden Jahre sind rein schulisch und werden von der Person selbst getragen.

Meine bessere Hälfte ist Erzieherin. In der Realität sieht es so aus, dass man 5 Jahre lang eine Ausbildung absolviert und dafür noch "Schulgeld" bezahlt. Die Entlohnung ist bis auf das letzte halbe Jahr, was in der Praxis stattfindet, gleich null. Hat man da nicht den elterlichen Background, der einen finanziell unterstützt, hängt man fix am Bafög-Tropf. Bezogen auf Thüringen.

Nach den 5 Jahren hat man dann zwar auf Grund der aktuellen Lage im Erzieherbereich die freie Jobauswahl, aber dann kommt eigentlich gleich der nächste Hammer. Vollzeitstellen sind die absolute Ausnahme. Die Entlohnung erfolgt ja zumeist nach der S8a SuE. Von den Stunden her sind irgendwas zwischen 20 und 30 Stunden die absolute Normalität. Man steigt dann also nach 5 Jahren kostspieliger Ausbildung im besten Fall irgendwo mit 1000-1500 Euro netto ein. Selbst in der Endstufe steht man bei gut gemeinten 30h/Woche bei "nur" 1.800 netto.

Wo ist da jetzt konkret der Anreiz? Thematisch hat das aber, dass ist schon richtig, mit Tarifverhandlungen nichts zu tun und natürlich kann man jetzt auch das Totschlagargument bringen "Augen auf bei der Berufswahl", aber den Erzieherjob mit seinen aktuellen Rahmenbedingungen als finanziell reizvoll darzustellen, empfinden ich als etwas realitätsfern.

Meine bessere Hälfte ist ebenso Erzieherin. Ist auch alles soweit korrekt. Aber mein Studium hat mir auch keiner bezahlt.

Das Problem ist meiner Meinung nach nicht die "nicht bezahlte" Ausbildung, sondern das Gehalt danach. Das ist aktuell einfach ein Witz und da müsste man mindestens mal 20% draufhauen.

Es geht nicht darum, dass man den Erziehern etwas schenkt, sondern das man diesen Beruf von der Ausbildung her anderen Ausbildungen gleichstellt und auch hier dual vorgeht. Salopp gesagt sehen Auszubildende je nach Bundesland das erste mal nach 4,5 Jahren ein Kind real vor sich. Wenn man es unbedingt für notwendig erachtet, dann soll man meinetwegen die 5 Jahre beibehalten - dann aber dual mit Schule und praktischen Ausbildungsort beim künftigen Arbeitgeber, welcher die Ausbildung entsprechend zu vergüten hat. Es sollte halt meiner Meinung nach nicht sein, dass man in so einem Beruf erst finanziell in Vorleistung gehen muss.

Ein Studium mit einer Ausbildung zu vergleichen halte ich dazu auch nicht für sinnhaft. Je nach Bundesland/Kita-Gesetz, gibt es hier ja auch relativ straff vorgegebene Karrierewege und Aussichten auf finanzielle Aufstiege. Insofern sollte man schon Ausbildung mit Ausbildung vergleichen und Studium mit Studium.

Spid hat insofern auch recht, dass die Gehälter mit S8a SuE deutlich über der Masse liegen und dadurch auf den ersten Blick auch lukrativ wirken, aber ich bleibe hier auch bei meinem Einwand, dass das nur dann lukrativ ist, solange man auch nahe an der Vollzeit arbeitet. Hier gibt es jedoch sicherlich auch regional Unterschiede. Bei uns gibt es schlicht nicht mehr als 20-30h Verträge. Spätestens dann wird dieser Beruf halt vollends unattraktiv.

Richtig ist aber auch, dass die Quote der Erzieher welche von sich aus in Teilzeit arbeiten, wesentlich höher sein wird als bei einem klassischen Bürojob. Bei den derzeitigen Betreuungsschlüsseln auch ein Stück weit verständlich.

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1868 am: 05.02.2020 12:34 »
Aber in fünf Jahren werden andere Lehrer
Ohne Abitur?
Insofern wird man in 8 Jahren Lehrer.

Schokobon

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1869 am: 05.02.2020 12:38 »
Verstehe das sowieso nicht.
Wenn man mal einen Blick in eine x-beliebige KITA wirft sind die Erzieher/innen zu 90% des Tages damit beschäftigt die Kinder von Fäkalien zu befreien, das gemeinsame Essen nicht zum Lebensmittel-Massaker verkommen zu lassen und die Spielaktivitäten insoweit zu beaufsichtigen, dass sich niemand ernsthaft dabei verletzt.
Die restlichen 10% des Tages dürften Tätigkeiten sein, die man in der Ausbildung vermittelt bekommen hat (Lieder singen, individuell fördern, Pädagogik etc.).
Würde es nicht reichen z.B. 5 ungelernte "Erzieher" und 1 gelernten Erzieher einzusetzen?
Die 5 Ungelernten sollten ja leicht zu finden sein.
Zusammen wären sie 6 und könnten je nach Betreuungsschlüssel X Kinder betreuen.

Ich weiß, Laiengeschwätz...tatsächlich ist der Erzieher ja ein Beruf, der eine unheimliche Tiefe hat und der mit einer schier nicht zu stemmenden Verantwortung einhergeht, die seit jeher "lächerlich" vergütet wird.

Phineas

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1870 am: 05.02.2020 12:56 »
Verstehe das sowieso nicht.
Wenn man mal einen Blick in eine x-beliebige KITA wirft sind die Erzieher/innen zu 90% des Tages damit beschäftigt die Kinder von Fäkalien zu befreien, das gemeinsame Essen nicht zum Lebensmittel-Massaker verkommen zu lassen und die Spielaktivitäten insoweit zu beaufsichtigen, dass sich niemand ernsthaft dabei verletzt.
Die restlichen 10% des Tages dürften Tätigkeiten sein, die man in der Ausbildung vermittelt bekommen hat (Lieder singen, individuell fördern, Pädagogik etc.).
Würde es nicht reichen z.B. 5 ungelernte "Erzieher" und 1 gelernten Erzieher einzusetzen?
Die 5 Ungelernten sollten ja leicht zu finden sein.
Zusammen wären sie 6 und könnten je nach Betreuungsschlüssel X Kinder betreuen.

Ich weiß, Laiengeschwätz...tatsächlich ist der Erzieher ja ein Beruf, der eine unheimliche Tiefe hat und der mit einer schier nicht zu stemmenden Verantwortung einhergeht, die seit jeher "lächerlich" vergütet wird.

Deine Ausführungen sprechen schon dafür, dass du recht wenig Sachkenntnis zum Thema mitbringst.

Otto1

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1871 am: 05.02.2020 13:10 »
Verstehe das sowieso nicht.
Wenn man mal einen Blick in eine x-beliebige KITA wirft sind die Erzieher/innen zu 90% des Tages damit beschäftigt die Kinder von Fäkalien zu befreien, das gemeinsame Essen nicht zum Lebensmittel-Massaker verkommen zu lassen und die Spielaktivitäten insoweit zu beaufsichtigen, dass sich niemand ernsthaft dabei verletzt.
Die restlichen 10% des Tages dürften Tätigkeiten sein, die man in der Ausbildung vermittelt bekommen hat (Lieder singen, individuell fördern, Pädagogik etc.).
Würde es nicht reichen z.B. 5 ungelernte "Erzieher" und 1 gelernten Erzieher einzusetzen?
Die 5 Ungelernten sollten ja leicht zu finden sein.
Zusammen wären sie 6 und könnten je nach Betreuungsschlüssel X Kinder betreuen.

Ich weiß, Laiengeschwätz...tatsächlich ist der Erzieher ja ein Beruf, der eine unheimliche Tiefe hat und der mit einer schier nicht zu stemmenden Verantwortung einhergeht, die seit jeher "lächerlich" vergütet wird.

Deine Ausführungen sprechen schon dafür, dass du recht wenig Sachkenntnis zum Thema mitbringst.

Ist es etwa nicht so? Wie soll man sich denn pädagogisch wertvoll mit den Kindern beschäftigen wenn man 2 Erzieher und 20 Kinder hat. Hauptsache die kleinen überleben und sind an einem Stück wenn die Eltern sie nach 10h abholen.

Alien1973

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1872 am: 05.02.2020 13:46 »
Ihr bringt da was durcheinander was die Erzieherinnen betrifft.

Nach 3 Jahren Lehre kann man sich Kinderpflegerin nennen, nach weiteren 2 Jahren Kindererzieherin. Zumindest ist das in Bayern so.
In einer Kita ist meist lediglich die Leiterin eine Erzieherin, alle anderen sind Pflegerinnen. Und wenn sie Erzieherinnen sind, dann werden sie lediglich nach Pflegerin bezahlt. So kenne ich das von meiner Tochter.

Dazu kommt, dass die werten Damen alle nach den eigenen Kindern wieder einsteigen wollen und dann natürlich lediglich auf Teilzeit. Meine Tochter hat nach der Ausbildung eine Stelle gesucht, 9 von 10 waren für 20-30 Std. in der Woche ausgelegt. Das ist toll für die Mama, die auch bei den eigenen Kindern sein will. Aber das ist oberkacke für ein junges Mädchen das gerade am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn steht.

Das Ende vom Lied, sie schult jetzt um zur Heilerziehungspflegerin. Davor aufgrund zu geringem Mindestalter ein Soziales Jahr und ein Praktikum gemacht, alle beide AG's hätten das Mädel mit Handkuss behalten. Sie wird im Herbst fertig und kann sich die Stelle aussuchen, auf Vollzeit. Das die Pflege nicht das gelbe vom Ei ist, ist klar. Aber auch dort gibt es gute Stellen. Meine Schwägerin begleitet kranke Kinder in der Schule, also geregelte Arbeitszeiten, kein Schichtdienst, keine Pflege von bettlägrigen Alten. Noch dazu recht gut bezahlt.

superbraz

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1873 am: 05.02.2020 14:13 »
Je nach Vertragsgestaltung kann ich für 10k/mtl Pauschal aber ne menge IT Dienstleistung einkaufen, die mir EIN IT-Ler in EG10 vermutlich in der Breite nicht bieten kann.

Kannst du probieren - bei einem entsprechenden Dienstleister wartest du aber gern auch mal auf freie Termine und bis die Technik wieder läuft, steht die Arbeit still. Da sparst du die 10k mit einem eigenen IT´ler gern auch mal locker an einem Tag. Kann man sich, wie so vieles, schön oder schlecht rechnen ;)

DiVO

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1874 am: 05.02.2020 14:27 »
In einer Kita ist meist lediglich die Leiterin eine Erzieherin, alle anderen sind Pflegerinnen. Und wenn sie Erzieherinnen sind, dann werden sie lediglich nach Pflegerin bezahlt. So kenne ich das von meiner Tochter.

So ein Bullshit. Im BayKiBiG sind klare Anstellungsschlüssel vorgegeben, die jede Einrichtung erfüllen muss, damit sie staatliche Fördergelder erhält und keine Kindswohlgefährung vorliegt. In diesem Anstellungsschlüssel wird zwischen Fachkraft (=Erzieherin) und Ergänzungskraft (=Kinderpflegerin) unterschieden. Auf maximal 10,9 gebuchten Betreuungsstunden muss mindestens 1,0 Erzieherstunden kommen.

Verinfacht ausgedrückt bedeutet das: Sobald in der Kita elf Kinder sind brauchst du rein rechnerisch bereits eine zweite Erzieherin. Es reicht also nicht, wenn nur die Leitung Erziehung ist. Die Einhaltung dieser Schlüssel wird laufend überprüft. Du kannst hier auch keine Mitarbeiterin als Kinderpflegerin zahlen und als Erzieherin in den Anstellungsschlüssel reinrechnen, fällt spätestens bei der Belegprüfung auf.