Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung

Begonnen von armerknecht, 08.10.2019 07:42

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Trelle79

Das war Sinn und Zweck meines Beitrages.  ;)

WasDennNun

Zitat von: Otto1 in 13.04.2020 12:45
In der Praxis halte ich das für komplett unrealistisch. Tut mir leid. Dann können wir die EGs und die EGO abschaffen und jeder verhandelt wie er will.
Du hast immer noch nicht verstanden, dass es nur eine perverse Eigenart des öDs ist, dass die ein Tarif als Maximalbezahlung ansehen, oder?
Und das eben diese verkrustete geistige Haltung einer der Gründe ist, warum der öD einen schlechte Ruf hat.
Das perverse ist, dass jemand wie du, der ja das Problem durchaus erkannt hat, sich vehement gegen eine Lösung des Problems ausspricht, weil er an diese Perversion festhalten will.

WasDennNun

Zitat von: Otto1 in 13.04.2020 13:00
Ja richtig, aber deswegen bekommen wir ja keine Bewerbungen. Da schaut man dann vor der Bewerbung in die Tabelle: Ohh 4.000 Euro...woanders bekomme ich 6.000.... na dann... und das Image des öD... hier gibts nichts zu holen...
Wir bekommen trotzdem Bewerbungen, kann also nicht nur am TV liegen.


Spid

Zitat von: WasDennNun in 13.04.2020 15:57
Zitat von: Otto1 in 13.04.2020 12:45
In der Praxis halte ich das für komplett unrealistisch. Tut mir leid. Dann können wir die EGs und die EGO abschaffen und jeder verhandelt wie er will.
Du hast immer noch nicht verstanden, dass es nur eine perverse Eigenart des öDs ist, dass die ein Tarif als Maximalbezahlung ansehen, oder?
Und das eben diese verkrustete geistige Haltung einer der Gründe ist, warum der öD einen schlechte Ruf hat.
Das perverse ist, dass jemand wie du, der ja das Problem durchaus erkannt hat, sich vehement gegen eine Lösung des Problems ausspricht, weil er an diese Perversion festhalten will.

Die grundsätzliche Orientierung am Tarif als Minimal- und Maximalentgelt ist Ausfluß der Grundsätze der Bewirtschaftung öffentlicher Gelder, hier vordergründig das Sparsamkeitsprinzip. Daran ist nichts ,,pervers" - und auch nichts falsch. Es ist nämlich lediglich ein Grundsatz, von dem abgewichen werden kann. Die Abweichung macht lediglich mehr Arbeit. Problematisch ist es nur dann, wenn der Grundsatz zum Dogma wird - bei Ländern dann häufig auch als Problem für Kommunen und Zuwendungsempfänger.

armerknecht

Folgendes Tarifergebnis wurde bei Deutsche Telekom erzielt, wird es sich auch in diese Richtung im TVÖD bewegen?

EG 1-5: Anhebung um 3,0% zum 1.7.2020 und weitere 2,0% zum 1.7.2021
EG 6: Anhebung um 2,8% zum 1.7.2020 und weitere 2,0% zum 1.7.2021
EG 7-10: Anhebung um 2,6% zum 1.7.2020 und weitere 2,0% zum 1.7.2021


Spid

Wie kommt Kuhscheiße aufs Dach?

Otto1

Zitat von: WasDennNun in 13.04.2020 15:58
Zitat von: Otto1 in 13.04.2020 13:00
Ja richtig, aber deswegen bekommen wir ja keine Bewerbungen. Da schaut man dann vor der Bewerbung in die Tabelle: Ohh 4.000 Euro...woanders bekomme ich 6.000.... na dann... und das Image des öD... hier gibts nichts zu holen...
Wir bekommen trotzdem Bewerbungen, kann also nicht nur am TV liegen.

An der polnischen Grenze?

Otto1

Zitat von: Spid in 13.04.2020 16:12
Zitat von: WasDennNun in 13.04.2020 15:57
Zitat von: Otto1 in 13.04.2020 12:45
In der Praxis halte ich das für komplett unrealistisch. Tut mir leid. Dann können wir die EGs und die EGO abschaffen und jeder verhandelt wie er will.
Du hast immer noch nicht verstanden, dass es nur eine perverse Eigenart des öDs ist, dass die ein Tarif als Maximalbezahlung ansehen, oder?
Und das eben diese verkrustete geistige Haltung einer der Gründe ist, warum der öD einen schlechte Ruf hat.
Das perverse ist, dass jemand wie du, der ja das Problem durchaus erkannt hat, sich vehement gegen eine Lösung des Problems ausspricht, weil er an diese Perversion festhalten will.

Die grundsätzliche Orientierung am Tarif als Minimal- und Maximalentgelt ist Ausfluß der Grundsätze der Bewirtschaftung öffentlicher Gelder, hier vordergründig das Sparsamkeitsprinzip. Daran ist nichts ,,pervers" - und auch nichts falsch. Es ist nämlich lediglich ein Grundsatz, von dem abgewichen werden kann. Die Abweichung macht lediglich mehr Arbeit. Problematisch ist es nur dann, wenn der Grundsatz zum Dogma wird - bei Ländern dann häufig auch als Problem für Kommunen und Zuwendungsempfänger.

Richtig. Kann diese Problem tariflich gelöst werden?

Spid

Durchaus. Solange man innerhalb der tariflichen Regelungen bleibt, kann das Land nur ganz doll mit dem Fuß aufstampfen und zum Schmollen in die Ecke gehen.

WasDennNun

Zitat von: Spid in 13.04.2020 16:12
Die grundsätzliche Orientierung am Tarif als Minimal- und Maximalentgelt ist Ausfluß der Grundsätze der Bewirtschaftung öffentlicher Gelder, hier vordergründig das Sparsamkeitsprinzip. Daran ist nichts ,,pervers" - und auch nichts falsch. Es ist nämlich lediglich ein Grundsatz, von dem abgewichen werden kann. Die Abweichung macht lediglich mehr Arbeit. Problematisch ist es nur dann, wenn der Grundsatz zum Dogma wird - bei Ländern dann häufig auch als Problem für Kommunen und Zuwendungsempfänger.
Es ist für mich pervers, wenn man an diesem "Dogma" des Sparsamkeitsprinzipes festhält, und dadurch ein vielfaches an Ausgaben hat.
Es werden aller Ortens ein vielfaches an Ausgaben für Berater und externen Dienstleister bezahlt, weil man sich nicht das übertarifliche Gehalt leisten "darf", um für diese Tätigkeiten eigenes Personal zu halten.
Bei Kommunen wahrscheinlich nicht so ausgeprägt wie auf Landes/Bundesebene, wo ich es beobachten und bisher leider seltenst verhindern konnte.

WasDennNun

Zitat von: Otto1 in 13.04.2020 17:37
Zitat von: WasDennNun in 13.04.2020 15:58
Zitat von: Otto1 in 13.04.2020 13:00
Ja richtig, aber deswegen bekommen wir ja keine Bewerbungen. Da schaut man dann vor der Bewerbung in die Tabelle: Ohh 4.000 Euro...woanders bekomme ich 6.000.... na dann... und das Image des öD... hier gibts nichts zu holen...
Wir bekommen trotzdem Bewerbungen, kann also nicht nur am TV liegen.

An der polnischen Grenze?
Nein, überall in der BRD, an der polnischen/tschechischen Grenze ist aber in der Tat einfacher.

Otto1

Zitat von: armerknecht in 13.04.2020 17:01
Folgendes Tarifergebnis wurde bei Deutsche Telekom erzielt, wird es sich auch in diese Richtung im TVÖD bewegen?

EG 1-5: Anhebung um 3,0% zum 1.7.2020 und weitere 2,0% zum 1.7.2021
EG 6: Anhebung um 2,8% zum 1.7.2020 und weitere 2,0% zum 1.7.2021
EG 7-10: Anhebung um 2,6% zum 1.7.2020 und weitere 2,0% zum 1.7.2021

Ich verstehe einfach nicht, dass Leute mit Dorfschulabschluss und dualer Ausbildung einen besseren Tarifabschluss erhalten, als Leute, die sich nicht mit Büchsenbier und mit der Dorfmatratze an der Bushaltestelle vergnügt, sondern zuerst für ihr Abitur und danach für ihr Diplom an der Hochschule gepaukt haben. So wird man natürlich nicht für die dringend benötigten Fachkräfte attraktiv...

Spid

Zitat von: WasDennNun in 13.04.2020 17:47
Zitat von: Spid in 13.04.2020 16:12
Die grundsätzliche Orientierung am Tarif als Minimal- und Maximalentgelt ist Ausfluß der Grundsätze der Bewirtschaftung öffentlicher Gelder, hier vordergründig das Sparsamkeitsprinzip. Daran ist nichts ,,pervers" - und auch nichts falsch. Es ist nämlich lediglich ein Grundsatz, von dem abgewichen werden kann. Die Abweichung macht lediglich mehr Arbeit. Problematisch ist es nur dann, wenn der Grundsatz zum Dogma wird - bei Ländern dann häufig auch als Problem für Kommunen und Zuwendungsempfänger.
Es ist für mich pervers, wenn man an diesem "Dogma" des Sparsamkeitsprinzipes festhält, und dadurch ein vielfaches an Ausgaben hat.
Es werden aller Ortens ein vielfaches an Ausgaben für Berater und externen Dienstleister bezahlt, weil man sich nicht das übertarifliche Gehalt leisten "darf", um für diese Tätigkeiten eigenes Personal zu halten.
Bei Kommunen wahrscheinlich nicht so ausgeprägt wie auf Landes/Bundesebene, wo ich es beobachten und bisher leider seltenst verhindern konnte.

Das Dogma des Sparsamkeitsprinzips führt nicht zu dem geschilderten Problem. Der daraus resultierende Grundsatz hinsichtlich des tariflichen Entgelts ebensowenig. Wenn der aus dem Dogma abgeleitete Grundsatz zum Dogma wird, ergibt sich das Problem. Gründe dafür sind häufig Faulheit, Verständnisprobleme...

WasDennNun

Zitat von: Otto1 in 13.04.2020 17:39
Richtig. Kann diese Problem tariflich gelöst werden?
Ja, s.o. Mehr Spielraum sowohl tariflich, und damit irgendwann auch in den Köpfen.
Letzteres ist tariflich nur lösbar, in dem man die EGO für Personalverantwortliche etc. hochschraubt, damit da gute Personalmanager eingestellt werden können, die bereit sind mehr als Minimal (und evtl. sogar mehr als sie selber bekommen) zu zahlen, weil das nicht an ihr Ego kratzt, sonder weil sie Profis sind.
Und die dieses dann auch machen, wenn es notwendig ist.

Zuvielverdiener

Zitat von: Otto1 in 13.04.2020 17:52
Ich verstehe einfach nicht, dass Leute mit Dorfschulabschluss und dualer Ausbildung einen besseren Tarifabschluss erhalten, als Leute, die sich nicht mit Büchsenbier und mit der Dorfmatratze an der Bushaltestelle vergnügt, sondern zuerst für ihr Abitur und danach für ihr Diplom an der Hochschule gepaukt haben. So wird man natürlich nicht für die dringend benötigten Fachkräfte attraktiv...

Ich verstehe einfach nicht, das alle Leute die kein Studium absolviert haben pauschal abgewertet werden als Leute die mit Büchsenbier und Dorfmatratze sich an der Bushaltestelle vergnügt haben.

Paukt man also auf der Hochschule für ein Diplom damit man hinterher verächtlich auf diese Weise auf die Leute schauen kann die kein Studium haben?
Das sind also alles Leute für die jeder Cent Gehalt über den zu hohen Mindestlohn zu viel ist weil sie sich nur an der Bushaltestelle vergnügt haben?
Sind also Handwerker, Krankenpfleger, Techniker alles Nichtfachkräfte mit "Dorfschulabschluss"?