Autor Thema: Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche  (Read 254000 times)

Zeussowitz

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #1485 am: 21.08.2021 16:06 »
Vereinfacht gesagt soll jeder tun was er kann. Sich also weder persönlich über- noch unterfordern.

Das kann bei der Einzelperson heißen, dass sie den Laden unglaublich nach vorne bringt und bei einer anderen Person halt nicht

Lothar57

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« Antwort #1486 am: 21.08.2021 16:17 »
Vereinfacht gesagt soll jeder tun was er kann. Sich also weder persönlich über- noch unterfordern.

Das kann bei der Einzelperson heißen, dass sie den Laden unglaublich nach vorne bringt und bei einer anderen Person halt nicht
Ja, nee, is klar. Da es aber für "was er kann" keine objektivierbaren Kriterien gibt, hat sich an vielen Stellen im ÖD Mittelmäßigkeit als Standard etabliert.
Ceterum censeo paralleltabellum esse einzufuehrendam.

Spid

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« Antwort #1487 am: 21.08.2021 16:26 »
Selbstverständlich gibt es dafür objektivierbare Kriterien. Der Umstand, ob eine Leistung mittlerer Art und Güte erbracht worden ist, ist einer gerichtlichen Feststellung zugänglich.

Lothar57

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« Antwort #1488 am: 21.08.2021 16:35 »
Selbstverständlich gibt es dafür objektivierbare Kriterien. Der Umstand, ob eine Leistung mittlerer Art und Güte erbracht worden ist, ist einer gerichtlichen Feststellung zugänglich.
Kannst du das bitte mal mal einen Fallbeispiel verdeutlichen.
Ceterum censeo paralleltabellum esse einzufuehrendam.

Spid

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« Antwort #1489 am: 21.08.2021 16:53 »
Es gibt doch endlos Rechtsprechung dazu, gerade auch vom BAG, ausgehend von Urteil v.  20.03.1969 - 2 AZR 283/68 über die Urteile v. 22.07.1982 - 2 AZR 30/81 und v. 17.01.2008 - 2 AZR 536/06 bis hin zum Urteil v. 11.12.2003 - 2 AZR 667/02, welches klar darlegt, wie derlei zu bestimmen ist.

Zeussowitz

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« Antwort #1490 am: 21.08.2021 17:07 »
Vereinfacht gesagt soll jeder tun was er kann. Sich also weder persönlich über- noch unterfordern.

Das kann bei der Einzelperson heißen, dass sie den Laden unglaublich nach vorne bringt und bei einer anderen Person halt nicht
Ja, nee, is klar. Da es aber für "was er kann" keine objektivierbaren Kriterien gibt, hat sich an vielen Stellen im ÖD Mittelmäßigkeit als Standard etabliert.


Ich stimme dir bezüglich des Ergebnisses zu. Der Grund liegt aber nicht in der fehlenden Definition, sondern an versagenden Personalern und Führungskräften. Dies vor allem weil Führungskräfte im ÖD leider oftmals nur Vorgesetzte  (Führung durch Hierarchie) und keine Führungspersönlichkeiten sind. Ausnahmen selbstverständlich ins eine oder andere Extrem.

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« Antwort #1491 am: 21.08.2021 17:25 »
Was schön wäre, wenn die JSZ auf 100% angehoben werden würde. Ansonsten für Stufe 6 Erhöhung 5% extra. Ansonsten 1,5 bis 2,5 % jedes Jahr für die Laufzeit des Tarifvertrags.

Zum Thema "Stufenaufstieg durch Sitzfleisch":

Ich selbst bin dieses Jahr erst von der pW in den öD gewechselt. Als Systemadministrator für EG 9b Stufe 5. Man muß zumindest in der Informatik feststellen, daß der öD deutlich weniger bezahlt, gerade auch für Leute mit Berufserfahrung. Über die Jahre tauscht man halt Arbeitsplatzsicherheit und "geregeltes Drumherum" gegen Geld ein (ich hatte z. B. jahrelang "Vertrauensarbeitszeit" - nie wieder).

Wenn man mir nun meine Berufserfahrung nicht anerkennen würde hätte ich nie in den öD gewechselt. Es sollte auch ankommen, daß Berufserfahrung wichtig ist und daher eine höhere Bezahlung gegenüber Leuten mit weniger Berufserfahrung selbstverständlich sein muß. Irgendwer hat mal gesagt "der Mantel des öffentlichen Dienstes ist eng, aber warm".

Die Arbeit "mittlerer Art und Güte" wird dann auch so umgesetzt, daß man zwar fleißig und akkurat arbeitet, sich jedoch weniger Streß macht als in "der freien", da man ja auch nicht so den Termindruck hat und alles schön per Dienstvorschrift geregelt wird. Wieso sollte man auch  jeden Tag auf 125% laufen, nur um dann in ca. 20 Jahren ernsthafte gesundheitliche Probleme zu bekommen? Wer "high performen" will soll sich halt selbständig machen und den Reichtum und seine ruinierte Gesundheit im Alter "genießen".

Spid

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« Antwort #1492 am: 21.08.2021 17:52 »
Auch in Arbeitsverhältnissen zu privatrechtlich organisierten AG besteht lediglich die Verpflichtung, Leistung mittlerer Art und Güte zu erbringen. AG haben grundsätzlich auch kein Interesse daran, daß mehr als diese geschuldete Leistung erbracht wird.

Welche Arbeitsplatzsicherheit?

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« Antwort #1493 am: 21.08.2021 18:21 »
... Welche Arbeitsplatzsicherheit?
Die welche man als Informatiker über die Jahre hat wenn man die Arbeit nach "mittlerer Art und Güte" verrichtet.

Schon beim Vorstellungsgespräch hat man mir klar kommuniziert, daß das aus Sicht des Arbeitgeber eine "langfristige Stelle" ist und man daher erwarte, daß ich nicht nach fünf Jahren wieder wechsel weil ich festgestellt habe, für meine Berufserfahrung, Fachwissen  und Qualifikation, hoffnungslos unterbezahlt zu werde im öD.

Deshalb muß man da mit der langfristigen Planbarkeit werben, gerade wenn man sich "Digitalisierung 4.0" auf die Agenda schreibt...

Spid

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« Antwort #1494 am: 21.08.2021 18:27 »
Angesichts des Umstandes, daß es lediglich eines Federstriches bedarf, um eine Behörde in die Pampa zu verlegen, hat man vielleicht einen Arbetsplatz sicher - aber halt irgendwo im Land. Oder auch jenseits davon. Und das hat man auch außerhalb des öD.

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« Antwort #1495 am: 21.08.2021 19:02 »
Angesichts des Umstandes, daß es lediglich eines Federstriches bedarf, um eine Behörde in die Pampa zu verlegen, hat man vielleicht einen Arbetsplatz sicher - aber halt irgendwo im Land. Oder auch jenseits davon. Und das hat man auch außerhalb des öD.
Das ja. Steht bei mir direkt im Arbeitsvertrag drinnen, daß wenn der Standort x mal schließen sollte (was in meinem Fall beinahe ausgeschlossen ist), ich zum Standort y versetzt werde. Ja hat man auch außerhalb des öD. Da jedoch dann auch mit spätestens Mitte 50 das "Stuhlsägen" seitens des AG, weil zu alt, zu teuer, zu toller Vertrag aus vergangenen Zeiten, etc. All das habe ich im öD, zumindest bei mir auf Arbeit, nicht.

Spid

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« Antwort #1496 am: 21.08.2021 19:06 »
Eben. Es gibt weit mehr als 10.000 AG im öD - höchst unterschiedlicher Art und Größe. Es käme auch keiner auf die Idee, Amazon und den Steffenhof oder VW und Trt Oil off in einen Topf hinsichlich der Arbeitsbedingungen zu schmeißen.

WasDennNun

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« Antwort #1497 am: 22.08.2021 14:10 »
Nein, so „versteht“ man es nur, wenn man es nicht versteht. Eine Leistung mittlerer Art und Güte kann absolut unterirdisch, aber auch eine weit überdurchschnittliche oder auch eine durchschnittliche Leistung sein. Sie hängt nämlich von der individuellen Leistungsfähigkeit ab.
Richtig und die Anreizsysteme vom der öD sorgen dafür, das sich diese individuelle Leistungsfähigkeit schneller nach unten bewegt. 8)

WasDennNun

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« Antwort #1498 am: 22.08.2021 14:14 »
Die Arbeit "mittlerer Art und Güte" wird dann auch so umgesetzt, daß man zwar fleißig und akkurat arbeitet, sich jedoch weniger Streß macht als in "der freien", da man ja auch nicht so den Termindruck hat
In den Arbeitsstellen, wo ich Termindruck hatte, dann nur, weil ich die 10T€ Bonus nicht verlieren wollte,
ach ja damals als ich noch Jung und Unerfahren war  ::)

Spid

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« Antwort #1499 am: 22.08.2021 14:15 »
Nein, so „versteht“ man es nur, wenn man es nicht versteht. Eine Leistung mittlerer Art und Güte kann absolut unterirdisch, aber auch eine weit überdurchschnittliche oder auch eine durchschnittliche Leistung sein. Sie hängt nämlich von der individuellen Leistungsfähigkeit ab.
Richtig und die Anreizsysteme vom der öD sorgen dafür, das sich diese individuelle Leistungsfähigkeit schneller nach unten bewegt. 8)
Wie könnten Anreizsysteme derlei bewirken?