Autor Thema: Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche  (Read 187011 times)

Zimm

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #1140 am: 29.07.2021 14:25 »

Arbeitsverhältnisse bestehen zwischen AG und AN. Mithin hat der AG das Besetzungsproblem und könnte daran etwas ändern. Sieht er kein Besetzungsproblem, gibt es auch keines. Der Ausschluß ist eben nicht künstlich - oder wären die genannten Hilfskräfte auch nur ansatzweise in relevanter Zahl in einer der tarifvertragsschließenden Gewerkschaften organisiert?

Die Berliner studentischen Hilfskräfte sind schon recht gut gewerkschaftlich vertreten und haben mit dem TV Stud auch einen eigenen Tarifvertrag, der im bundesweiten Vergleich hinsichtlich der Löhne von Hilfskräften relativ gut ist. Siehe hier: https://www.gew-berlin.de/wissenschaft/studium/chronik-des-streiks/

Die Streiks hatten für einige Probleme im Lehrbetrieb gesorgt, da massenhaft Tutorien ausgefallen sind. Zeitgleich mit den Streiks 2018 gab es mit Unterstützung der Gewerkschaften auch mehrere Gerichtsurteile, dass die Berliner Hochschulen die studentischen Hilfskräfte in Verwaltung, Bibliotheken und IT nach TV-L zu bezahlen haben. In der Folge wurden viele Stellen gestrichen, aber auch viele unbefristete 25-50 % Stellen geschaffen, hauptsächlich im Bereich E2-5, teilweise wurden auch Stellen "outgesourct". Die ehemaligen Hilfskräfte in der IT, die eigentlich keine Hilfskräfte waren, sind mittlerweile bis zur E11 eingruppiert.

Eine Überführung aller studentischen Hilfskräfte in den TV-L halte ich auch nicht für notwendig. Nicht mal bei den Berliner Streiks war das ein Wunsch. Eine Forderung war allerdings eine automatische Erhöhung der Löhne entsprechend der Erhöhungen im TV-L.

öfföff

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« Antwort #1141 am: 29.07.2021 16:01 »
Eine studentische Hilfskraft mit unbefristeter 25% Stelle? Was tut die wenn sie mit dem Studium durch ist?

WasDennNun

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« Antwort #1142 am: 29.07.2021 16:32 »
Eine studentische Hilfskraft mit unbefristeter 25% Stelle? Was tut die wenn sie mit dem Studium durch ist?
Arbeiten gehen.

Spid

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« Antwort #1143 am: 29.07.2021 17:03 »

Arbeitsverhältnisse bestehen zwischen AG und AN. Mithin hat der AG das Besetzungsproblem und könnte daran etwas ändern. Sieht er kein Besetzungsproblem, gibt es auch keines. Der Ausschluß ist eben nicht künstlich - oder wären die genannten Hilfskräfte auch nur ansatzweise in relevanter Zahl in einer der tarifvertragsschließenden Gewerkschaften organisiert?

Die Berliner studentischen Hilfskräfte sind schon recht gut gewerkschaftlich vertreten und haben mit dem TV Stud auch einen eigenen Tarifvertrag, der im bundesweiten Vergleich hinsichtlich der Löhne von Hilfskräften relativ gut ist. Siehe hier: https://www.gew-berlin.de/wissenschaft/studium/chronik-des-streiks/

Die Streiks hatten für einige Probleme im Lehrbetrieb gesorgt, da massenhaft Tutorien ausgefallen sind. Zeitgleich mit den Streiks 2018 gab es mit Unterstützung der Gewerkschaften auch mehrere Gerichtsurteile, dass die Berliner Hochschulen die studentischen Hilfskräfte in Verwaltung, Bibliotheken und IT nach TV-L zu bezahlen haben. In der Folge wurden viele Stellen gestrichen, aber auch viele unbefristete 25-50 % Stellen geschaffen, hauptsächlich im Bereich E2-5, teilweise wurden auch Stellen "outgesourct". Die ehemaligen Hilfskräfte in der IT, die eigentlich keine Hilfskräfte waren, sind mittlerweile bis zur E11 eingruppiert.

Eine Überführung aller studentischen Hilfskräfte in den TV-L halte ich auch nicht für notwendig. Nicht mal bei den Berliner Streiks war das ein Wunsch. Eine Forderung war allerdings eine automatische Erhöhung der Löhne entsprechend der Erhöhungen im TV-L.

Die Berliner SHK sind aber bundesweit ein Fliegenschiss, weshalb das als Entgegnung nicht trägt.

TZSteinbock

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« Antwort #1144 am: 29.07.2021 17:26 »
Inflation aktuell bei 3,8 % ... Tendenz weiter steigend...  es wird spannend mit einer Forderung....

LeKai

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« Antwort #1145 am: 29.07.2021 17:53 »
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/inflation-rate-deutschland-101.html

Es wird so oder so auf einen Reallohnverlust hinauslaufen. Wieso macht man sich noch die Mühe zu diesen wiederkehrenden "Verhandlungen".

LeKai

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« Antwort #1146 am: 29.07.2021 17:54 »
Inflation aktuell bei 3,8 % ... Tendenz weiter steigend...  es wird spannend mit einer Forderung....

Und diese Zahlen sind ja bekanntermaßen eh schön gerechnet. Ein Blick auf die Rohstoffpreise (u.a.) sollte genügen.

Hinz

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« Antwort #1147 am: 29.07.2021 20:30 »
Ich habe das Gefühl, dass es hier und da einige "Dienstältere" gibt, die ihren Mehrwert für den Arbeitgeber und die Verrichtung der Arbeit völlig überschätzen.
Ja, absolut.
Ich persönlich würde von einer EG13+ Erhöhung
oder IT EG13 auf IT EG14 heben EGO Änderung
oder IT eigene Tabelle profitieren.

Bin trotzdem dagegen, und würd lieber dieses unsinnig an bleibenden Bestandangestellten rausgeschissene Geld fürs Anwerben von besseren neuen Kollegen verwenden.
Aber dann würde ja kein Brotkrumen für die Bestandkollegen (die eh bleiben egal wieviel man zahlt) übrig bleiben.

Ich bin nicht der Meinung, dass eine bessere Bezahlung nur für neue Mitarbeiter aufgebracht werden soll. Das Lohnniveau sollte sich in Waage halten. Ansonsten zeugt es von Missgunst und fördert gerade eben das Abwandern. Nachteilig für die Ämter wenn Erfahrene gehen.

WasDennNun

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« Antwort #1148 am: 29.07.2021 21:35 »
Ich habe das Gefühl, dass es hier und da einige "Dienstältere" gibt, die ihren Mehrwert für den Arbeitgeber und die Verrichtung der Arbeit völlig überschätzen.
Ja, absolut.
Ich persönlich würde von einer EG13+ Erhöhung
oder IT EG13 auf IT EG14 heben EGO Änderung
oder IT eigene Tabelle profitieren.

Bin trotzdem dagegen, und würd lieber dieses unsinnig an bleibenden Bestandangestellten rausgeschissene Geld fürs Anwerben von besseren neuen Kollegen verwenden.
Aber dann würde ja kein Brotkrumen für die Bestandkollegen (die eh bleiben egal wieviel man zahlt) übrig bleiben.

Ich bin nicht der Meinung, dass eine bessere Bezahlung nur für neue Mitarbeiter aufgebracht werden soll. Das Lohnniveau sollte sich in Waage halten. Ansonsten zeugt es von Missgunst und fördert gerade eben das Abwandern. Nachteilig für die Ämter wenn Erfahrene gehen.
Missgunst ist egal, das zeugt ja nur von Minderwertigkeitskomplexe und fehlende Agilität/Durchsetzungskraft.
Abwandern ist positiv für die Ämter zu denen die Guten gehen, weil sie bei dem anderem Amt keine Zulage bekommen und gut für die Ämter wo die Lowperformer weggehen, weil sie dann Platz und Geld für die guten haben.
Wie ich bereits ausführte, natürlich gibt es auch für diejenigen die man halten will eine bessere Bezahlung, darum via Zulage und nicht via Gießkanne.

Oft spricht die Angst bei vielen öDlern mit, dass sie nicht zu denjenigen gehören, denen man bei Wechselwilligkeit eine Zulage gewährt.

Die Einzige einigermaßen berechtigte Angst ist natürlich die, dass minderwertiges Führungspersonal Nasenfaktoren durchsetzt, also so wie es auch im in der pW teilweise ist.

TVWaldschrat

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« Antwort #1149 am: 29.07.2021 21:43 »
Ich bin auch der Ansicht, dass Missgunst unbeachtlich ist. Viele meiner Kollegen gucken auch missgünstig auf die langjährigen Verwaltungsmitarbeiter (E9bS6/E10S6), die so viel bekommen, wie manche unserer leistungsfähigen Mintler mit 5 Jahren Berufserfahrung (E11S3-5), durch Zulagen und co. (gewusst wie). Aber diese Mintler nutzen ihre Zeit bei uns für Weiterbildungen und springen dann ab.

cyrix42

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« Antwort #1150 am: 29.07.2021 21:52 »
Inflation aktuell bei 3,8 % ... Tendenz weiter steigend...  es wird spannend mit einer Forderung....

Und diese Zahlen sind ja bekanntermaßen eh schön gerechnet. Ein Blick auf die Rohstoffpreise (u.a.) sollte genügen.

"Schön" gerechnet sind diese Zahlen auf jeden Fall. 3/116, oder 2,6 Prozentpunkte (also etwa 2/3 der angegeben Inflationsrate) gehen einfach auf die Rücknahme der temporären Mehrwertsteuer-Senkung von 19% auf 16% zurück. Wenn du damals nicht für eine temporäre Lohnreduktion um 2,5% warst, dann kannst du diesen Anteil bewuem aus der Rechnung herausnehmen. Es verbleibt ein realer -- Mehrwertstuer-unabhängiger -- Preisanstieg von ca. 1,3%.

Wenn du jetzt auf Rohstoffpreise schauen willst, dann frage ich mich, wie viel Silizium oder Kupfer du so im Monat isst.  Beim Brötchen dürften die Personalkosten des Beckers weitaus höheren Anteil haben, als die des Mehls...

Isi

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« Antwort #1151 am: 29.07.2021 22:58 »
Inflation aktuell bei 3,8 % ... Tendenz weiter steigend...  es wird spannend mit einer Forderung....

Und diese Zahlen sind ja bekanntermaßen eh schön gerechnet. Ein Blick auf die Rohstoffpreise (u.a.) sollte genügen.

"Schön" gerechnet sind diese Zahlen auf jeden Fall. 3/116, oder 2,6 Prozentpunkte (also etwa 2/3 der angegeben Inflationsrate) gehen einfach auf die Rücknahme der temporären Mehrwertsteuer-Senkung von 19% auf 16% zurück. Wenn du damals nicht für eine temporäre Lohnreduktion um 2,5% warst, dann kannst du diesen Anteil bewuem aus der Rechnung herausnehmen. Es verbleibt ein realer -- Mehrwertstuer-unabhängiger -- Preisanstieg von ca. 1,3%.

Wenn du jetzt auf Rohstoffpreise schauen willst, dann frage ich mich, wie viel Silizium oder Kupfer du so im Monat isst.  Beim Brötchen dürften die Personalkosten des Beckers weitaus höheren Anteil haben, als die des Mehls...

Selbst noch nie selbst einkaufen gewesen was?

Von Januar bis Juni sind die Kosten unsere monatlichen Einkäufe (und ich spreche hier nur von den Dingen des täglichen Bedarfs ohne Elektronik, Autos und neuen Handyverträgen) um 10% gestiegen. Dabei haben sich weder Mengen, nocht Ort des Einkaufs (reg. Märkte) geändert. 3% Inflation sind dann wohl eher 6%

WasDennNun

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« Antwort #1152 am: 30.07.2021 07:20 »
Von Januar bis Juni sind die Kosten unsere monatlichen Einkäufe (und ich spreche hier nur von den Dingen des täglichen Bedarfs ohne Elektronik, Autos und neuen Handyverträgen) um 10% gestiegen. Dabei haben sich weder Mengen, nocht Ort des Einkaufs (reg. Märkte) geändert. 3% Inflation sind dann wohl eher 6%
Meine Kosten fürs Wohnen sind in den letzten 5 Jahren um 10% gesunken.
Für die Fahrten zur Arbeit 0% Veränderung.
Gastro/Kneipe/Imbiss auch 0% in den letzten 2 Jahren (was ich erstaunlich finde)
Tja, die individuelle Inflationsraten sind schon arg unterschiedlich.
Gibt da ja ne schöne Seite, wo man seinen individuelle Inflationswarenkorb eingeben kann und die individuelle  Inflation im Vergleich sehen kann.

In den letzten 10 Jahren war doch die Tarifentwicklung im Vergleich zur Teuerungsrate immer Positiv. Während es in den 20 Jahren davor um die 0 gependelt ist.
Trotzdem muss der Aufschlag für TV-L höher ausfallen als das was TVöD bekommen hat, um da aufzuholen.

Wdd3

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« Antwort #1153 am: 30.07.2021 07:24 »
https://www.aldi-nord.de/produkte/preissenkung.html

@Isi, LeKai, TZSteinbock...Möglicherweise kann eine Änderung eures Einkaufsverhaltens zur verbesserung eurer finanziellen Lage beitragen.
Womöglich sind diese Preissenkungen z. T. doch wieder zurückgenommen worden. Da die Senkungen aus diesem Jahr stammen tragen sie nicht zur Inflation ´20/´21 bei.
Bei wichtigen Grundnahrungsmitteln wie Eis, Schokolade und alkoholhaltigen Kaltgetränken  8) hat es auch keine Teuerung gegeben.
Inflation ist eine berechenbare Größe. Sie verändert sich nicht durch subjektive Wahrnehmung.


Wdd3

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« Antwort #1154 am: 30.07.2021 07:45 »

Meine Kosten fürs Wohnen sind in den letzten 5 Jahren um 10% gesunken.
Für die Fahrten zur Arbeit 0% Veränderung.
Gastro/Kneipe/Imbiss auch 0% in den letzten 2 Jahren (was ich erstaunlich finde)
Tja, die individuelle Inflationsraten sind schon arg unterschiedlich.


Die Wohnkosten sind ein tolles Beispiel. Miete vs Zinsen für Eigentum haben mir mal rd. 40% Ersparnis gebracht.
Ich habe trozdem keine Angst vor einer Deflation. 8)