Autor Thema: Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche  (Read 233508 times)

Doso

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #1755 am: 26.08.2021 18:59 »
Bei den Forderungen muss das ja zumindest im Warnstreik enden. Wie streikt man eigentlich wenn man im Home Office ist? o_o

Spid

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« Antwort #1756 am: 26.08.2021 19:03 »
So, wie man immer streikt: man legt die Arbeit nieder.

Lothar57

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« Antwort #1757 am: 26.08.2021 19:06 »
Warnstreiks gehören zum Ritual. Eine Abschlussrelevanz haben sie allerdings kaum. Kleine Gruppen von Unentwegten streifen sich bedruckte Mülltüten über den Kopf und ziehen mit Trillerpfeifen und Ratschen durch die Wohngebiete. Vor dem Rathaus stellen sie dann die Höhe der Prozentualen Erhöhung pantomimisch dar und singen umgetextete Protestlieder von Pete Seeger. Vorher gibt’s belegte Brötchen und Kaffee von der Gewerkschaft.


Hat es eigentlich irgendwann mal einen Erzwingungsstreik im Bereich des TV-L gegeben? Ich kann mich nicht erinnern.
Ceterum censeo paralleltabellum esse einzufuehrendam.

Otto1

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« Antwort #1758 am: 26.08.2021 19:09 »
Und? Besser als es den Minions hinterherzuwerfen.

 ;D

algo86

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« Antwort #1759 am: 26.08.2021 19:18 »
Weitere kurze Statements der Verdi-Verhandlungsführung im Interview auf Nachfragen der Verdi-Basis (Gedächtnisprotokoll):

Corona-Bonus?
Wollen wir nicht. Tabellenwirksame Erhöhungen sind immer besser. Wird der AG aber vermutlich mit einbringen, da diese für ihn steuer- und sozialversichungsfrei sind

Arbeitszeit, WAZ, Arbeitsteilzeit?
Das Thema ist uns absolut bewusst, auch in Hinblick mit der letzten großen Mitgliederbefragung. Allerdings wird diese Tarifrunde sehr hart und das Thema Arbeitszeit ist ein großer Brocken. Die Chancen zur Umsetzung werden als zu gering eingeschätzt. Man möchte das Thema zu späterer Tarifrunde angehen.

Homeoffice-recht?
Das können die Betriebe besser vor Ort individuell klären, da braucht es keinen flächendeckenden Tarifvertrag.

Jobrad?
Wollen wir nicht. Ist schlecht für die Altersvorsorge. Wird der AG aber vermutlich mit einbringen.

Stufengleiche Höhergruppierung?
Ja wollen wir!

Ich kann diese dämliche Ansicht zum Thema jobrad nicht mehr hören. Die sollen das doch bitte jedem selbst überlassen. Wird doch keiner gezwungen ein Jobrad zu leasen... Ich hoffe die TDL bringt das mit rein.

Arno-Nühm

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« Antwort #1760 am: 26.08.2021 19:27 »
Für mich stellt sich eher die Frage, für was es eine (Mitglieder)Befragung gegeben hat? Alles wie immer nur eine Luftnummer! Aber das war nicht anders zu erwarten... Völlig unglaubwürdig dieser Laden!

Spid

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« Antwort #1761 am: 26.08.2021 19:34 »
Das würde ich tatsächlich gerne tun. Dafür bräuchte ich aber zumindest sinnvolle Annahmen, wie sich bisher die Beschäftigten einer Entgeltgruppe auf die Stufen verteilen. Momentan behandle ich ja jede Gruppe als Monolith, der das Durchschnittseinkommen aller Beschäftigten in dieser Gruppe bekommt. Das ist dann keine sinnvolle Näherung mehr...

Das läßt sich zumindest für unsere Zwecke ausreichend wie folgt machen:
Bekannt sind die Entgelte in den einzelnen Stufen, das arithmetische Mittel und die Gesamtzahl der in der jeweiligen Entgeltgruppe beschäftigten. Du dividierst den Betrag der Differenz zwischen dem Tabellenentgelt der Stufe 1 und dem arithmetischen Mittel durch den Betrag der Differenz der Stufe 1 und Stufe 6 und multiplizierst dies mit der Anzahl der Beschäftigten. Diese ordnest Du der Stufe 6 zu, die übrigen der Stufe 1. Die Zuordnung zu den übrigen Stufen ist für die Ausgangslage von sehr untergeordneter Bedeutung und fällt unter den Tisch.


Geschädigter

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« Antwort #1762 am: 26.08.2021 19:59 »
Gefordert werden 5% bei 12 Monaten Laufzeit und einen Mindestbetrag von 150 Euro.

Daraus werden dann 2,5% über eine Laufzeit von 36 Monaten  >:(

Lothar57

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« Antwort #1763 am: 26.08.2021 20:22 »
Gefordert werden 5% bei 12 Monaten Laufzeit und einen Mindestbetrag von 150 Euro.

Daraus werden dann 2,5% über eine Laufzeit von 36 Monaten  >:(

So ungeschickt sind die nicht. Es werden im ersten Jahr 2,5%, im zweiten 2,0 % und im dritten 1 % bei einer Gesamtlaufzeit von vier Jahren. Das ganze wird dann von beiden Seiten als 5,5 % verkauft, von der TDL  mit demonstrativ schmerzverzerrten Gesichtern und von ver.di mit Sätzen wie "Heute ist ein guter Tag für die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst.
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cyrix42

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« Antwort #1764 am: 26.08.2021 21:12 »
Das würde ich tatsächlich gerne tun. Dafür bräuchte ich aber zumindest sinnvolle Annahmen, wie sich bisher die Beschäftigten einer Entgeltgruppe auf die Stufen verteilen. Momentan behandle ich ja jede Gruppe als Monolith, der das Durchschnittseinkommen aller Beschäftigten in dieser Gruppe bekommt. Das ist dann keine sinnvolle Näherung mehr...

Das läßt sich zumindest für unsere Zwecke ausreichend wie folgt machen:
Bekannt sind die Entgelte in den einzelnen Stufen, das arithmetische Mittel und die Gesamtzahl der in der jeweiligen Entgeltgruppe beschäftigten. Du dividierst den Betrag der Differenz zwischen dem Tabellenentgelt der Stufe 1 und dem arithmetischen Mittel durch den Betrag der Differenz der Stufe 1 und Stufe 6 und multiplizierst dies mit der Anzahl der Beschäftigten. Diese ordnest Du der Stufe 6 zu, die übrigen der Stufe 1. Die Zuordnung zu den übrigen Stufen ist für die Ausgangslage von sehr untergeordneter Bedeutung und fällt unter den Tisch.


Verstehe, du willst unter Beibehaltung des Durchschnitts virtuell alle in Stufe 1 bzw. 6 aufteilen -- als ob die Stufen 2 bis 5 unbesetzt wären.

Ich bin gerade dabei, dergleichen zu basteln. Dabei fällt eine Inkonsistenz in den Daten auf: Das Bundesamt für Statistik behauptet in seinem Datensatz, dass der Durchschnittsverdienst eines Vollzeitäquivalents in EG 15 im Juni 2019 ganze 6810€ betragen habe (Tabelle 2.6.2 der entsprechenden Reihe, die du genannt hattest). Das Problem ist: Das Tabellenentgelt nach TV-L in Stufe 6 EG 15 betrug zu dem Zeitpunkt nur 6559€. Selbst, wenn man die Jahressonderzahlung anteilig berücksichtigt, landet man hier nur bei 6744€. (Dementsprechend führt dein Ansatz dann auch zu dem Ergebnis, dass wohl 103% der Beschäftigten der EG 15 in Stufe 6 waren und -3% in Stufe 1...) In allen anderen Gruppen kommen zumindest vorstellbare Zahlen heraus, sodass ich annehme, dass Leute in EG 15 gern noch irgendwelche Zulagen erhalten, ohne außertrariflich zu sein...

Jetzt zu deinem Vorschlag:

Rechne doch mal
E1-E4: Abschaffung der Stufen 3-6, keine lineare Erhöhung
E5-E6: Abschaffung der Stufen 5-6, lineare Erhöhung 3%
E7-E9b: lineare Erhöhung 3%
E10-E12: Abschaffung der Stufen 2-5, lineare Erhöhung 6%
E13: lineare Erhöhung 6%
E14-E15: Abschaffung der Stufeb 2-5, lineare Erhöhung 6%

Die Abschaffung der Stufen 2-5 haben wir virtuell ja nun schon durchgeführt, da sich alle Beschäftigte eben in unserer Stufe 1 oder 6 befinden. In Gruppen E1-E4 willst du die Stufen 3-6 abschaffen; also gehe ich davon aus, dass alle, die jetzt bei uns in der virtuellen Stufe 6 sind, dann das derzeitige Tabellenentgelt der Stufe 2 erhalten sollen; analog bei E5-E6 das der Stufe 4 (+ 3%). Bei den anderen Gruppen ist (bis auf die lineare Erhöhung) dann nichts zu tun.

Wenn man das so durchzöge, dann würde sich in meiner Rechnung das Gesamt-Budget um 3,8% gegenüber dem Status Quo erhöhen (wobei ich die Jahressonderzahlungen unberücksichtigt gelassen habe). Wobei dies natürlich Lohnkürzungen von bis zu 14% (in EG 2) bzw. 12,3% (in EG 4) nach sich ziehen würde...


Spid

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« Antwort #1765 am: 26.08.2021 21:33 »
Also das perfekte Gegenangebot der TdL.

TVLTechniker

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« Antwort #1766 am: 26.08.2021 22:38 »
Warum kann man hier nicht einfach gewisse Personen "blocken"?? :o

Sozialarbeiter

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« Antwort #1767 am: 27.08.2021 02:02 »
Für mich stellt sich eher die Frage, für was es eine (Mitglieder)Befragung gegeben hat? Alles wie immer nur eine Luftnummer! Aber das war nicht anders zu erwarten... Völlig unglaubwürdig dieser Laden!

Wiedergabe der Verdi Verhandlungsführung, Gedächtnis-protokollartig, ohne Anspruch auf ähnlichen Wortlaut, allerdings inhaltlicher Ähnlichkeit:
Ziel der Mitgliederbefragung war es den Willen der TBs entsprechend aufzunehmen, damit zukünftige Forderungen angepasst formuliert werden können. Die Wünsche stellen aber einen "großen und nicht einfach durchsetzbaren "Verhandlungsbrocken" dar."
Gleichzeitig liegt im Bereich des TVL eine viel größeres Wirrwarr vor, im Vergleich zum TVöD, wo "nur" Zwischen Ost und West und nicht zwischen 15 Bundesländern mit einer Spannweite von <39h - >40h WAZ unterschieden wird. Die BTöD kam daher zum Schluss dieses Theme um ein Jahr in die nächste Tarif Runde zu verschieben. Die Erfolgschancen werden als zu gering bewertet um große Schritte vereinbaren und durchsetzen zu können. Weiterhin besteht die Befürchtung, dass bei einem "schwachen Ergebnis" das Thema vorerst vom Tisch wäre und in weiteren Tarifrunden durch den AG nicht akzeptiert wird. Das Thema soll daher gründlich für eine Tarifrunden mit besseren Bedingungen vorbereitet werden.

Sozialarbeiter

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« Antwort #1768 am: 27.08.2021 02:08 »
Weitere kurze Statements der Verdi-Verhandlungsführung im Interview auf Nachfragen der Verdi-Basis (Gedächtnisprotokoll):

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Arbeitszeit, WAZ, Arbeitsteilzeit?
Das Thema ist uns absolut bewusst, auch in Hinblick mit der letzten großen Mitgliederbefragung. Allerdings wird diese Tarifrunde sehr hart und das Thema Arbeitszeit ist ein großer Brocken. Die Chancen zur Umsetzung werden als zu gering eingeschätzt. Man möchte das Thema zu späterer Tarifrunde angehen.

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Ergänzung:

Bonus/Sondervereinbarung nur für Gewerkschaftsmitglieder?
Wird die TDL nicht annehmen, da dann ein Anreiz entstehen würde, in die Gewerkschaft einzutreten. Es sei daher im Interesse des AGs die Ergebnisse für die Tarifbeschäftigten auf alle Beschäftigen zu übertragen, um die Gewerkschaft klein zu halten.
Der Passus im Tarifvertrag, dass das Gleichziehen in Bezahlung/Bonus/Sonderbehandlung für Nicht-Gewerkschaftsmitglieder im vgl. Zu Gewerkschaftsmitgliedern nicht zulässig sei, habe vor Gericht keinen Bestand und sei bereits versucht worden.

Bastel

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« Antwort #1769 am: 27.08.2021 06:16 »
Die BTöD kam daher zum Schluss dieses Theme um ein Jahr in die nächste Tarif Runde zu verschieben.

Glauben die daran wirklich? Die nächste Verhandlung ist doch spätestens in 2,5-3 Jahren ::)