Autor Thema: Bürgergeld vs. Morgens aufstehen?  (Read 139010 times)

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Antw:Bürgergeld vs. Morgens aufstehen?
« Antwort #735 am: 16.12.2022 08:55 »
Das "günstig" ist ja ein Scheinpreis - schließlich subventioniert der Kunde ja per Aufstockleistungen oder die Grundrente im Alter nachgelagert den Preis (und die Gewinne des Niedriglohnunternehmers) mit. Und wenn man die Logik konsequent weiterdenkt kann man damit ja auch die Abschaffung aller Sozialleistungen rechtfertigen - wenn man die Leute für Kost und Logis arbeiten lässt sind am Ende noch günstigere Preise drin...
Rein Marktwirtschaftlich betrachtet ist das zutreffend, für unsere soziale Marktwirtschaft jedoch nicht. Daher habe ich auch das Argument der Mindestlöhne angeführt, die in der aktuellen Ausgestaltung eine Unabhängigkeit von Aufstockerleistungen ermöglichen.

Das ist ja eine schwache Sophisterei - nach der Logik könnte man ja auch Strafgefangen unwürdig zu 10 in eine 10qm Zelle sperren, immerhin ist das ja die logische Folge ihres Handelns als Straftäter dass sie jetzt in der Zelle schmoren und insofern wird ja auch die Würde des "anständigen" Bürger gewahrt...
Einem Strafgefangenen wird staatlicherseits jede Einflussmöglichkeit auf Unterkunft und Sicherung des Lebensunterhalts entzogen. Daher muss auch der Staat für ein menschenwürdiges Dasein in diesem Zusammenhang sorgen. Ein Sozialleistungbezieher hat in der Regel Einflussmöglichkeiten auf die Ausgestaltung seines Daseins, der Bezug von z.B. Bürgergeld ist nur an ein Mindestmaß an Mitwirkung gebunden. Insofern hat hier der Bürgergeldbezieher - im Gegensatz zum Strafgefangenen - Handlungsoptionen.

BAT

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Antw:Bürgergeld vs. Morgens aufstehen?
« Antwort #736 am: 16.12.2022 08:59 »
Sanktionen treten unabhängig von eventuellem Schonvermögen ein. Somit wird in allen Fällen, wo ebensolches nicht vorhanden ist, durch die Sanktion per se das Existenzminimum eingeschränkt.


Darum ging es nicht.

BAT

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Antw:Bürgergeld vs. Morgens aufstehen?
« Antwort #737 am: 16.12.2022 09:20 »

Es steht ja jedem frei, durch sein Verhalten auch unterhalb dem Existenzminimum zu leben.

Nun, ja die Opa`sche Anmerkung ist ja nicht vollständig. Selbst wenn man 50 € drauf legte, hatte man mindestens diesen Betrag aber weniger im Regelbedarf, weil die Ausgaben der Vergleichsgruppe nun mal nicht als Grundlagen dienten, sondern gekürzt wurden.

WasDennNun

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Antw:Bürgergeld vs. Morgens aufstehen?
« Antwort #738 am: 16.12.2022 12:01 »
Ich denke worüber man sich im klaren sein sollte, ist dass die Sanktionen nicht die professionellen/ berufsmäßigen Bürgergeldbezieher/Sozialschmarotzer treffen.
Die finden ja mittel und Wege das zu umgehen.

Und ob bei den verlorenen Seelen, die zu stumpf sind und stumpf mit dem Leben überfordert sind, die Sanktionen viel bewirken ist doch fraglich, dient dann ja eher der Volksseele.

Das es neben Bürgergeld noch weiter Vorteile dem Bezieher gegeben werden ist fragwürdig und sorgt für Unmut.
Entweder Bürgergeld reicht und sonst braucht es nix, oder Bürgergeld erhöhen.

Und höhere Freibeträge für das durch Lohn erworbene Geld, damit sich auch monetär die Arbeit lohnt.
Dann wäre die Diskussion ja erledigt.

BAT

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Antw:Bürgergeld vs. Morgens aufstehen?
« Antwort #739 am: 16.12.2022 12:05 »
Das die Umsetzung, selbst der verbliebenen Restsanktionen, in der Praxis nicht funktionieren ist Legion.

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Antw:Bürgergeld vs. Morgens aufstehen?
« Antwort #740 am: 16.12.2022 12:13 »
Ich denke worüber man sich im klaren sein sollte, ist dass die Sanktionen nicht die professionellen/ berufsmäßigen Bürgergeldbezieher/Sozialschmarotzer treffen.
Die finden ja mittel und Wege das zu umgehen.

Nunja, wären sie so professionell mit ihrem Leben, wären sie keine Bürgergeldbezieher / Sozialschmarotzer.

BAT

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Antw:Bürgergeld vs. Morgens aufstehen?
« Antwort #741 am: 16.12.2022 12:41 »
Ist halt die Frage, wie professional man Fortpflanzungsakte einordnen soll.  ;)

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Antw:Bürgergeld vs. Morgens aufstehen?
« Antwort #742 am: 16.12.2022 12:50 »
Ist halt die Frage, wie professional man Fortpflanzungsakte einordnen soll.  ;)

Da gehören dann immer zwei dazu. Einer der gleich, einer der nach 1 Jahr arbeiten gehen könnte ;)

brian

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Antw:Bürgergeld vs. Morgens aufstehen?
« Antwort #743 am: 16.12.2022 12:56 »
Ich denke worüber man sich im klaren sein sollte, ist dass die Sanktionen nicht die professionellen/ berufsmäßigen Bürgergeldbezieher/Sozialschmarotzer treffen.
Die finden ja mittel und Wege das zu umgehen.

Nunja, wären sie so professionell mit ihrem Leben, wären sie keine Bürgergeldbezieher / Sozialschmarotzer.

Manche Menschen bezeichnen doch genau das als professionell. Leben als Sozialschmarotzer auf Kosten der Dummen, die jeden Tag früh aufstehen und arbeiten gehen.

Rumo1895

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Antw:Bürgergeld vs. Morgens aufstehen?
« Antwort #744 am: 16.12.2022 13:01 »
Ich denke worüber man sich im klaren sein sollte, ist dass die Sanktionen nicht die professionellen/ berufsmäßigen Bürgergeldbezieher/Sozialschmarotzer treffen.
Die finden ja mittel und Wege das zu umgehen.

Nunja, wären sie so professionell mit ihrem Leben, wären sie keine Bürgergeldbezieher / Sozialschmarotzer.

Das ist doch eine Aussage mit Nullwert - im Prinzip behaupten sie dass es keine gewerbsmäßigen  Sozialbetrüger geben kann weil diese - wenn sie professionell agieren würden - ja keine Bürgergeldbezieher wären. Und daher greift aus ihrer Sicht das berechtigte Argument, dass die Sanktionen nicht wirken weil sie die Falschen treffen (also nicht die die nicht wollen sondern die die nicht können und dabei durch System fallen) ins Leere. Daraus kann man zwei Schlüsse ziehen - entweder sie verstehen die Problematik nicht oder ihnen geht es um Sanktionen als Selbstzweck,  ich weiß nicht was besser wäre...

yamato

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Antw:Bürgergeld vs. Morgens aufstehen?
« Antwort #745 am: 16.12.2022 13:08 »
Ist halt die Frage, wie professional man Fortpflanzungsakte einordnen soll.  ;)

Da gehören dann immer zwei dazu. Einer der gleich, einer der nach 1 Jahr arbeiten gehen könnte ;)

Als ob man immer zusammen leben würde mit dem Erzeuger, am besten ist es sogar ihn gar nicht zu benennen, Man kann sich ja nicht jedes mal umdrehen wenn man sich bückt, also Vater offiziell unbekannt, Mutter wieder drei Jahre Ruhe vorm Vermittler. Wenn man Glück hat zieht man dem "offiziell" unbekannten Vater noch ein bisschen Geld extra aus der Tasche, natürlich in Bar. 

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Antw:Bürgergeld vs. Morgens aufstehen?
« Antwort #746 am: 16.12.2022 13:18 »
Das ist doch eine Aussage mit Nullwert - im Prinzip behaupten sie dass es keine gewerbsmäßigen  Sozialbetrüger geben kann weil diese - wenn sie professionell agieren würden - ja keine Bürgergeldbezieher wären. Und daher greift aus ihrer Sicht das berechtigte Argument, dass die Sanktionen nicht wirken weil sie die Falschen treffen (also nicht die die nicht wollen sondern die die nicht können und dabei durch System fallen) ins Leere. Daraus kann man zwei Schlüsse ziehen - entweder sie verstehen die Problematik nicht oder ihnen geht es um Sanktionen als Selbstzweck,  ich weiß nicht was besser wäre...

Das ist ein falscher Schluss. Ich sprach ich nie von Sanktionen, sondern dass nur bei Bedürftigkeit Bürgergeld gewährt werden dürfte. Und diese Bedürftigkeit wäre nachzuweisen. Insoweit kann es gar keine Sanktionen geben.

Weiterhin, um bei deiner Argumentation zu bleiben, würden "Sanktionen" immer die Richtigen treffen, nämlich die, die sich nicht an die rechtlichen Vorgaben halten. Leute "die nicht können" wären davon ohnehin nicht betroffen. Denn wer z.B. wegen dauerhafter Erwerbsunfähigkeit (ergänzendes) Bürgergeld erhält, wäre wohl kaum von sanktionsbewehrten Maßnahmen betroffen.

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Antw:Bürgergeld vs. Morgens aufstehen?
« Antwort #747 am: 16.12.2022 13:19 »
Ist halt die Frage, wie professional man Fortpflanzungsakte einordnen soll.  ;)

Da gehören dann immer zwei dazu. Einer der gleich, einer der nach 1 Jahr arbeiten gehen könnte ;)

Als ob man immer zusammen leben würde mit dem Erzeuger, am besten ist es sogar ihn gar nicht zu benennen, Man kann sich ja nicht jedes mal umdrehen wenn man sich bückt, also Vater offiziell unbekannt, Mutter wieder drei Jahre Ruhe vorm Vermittler. Wenn man Glück hat zieht man dem "offiziell" unbekannten Vater noch ein bisschen Geld extra aus der Tasche, natürlich in Bar.

Das ist ein trauriges, wenn in Einzelfällen vielleicht auch realistisches Menschenbild. Jedenfalls keines, welches ich mir für potentielle Bürgergeldbezieher zu Eigen machen werde.

yamato

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Antw:Bürgergeld vs. Morgens aufstehen?
« Antwort #748 am: 16.12.2022 13:51 »
Dann sollten Sie nie in der Unterhaltsstelle eines Jobcenters arbeiten, das würde ihr positives Menschenbild vermutlich zerstören.
Anderes Beispiel sind Scheinvaterschaften, wo irgendein armer Schlucker für Geld die Vaterschaft anerkennt damit die Mutter hierbleiben kann. In vielen Fällen müssen die Frauen dann die Schulden bei den "Organisatoren" durch Prostitution zurückzahlen. Damit dabei möglichst viel für den Zuhälter abfällt beziehen sie natürlich AlG2 zum Leben.
Die Betrugsmaschen hauptsächlich bulgarischer und rumänischer EU Bürger mit Scheinarbeitsverhältnissen und ergänzenden Leistungsbezugs könnte man auch noch nennen.

Auf dieser Grundlage sind die paar faulen AlG2 Bezieher wirklich kein Problem.

WasDennNun

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Antw:Bürgergeld vs. Morgens aufstehen?
« Antwort #749 am: 16.12.2022 13:59 »
Ich denke worüber man sich im klaren sein sollte, ist dass die Sanktionen nicht die professionellen/ berufsmäßigen Bürgergeldbezieher/Sozialschmarotzer treffen.
Die finden ja mittel und Wege das zu umgehen.

Nunja, wären sie so professionell mit ihrem Leben, wären sie keine Bürgergeldbezieher / Sozialschmarotzer.
Nun ja, es gibt durchaus Menschen die intensiv daran arbeiten nicht arbeiten zu müssen 😊