Autor Thema: Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion  (Read 120104 times)

Highwaystar

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #870 am: 21.11.2021 17:39 »
In der Praxis ist dies leider so. Mein Schulleiter (private Ersatzschule, Berufskolleg) arbeitet für E15.

Natürlich kein H4-Fall, für die fühlt sich ja verdi verantwortlich...

XTinaG

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« Antwort #871 am: 21.11.2021 17:45 »
Also hat er schlecht verhandelt. Es ist ein recht gewöhnlicher Umstand des Berufslebens, daß man sein Gehalt verhandelt, wenn es nicht anderweitig festgelegt ist.

thomask1984

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #872 am: 21.11.2021 19:18 »
Also hat er schlecht verhandelt. Es ist ein recht gewöhnlicher Umstand des Berufslebens, daß man sein Gehalt verhandelt, wenn es nicht anderweitig festgelegt ist.

Da hast du Recht Spid.

2006 und 2007 gab es schonmal komplette 0-Runden mit 1-mal-Zahlungen. Wie möchte Verdi so etwas verhindern?

öfföff

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #873 am: 21.11.2021 21:20 »
Haben Arbeitnehmer eigentlich Anspruch "ihre" Tätigkeitsbeschreibung bei der Personalabteilung anzufordern und zugeschickt zu bekommen? Muss der Vorgesetzte zustimmen oder in Kenntnis gesetzt werden?
« Last Edit: 21.11.2021 21:33 von öfföff »

wossen

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« Antwort #874 am: 21.11.2021 21:24 »
XTinaG: Ist im Schulbereich leider so, dass man da bei Leitungspositionen als TBler praktisch nicht verhandeln kann.

Für A16-Stellen findet sich wirklich IMMER irgendein Beamter und für den ist die Bezahlung dann ja auch prima. Beliebt ist es noch, TBlern außertariflich das der Stelle entsprechende Beamtenbrutto (BRUTTO!, natürlich ohne die ergänzenden Familienzuschläge oder so bei Beamten) anzubieten - wenn der TB-Bewerber sich ziert, nuja, dann macht es halt ein Beamter...

TVLfan

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #875 am: 21.11.2021 21:34 »
[...] dann werdens die 3% auf 2 Jahre und 100€ Minimum. Bei gleichzeitiger Neubewertung der Stellen (Arbeitsvorgänge).
Stand das etwa schon im Raum?

verdi hat intern durchklingen lassen, dass sie mit sowas leben könnten, solange der Sockelbetrag hoch ist und es eine hohe Einmalzahlung gibt


Das wäre schon extrem mager! Und 100,- Euro brutto mehr hat man bei plus 3% ab E8 ohnehin.

Ich kann nur hoffen, dass zumindest die stufengleiche Höhergruppierung kommt. Und E16 statt E15Ü! Auch wenn das kaum das Verdi-Klientel betreffen würde.

Oder eine deutliche (!) Erhöhung von Stufe 6.

Hi.

Verdi weiß aber schon, dass es bei Neubewertung der Arbeitsvorgänge zu vielen Herabgruppierungen kommen wird. Bei mir in der Behörde haben viele Gewerkschaftsmitglieder schon klar gesagt, dass dann der Beitrag gespart wird.

Ich hoffe, dass es da zumindest einen Bestandsschutz gibt.

Viele Grüße

öfföff

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« Antwort #876 am: 21.11.2021 21:50 »
Vor einigen Wochen wurde hier ein Artikel gepostet, indem ein verdi-Funktionär sagte dass sowas wenn überhaupt irgendwann, dann nur mit Bestandschutz kommen wird mit verdi.

Isi

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #877 am: 21.11.2021 23:56 »
Vor einigen Wochen wurde hier ein Artikel gepostet, indem ein verdi-Funktionär sagte dass sowas wenn überhaupt irgendwann, dann nur mit Bestandschutz kommen wird mit verdi.

Aber was soll Bestandsschutz überhaupt bedeuten? Eine leere Worthülse -fast so leer wie die Sinnhaftigkeitsfrage des uns zugeteilten Trolls- Bestandsschutz bei 5 Jahren Betriebszugehörigkeit? 10 Jahren? 50 Jahren?

Und gilt der auch wenn neue Tätigkeiten übertragen werden? Oder bei einer Neubewertung?

Ist das Fass offen (ich habe gar nichts dagegen) dann ist es das. Und dann werden manche bluten, und andere nicht. Zukünftige Stellenausschreibungen werden sich dann danach richten, arbeiten wird ausdifferenzierter sein, und zwar nach den Kriterien des Arbeitsvorganges. Das wird dann kompliziert (nicht unbedingt schlechter) aber sehr streitanfällig.

Zu den Lehrern: das Problem bei Ü15 Stellen ist schlicht und ergreifend: Es gibt im System keine andere Entsprechung. Sollte ein Bundesland einem angestellten Lehrer mehr Geld zahlen, als einem verbeamteten Lehrer in ähnlicher Position...

3 Dinge zum Grundwissen:
1. Die Parlamente und großen Parteien sind seit 40 Jahren regelrecht unterwandert von den Vertretern der Beamten (und ihnen selbst).
Die Musebrotviertel (in denen diese Bewegung ihren Anfang nahm) gibt es nicht mehr, wohl aber Kinder und Enkelkinder wichtiger Beamter die Heute hohe Parteiämter inne haben (vor allem in Bayern&BW)
2. Die Vorsitzenden unserer (Witz) Gewerkschaften wie z.B. Bsirske haben sich lange Jahre der Politk angedient um dort Kariere machen zu können. Da wurde nicht für den "kleinen" Mann gekämpft, sondern nur für sich selbst.
Das kann man Verrat oder Vorteilsnahme oder schlicht Lügen nennen ... es ist wir es war und es bleibt so lange so bis jemand das ändert bzw. sich wehrt.
3. Wer glaubt die Idee von Rechtsstaatlichkeit und Verhältnismäßigkeit sei hier Programmangebend dem sei eines gesagt: Selbst unser höchstes Gericht wird seit der Regierungszeit der CDU Kanzlerin mit Parteigenossen besetzt (solchen die nie widersprochen haben und stets Linientreu waren). In allen hohen Ämtern dieses, unsres Staates sitzen solche die ein Interesse daran haben wenig für die weniger verdienenden, nichts für die mehr verdienenden und alles für die Beamten zu tun.

Und so wird es wieder werden :)

Bastel

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #878 am: 22.11.2021 06:52 »
alles für die Beamten zu tun.

Dir ist schon bewusst, dass die Besoldung der Beamten nicht verfassungskonform ist?

Highwaystar

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« Antwort #879 am: 22.11.2021 07:33 »
Zitat
Zu den Lehrern: das Problem bei Ü15 Stellen ist schlicht und ergreifend: Es gibt im System keine andere Entsprechung. Sollte ein Bundesland einem angestellten Lehrer mehr Geld zahlen, als einem verbeamteten Lehrer in ähnlicher Position...


Schulleiter (verbeamtet) = A16 (Sek.II), diese Stufe (=E16) fehlt im TV-L. Die Hessen haben das verstanden und im neuen Tarifvertrag eingeführt, ab 2022.

Da muss die GEW am Wochenende liefern!

XTinaG

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« Antwort #880 am: 22.11.2021 07:45 »
Da es keine tarifliche Regelung gibt, ist der Weg für eine außertarifliche nicht nur geöffnet, es ist der einzige Weg. AT-Verträge werden dazu ja auch geschlossen, u.a. zieht man die Werte für die E15ü heran. Oder das, was Arbeitnehmer und Arbeitgeber aushandeln.

XTinaG

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« Antwort #881 am: 22.11.2021 07:46 »
Haben Arbeitnehmer eigentlich Anspruch "ihre" Tätigkeitsbeschreibung bei der Personalabteilung anzufordern und zugeschickt zu bekommen? Muss der Vorgesetzte zustimmen oder in Kenntnis gesetzt werden?

Ein solcher Anspruch existiert nicht. Der Arbeitgeber muß lediglich § 2 NachwG nachkommen. Wie der Arbeitgeber sich intern selbst organisiert, ist weitestgehend ihm überlassen.

Highwaystar

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« Antwort #882 am: 22.11.2021 07:49 »
Da es keine tarifliche Regelung gibt, ist der Weg für eine außertarifliche nicht nur geöffnet, es ist der einzige Weg. AT-Verträge werden dazu ja auch geschlossen, u.a. zieht man die Werte für die E15ü heran. Oder das, was Arbeitnehmer und Arbeitgeber aushandeln.

Der Vorteil der Tarifbindung liegt doch unter anderem darin, dass ich als Einzelner eben nichts individuell aushandeln muss, sondern verbindliche Regelungen greifen sollten. Daher E16...

XTinaG

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« Antwort #883 am: 22.11.2021 07:57 »
Ob das von Vorteil oder Nachteil ist, insbesondere dann, wenn die tariflichen Bestimmungen als genaue und nicht etwa als Mindestbedingungen begriffen werden, liegt in der Qualität und Marktwert des jeweiligen Handlungssubjektes begründet.

Highwaystar

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« Antwort #884 am: 22.11.2021 08:00 »